Dr. Norbert van Handel: „Black Lives Matter“ – der Versuch einer Analyse

Dr. Norbert van Handel

Ein Gast­kom­mentar von Dr. Norbert van Handel (Steinerkirchen/Traun)

Die Vorge­schichte

„Mir ist eine gefahr­volle Frei­heit lieber, als eine ruhige Skla­verei“ schrieb Jean-Jacques Rous­seau 1762 in seinem Contrat Social. Nun, es dauerte noch weitere 50 Jahre, bis am Wiener Kongress die Skla­verei für Europa abge­schafft wurde.

In Amerika und Übersee erreichte sie erst ihre Höhe­punkte und auch die großen seefah­renden Nationen verdienten beim einen oder anderen Skla­ven­handel gerne. Hier darf vorerst einmal fest­ge­stellt werden, dass fast alle großen Reiche, von den Grie­chen bis zu den Römern, von Byzanz bis zu den Türken, von Frank­reich bis zu einzelnen Ländern im Heiligen Römi­schen Reich Jahr­hun­derte lang ihre fantas­ti­schen kultu­rellen Werke auf einer Unter­schicht aufbauten, die keine oder wenige Rechte hatte, ob Leib­ei­gene oder Sklaven mag zwar recht­lich ein Unter­schied, in den prak­ti­schen Lebens­um­ständen aber nicht bedeu­tend gewesen sein.

Hoch­kul­turen konnten nur entstehen, wenn ein Teil regierte und seine Vorstel­lungen umsetzen konnte und der andere Teil arbei­tete .…

Nun, auch in Nord­ame­rika war es nicht anders und vor allem war es nicht so, dass nur die Südstaaten Sklaven hatten und die Nord­staaten nicht – beide stützen sich auf die Arbeit von Sklaven.

Auch der Ameri­ka­ni­sche Sezes­si­ons­krieg, der in seiner Blutig­keit keine Vorbilder hatte, brach vorerst nicht in erster Linie wegen der Skla­verei, sondern wegen verfas­sungs­recht­li­cher Strei­tig­keiten zwischen den Nord- und den Südstaaten aus. Die Südstaaten meinten, die Verei­nigten Staaten von Amerika seien ein Staa­ten­bund, aus dem sie austreten könnten, die Nord­staaten hingegen meinten es sei ein Bundes­staat, in dem dies nicht möglich wäre.

Zahl­reiche Strei­tig­keiten zwischen den betei­ligten Ländern waren dem endgül­tigen Austritt der Konfö­de­rierten voraus­ge­gangen.

Natür­lich war die Skla­verei vor allem der schwache Punkt der Südstaaten, den aller­dings Lincoln erst durch seine Eman­zi­pa­ti­ons­pro­kla­ma­tion vom 22. September 1862 als Waffe gegen sie einsetzte, nachdem die mili­tä­ri­schen Erfolge der Konfö­de­rierten am Anfang des Krieges eine Nieder­lage der Unions­truppen wahr­schein­lich machte.

Diese Eman­zi­pa­ti­ons­er­klä­rung galt aber nicht für alle Staaten der Union und des Südens, sondern nur für die konfö­de­rierten Mächte.

Was wollte Lincoln errei­chen? Vor allem, dass die bei den Südstaaten dienenden Neger deser­tieren sollten und weiters, dass die bei den Nord­staaten kämp­fenden Neger mora­lisch gefes­tigt würden. Letzt­end­lich gelang dem Präsi­denten dies auch. Nun, es ist heute, 150 Jahre danach, schwer fest­zu­stellen, wie die Situa­tion der Sklaven in den Südstaaten wirk­lich war. Die Befind­lich­keiten mögen zwischen „Vom Winde verweht“ und „Onkel Toms Hütte“ gepen­delt sein.

Viele Sklaven wurden wohl unmensch­lich und als Ware behan­delt, viele Sklaven waren wohl aber auch Teil der Familie. Viele Sklaven mussten hart auf den Feldern schuften, viele Sklaven waren aber auch als „Haus­sklaven“, als Aufseher oder ähnlich in einer vergleichs­weise besseren Situa­tion.

Es würde an dieser Stelle zu weit gehen, den Sezes­si­ons­krieg in allen seinen Facetten zu beschreiben oder die soziale und mensch­liche Situa­tion der Sklaven zu analy­sieren. Eine Sache ist klar: der Sieg des Nordens been­dete die menschen­rechts­wid­rige Skla­verei und been­dete endgültig eine Gesell­schaft verschie­dener Menschen­rechte. Die Sklaven wurden aus einer sicheren, menschen­rechts­wid­rigen, in eine unsi­chere, menschen­rechts­kon­forme Situa­tion geschleu­dert.

Was geschah nach der Befreiung?

Nun waren die Sklaven zwar befreit, aber niemand wollte sie wirk­lich.

Es wäre falsch anzu­nehmen, dass in den Nord­staaten bei den Yankees eine beson­dere Liebe zur schwarzen Bevöl­ke­rung vorherrschte.

Im Gegen­teil, es entstand eine frei­ge­las­sene Masse von ehema­ligen Sklaven, die über­wie­gend land­wirt­schaft­lich gear­beitet hatten und für nichts anderes ausge­bildet waren.

Sie waren zwar befreit worden, wurden aber von niemand wirk­lich gewollt.

Ein großer Teil bildete, vor allem in den Südstaaten, ein Neger­pro­le­ta­riat mit sehr geringen Einkünften, das notge­drungen oft zu krimi­nellen Mitteln griff, um zu über­leben. Die einzige mora­li­sche Stütze waren wohl die evan­ge­li­kalen Kirchen. Die Schwarzen waren schlechthin das Gegen­teil der so genannten WASP (White Anglo-Saxon Protes­tants), die Amerika beherrschten und wohl heute noch die USA domi­nieren.

Was geschah weiter?

Während sich die Schwarzen langsam an ihre Situa­tion gewöhnten, begann der Erste Welt­krieg. Dieses gewal­tige Völker­ringen über­schat­tete natür­lich alle inner­po­li­ti­schen Probleme in den USA. Schwarze wurden gerne in die Armee aufge­nommen und nach dem Krieg ebenso gerne wieder fallen gelassen.

Schon vorher hatte sich die weiße Revanche gegen Schwarz in Form des Ku-Klux-Klans und ähnli­cher Grup­pie­rungen gebildet.

Die damals mehr verschreckte, als revo­lu­tio­näre schwarze Bevöl­ke­rung zitterte vor Feme­morden, Brand­an­schlägen, Pseu­do­ge­richts­ver­an­stal­tungen etc. Im Zweiten Welt­krieg war die Situa­tion noch drama­ti­scher, als im Ersten.

Die schwarzen Soldaten wurden gebraucht und gerne aufge­nommen. Es gab sogar die soge­nannte Rainbow Divi­sion, die aus krimi­nellen Schwarzen bestand, deren Strafe nach­ge­lassen wurde, wenn sie sich zum Kriegs­dienst, meist an der Front, meldeten. Auch nach 1945 war die Situa­tion nicht wesent­lich anders, als nach dem Ersten Welt­krieg, jedoch begannen sich zöger­lich Grup­pie­rungen der Schwarzen zu poli­ti­schen Protest­be­we­gungen zusam­men­zu­schließen.

Zwei große poli­ti­sche Persön­lich­keiten Anfang der 60er Jahre, John F. Kennedy und Martin Luther King, schienen einer Lösung der Schwar­zen­frage zumin­dest näher­zu­kommen. Beide wurden, wie wir wissen, ermordet.

Jüngst scheint es aber zuneh­mend gelungen zu sein, zahl­rei­chen, wenn auch nicht allen, Schwarzen ein Tribunal zur Verfü­gung zu stellen: „Black Lives Matter“ war die Folge. Dieser Grup­pie­rung jedoch geht es keines­wegs nur um die Vertre­tung der Rechte der Schwarzen, sondern viel mehr auch um bein­harte marxis­ti­sche Forde­rungen.

Wesent­liche Expo­nenten der Bewe­gung, zum Beispiel Patrisse Cullors, sind dekla­rierte Marxisten.

Und damit sind wir beim wirk­li­chen Problem: mit der Geschwin­dig­keit eines Virus breitet sich die Bewe­gung aus, sodass, man glaubt es nicht, sogar in Wien mehr als 50.000 Menschen für „Black Lives Matter“ protes­tierten.

Was so gefähr­lich ist, ist, dass es keines­wegs nur Demons­tranten waren, die für die Rechte der Schwarzen eintraten, sondern auch unde­fi­nierte Linke aller Schat­tie­rungen und aus verschie­denen Ländern. Deren dekla­riertes Ziel ist es, ähnlich wie bei den Gelb­westen und den Banlieues in Frank­reich, die bestehende Gesell­schafts­ord­nung umzu­stoßen und eine neue Ordnung einzu­führen. Welche?

Die Kombi­na­tion zwischen Kommu­nismus, black rights, Isla­mismus und ganz allge­mein der Welt­re­vo­lu­tion ist eine tödliche und es ist drin­gend notwendig, dass unsere Politik sich dieser Gefahr bewusst wird, falls es nicht schon zu spät ist.

Einige Tage nach der „Black Lives Matter“ Demons­tra­tion in Wien prügelten sich nämlich auch Moslems, vor allem Türken, rechtskonservativer- oder linker-, Erdogan freundlicher- oder feindlicher- Einstel­lungen eben­falls in Wien und das durch drei Tage hindurch!

Auch bei diesen Gruppen waren nicht näher zu defi­nie­rende Linke, die mit dem eigent­li­chen Protest­thema wenig zu tun hatten, gegen­wärtig.

Die Gefahr, dass euro­pä­isch alle Protest­gruppen, Gelb­westen, sozial Unzu­frie­dene, Moslems, Isla­misten, Schwarze etc. sich zu einem Revo­lu­ti­ons­pool zusam­men­schließen, ist gegeben.

Recht und Ordnung wird nicht mehr aufrecht zu erhalten sein.

Die Folgen sind unvor­her­sehbar.

Gegen­maß­nahmen

Die vielen Versäum­nisse der Vergan­gen­heit werden kaum aufzu­holen sein.

Auf jeden Fall müssen folgende Über­le­gungen Platz greifen:

  • Europa und jeder einzelne Staat muss klar­ma­chen, dass Recht und Ordnung einziger Garant für eine sinn­volle Zukunft ist. „Wir stehen für Recht und Sicher­heit und werden dies überall umsetzen, wo notwenig“ müsste die Parole lauten.
  • Um die kultu­relle Iden­tität einer Nation nicht völlig zu zerstören, muss klar­ge­macht werden, dass Ausländer oder Inländer mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund sich mit dem Staat iden­ti­fi­zieren müssen, in dem sie leben. Poli­ti­sche Demons­tra­tionen, die sich mit Problemen im Ausland beschäf­tigen, sind zu verbieten. Alles andere würde nur die noch relativ ruhigen Städte Europas zerstören.
  • Im Schul­un­ter­richt ist wieder expressis verbis das Wort Patrio­tismus zu defi­nieren. Dazu gehört die Größe der Geschichte eines Landes, dazu gehört die Kultur eines Landes, dazu gehört die Verpflich­tung der Staats­bürger vom Staat nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben, etwa mit dem Wehr­dienst, der auf Frauen auszu­dehnen ist.
  • Die christ­li­chen Kirchen könnten, ja müssten, wert­volle Mitstreiter gegen die Zerstö­rung der christ­li­chen Staaten sein, aber deren Krise ist wahr­schein­lich noch größer, als die unserer Gesell­schaft, weshalb vorläufig darauf verzichtet werden muss.
  • Demons­tra­tionen sind ein Menschen­recht. Kein Menschen­recht ist es aber, tage- und wochen­lang Städte zu blockieren, überall Demons­tra­tionen zu veran­stalten, im über­großen Maß die Polizei zu stra­pa­zieren und alles in allem das gesamte Geschehen eines Landes sukzes­sive lahm­zu­legen. Jede Stadt müsste demnach einen Platz defi­nieren, auf dem Demons­tra­tionen statt­finden können. Diese über das ganze Stadt­ge­biet zu verstreuen, ist mehr als bedenk­lich.
  • Die Tatsache, dass Demons­tra­tionen verfas­sungs­gemäß sind, hindert nicht die jewei­ligen Veran­stalter zur Kasse zu bitten, für alles, was zerstört wird. Vor jeder Demons­tra­tion ist deshalb eine hohe Kaution einzu­heben, um dafür Sicher­heit zu leisten.
  • Die Sicher­heits­or­gane, Polizei, Militär und die Blau­licht­or­ga­ni­sa­tionen sind zu schützen und zu stärken. Über­trie­bene Abwehr­re­ak­tionen sind zu prüfen, mit dem Maßstab, dass grund­sätz­lich eher der Sicher­heits­körper, als der Rechts­ver­wei­gerer, zu unter­stützen ist. Die Polizei kann nur dann „dein Freund und Helfer“ sein, wenn sie auch entspre­chend von der Öffent­lich­keit geschützt und gewertet wird.
  • Dies alles sind natür­lich nur punk­tu­elle Maßnahmen, aber sie könnten ein erstes Gerüst für eine eini­ger­maßen erträg­liche Zukunft sein.

Alles in allem: Wehret den Anfängen, wenn es noch nicht zu spät ist.

 


Webseite des Gast­au­tors: norbert.vanhandel.at/

1 Kommentar

  1. Kopf­nuss:
    Der sozia­lis­ti­sche Umver­tei­lungs­ge­danke bestraft die Flei­ßigen, indem er ihnen die Früchte ihrer Arbeit wegnimmt und belohnt sodann die Faulen, indem er ihnen die gestoh­lenen Früchte schenkt.
    Was also ist linke Politik anderes als ein para­si­täres Lebens­kon­zept, welches das Schma­rot­zertum fördert?

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