Frank­reich voller Inzest – 10 Prozent der Bürger waren bereits Opfer

Frankreich voller Inzest. 10 Prozent der Bürger waren Opfer von ihnen

Einer von zehn Fran­zosen behauptet, Opfer von Inzest gewesen zu sein, wie eine Studie des Ipsos-Insti­tuts ergab, die am Donnerstag in der Tages­zei­tung Le Figaro veröf­fent­licht wurde.

In der Ipsos-Umfrage gibt jeder zehnte Fran­zose an, Inzestopfer gewesen zu sein, 78 Prozent von ihnen sind Frauen. Die Studie wurde für den Verein Face a l’in­ceste (ange­sichts von Inzest) durchgeführt.

„Diese Zahlen sind erschre­ckend, was bedeutet, dass statis­tisch gesehen zwei bis drei Kinder in jeder Schule Inzest hatten“

Das sagt die Grün­derin und Präsi­dentin des Vereins Isabelle Aubry. Ihrer Meinung nach hat sich die Zahl der Inzestopfer im Vergleich zu 2009 verdrei­facht. Inzest macht drei Viertel der sexu­ellen Gewalt­taten gegen Minder­jäh­rige aus, sagte Aubry.

In diesem Jahr, nach der Welle der Geständ­nisse von Frauen über den sexu­ellen Miss­brauch, den sie erlebt haben, erscheinen immer mehr Berichte über Inzest, nachdem die #Metoo Kampagne veröf­fent­licht wurde. Es ist wahr­schein­lich größ­ten­teils auf das Gefühl einer größeren Akzep­tanz der Tatsache zurück­zu­führen, dass über diese Themen gespro­chen wird, sagt Etienne Mercier, Direktor der Abtei­lung für Gesund­heit und Meinung bei Ipsos, berichtet Le Figaro.

Gleich­zeitig kriti­siert Aubry scharf Gerichts­ver­fahren gegen Täter von Inzest­akten und führt das Beispiel des Urteils im Fall eines Vaters in Saint Malo an, der wegen „sexu­eller Über­griffe“ gegen seine vier­jäh­rige Tochter zu acht Monaten Haft verur­teilt wurde.

„Dieses Beispiel zeigt, dass einige Richter die Bedeu­tung von Inzest und seine Folgen mini­mieren“ meint Aubry.

In der Ipsos-Studie haben sich 82 Prozent der Fran­zosen für die Aufhe­bung des Nach­weis, dass man ein Inzestopfer geworden ist, ausge­spro­chen. Face a l’in­ceste sammelt Unter­schriften für eine Peti­tion zur Geset­zes­än­de­rung, damit das Inzestopfer seinen Einspruch nicht mehr beweisen muss.

Die Ipsos-Studie wurde im November an einer reprä­sen­ta­tiven Stich­probe an 1.033 Personen durchgeführt.

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