Covid-19: riskante Nasopharyngealtests?

Bildquelle: MPI

Nach dem Impf­stoff von Astra­Ze­neca, dessen Verwen­dung viele Mitglieds­staaten der Euro­päi­sche Union bereits sistiert haben, sind nun die seit mehr als einem Jahr prak­ti­zierten Nasopha­ryn­ge­al­tests an der Reihe, als „gefähr­lich“ einge­stuft zu werden. Bei falscher Hand­ha­bung kann das lange Watte­stäb­chen, das in die Nasen­lö­cher einge­führt wird, nämlich gefähr­lich sein.

Die nasopha­ryn­geale Probenahme, verwendet dafür, um Covid-19-Symptome zu erkennen, ist „nicht ohne Risiko“, warnte Donnerstag, 8. April die fran­zö­si­sche Akademie der Medizin. Diese Art der Probenahme, die mittels eines Tupfers durch­ge­führt wird, ist indes für PCR-Tests oder anti­gene Tests zur „Refe­renz­me­thode“ geworden,  deren Ergeb­nisse schneller seien, fügte die Akademie erklä­rend hinzu.

Ange­sichts der „Verviel­fa­chung und Wieder­ho­lung von Proben, die manchmal unter unge­eig­neten Bedin­gungen durch­ge­führt werden“, erin­nert die Akademie der Medizin an „die zu beach­tenden Vorsichts­maß­nahmen und die damit verbun­denen Risiken“. Denn auch wenn die meisten Probenahmen gutartig verlaufen, „sind in den letzten Wochen in der medi­zi­ni­schen Lite­ratur ernst­hafte Kompli­ka­tionen beschrieben worden, darunter Durch­brüche der vorderen Stufe der Schä­del­basis, die mit dem Risiko einer Menin­gitis verbunden sind“, schreibt das wissen­schaft­liche Kolle­gium weiter und zitiert mehrere kürz­lich veröf­fent­lichte Studien.

Die Akademie empfiehlt daher, die Durch­füh­rung dieser Tests nur „geschultem medi­zi­ni­schem Fach­per­sonal“ vorzu­be­halten und sich vor der Durch­füh­rung nach einer even­tu­ellen HNO-Anamnese zu erkun­digen. Bei Kindern sollten Spei­chel­proben bevor­zugt werden.

Die Akademie warnt auch vor der Verwen­dung von Selbst­tests, die ab dem 12. April in die Apotheken kommen sollen. Diese erfor­dern nicht so tiefe Abstriche wie die anderen, aber die Akademie empfiehlt, die Anwender darauf hinzu­weisen, dass „Selbst­tests falsche Nega­tive aufde­cken können, wenn der Abstrich zu zaghaft und ober­fläch­lich erfolgt, aber auch gefähr­lich werden können, wenn der Abstrich zu tief und in die falsche Rich­tung gerichtet ist.“

Von Impf­stoffen, die ohne den Vorteil einer längeren Rück­schau frei­ge­geben werden, bis hin zu Nasopha­ryn­ge­al­tests und dem Verbot alter­na­tiver wirk­samer Behand­lungen: alles an diesem Manage­ment der Covid-19-Epidemie scheint im Bereich der Impro­vi­sa­tion und des Expe­ri­men­tie­rens mit der gesamten Welt­be­völ­ke­rung als Versuchs­ka­nin­chen zu liegen…

Quelle: MPI


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