Dr. Norbert van Handel – Krieg ist keine Lösung

  • Als christ­liche Liga bitten wir vorerst den Herr­gott das Leid aller Menschen im Ukraine Krieg zu mindern. Wir sind uns dabei sicher, dass auch die russisch-ortho­doxe Kirche – Russ­land ist zum Unter­schied von Europa ein christ­li­ches Land – unsere Gebete begleitet.
  • In unserem Poli­ti­schen Tele­gramm 193, welches am 22.02.2022, also zwei Tage vor dem Kriegs­be­ginn erschien, formu­lierten wir wört­lich: „Poli­tisch wird es darauf ankommen, ob der russi­sche Präsi­dent, nach Aner­ken­nung von Luhansk und Donezk zu eigenen Volks­re­pu­bliken, diesen Status wahrt, ohne dass weitere Maßnahmen zum Anschluss der Ukraine an Russ­land getä­tigt werden.“ Bedau­er­li­cher­weise kam es am 24. Februar zum Krieg und völlig unab­hängig davon, dass Russ­land seit Jahren und Jahr­zehnten gede­mü­tigt wurde, dass die Nato verein­ba­rungs­widrig bis zu den russi­schen Grenzen vordrang, dass Vorschläge Putins über eine Zoll­frei­zone zwischen Lissabon und Wladi­wostok nicht einmal igno­riert wurden. u.s.w., ergibt sich heute folgendes Bild: – Noch niemals haben sich die Mitglieder der EU so schnell geei­nigt, veri­table Sank­tionen gegen Russ­land zu verhängen. Wir glauben nicht, dass gene­rell Wirt­schafts­sank­tionen in Krisen­fällen sinn­voll sind, weil sie wie eine Kanone wirken, die nach vorne und nach hinten losgeht. Sie schaden zwar dem Ziel­land wesent­lich (oft mehr noch den Verur­sa­chern), haben aber noch niemals eine Ände­rung der poli­ti­schen Gesin­nung bewirkt. 
       
    1. Die Massen­me­dien, die jedes Kind sehen kann, bringen laufend verstö­rende Bilder über flie­hende Mütter, weinende Kinder, Flücht­lings­ströme, die dazu führen, dass sich zuneh­mend mehr Hass gegen­über Russ­land entwi­ckelt. Ein Hass, der wahr­schein­lich jahre­lang anhalten wird.
    2. Präsi­dent Putin sollte auch vor Augen haben, dass in Russ­land selbst die Sympa­thien für den Krieg merkbar sinken, was seine Posi­tion inner­rus­sisch schwächt.
    3. Erst­mals in der uns bekannten Geschichte hat Bern die klas­si­sche Schweizer Neutra­lität verlassen. Indem die Schweiz den Sank­tionen zustimmte, wird sie niemals mehr ihre Neutra­lität in der früheren Form vertreten können. Ob dies unter dem Druck der USA Rich­tung Schweizer Banken geschehen ist oder ob tatsäch­lich der Schweizer Bundesrat von sich aus die Been­di­gung der tradi­tio­nellen Neutra­lität verfügte, wird erst die Geschichte zeigen.
    4. Maßnahmen gegen russi­sche Künstler oder russi­sche Sportler sind so einhellig wie noch nie zuvor beschlossen worden, so falsch sie auch sind, denn gerade das Gespräch auf allen diesen Ebenen verstärkt das bitter notwen­dige Verständnis für die Zukunft zwischen Völkern, die im Krieg liegen. Selbst China verhält sich gegen­über Russ­land neutral, ebenso wie die arabi­schen Staaten mit Ausnahme Syriens, das ja von Russ­land unter­stützt wird und sogar der unbe­re­chen­bare Sultan am Bosporus verbietet die Durch­fahrt von (russi­schen) Kriegs­schiffen ins Schwarze Meer.
    5. Die konse­quente Gegen­wehr der Ukraine und die Tatsache, dass die russi­sche Armee nicht so schnell das Land besetzen kann wie erwartet, haben Sympa­thien für den klei­neren Kriegs­gegner geriert. Präsi­dent Selen­skyj, der nicht beson­ders beliebt war, wuchs zu einer Art Held der natio­nalen und inter­na­tional bewun­dert wird.
    6. Als Neben­ef­fekt, speziell in Öster­reich, gewinnt die Neutra­lität wieder an Boden und es kann gehofft werden, dass die im Neutra­li­täts­ge­setz nieder­ge­legte Pflicht zur Vertei­di­gung endlich zu mehr Geld für das Bundes­heer aber auch für eine wirk­same Landes­ver­tei­di­gung locker macht. Sowohl der Bundes­par­tei­ob­mann der FPÖ Herbert Kickl, als auch der dritte Präsi­dent des Natio­nalrat Norbert Hofer, haben in verschie­denen Aussendungen und Stel­lung­nahmen deut­lich darauf hingewiesen.
  • Resümee: unserer Meinung nach kann Russ­land nur mit einem unmit­tel­baren Waffen­still­stand, der ihm dem Besitz des schon Eroberten sichert, Verhand­lungs­masse (der noch nicht eroberte Teil der Ukraine) für eine neue oder zumin­dest teil­weise neue Frie­dens­ord­nung aufbauen. Verbunden mit dem Ende der Sank­tionen. Eine eroberte, aber infra­struk­tu­rell zerstörte Ukraine kostet, was den Wieder­aufbau betrifft, unend­lich viel Geld, das Russ­land nicht hat. In Kriegs­si­tua­tionen sollte man sich immer auch die Befind­lich­keit der Gegen­seite, so falsch oder unge­recht sie sein mag, vor Augen halten. Das heißt in diesem Falle, dass Russ­land von fast der ganzen Welt zum Böse­wicht gestem­pelt wird. Aus dieser Not heraus mit Atom­waffen zu spielen, halten wir für nicht adäquat. Gerade, weil wir Russ­land, seine Geschichte und die Unge­rech­tig­keiten, die ihm unserer Meinung nach zuge­fügt wurden, verstehen, werden wir gezwungen, die Fakten, wie sie jetzt sind, zur Kenntnis zu nehmen und unseren russi­schen Freunden zu empfehlen, einen unmit­tel­baren Waffen­still­stand und daran folgende Frie­dens­ver­hand­lungen anzu­streben. Vom über­wie­genden Teil der Welt gehasst zu werden, bringt niemandem etwas.

Dr. Norbert van Handel                                            01.03.2022, Stein­erkir­chen a.d. Traun





5 Kommentare

  1. Sagte nicht Cicero, niemand wollte den Krieg, aber man müsste zwischen Frieden und Skla­verei unterscheiden?

  2. Verehrter Fhr.Van Handel!
    Als auch Jurist bestehe ich darauf, dass Krieg durchaus eine Loesung ist, als einer der Urzu­sta­ende der Politik, nicht der Bergpredigt!
    Mir ist klar es fliesst Blut, Kriegs­opfer sah ich genug, mir ist klar es gibt Tote, alles bedau­er­lich, alles tragisch, nur „ultima ratio regis“, ich weiss, wie es ist zusam­men­ge­flickt zu werden und zu lernen von Schwerst­kriegs­be­scha­edigten ‑Bein ab etc…- nur Russ­land blieb wenig anders uebrig als genau zu diesem Mittel zu greifen, die Gruende muessen nicht alle genannt werden es genuegen Namen, auch Nach­richten Biden, Soros Schwab.….
    Zueri­cher Gnome sind mit einer Stadt in den Alpen und einer Univer­si­taet damit verbunden!
    Sie und ich sind Kriegs­gegner, aber Freunde mittel­eu­ro­pa­ei­scher Frei­heit und wer findet sich in der illus­teren Runde West so alles versam­melt muss man sich notwen­di­ger­weise auch fragen!
    Ich beant­worte kurz:
    Alles was sich unter great reset auch subsum­mieren laesst, alle Gegner jegli­cher mensch­li­cher Frei­heit, Schwab, Soros, darf‘ s noch mehr sein!
    Mir ist klar ‑obgleich christ­lich erzogen- Beru­fung auf dessen Werte hilft nicht, also „seelig, die Verfol­gung leiden“= Schafs­moral a‘ la Bambi, ueber­lebt frei, aber mit Krieg und wenn die Verluste noch so grausam sein moegen.…..
    Mit besten Gruessen
    und
    als Kaemp­fer­natur geantwortet
    Alf v.Eller Hortobagy

  3. gut geschrieben,kann dem nur zustimmen. krieg ist nie genau zu kalkulieren.Luhansk und Donezk haben aber auch ein recht auf frieden( bisher 14 000 tote dort durch beschuss aus der ukraine).das wird in keinem west­li­chen kommentar gewu­er­digt! liefe­rung von waffen und söld­nern des westens verlän­gert den krieg und nuetzt niemandem.wir sollten neutral und fair bleiben.auch die ukraine sollte neutral sein und keinem buendnis angehören.sofort wuerden die kampf­hand­lungen beendet werden und durch verhand­lungen zwischen der ukraine und russ­land ein blei­bender frieden entstehen! ein versuch ist es wert!

    11
    • Da haben Sie sicher­lich nicht unrecht, aber wer will dort einen Frieden? Unser „toller“„Wertewesten“““?
      Sicher nicht. Die Damen haben nun solange den Krieg provo­ziert. Da wäre es eine abso­lute Frech­heit wenn Putin jetzt verhan­deln will.

      Aber die Schlag­zeilen unserer „freien und unab­hän­gigen Presse“ sehe ich jetzt schon, sollte Putin beschließen zu verhandeln.

      „Berlin/Moskau
      Frie­dens­ge­spräche in der Ukraine,
      auf massiven drängen von Außen­mi­nis­terin Baer­bock und Bundes­kanzler Scholz kehrt Vladimir Putin an den Verhand­lungs­tisch zurück.
      Der geschla­gene Präsi­dent Russ­lands Putin verhan­delt über einen geord­neten Abzug seiner unter­le­genen Truppen aus der Ukraine,
      der Sieg der Ukraine wurde nicht zuletzt durch den Einsatz der Bundes­wehr möglich.“

      Ironie wieder aus.
      Allen „Meldungen“ gemein ist daß sich jemand im Kremel einge­pin­kelt hat vor lachen und einfach keine Zwerch­fell­ent­zün­dung bekommen will.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein