Éric Piolle: Bürger­meister von Grenoble ist für Tragen von Kopf­tü­chern, um „den Druck auf die Körper zu beenden“

Foto: Frans Persoon / flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

VON Marie Delarue

Am Frei­tag­morgen empfing Dimitri Pavlenko in seiner Mati­nale auf Europe 1 den EELV-Bürger­meister von Grenoble, Eric Piolle, der ein starker Unter­stützer von Yannick Jadot ist. Er sagte: „Der einzige, der bei den Umwelt­schüt­zern und der Linken im weiteren Sinne in die zweite Runde kommen kann, ist Yannick Jadot“.

Seine Demons­tra­tion ist einfach: Es gibt heute drei Blöcke, die sich abzeichnen: „Es gibt ein reak­tio­näres Projekt mit Marine Le Pen, Éric Zemmour und in das ein Teil der Repu­bli­kaner hinein­rutscht – wir werden überall Grenzen und Mauern errichten, säubern, zu früher zurück­kehren, Sie werden sehen, es war toll zu Beginn des 20. Das zweite ist „ein neoli­be­rales Projekt, das sich durch­setzt, es ist das von Emma­nuel Macron. Er ist für soziale Ungleich­heit, er ist der Präsi­dent der Reichen. Für den Klima­schutz sagt er, dass er ein ganz kleines biss­chen tut, aber über­haupt nicht …“. Und dann gibt es noch das Projekt der Grünen, „der dritte Pol, das [was er] den huma­nis­ti­schen Bogen nennt, er wird um die poli­ti­sche Ökologie herum neu struk­tu­riert. Es hat zum ersten Mal massiv bei den Kommu­nal­wahlen funk­tio­niert, es kann dort auch bei den Präsi­dent­schafts­wahlen funk­tio­nieren.“ Man muss nur daran glauben.

Dimitri Pavlenko lud Éric Piolle an diesem Morgen ein, weil der Bürger­meister von Grenoble am Abend zuvor eine Audio­kon­fe­renz abhielt, bei der er einige wich­tige Ankün­di­gungen twit­terte. So erfuhr man, dass er den „Kampf der Hija­beuses“ unter­stützt, also der Fußball­spie­le­rinnen, die fordern, dass sie während ihrer Wett­kämpfe ein Kopf­tuch tragen dürfen, was die FFF ablehnt. Er erklärte, dass die strikte Einhal­tung des Gesetzes über die Laizität von 1905 „das Tragen reli­giöser Zeichen auf der Straße erlaubt“. Dieses Gesetz hat als Grund­satz „die Achtung der Reli­gion“, sagt er, „und niemand kann Druck auf Sie ausüben, um Sie zur Ausübung einer Reli­gion zu zwingen, und niemand kann Sie an der Ausübung einer Reli­gion hindern“.

Der Jour­na­list weist ihn zwar darauf hin, dass zwischen einem Fußball­spiel und der Ausübung eines Kults kaum ein Zusam­men­hang besteht, doch Piolle lässt sich davon nicht beirren. „Bei den Olym­pi­schen Spielen sind reli­giöse Zeichen erlaubt“, fährt er fort, und „die FFF beugt das Gesetz, und die Minis­terin Elisa­beth Moreno hat daran erin­nert. Sie hat die Hija­beuses unter­stützt.“ Die Tatsache, dass sie seitdem das Gegen­teil behauptet hat, ist uner­heb­lich: Sie wird darauf zurück­kommen, da ist er sich sicher. Bei den Olym­pi­schen Spielen 2024 in Paris werden „Sport­le­rinnen und Sportler das Recht haben, reli­giöse Zeichen zu tragen, und sie werden hoffent­lich das Recht haben, sich so zu kleiden, wie die Menschen es wünschen“. Und nicht mehr „Beach­vol­ley­bal­le­rinnen in Minis­horts, auch damit muss Schluss sein“, sagt Éric Piolle. „Diese Art von Druck auf die Körper (sic) muss ein Ende haben“, sagt er.

In einer scheinbar merk­wür­digen Umkeh­rung ist Éric Piolle tatsäch­lich der Ansicht, dass das Tragen des Schleiers oder des Burkinis (der nun in den Schwimm­bä­dern von Grenoble erlaubt ist) eine Befreiung darstellt. Er geht sogar noch weiter: „Die Frage ist nicht so sehr der Burkini. Es gibt auch Leute, die ihren Körper nicht zeigen wollen, es ist ihre Entschei­dung, es sind auch dieje­nigen, die sich vor der Sonne schützen wollen. Wir fördern die Gesund­heit (sic)“.

Er wieder­holt, dass das Problem „dieser uner­träg­liche Druck auf die Körper“ sei. So sei er „extrem scho­ckiert gewesen, als der Bildungs­mi­nister Blan­quer sagte, dass Crop-Tops keine repu­bli­ka­ni­sche Klei­dung seien und dass junge Mädchen anständig gekleidet zur Schule kommen sollten“. Mädchen sollten fast nackt oder verschleiert sein können, wenn es ihnen passt, und Éric Piolle ist der Meinung, dass „man eher den Blick der Jungen schulen sollte“.

Was schließ­lich den „Deko­lo­nialen Monat“ betrifft, der „darauf abzielt, die post­ko­lo­niale Vorstel­lungs­welt zu dekon­stru­ieren“, so wird er tatsäch­lich wieder im März in Grenoble statt­finden. Herr Piolle stellt jedoch klar, dass er die Initia­tive nicht unter­stützt, sondern … sie finan­ziert. Die Nuance ist subtil.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei BOULEVARD VOLTAIRE, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.

6 Kommentare

  1. Sure 8, Vers 55: “Siehe, schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Ungläu­bigen, die nicht glauben.”
    Sure 8, Vers 56 : Die Ungläu­bigen, welche durchaus nicht glauben wollen, werden von Allah wie das ärgste Vieh betrachtet.“
    Sure 2, Vers 191: ´Und erschlagt sie (die Ungläu­bigen), wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben; denn Verfüh­rung [zum Unglauben] ist schlimmer als Totschlag. …”

  2. Lesen Sie Sure 33,59: ..die Frau möge sich bede­cken, damit sie erkannt und nicht beläs­tigt werde..
    Koran­mus­lime markieren ihre Frauen mit einem Kopf­tuch, damit sie nicht verse­hent­lich die falschen belästigen.

  3. „eher den Blick der Jungen schulen“ – stimmt, denn sonst erkennen die vor lauter blick­feld­ein­gren­zender Taschen­wan­zen­sucht und kultu­rell­kon­stru­ierten Regen­bo­gen­trans­ein­hornstern­chen gar nicht mit welch anmu­tigen Wesen sie mitunter ihre Umge­bung teilen.

  4. Wie zu sehen ist, profi­tiert der kastrierte Hengst als Wurst­pelle als erster davon.
    Allen anderen, insbe­son­dere Beach­vol­ley­ball-Spie­le­rinnen sollte ihr Outfit weiterhin frei­ge­stellt sein. 

    Er ist ein armse­liger Polit-Darsteller, der von der Geld­e­lite gebrieft wurde, die (ohnehin schon galop­pie­rende) Isla­mi­sie­rung Europas weiter anzutreiben.

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