Dr. Norbert van Handel: Wenig Licht am Horizont

Dr. Norbert van Handel

Ein Beitrag von Dr. Norbert van Handel (Steinerkirchen/Traun) *)

  1. Öster­reich
    Die Regie­rungs­krise in Öster­reich ist inner­halb weniger als einer Woche gelöst worden.

    Es war dies auch notwendig, denn sonst wäre die schwarz-grüne Koali­tion gescheitert.
    Ein eher diffuses Zwischen­ka­bi­nett aus drei bis vier Parteien hätte den Staat eher destabilisiert.
    Das Sitten­bild, das die Truppe um Sebas­tian Kurz abge­geben hat, ist in jeder Weise unap­pe­tit­lich. Es zeigt vor allem auch, wie die sitt­liche Verwahr­lo­sung, durch mangelnde Erzie­hungs­ka­pa­zität von Eltern und Schulen aber auch den Medien, zuge­nommen hat.
    Man darf aller­dings vermuten, dass, wenn alle privaten Nach­richten der linken Jagd­ge­sell­schaft, die jetzt erfolg­reich war, öffent­lich werden würden, es mit aller Wahr­schein­lich­keit nicht besser aussehen würde.
    Der rasche Wechsel von Sebas­tian Kurz vom Kanz­leramt als Club­ob­mann ins Parla­ment war geschickt, wird aber mittel- und lang­fristig seine poli­ti­sche Karriere kaum retten können, denn Straf­ver­fol­gungs­be­hörden arbeiten vor allem dann lange, wenn überall und jeder­zeit Rechts­mittel einge­setzt werden.
    Bis man zu einer Letzt­ent­schei­dung eines Obersten Gerichtes kommt, dauert es Jahre. Der Prozess gegen Karl-Heinz Grasser ist bis jetzt noch nicht abgeschlossen!
    Aus unserer Sicht war der wirk­liche Sünden­fall von Kurz die Auflö­sung der Koali­tion mit den Frei­heit­li­chen. Ohne jede Not wurden Norbert Hofer und Herbert Kickl mit ihrem Team in die Wüste geschickt, denn Ibiza war in Wirk­lich­keit nur ein Geschwätz unter Alkoholeinfluss.
    Auch damals schon hat die öffent­liche Meinung, aufge­hetzt von vor allem auch deut­schen Medien (Süddeut­sche und Spiegel), die heimi­sche Polit­land­schaft derart verun­si­chert, dass Kurz meinte die FPÖ elimi­nieren zu müssen.
    Schwer vorstellbar wäre es gewesen, dass damals zum Beil­spiel HC Strache als Vize­kanzler wieder als Club­ob­mann in das Parla­ment zurück­ge­kehrt wäre, so wie Kurz es jetzt gemacht hat.
    Ein medialer Aufschrei wäre die Folge gewesen und phari­sä­er­haft hätten alle die korrup­tio­nelle Verfasst­heit der Repu­blik bejammert.
    Nun, es ist so, wie es ist.
    Die ÖVP ist zwar noch nicht auf der poli­ti­schen Inten­siv­sta­tion, jedoch ist sie dann auf dem besten Weg dorthin, wenn es nicht rasch gelingt poli­ti­sche und perso­nelle Alter­na­tiven aus dem Hut zu zaubern.
    Sie zeigen sich bis jetzt nicht.
    Das Konglo­merat des Föde­ra­lismus zwischen Bund und Ländern, vor allem auch die Entbü­ro­kra­ti­sie­rung der Verwal­tung, wird nun einer konse­quenten Refor­mie­rung bedürfen.
    Ob der gräf­liche neue Kanzler, Alex­ander Schal­len­berg, ein erfah­rener Diplomat aber ein uner­fah­rener Poli­tiker, in der Lage sein wird den Eisberg, auf den das türkis-schwarze Schiff zusteuert, zu umschiffen, wird die Zukunft zeigen.
  2. Deutsch­land
    Aus der Sicht eines freund­li­chen Nach­barn muss man Herrn Laschet bedauern.
    Sich als Verwalter der Aktiva der Ära Merkel zu gerieren, war falsch.
    Die Aktiva stellten sich nämlich als veri­table Konkurs­masse heraus.
    Die fatale Ener­gie­wende, die kata­stro­phale Immi­gra­ti­ons­po­litik und der konse­quente Links­rutsch, den Frau Merkel mode­rierte, hat für Herrn Laschet eine Union übrig­ge­lassen, die wenig Möglich­keiten bot.
    Dies unab­hängig von dem eigen­ar­tigen Wahl­kampf, der noch dazu von einem stets intri­gie­renden Markus Söder begleitet war.
    Es ist zu wünschen, dass die einst stolze Union sich in einer Restruk­tu­rie­rungs­phase eini­ger­maßen erholt, denn sonst wären Spal­tungen und vor allem veri­table Verluste bei den nächsten Wahlen kaum zu vermeiden.
    Wer dort wirk­lich das Ruder über­nehmen soll, entzieht sich unserer Kenntnis, außer dass wahr­schein­lich doch die „weißen alten Männer“ (Fried­rich Merz?), auch mangels zwin­gender junger Talente, die Sache eini­ger­maßen richten müssen.
    Wenn es nun zur Ampel kommt, ist zu befürchten, dass diese eher schnell von rot auf grün und von grün auf rot schalten wird und das gelbe Flackern dazwi­schen hoffent­lich nicht zu schwach ist. Herr Lindner ist nicht zu beneiden.
  3. Europa
    Wenn man nicht erkennt und konse­quent dagegen auftritt, wird die Dena­tu­rie­rung der kultu­rellen Iden­tität des Konti­nents sukzes­sive und mit stei­genden Gewalt­taten isla­mi­ti­scher Terro­risten schneller, als man meint, an Fahrt gewinnen.
    Europa selbst, seine Gutmen­schen aber auch die Kirchen tun alles dazu, dass es so kommen könnte.
    Auch die großen Parteien in Europa erodieren.
    Es wird daher höchste Zeit sein, dass die patrio­ti­schen, heimat­ver­bun­denen Parteien sich zusam­men­schließen um endlich mehr Subsi­dia­rität ins euro­päi­sche Gefüge zu bringen.
    Konflikt­stoffe gibt es genug: z.B. die Frage, inwie­weit Euro­pa­recht natio­nalen Verfas­sungs­recht vorgeht?
    Die Meinungen, auch vom Deut­schen Bundes­ge­richtshof, sind dies­be­züg­lich geteilt.
    Zu wünschen wäre, dass nur in ganz wenigen Fällen Euro­pa­recht vorgeht, etwa dann, wenn es um den Frieden oder die vier großen Frei­heiten (Personen, Waren, Dienst­leis­tungen und Geld) geht.
    Es ist anzu­nehmen, dass sich die Kommis­sion und ihre Insti­tu­tionen dagegen heftig sträuben werden.
    Hier hart zu sein wird wiederum die Aufgabe mittel-osteu­ro­päi­scher Länder sein, die, wenn sie weiter auf allen Ebenen kriti­siert, ange­griffen und blockiert werden, diese EU lang­fristig verlassen werden.
    Unser Vorschlag einer Ost- und einer West EU, der heute unrea­lis­tisch klingt, könnte durchaus Realität werden.
    Der Rück­gang des Einflusses Deutsch­lands ist vorgegeben.
    Etwa in der Ener­gie­po­litik, wenn Frank­reich und auch Groß­bri­tan­nien wieder auf Atom­kraft setzen und in Deutsch­land nicht einmal die Leitungen die Wind­energie von Nord nach Süd bringen sollen, gesi­chert sind.

    Schließ­lich wird auch die euro­päi­sche Vorliebe, mehr oder minder singulär mit den USA zu dealen und Russ­land und China links liegen zu lassen, zu größten Problemen führen.
    Statt die Nato zu verlassen, soll nach dem Afgha­ni­stan Debakel ein neuer Schul­ter­schluss gefunden werden. Wie dumm!
    Nur weil man die eigene Vertei­di­gungs­po­litik nicht orches­trieren oder über­haupt auf den Weg bringen kann, setzt man falsche und einsei­tige Weichen für die Zukunft.
    Diese liegt aber für Europa nicht nur im Westen, sondern vor allem auch im Osten. Russ­land und China lassen grüßen.
    Die Zahl der Probleme, die auf uns und den Konti­nent zukommen, sind zahl­reich, unüber­sehbar und kaum bewältigbar.
    Ob und wie sie gelöst werden ist mehr als fraglich.

*) Webseite des Gast­au­tors: norbert.vanhandel.at/

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M7 – ein Mittel­eu­ropa der Sieben

In der EU müssen endlich die kleinen christ­li­chen Länder gegen den großen links­li­be­ralen Main­stream auftreten.
Deshalb ist M7 – Mittel­eu­ropa der Sieben – eine Gruppe aus Visegrád-Staaten, Öster­reich, Kroa­tien und Slowe­nien in der EU so wichtig. 
Wir werden mit allen Mitteln daran arbeiten müssen, dass dies auch Wirk­lich­keit wird, sonst sind wir lang­fristig auf der Verliererstraße.


2 Kommentare

  1. Danke Herr Dr. Norbert van Handel. Ein Problem bei M7 stellt jedoch der derzeit domi­nante Kontext dar, „Glauben vom Hören­sagen“ der katho­lisch geprägten Glau­bens­über­zeu­gungen. Die Neuro­bio­logie und Zell­bio­logie bis Epige­netik, Sozio­logen und Quan­ten­feld haben die über­lie­ferten Heuris­tiken mit neuen Inhalten der Erkenntnis gefüllt. Trans­for­ma­tion ist gefragt, nicht Rück­kehr zu alten Mustern!
    In der Regio­nal­po­litik sind die langen Amts­zeiten der Bürger­meister sehr schlecht, wenn diese ethisch nicht stabil erscheinen, jedoch mit der Kirchen­or­ga­ni­sa­tion „packeln“. Lange Amts­zeiten neigen zu Korrup­ti­ons­an­fäl­lig­keit, das war schon den Grie­chen in der Antike bekannt.
    Hinzu kommen derzeit noch die Taqiyya-Phänome von Paral­lel­ge­sell­schaften der orga­ni­sierten Glau­bens­ideo­lo­gien, die sich intern rühmen, Anders­gläu­bige zu über­listen. Die Behör­den­hier­ar­chie erscheinen über­for­dert, Dege­ne­ra­tion macht sich breit. Gesell­schaften entwi­ckeln sich über den Konflikt stets von unten nach oben! Die EU ist dazu zu schwer­fällig, darin liegt Dr. v. Handel richtig, wir brau­chen eine veri­kale Erneue­rung ethi­scher Werte, um die Komple­xität zu bewäl­tigen, sonst erle­digen es erneut Ideologien.

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