Face­book-Zensur: Konto des polni­schen „Insti­tuts für Natio­nales Gedenken“ wurde gesperrt

Institut für Nationales Gedenken (IPN)

Face­book hat erneut das englisch­spra­chige Konto des polni­schen „Insti­tuts für Natio­nales Gedenken“ (Instytut Pamięci Narodowej, IPN) gesperrt. Der Grund dafür liegt ein halbes Jahr zurück und betrifft deut­sche Pläne aus dem Zweiten Welt­krieg, polni­sche Kinder zu germanisieren.

So führte das IPN auf seiner Website dazu aus:

„Am 6. Februar sperrte Face­book das englisch­spra­chige Konto des Insti­tuts für Natio­nales Gedenken. Der Grund war ein Beitrag von vor sieben Monaten, in dem es um deut­sche Pläne ging, polni­sche Kinder zu germa­ni­sieren. Erin­nern Sie sich daran, dass die Deut­schen während des Zweiten Welt­kriegs allein in der soge­nannten ‚Opera­tion Zamość‘ 30.000 Kinder ihren Eltern wegnahmen und sie in Lager (darunter ein spezi­elles in Łodz) und in Indus­trie­an­lagen in Deutsch­land schickten. Andere wurden an deut­sche Fami­lien zur Germa­ni­sie­rung über­geben. Dieses Verbre­chen, eines der grau­samsten während des Zweiten Welt­kriegs, gehörte zu den Anklagen, die im Nürn­berger Prozess gegen die Ange­klagten erhoben wurden. Ein Symbol für diese Opera­tion ist das Schicksal von Czesława Kwoka, die aus der Region Zamość nach Ausch­witz depor­tiert wurde, wo sie durch eine Phenol-Injek­tion getötet wurde. Sie war 14 Jahre alt.“

„In diesem Beitrag schrieben wir über deut­sche Pläne, Kinder zu germa­ni­sieren, und zitierten dabei authen­ti­sche Doku­mente. Trotz eines Einspruchs ist das Konto seit Sams­tag­morgen gesperrt.“ 

Es war nicht das erste Mal, dass Face­book IPN-Inhalte über die Aktionen der Deut­schen während des Zweiten Welt­kriegs zensiert hat. In der zweiten Janu­ar­hälfte blockierte die Face­book-Admi­nis­tra­tion die Möglich­keit der Auslands­wer­bung für den Film „Lager Prze­mysłów“. Der Grund für die Entschei­dung war die „Bewer­tung der Kampagne als eine poli­ti­sche Kampagne mit sozialem Charakter“. Wie in einem State­ment auf der Webs­eb­site der Film­her­steller zu lesen war, „führte die Ansicht von Face­book, dass der Film poli­ti­schen Charakter hat, zu einer kompletten Blockade seiner Promo­tion im Ausland“.

Quelle: Do Rzeczy


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