Derby zwischen Meloni und Salvini: wohin geht Orbán?

Die große Hoffnung der europäischen Patrioten im Jahr 2021: der Sturz der italienischen Regierung und der Aufstieg der beiden patriotischen Parteien Lega (Matteo Salvini) und Fratelli d'Italia (Giorgia Meloni)

Lega-Chef Matteo Salvini möchte im Euro­pa­par­la­ment eine Maxi­gruppe mit den Polen und dem unga­ri­schen Minister­präsidenten Viktor Orbán, der gerade die Euro­päi­sche Volks­partei verlassen hat, schaffen.

Doch Giorgia Meloni, die Vorsit­zende der Fratelli d’Italia ist vorerst noch skep­tisch, was den Eintritt des „Carroccio“ (gemeint ist die Lega Salvinis) in die Bewe­gung der Euro­päi­schen Konser­va­tiven und Reformer, der sie eben­falls vorsitzt, angeht.

Quelle: La Verità


Die folgenden beiden Beiträge sind einem Pres­se­dienst der fran­zö­si­schen Botschaft in Rom entnommen:

Corriere della Sera

Eine neue Frak­tion in Europa

Von Marco Cremonesi

Salvini warnt seine Lega-Abge­ord­neten, die Pro-EVP sind: er arbeite an einer neuen Frak­tion im Euro­päi­schen Parla­ment. Eine Botschaft, die sicher­lich von seiner Nummer 2, Gian­carlo Gior­getti, gehört wurde, der sich seit langem für einen Beitritt zur EVP ausspricht, aber auch von der Euro­gruppe der Lega, die eben­falls mehr­heit­lich der EVP zuneigt. Die von Giorgia Meloni ange­führten Euro­päi­schen Konser­va­tiven und Reformer, denen sich auch die Abge­ord­neten der polni­schen Recht und Gerech­tig­keits-Partei (PiS) ange­schlossen haben, weisen darauf hin, dass ihre Frak­tion bereits im Euro­päi­schen Parla­ment exis­tiert und es daher nicht nötig ist, eine neue zu gründen. Man merkt, wie Viktor Orbán, nachdem er aus der EVP ausge­treten ist, von einem nicht unbe­deu­tenden Teil der euro­päi­schen Politik hofiert wird. Die 12 Fidesz-Abge­ord­neten würden für jeden­falls für jede euro­päi­sche Frak­tion einen Zuge­winn bedeuten. Die Gründe, warum sich nach der Euro­pa­wahl keine einheit­liche rechte Grup­pie­rung gebildet hat, sind immer noch vorhanden. Nicht zuletzt das Miss­trauen der östli­chen Länder gegen­über Marine Le Pen und ihren pro-russi­schen Impulsen. Aber auch inner­halb der Lega denken die Pro-Euro­päer: “Warum weiter an der Seite von Marine Le Pen, wenn wir in Italien Draghi unter­stützen?“ Ande­rer­seits hebt Dele­ga­ti­ons­leiter des Rassem­ble­ment National das gemein­same Ziel von Salvini und Le Pen hervor: “die Bildung einer großen Gruppe, die all jene zusam­men­bringt, die eine alter­na­tive Vision der EU haben, von den popu­lis­tischsten bis hin zu den Euro­skep­ti­kern und Konservativen“.


Libero

In Europa eine Gruppe mit Orbán

Von A. Chirico

„Ein Beitritt der Lega zur EVP steht nicht auf der Tages­ord­nung, wir brau­chen etwas Neues. Wir arbeiten an einer neuen, inklu­siven Gruppe, wir disku­tieren mit den Polen und Ungarn“, kündigte Salvini an.


Die beiden patrio­ti­schen Parteien Italiens rangieren jetzt in den Umfragen auf Platz 1 und 2:


1 Kommentar

  1. Dass sie skep­tisch ist nach der Sache mit dem Drachen kann ich mir vorstellen – wenn auch Sölvini viel­leicht aus takti­schen Gründen so gehan­delt haben mag, was aber unklar ist.

    Das sollte sie sich gründ­lichst und plau­sibel von ihm nach­voll­ziehbar und glaub­haft erklären lassen.

    Viel­leicht sollten die Italie­ne­rInnen sich lieber geschlossen auf die Wohl von Meloni konzentrieren.

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