Für Femi­nis­tinnen ist Miss France diskri­mi­nie­rend… und das wird vor dem Arbeits­ge­richt geklärt!

Früher war die Wahl der Miss France ein beliebtes Fern­seh­ereignis. Die Fami­lien setzten sich an einem Sams­tag­abend im Dezember vor den Fern­seher und sahen zu, wie die jungen Mädchen, die als die schönsten Frank­reichs galten, aus dem ganzen Land anmar­schierten. Über allem schwebte in den Diskus­sionen ein wenig regio­naler Chau­vi­nismus („Miss Provence fait cagole“, „Miss Pas-de-Calais est toute pâlote“…), zumal diese schönen jungen Mädchen nicht nur in Bade­an­zügen defi­lierten, wie uns eine billige Abkür­zung glauben machen will.
 

Man sah sie auch in regio­nalen Trachten – diesen Trachten, die aus einer fran­zö­si­schen Kultur stammen, die es nicht gibt. Es gab Bewer­bungs­ge­spräche mit dem Mode­rator (Momente, die von Helmut Fritz in seinem Lied „Miss France“ parodiert wurden: „Ich bin derzeit … im BTS Kosme­ti­kerin … mit dem Ziel, … Kosme­ti­kerin zu werden …“), einem Mode­rator, der lange Zeit der rost­freie Jean-Pierre Foucault war. Kurzum, wieder einmal brachte der Fern­seh­gott Lare ein wenig Salz in den Tages­ab­lauf des popu­lären Frank­reichs, das von den Medien verspottet wird.

Das konnte, wie man sich denken kann, nicht lange gut gehen. All diese Rednecks waren sich nicht bewusst, dass es an sich schon ein Problem war, sein Land und seine Regionen zu lieben und der Schön­heit junger Mädchen zu huldigen. Kultur der Verge­wal­ti­gung? Übel­rie­chender regio­na­lis­ti­scher Rückzug? Wahr­schein­lich ein biss­chen von allem. Aber vor allem, so das Kollektiv „Osez le fémi­nisme!“, eine abscheu­liche Diskri­mi­nie­rung. Die Regeln des Miss-France-Wett­be­werbs besagen nämlich, dass die Kandi­da­tinnen mindes­tens 1,70 Meter groß und „reprä­sen­tativ für die Schön­heit“ sein müssen. Na so was! Das Kollektiv hat daher auf der Grund­lage des Arbeits­rechts Klage wegen Diskri­mi­nie­rung bei der Einstel­lung einge­reicht. Das Urteil wird am 6. Januar vor dem Arbeits­ge­richt verkündet.

Die Produk­tion hatte sich jedoch bei den Krite­rien bemüht und nicht mehr verlangt, dass die Kandi­da­tinnen ledig und kinderlos sind. Das Konzept der „Miss“, was so viel wie „Fräu­lein“ bedeutet, ist mit den Jahren verschwommen geworden, zumal sich die Gesell­schaft verän­dert hat. 1,70 Meter hingegen schien eine leicht verständ­liche, nicht greif­bare Norm zu sein, vor allem, weil bei der Veran­stal­tung Desi­gner-Kleider (die für große Frauen gemacht sind) getragen wurden.

Das zweite Krite­rium, „reprä­sen­tativ für Schön­heit“, erscheint mir in diesen rela­ti­vis­ti­schen Zeiten hingegen gefähr­li­cher. Die Zeit des Goldenen Schnitts, der klas­si­schen Profile, der harmo­ni­schen Silhou­etten und einer eindeu­tigen Darstel­lung von Schön­heit ist vorbei. Man braucht sich nur die spek­ta­ku­läre Entwick­lung der Werbe­kam­pa­gnen für Frauen zwischen den 2000er Jahren und heute anzu­sehen. Diese künst­le­ri­sche Unschärfe hat Fabi­enne El Khoury nicht zufrieden gestellt, die im Namen von Osez le fémi­nisme! erklärte: „Kann man im Jahr 2022 Frauen noch nach sexis­ti­schen Krite­rien, nach unrea­lis­ti­schen Diktaten und Anord­nungen gegen­ein­ander antreten lassen? Die Gesell­schaft hat keine Lust mehr darauf, es wird langsam altmo­disch“. Das liegt daran, dass Frau El Khoury im Grunde genommen wissen muss, dass Schön­heit objektiv ist und Inva­ri­anten gehorcht.

Versu­chen wir, Frau El Khourys Frage zu beantworten.

Ja, auch im Jahr 2022 kann man Frauen noch gegen­ein­ander antreten lassen. Das tun Frauen selbst jeden Tag mit Männern, auch wenn es nicht im Fern­sehen statt­findet. Das ist das Spiel des Lebens. Also, in der Werbung: Welcher dicke, kahle Mann könnte verlangen, eine Unter­wä­sche­linie auf einem 4x3-Panel zu reprä­sen­tieren? Da wird mit zwei­erlei Maß gemessen. Was die Frage betrifft, ob diese Krite­rien sexis­tisch sind? Sagen wir ja, inso­fern sie männ­lich sind. Frau El Khoury und ihre Freun­dinnen können alles dekon­stru­ieren, was sie wollen, die Mehr­heit der Männer wird Natalie Portman immer Marilou Berry vorziehen. Das ist einfach so.

Zwei­tens: „Die Gesell­schaft hat keine Lust mehr darauf, es wird altmo­disch“. Voire! Für verbit­terte Pariser CSP+-Vierzigerinnen, die nach einer Viel­zahl von Affären schließ­lich Kätz­chen vor Netflix kneten, viel­leicht. Für ein durch­schnitt­li­ches fran­zö­si­sches Paar viel­leicht weniger. Ich glaube im Gegen­teil, dass die fran­zö­si­sche Gesell­schaft, die wahre, das Volk kurz gesagt, sich nach Schön­heit sehnt, auch von Seiten ihrer Kinder.

Wir sollten unge­duldig auf den 6. Januar warten, um zu erfahren, ob es diskri­mi­nie­rend ist oder nicht, schöne junge Frauen für einen Schön­heits­wett­be­werb zu rekru­tieren. Und sogar um zu erfahren, ob es verwerf­lich ist oder nicht, Schön­heits­wett­be­werbe zu veran­stalten. Die Frage ist letzt­lich, ob objek­tive Schön­heit, auch von Körpern, über­haupt noch eine Berech­ti­gung hat, da sie eine leben­dige Diskri­mi­nie­rung darstellt. Wir kennen alle Dosto­jew­skis Satz: „Schön­heit wird die Welt retten“. Das bedeutet natür­lich, dass die Welt bereit sein muss, die Schön­heit zu retten.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei BOULEVARD VOLTAIRE, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


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17 Kommentare

  1. Darf man heut­zu­tage eigent­lich noch …“ist das aber eine hübsche Frau zum Verlieben“ sagen oder ist man da gleich ein Rassist?? Nur so ne frage….

  2. Neid­ge­jammer von Verlie­rern. Schon klar, warum sich Femi­nis­tinnen, die in aller Regel pott­häss­lich sind, diskri­mi­niert fühlen. 

    Ach ja – sind Wett­kämpfe nicht gene­rell diskri­mi­nie­rend? Bei jedem Wett­kampf gibt’s Gewinner und Verlierer.

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  3. Bei uns sollte es sowas wie eine „Miss Bundestag“ geben, meine Favo­ri­tinnen wären Nenzi Feser, Agnus Strack­zim­mer­mann, Clau­dius Roth, Renata Künast.

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    • Hansi,

      Leidest wohl unter Geschmacks­ver­ir­rung? Oder bist Du ein Vertreter des Schnaps­kar­tells? Oder der Hand­tuch­in­dus­trie? So dachten wir früher als junge, brüns­tige Hirsche. Häßliche Weiber konnte man sich schönsaufen und dann mit Hand­tü­chern so weit wie möglich abdecken…Satire aus!

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      • An Hansi und die drei Runterdäumelinchen:
        War scherz­haft gemeint mit der Geschmacks­ver­ir­rung! Wie kann ich aber auch…??
        Wo doch die Nenntsie Faser­be­strahlte, der/die/das Agnü­schen Frack-Klim­ber­mann, die Clau­dine Roth­zius, die Renato- Renate- Renata vom Kühn­ge­as­teten, die Ricar­dine vom Fett­sack-Belangte und und und DIE Traum­frauen über­haupt sind….

    • Pille­palle. Die Schönste im ganzen Land ist eindeutig Ricarda Lang. Aller­dings müsste da der TÜV die maxi­male Belast­bar­keit des Lauf­stegs überprüfen.

      • Glaub‘ mir, nach der dritten Flasche Palinka würde sogar die gehen.…. Glück für den Konsu­menten, es geht dann garnix mehr.

  4. Was dabei völlig außer acht gelassen wird m. E. ist doch die offen­bare Tatsache, dass all diese jungen Frauen sich frei­willig !!! für die Teil­nahme an dieser Miss-Wahl melden. – Würden sie sich dadurch diskri­mi­niert fühlen, würden sie sich nicht dafür bewerben.

    Wenn ich mich nicht irre, gibt es ja auch ähnliche Veran­stal­tungen für Männer, wo es z. B. um die musku­lärsten und/oder schönsten Bodies dieser eben­falls wohl frei­willig daran teil­neh­menden Männer geht – ist das dann nicht auch eine Diskri­mi­nie­rung, eine Redu­zie­rung auf deren Körper, wenn man es so sehen möchte?

    Also wenn ich mir diese rein objektiv von mir als durch und durch Homo-Frau betrach­tete junge Frau dort auf dem Photo betrachte, kann ich nur rein objektiv sagen, dass sie in meinen Augen einfach eine schöne Frau ist mit nach meinem Empfinden auch noch einer schönen von innen kommenden Ausstrahlung. 

    Wenn man so will, dann kann man auch den Beruf eines weib­li­chen wie männ­li­chen Models als diskri­mi­nie­rend sehen, weil in diesem Beruf eben auch in erster Linie Aussehen, Größe, Darstel­lung, etc. – also nur das Äußer­liche bewertet wird.

    Meimeimei. – Also auch wenn jetzt alle hier lesenden Pseudo- Femi­nis­tinnen oder echte Femi­nis­tinnen sich auf den Kopf stellen, wenn sie dieses lesen, muss ich dennoch gestehen, dass ich mich freue und nett bedanke, wenn mir ein Mann höflich die Tür aufhält und/oder in den Mantel oder die Jacke hilft, so ich eine witte­rungs­be­dingt brauche und ich bin wirk­lich für die echte Gleich­be­rech­ti­gung der Geschlechter in dieser in Wahr­heit durch und durch patri­ar­cha­li­schen Welt, die durch und durch nach patri­ar­cha­li­schen Prin­zi­pien nach wie vor von Erzpa­tri­ar­chen gestal­teten Welt, auch wenn darüber ein paar von diesen instal­lierte deka­dente und/oder Mann­weiber im Vorder­grund zwecks Täuschung über diesen Fakt instal­liert werden, die für fette Bezah­lung und Bauch­pin­selei genau das tun, was diese ihnen befehlen.

    Meines Erach­tens.

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  5. Schön­heit in der Kunst—wie weit wurden wir davon entfernt!
    Schauen wir auf Mode und Archi­tektur, auch schon bei Möbeln oder Lampen, alles wider­lich und häßlich.
    Man kann zu diesen Schau­stel­lungen stehen wie man will, mir fällt dabei die Heuchelei auf. Einer­seits reden häßliche Grüne von Eman­zi­pa­tion und Quoten für Weiber, aber wie paßt das mit der Ware Frau bei Prosti­tu­tion und Menschen­handel zusammen? Oder solche Zurschau­stel­lungen wie bei Viechern?

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    • Es passt nicht zusammen – aber der Unter­schied zwischen Prosti­tu­tion und Menschen­handel ist der, dass die Teil­neh­me­rinnen bei solchen Miss­wett­be­werben sich FREIWILLIG dort bewerben bzw. mitma­chen, Prosti­tu­tion jedoch meis­tens Zwangs­pro­sti­tu­tion in Verbin­dung mit Menschen­handel ist und die dazu Gezwun­genen absolut UNFREIWILLIGE OPFER sind ohne Möglich­keit wieder daraus auszusteigen.

      Auch solche Wett­be­werbe für den musku­lö­sesten und/oder schönsten Mann sind für die Bewerber FREIWILLIG, ebenso wie der Model­beruf für Frauen und Männer.

      DARIN liegt m. E. der maßge­bende Unterschied.

      Meines Erach­tens.

  6. Schön­heit ist bei einem der Stifter euro­päi­scher Kultur, bei Platon, eine poli­ti­sche Kate­gorie. Das Erkennen des Schönen beginne beim schönen Leib, daraus erwächst die Fähig­keit, die Schön­heit der Seele zu erkennen und daraufhin erkenne man, was schöne Gemein­schaft (grie­chisch: polis) ist. Schließ­lich werde man fähig, Schönes nicht nur zu erkennen, sondern auch zu gestalten, neben dem Leib und der Seele insbe­son­dere auch die Gemein­schaft als etwas Schönes (grie­chisch: kalos). Das ist für Platon poli­ti­sche Kunst. Die Ausge­wo­gen­heit von Gegen­sätz­li­chem ist dabei wichtig. Quelle: Platon, Gastmal und Timaios). 

    Wo demnach noch nicht einmal der schöne Leib bewun­dert wird oder wo er gar (von einer unschönen Seele) verachtet wird, kann es nie gelingen, schöne Politik zu machen.

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    • Dafür gibts in Neusch­land statt­dessen jetzt ein „Zentrum für poli­ti­sche Schönheit“.

      Für „große Torheit“ wäre wahrheitsgemäßer.

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