CZ: (Fast) alle haben Angst vor dem Euro

Bildquelle: PM

Die Tsche­chen stehen der Einfüh­rung des Euro skep­tisch gegen­über, was bedeutet, dass dies sicher­lich nicht das Haupt­thema bei den dies­jäh­rigen Wahlen ist.

Die jüngste Umfrage des Zentrums für Meinungs­for­schung der Tsche­chi­schen Akademie der Wissen­schaften ergab, dass die Einfüh­rung des Euro als Währung anstelle der tsche­chi­schen Krone von weniger als einem Viertel (24 %) der tsche­chi­schen Bürger befür­wortet wird, während 69 % dagegen sind.

Die meisten tsche­chi­schen poli­ti­schen Parteien teilen die Skepsis der Bevöl­ke­rung gegen­über dem Beitritt der Tsche­chi­schen Repu­blik zur Euro­zone – nur die Koali­tion der Piraten und Bürger­meister befür­wortet die Einfüh­rung der gemein­samen euro­päi­schen Währung.

Wie steht es also um den Euro in den Wahl­pro­grammen der Parteien, Bewe­gungen und Koalitionen?

Die Regie­rungs­partei ANO will den Euro nicht auf Kosten der tsche­chi­schen Krone einführen, obwohl sie den Verbleib der Tsche­chi­schen Repu­blik in der EU unter­stützen wird.

„Wir werden den Euro nicht einführen“, heißt es in ihrem Programm. „Als souve­ränes Land kann die Tsche­chi­sche Repu­blik ihre Krone nicht aufgeben. Mit der Einfüh­rung des Euro würden wir unter anderem ein wich­tiges Instru­ment zur Förde­rung des Exports verlieren, das wichtig ist, um die Arbeits­lo­sen­quote niedrig zu halten und die Wett­be­werbs­fä­hig­keit unserer Unter­nehmen zu sichern.“

Die kommu­nis­ti­sche Partei KSČM hat eine ebenso nega­tive Einstel­lung zum Euro. Durch ein Refe­rendum möchte die Partei über einen voll­stän­digen Austritt der Tsche­chi­schen Repu­blik aus der EU entscheiden.

Dem kommu­nis­ti­schen Programm am nächsten steht in dieser Frage die Frei­heit und direkte Demo­kratie (SPD), die eine Entschei­dung ohne Refe­rendum eben­falls für inak­zep­tabel hält.

„Wir betrachten unsere Währung als ein grund­le­gendes wirt­schaft­li­ches Instru­ment zur Erhal­tung unserer wirt­schaft­li­chen Souve­rä­nität“, so die SPD.

Die Tsche­chi­sche Sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Partei (CSSD) erklärte, sie werde die Einfüh­rung des Euro nur dann unter­stützen, wenn dies für die Bürger eine Stär­kung ihrer Kauf­kraft bedeute und wenn die Währung stabil sei.

Dies hängt vor allem mit der Notwen­dig­keit zusammen, den Wech­sel­kurs der Krone gegen­über dem Euro zu stärken.

Auch die Bürger­be­we­gung Trico­lore steht der Einfüh­rung des Euro negativ gegenüber.

Nur die Piraten und die libela-konser­va­tive Partei der Bürger­meister und Unab­hän­gigen (STAN) bilden eine Ausnahme von dieser Skepsis.

Es ist bereits klar, dass sie die Einfüh­rung des Euro unter­stützen werden, wenn eine Koali­tion aus Piraten und Bürger­meis­tern bedeu­tende Wahl­er­folge erzielt.

Sie wollen dafür sorgen, dass die Tsche­chi­sche Repu­blik dem Euro­päi­schen Wech­sel­kurs­me­cha­nismus beitritt, der die Krone gegen­über dem Euro stabi­li­siert. Die endgül­tige Entschei­dung über die Einfüh­rung des Euro könnte ihrer Meinung nach nach 2025 fallen.

Ange­sichts der offen­sicht­li­chen Schwä­chen der Euro-Währung haben die Tsche­chi­sche Natio­nal­bank und das Finanz­mi­nis­te­rium der Regie­rung jedoch empfohlen, kein Ziel­datum für den Beitritt festzulegen.

Quelle: Prague Morning


5 Kommentare

  1. Vernunft in Sachen Euro, der ist schlicht ein poli­ti­sches Konstrukt, sein realer Grund Frank­reichs Griff in Deut­sche und mittel­eu­ro­pa­ei­sche Kassen im Ergebnis!
    In der Tsche­chei wittert man mithin Unrat vernu­enf­ti­ger­weise, so kommt es zur Ableh­nung des Euros!
    Alf v.Eller Hortobagy
    unabh.Politikberater
    und
    Jurist

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