Die Cancel Culture wütet in Oxford

Magdalen College, Oxford · Fotoquelle: Magayr Nemzet

Ein Gemälde von Königin Eliza­beth II. zieht die Aufmerk­sam­keit einiger Studenten auf sich

Von Zoltán Wittich

Studenten der Univer­sität Oxford entfernten kürz­lich ein Porträt von Königin Elisa­beth II. von den Wänden der Univer­sität, während 150 Dozenten sagten, sie würden sich weigern zu unter­richten, bis die Univer­sität eine Statue von Cecil Rhodes von einem Gebäude neben dem Campus entfernt.

Die Entfer­nung des Porträts von Königin Elisa­beth II. von England wurde am Dienstag von der Studen­ten­ver­tre­tung am Magdalen College, das zur Univer­sität Oxford gehört, beschlossen. Dem Antrag zufolge war die Entfer­nung des Gemäldes notwendig, um den Raum „inklu­siver“ zu gestalten, insbe­son­dere um den Empfind­lich­keiten auslän­di­scher Studenten gerecht zu werden, die durch Kunst­werke, die sich auf die briti­sche Monar­chie beziehen, an die Kolo­ni­al­zeit erin­nert werden.

In der Ausschuss­sit­zung stimmten zehn der Teil­nehmer für die Entfer­nung des Porträts, zwei stimmten dagegen und fünf enthielten sich. Das Proto­koll enthält Aussagen wie: „Die Entfer­nung der Königin (im Zusam­men­hang mit der soge­nannten Cancel Culture) sendet eine schreck­liche Botschaft, die viele verär­gern wird.“ Ein anderer Spre­cher sagte jedoch: „Wir haben keine Befugnis, die Königin zu entfernen, aber es geht nur um unseren Gemein­schafts­raum, der inklusiv sein sollte“.

Für weitere Empö­rung unter den Briten, die die Monar­chie hoch schätzen, sorgte die Tatsache, dass der Vorschlag von einem ameri­ka­ni­schen Gast­stu­denten, einem gewissen Matthew Katzman, einge­bracht wurde. Katzman ist Präsi­dent der Studen­ten­or­ga­ni­sa­tion Magdalen Middle Common Room, die für die Entfer­nung des Porträts stimmte. Laut Katzman wird das Gemälde künftig zwischen anderen Kunst­ge­gen­ständen aufbe­wahrt werden. Er fügte hinzu: „Darstel­lungen der könig­li­chen Familie sind an vielen Orten auf dem Campus zu finden, daher war man sich einig, dass das frag­liche Gemälde eine unnö­tige Ergän­zung des Gemein­schafts­raums darstellt.“

Seit seiner Grün­dung im Jahr 1458 hat das Magdalen College eine Reihe berühmter Absol­venten hervor­ge­bracht, darunter König Edward VIII., der ehema­lige briti­sche Schatz­kanzler George Osborne, der ehema­lige kana­di­sche Premier­mi­nister John Turner und der öster­rei­chi­sche Physik-Nobel­preis­träger Erwin Schrö­dinger, der insge­samt zehn Nobel­preise erhalten hat. Die Präsi­dentin des Magdalen College, Dinah Rose, die letztes Jahr ernannt wurde, sagte, dass „die Univer­sität Rede­frei­heit und poli­ti­sche Debatte unter­stützt, obwohl die Studenten nicht im Namen der Insti­tu­tion gespro­chen haben“. Rose ferner: „Ein Student zu sein bedeutet mehr als nur zu lernen, es geht um Entde­ckungen und Diskus­sionen. Und es ist manchmal provo­kativ gegen­über älteren Generationen.“

Bildungs­mi­nister Gavin Williamson reagierte auf Twitter auf die Ange­le­gen­heit mit den Worten:

Dass Studenten der Univer­sität Oxford ein Porträt der Queen entfernen, ist einfach absurd. Sie ist das Staats­ober­haupt und ein Symbol für das Beste, was Groß­bri­tan­nien zu bieten hat. Während ihrer langen Regie­rungs­zeit hat sie uner­müd­lich daran gear­beitet, die briti­schen Werte von Tole­ranz, Inklu­si­vität und Respekt in der ganzen Welt zu fördern

- Gavin Williamson (@GavinWilliamson) 8. Juni 2021

Premier­mi­nister Boris Johnson bestä­tigte durch seinen Spre­cher, dass er mit William­sons Posi­tion übereinstimmt.

An einer anderen Einrich­tung der Univer­sität Oxford, dem Oriel College, haben 150 Dozenten erklärt, sie würden keine Studenten unter­richten oder andere Tätig­keiten ausüben, einschließ­lich Inter­views, Konfe­renzen und Semi­naren, bis die Univer­sität „die Statue des Impe­ria­listen Cecil Rhodes entfernt“.

Die Insti­tu­tion wurde letzten Monat des Rassismus beschul­digt, weil sie sich weigerte, die Statue aus einem ihrer Gebäude zu entfernen. Rassismus und die anhal­tenden Auswir­kungen des Kolo­nia­lismus“, so die Wissen­schaftler, „können nur unter Betei­li­gung aller Insti­tu­tionen der Univer­sität wirksam bekämpft werden. Die Entschei­dung von Oriel unter­gräbt diese Bemü­hungen.“ Nachdem eine unab­hän­gige Unter­su­chungs­kom­mis­sion im vergan­genen Juni die Entfer­nung der Statue von Cecil Rhodes gefor­dert hatte, stimmte das Oriel College zu, entschied sich aber, die Entfer­nung unter Hinweis auf die Kosten zu verschieben.

Cecil Rhodes hinter­ließ dem Oriel College vergeb­lich Millionen von Pfund

Cecil Rhodes war ein in England gebo­rener Wirt­schafts­wis­sen­schaftler, Geschäfts­mann, Poli­tiker und Berg­bau­ma­gnat, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahr­hun­derts haupt­säch­lich in Südafrika tätig war. Als über­zeugter Anhänger des briti­schen Empire unter­stützte Rhodes die kolo­niale Expan­sion der Insel­na­tion im südli­chen Afrika und wurde 1890 Regie­rungs­chef der briti­schen Kolonie Kapstadt. Nach ihm wurde die Kolonie Rhode­sien (heute Simbabwe und Sambia) benannt. Obwohl er dem Oriel College Millionen von Pfund vermacht hat, sind seine Werte mit der Welt­an­schauung einer modernen Univer­sität unver­einbar. Rhodes wird als impe­ria­lis­tisch und rassis­tisch ange­sehen. Deshalb wurde zum Beispiel das Cecil Rhodes House in London im März auf Wunsch seiner Bewohner in Park View House umbenannt.

Proteste von Black Lives Matter, einer Bewe­gung, die sich selbst als anti­ras­sis­tisch defi­niert, haben seit letztem Sommer zur Umbe­nen­nung von 39 Straßen, Häusern und Schulen und zur Demo­lie­rung von 30 Statuen und Denk­mä­lern briti­scher histo­ri­scher Persön­lich­keiten in ganz Groß­bri­tan­nien geführt.

Quelle: Magyar Nemzet


8 Kommentare

  1. Und das wollen Absol­venten einer „Elite­uni­ver­sität“ werden, die später in den Tope­tagen von Politik und Wirt­schaft sitzen ???
    Gute Nacht, Europa!!!

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  2. Tja, als wenn es sonst keine anderen Probleme auf der Welt geben würde. enn diese Leute etwas für die unter­pri­vi­li­gierten tun wollen, sollen sie doch Flücht­linge bei sich zu Hause aufnehmen.

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  3. Die 150 Dozenten haben doch sicher­lich einen Arbeits­ver­trag. Daraus folgt: Arbeits­ver­wei­ge­rung führt zur frist­losen Entlas­sung und zur Scha­dens­er­satz­pflicht. Wo ist das Problem? Die sind dann bestimmt in den inklu­siven shit­holes ihrer vergöt­terten Neger willkommen.

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    • 150 Dozenten willst Du raus­schmeißen? Hast Du eine Ahnung, wie dann der Unter­richts­be­trieb an der Uni aussieht? Du bekommst an einer Schule nicht mal 5 Lehrer zusammen, die sich gegen die Corona-Diktatur wehren! Man bekommt vom einfa­chen Volk nicht mal 10% zusammen, die sich gegen eine Diktatur wehren würden.

  4. Kleine Korrektur:
    Schrö­dinger war kein Absol­vent des Magdalen College, sondern einige Jahre Dozent. Außerdem hat er natür­lich keine zehn Nobel­preise bekommen, sondern „nur“ einen (1933). So viel Zeit muß sein.

  5. Englands Gehirn wirt immer Dünner u Düsterer. Bald werden andere Univer­si­täten rann kommen wie Bestimmt China, Japan, Indien die später Lachen werden über den Blöd­sinn in England. Und Cambridge wird Stumm halten and dann die beste im Land seien.

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