GB: Der Impf­pass wird nun doch nicht eingeführt

Foto: Flickr (CC BY 2.0/Marco Verch (Professional Photographer)

Die briti­schen Behörden haben beschlossen, keinen Impf­pass einzu­führen, da die Durch­imp­fungs­rate hoch genug ist.

Kein Impf­pass in Großbritannien

Dies ist eine gute Nach­richt für Briten, die ihre Frei­heiten schätzen. Der briti­sche Gesund­heits­mi­nister Sajid Javid gab am 12. September gegen­über der BBC bekannt, dass die Pläne zur Einfüh­rung eines Impf­passes für den Zugang zu bestimmten Orten und Veran­stal­tungen endgültig aufge­geben wurden.

Trotz der 35.000 Neuin­fek­tionen, die nach Angaben der Gesund­heits­dienste in der vergan­genen Woche täglich in dem Land gemeldet wurden, konnten die briti­schen Behörden also eine gewisse Distanz zur Situa­tion wahren.

Anzahl der pro Tag im Verei­nigten König­reich gemel­deten Fälle laut coronavirus.data.gov.uk

Der betref­fende Pass wäre also am Eingang von Einrich­tungen wie Nacht­clubs vorzu­zeigen gewesen und hätte auch den Zugang zu bestimmten Groß­ver­an­stal­tungen ab Ende September bedingt.

Sajid Javid sagte: „Wir haben es gründ­lich über­legt, und obwohl wir es als mögliche Option im Hinter­kopf behalten sollten, freue ich mich, sagen zu können, dass wir unser Impf­pass­pro­gramm nicht weiter­ver­folgen werden.

Trotz höherer Durch­imp­fungs­rate ist Frank­reich stur

Eines der Haupt­ar­gu­mente für die Entschei­dung des briti­schen Gesund­heits­mi­nis­te­riums war die Tatsache, dass mehr als 80 % der briti­schen Bevöl­ke­rung über 16 Jahren bereits zwei Dosen des Impf­stoffs erhalten hatten, während der Minister einräumte, dass er „die Vorstel­lung nicht mag, dass die Menschen Papiere vorlegen müssen, um grund­le­gende Dinge zu tun. Eine Ansicht, die sein fran­zö­si­scher Amts­kol­lege Olivier Véran eindeutig nicht teilt.

Auf der anderen Seite des Ärmel­ka­nals war dieser Poli­tik­wechsel umso bemer­kens­werter, als der Minister für Impf­stoffe, Nadhim Zahawi, erst letzte Woche erklärt hatte, das Impf­pass-System sei „der beste Weg“, um die Indus­trie nachts offen zu halten. Die Maßnahme wurde jedoch von der Nacht­leben-Branche kriti­siert, die die Einfüh­rung des Passes als „proble­ma­tisch“ bezeich­nete. Außerdem plant London für die Zukunft keine neuen Lockdown-Maßnahmen.

Dieser Prag­ma­tismus sollte die fran­zö­si­schen Staats- und Regie­rungs­chefs inspi­rieren, die sich eher von ideo­lo­gi­scher Verblen­dung als von den gesund­heit­li­chen Reali­täten leiten lassen. Während der Gesund­heits­pass in Frank­reich bis zum 15. November in Kraft ist, schließt die Exeku­tive eine Verlän­ge­rung über dieses Datum hinaus nicht aus. Sie schließt auch eine Impf­pflicht für alle nicht aus.

Zum Vergleich: Am 13. September 2021 hatten 80,2 % der anspruchs­be­rech­tigten Bevöl­ke­rung in Frank­reich alle erfor­der­li­chen Dosen des Impf­stoffs erhalten. Die davon betrof­fene Bevöl­ke­rung umfasst Personen im Alter von 12 Jahren und darüber (im Vergleich: ab 16 Jahre in Großbritannien).

Dieser Beitrag erschien zuerst bei BREIZH-INFO, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


2 Kommentare

  1. Das wird wohl eher so sein, dass sie am Wider­stand der Massen geschei­tert sind. Welche „Massen“ das aller­dings sein sollen, wenn 80% „durch­ge­impft“ sind, erschließt sich mir nicht. Ich halte die Zahl 80 daher für eine fette Lüge.

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