Dr. Norbert van Handel: Dunkle Jahre

Dr. Norbert van Handel
Ein Beitrag von Dr. Norbert van Handel (Steinerkirchen/Traun) *)

Im 12. und 13. Jahr­hun­dert vor Christus erschienen die so genannten Seevölker in der Geschichte. Ihr Ursprung ist histo­risch nicht genau bestimmt, jedoch handelte es sich um kampf­be­reite mari­time Horden, die in etwa einem Jahr­hun­dert sukzes­sive die florie­renden kleinen König­reiche und Stadt­staaten der nörd­li­chen Levante zerstörten. Dies, ohne ihre Kultur zu respek­tieren, ohne ihren weit­aus­grei­fenden Handel zu verstehen und ohne Respekt für ihre Jahr­hun­derte alte über­wie­gend humane Gesell­schafts­ord­nung zu begreifen.

Die Seevölker been­deten die Bron­ze­zeit und zerstörten die klein­asia­ti­sche Kultur nach­haltig. Die Stadt Ugarit ist ein gutes Beispiel dafür. Dunkle Jahre folgten. Die Geschichte wieder­holt sich zwar nie, wesent­liche Para­meter jedoch bleiben. Man darf sich fragen, ob nicht die Inva­sion von Fremd­völ­kern, Immi­granten, Isla­misten etc. ähnliche Gefahren für Europa bringen.
Es geht dabei nicht um Auslän­der­feind­lich­keit, sondern um Vertei­di­gung kultu­reller Iden­ti­täten, die seitens einer grot­ten­schlechten Politik, entweder nicht verstanden oder im schlimmsten Fall sogar gewollt werden.
Rich­tige Politik, aber wie?
Korre­spon­denz­partner von uns weisen immer wieder zurecht darauf hin, dass Politik gelernt werden muss. Nur Poli­tiker, die verstehen, dass sie das ganze Volk reprä­sen­tieren und nicht nur einzelne Strö­mungen – hier beson­ders links­grüne Konzepte -, gibt es anschei­nend nicht. Auch wenn jene Wenigen, die dies verstehen, nicht wirk­lich agieren, über­lässt man das Feld halb­ge­bil­deten Funk­tio­nären, die weder aus der Geschichte lernen wollen noch die Zukunft erkennen können. Eine fatale Situa­tion, die jedoch Realität ist.
Die Sicher­heit des Staates erodiert

Ein anderer Partner unserer poli­ti­schen Über­le­gungen wies darauf hin, dass in Deutsch­land (wahr­schein­lich auch in Öster­reich), die Poli­zei­kräfte völlig über­for­dert sind, wenn sie gewalt­tä­tige oder auch nicht gewalt­tä­tige Demons­tra­tionen sonder Zahl, die zugleich an verschie­denen Orten statt­finden, über­wa­chen müssen. Ja, wie soll denn eine noch so gut aufge­stellte Polizei über­haupt in der Lage sein dem normalen Staats­bürger Sicher­heit zu geben, wenn einfach die perso­nellen und sach­li­chen Mittel dafür nicht mehr ausrei­chen? Sicher­heit ist teil­weise zu einem Begriffe verkommen, der das eigent­liche Ziel verfehlt.

Corona und die Folgen

Da wir keine Medi­ziner sind mischen und mischten wir uns in die Diskus­sion nicht ein. Fest­zu­stellen ist aber, dass niemals und das ist der große Fehler, in den deutsch­spra­chigen Demo­kra­tien gut mode­rierte Diskus­sionen im öffent­li­chen Raum statt­fanden, die versuchten ein objek­tives Bild der beiden verschie­denen Rich­tungen: für Impfen oder gegen Impfen, darzu­stellen. Auf der einen Seite finden wir die verschwo­renen Vertreter der Impf­pflicht – meis­tens die Regie­rungen -, auf der anderen Seite die ebenso verschwo­renen Impf­gegner. Das, was nicht verstanden wird, ist, dass Menschen nur durch sach­liche und verbind­liche Argu­mente über­zeugt werden können. Nicht, indem man sie in aufge­heizter Stim­mung auf die Straße lockt und dort Spal­tungen der Bevöl­ke­rung sonder Zahl auslöst. Eine Politik, die auf der Straße statt­findet, ist weder demo­kra­tisch noch erfolg­reich. Sie zerstört und sät Hass zwischen den verschie­denen Gruppen – einen Hass, der sogar bis in die Fami­lien geht. So gewinnen Poli­tiker und Parteien keine Freunde.

Das Ukraine Desaster

Ohne hier in die Details aller außen­po­li­ti­schen Vorkomm­nisse zu gehen: wenn Europa nicht versteht, dass auch Russ­land seine Einfluss­sphäre hat, wenn Europa nicht versteht, dass die USA wesent­lich aggres­siver reagieren würden (siehe Kennedy – Chruscht­schow in der Kuba­krise), wenn Russ­land an der ameri­ka­ni­schen Grenze Raketen, Militär etc. statio­nieren würden, so ist dies tragisch. Gerade hier fehlt jede poli­ti­sche Kenntnis globaler Zusam­men­hänge. Man kann hier nicht mehr von Politik, sondern nur noch von der Dumm­heit des Westens spre­chen. Dazu kommen noch wirt­schaft­liche Fehl­ent­schei­dungen größter Dimen­sion, wenn beispiels­weise North Stream 2 nicht in Betrieb genommen wird. Es würde nicht wundern, wenn Russ­land gegen allfäl­lige (sinn­lose und unge­recht­fer­tigte) Sank­tionen die Gaslie­fe­rungen an den Westen stoppen würde. Dass das nicht wahr­schein­lich ist, liegt einer­seits an der Vertrags­treue, ande­rer­seits darin, dass Russ­land die Devisen drin­gend braucht. Wenn die west­liche Politik nicht rasch sich den globalen Reali­täten öffnet, gehen auch wir dunklen Jahren entgegen.

*) Webseite des Gast­au­tors: norbert.vanhandel.at/

5 Kommentare

  1. Es ist gut reden. Die Frage ist, wer grenzt wem aus und wer reagiert repressiv auf jedweden Diskus­si­ons­ver­such. Das alles kommt aus dem Regie­rungs­lager mit ihren Kolla­bo­ra­teuren und eines Teiles der Bevöl­ke­rung, die nur MSM konsu­mieren und sich nie ander­weitig infor­mieren. Auf der Straße sind doch gerade dieje­nigen, die vom Diskurs ausge­schlossen worden sind und dazu noch als Extre­misten diffa­miert werden. Die Staats­macht disku­tiert nicht, sondern schickt Büttel aus, um den Teil der Bevöl­ke­rung, der nicht so leicht­gläubig ist, sondern sich selbst seine Infor­ma­tionen holt und selbst denkt, nieder­zu­knüp­peln, auf die Straße zu werfen und mit schein­hei­ligen Argu­menten und Gewalt dem Poli­zei­ge­wahrsam zu über­stellen. Der Riss wurde bewusst von der Regie­rung herbeigeführt.
    Rocke­feller Lock­step 2010 Auszug: „… Außerdem lasse sie dieje­nigen angreifen, die dagegen sind und lass sie sagen, dass „die anderen ein Bedro­hung sind und die Ursache aller Probleme“, in dem man sagt: „Wir können nicht zur Norma­lität zurück­kehren, bis jeder den Impf­stoff annimmt.“ Und die Menschen, die sich wider­setzen, „verletzen unsere Lebens­weise und sind daher unser aller Feind“ …“
    Das erklärt doch, warum es nie zu einer Diskus­sion komme kann.

  2. Ich bin stolz, einmal im glei­chen Unter­nehmen wie der Autor gear­beitet zu haben. Dort wurde seine Über­legt­heit und sein Intel­lekt nicht wirk­lich gewür­digt. Das hat auch dazu geführt, dass diese Insti­tu­tion mitt­ler­weile zu einer Heul­boje für türkis-schwarze Dumm­heiten und Fehler verkommen ist.
    Was allen Kommen­ta­toren und Wider­stands­wil­ligen bewusst sein soll:
    Nicht der Unmut, sondern der Dialog zu einer gemein­samen Basis hilft auf Dauer weiter.
    Wenn die Regie­rung und deren bezahlten sog. Experten zum Dialog unfähig sind, wird es notwendig sein, alter­na­tive Vertreter zu suchen und zu benennen. Und gemeinsam mit diesen kann das vorherr­schende Terror­re­gime des globalen Kapi­tals in die Schranken gewiesen werden.
    Nicht über­sehen werden soll bei diesem Artikel, dass es auch um bewährte und prägende Kultur geht. Also sehe ich hier auch die Auffor­de­rung, genau zu schauen und zu über­legen, was bei wem gekauft werden soll, um die eigenen Wurzeln und das eigene Selbst nicht zu verraten. Ja, ich verstehe es auch so, Kirche oder Moschee, eigener Grund oder Kibbuz, sozialer und gesell­schaft­li­cher Konsens oder LBSQ+. In all diesen Bipolen stehe ich auf der Seite des Erstgenannten.
    (auch in Öster­reich darf man unauf­ge­for­dert sagen)
    lieber Baron Norbert van Handel, ja Sie haben recht und leisten hier einen erfreu­li­chen Betrag und einen Hinweis auf Handlungslinien.

  3. Hallo, wir sind auch noch da und nicht nur Ihr auf Euren hohen Rössern.
    So würde ich das fried­liche Geschehen auf den Straßen in Sprache fassen. 

    Ich selber habe keine Möglich­keit dazu, aber ich bin dankbar für jeden einzelnen, der es wagt, bei diesem Plädoyer für die Liebe mitzu­ma­chen. Für die Liebe eben, nicht für die Gewalt. Lebens­be­ja­hender geht es ja wohl nicht.

  4. Bitte was?
    Wenn ein bunt gemischter Quer­schnitt der Bevöl­ke­rung unter­schied­lichster Ansichten und Hinter­gründe sich gemeinsam auf die Straßen begibt ist das gelebter Zusam­men­halt. Etwas das in dem sich zuneh­mend selbst radi­ka­li­sie­renden ausufernden Wahr­neh­mungs­bla­sen­iso­la­tio­nismus der letzten 10 Jahre rar geworden ist.

    Letzt­lich sind es poli­ti­sche Inter­es­sen­gruppen und Massen­me­dien die sich hier selbst ausgrenzen: Aber womög­lich ist genau das Sinn und Zweck, denn eine Diktatur hat wenig Inter­esse an einem Dialog mit ihren Unterdrückten.

    22

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here