Gefan­gene US-Söldner „plau­dern“ über Miss­stände in ukrai­ni­scher Armee

US Söldner berichten über Missstände in ukrainischer Armee

In einem Inter­view zweier gefangen genom­mener Ukraine-Söldner mit RT, vom 17. Juni erfährt man so Einiges über die Hinter­gründe der ukrai­ni­schen Rekru­tie­rungs­ma­schi­nerie. Durch Propa­ganda und „Kriegs­aben­teuer-Verspre­chen“ lockte der ukrai­ni­sche Staat die „Kampf­wil­ligen“ an.

 

Desor­ga­ni­sa­tion und Inkom­pe­tenz bei ukrai­ni­schem Militär

Dem ukrai­ni­schen Militär wird dabei seitens der Söldner kein gutes Zeugnis ausge­stellt, von Inkom­pe­tenz und Desor­ga­ni­sa­tion ist da ganz offen die Rede. Die west­liche pro Ukraine-Propa­ganda hätte die Kämpfer dabei moti­viert in diesen Krieg zu ziehen, erklärt man seitens der Söldner.

Letzten Donnerstag 16. Juni, wurde von US-Seite offi­ziell bestä­tigt, dass weitere 2 US-ameri­ka­ni­sche Söldner im ostukrai­ni­schen Gebiet Charkow, durch die russi­schen Streit­kräfte gefangen genommen wurden. Dabei handelt es sich um die beiden RT Inter­view-Partner Alex­ander Drueke und Andy Huynh, in einem Gefan­ge­nen­lager in der Volks­re­pu­blik Donezk.

US-Söldner Drueke

Ersterer hatte zuvor bereits zwei Einsätze mit der US-Armee im Irak absol­viert, während Huynh im Logis­tik­be­reich des Marine Corps in Okinawa (Japan) tätig gewesen war. Beide ergaben sich nach einem verlo­renen Kampf, dem russi­schen Militär.

Dies passierte nur wenige Stunden, nachdem sie letzte Woche an die Front bei Charkow entsandt worden waren. Huynh erklärte, die Beiden seien unter dem Kommando des ukrai­ni­schen Geheim­dienstes SBU gestanden, der den Rückzug ukrai­ni­scher Soldaten hätte decken sollen.

Söldner Huynh

„Uns wurde gesagt, wir sollten uns auf einem kleinen Aussichts­punkt postieren“, erin­nerte sich Huynh und beschrieb, wie er mit einem tsche­chi­schen CZ-Gewehr und einer Panzer­faust bewaffnet wurde. Kolonnen von Ukrai­nern zogen sich, an ihrer Stel­lung vorbei, zurück, sie wurden von russi­schen gepan­zerten Fahr­zeugen und einem Panzer verfolgt.

„Als der Panzer das erste Mal schoss, machte ich gerade meine Panzer­faust bereit“, schil­derte Huynh. Er behaup­tete, der Panzer habe kurz darauf auf eine andere Posi­tion geschossen, und in dem Glauben, er schieße auf ihn, schul­terte Huynh seine Waffe und feuerte eine Rakete auf das Fahr­zeug ab, verfehlte es jedoch. Als die ukrai­ni­schen Truppen verschwunden waren, ergriffen Huynh und Drueke die Flucht und versteckten sich in einem Graben, während russi­sche Fahr­zeuge und Fußpa­trouillen vorbei­fuhren, so die Schil­de­rung des US-Söldners.

Gefechte kamen der Drohnen-Aufklä­rung zuvor

„Ursprüng­lich sollten wir mit Drohnen aufklären“, beteu­erte Drueke, „aber als wir an unserem Standort ankamen, war bereits ein Gefecht im Gange. Unsere Pläne änderten sich, ein Team­kol­lege und ich wurden dann im Wald zurückgelassen.“

Nachdem die russi­schen Soldaten wieder abge­zogen waren, machten sich die US-Söldner eben­falls auf den Weg und liefen mehrere Stunden lang durch einen Wald. Sie hätten sich verirrt und seien in einem von den russi­schen Streit­kräften kontrol­lierten Dorf ange­kommen. „Wir wurden von einer russi­schen Patrouille ange­spro­chen und haben uns ihr sofort ergeben.“

Faire Behand­lung nach Gefan­gen­nahme bestätigt

Beide Männer schil­derten, dass die russi­schen Soldaten sie fair behan­delt hätten, sie Essen, Trinken, warme Decken und Ziga­retten bekommen hätten.

Drueke erklärte jedoch, er habe Gerüchte gehört, dass die beiden gefangen Genom­menen nun mögli­cher Weise mit einem Todes­ur­teil zu rechnen hätten. Ein Solches wurde ja jüngst von einem Donezker Gericht über zwei briti­sche und einen marok­ka­ni­schen Söldner verhängt.

Tweet über „vermisste“ US-Söldner

Die Beiden könnten aller­dings Glück haben da sie im ukrai­ni­schen Gebiet Charkow, von russi­schen Einheiten gefangen genommen wurden. In Russ­land ist die Todes­strafe abge­schafft, während sie in der Volks­re­pu­blik Donezk noch aufrecht ist.

Während­dessen hatte man seitens Donezks und des Kremls, im inter­na­tio­nalen Tauziehen um die, zum Tode Verur­teilten, bereits Gesprächs­be­reit­schaft signalisiert.

West-Bericht­erstat­tung spricht Vete­ranen an

Drueke, der 2014 aus dem US-Militär ausge­schieden war, hatte zunächst keinen klaren Plan, was er in der Ukraine machen soll. Ihm zufolge flog er nach Polen in der Absicht, huma­ni­täre Arbeit zu leisten, brachte aber dennoch mili­tä­ri­sche Ausrüs­tung mit und sagte, er sei bereit zu kämpfen, auch wenn der Mili­tär­dienst „nicht das A und O“ sei.

Er sei zwar miss­trau­isch gegen­über der US-Bericht­erstat­tung, glaube aber, dass der Kampf in der Ukraine auf eine Art und Weise darge­stellt werde, die „Vete­ranen wie ihn anspre­chen würde“.

Jetzt erst, da ukrai­ni­sche Granaten auf zivile Ziele in der Stadt Donezk fallen, sei ihm klar geworden, „dass es zwei Seiten dieser Geschichte gibt“. Auch Huynh argu­men­tiert in ähnli­cher Manier. Offenbar hatte man sich da bei Zeiten, seitens der „Vete­ranen“, eine klare „huma­nitär ange­hauchte“ Stra­tegie zu Recht gelegt.

„Am Anfang, als der Konflikt am 24. Februar begann, sah ich viele Nach­richten. Auch hier glaube ich, dass es sich um Propa­ganda aus dem Westen handelt, nicht nur aus den USA, sondern aus dem Westen insge­samt. Die west­li­chen Medien berich­teten, dass die russi­schen Streit­kräfte wahllos Zivi­listen töteten. So etwas habe ich bei meinen Verset­zungen inner­halb des Landes jedoch nie gesehen“, erklärte Huynh.

Weiter erklärte er, dass er im April in die Ukraine gereist sei und sich mit einem polni­schen Priester in Verbin­dung gesetzt hatte, der die huma­ni­täre Hilfe für das Land orga­ni­sierte. Er habe jedoch schon bald Kontakte zur „Inter­na­tio­nalen Legion“ der Ukraine geknüpft. Nachdem er der Legion beigetreten war, verließ er sie kurz darauf mit der Begrün­dung, dass beim Militär Korrup­tion und Desor­ga­ni­sa­tion herr­schen würden.

„Die Befehls­haber waren sehr korrupt, und die Truppen waren sehr schlecht vorbe­reitet und versorgt“, schil­dert Huynh. Auch Drueke begann seinen Dienst in der Ukraine bei der Legion. Das Personal dort sei aber eine Enttäu­schung gewesen.

Da war man dann wohl von den US-Streit­kräften dank deren welt­um­span­nender jahr­zehn­te­langer „Feld­for­schung“, wohl Anderes gewohnt.

Auf der Suche nach einer „kompe­tenten“ Kampf-Einheit

Beide Männer reisten daraufhin also durch das Land auf der Suche nach einer kompe­ten­teren Kampf-Einheit, der sie sich anschließen konnten. Schließ­lich landeten sie bei der soge­nannten „Task Force Baguette“ in der Ostukraine.

Das ist eine auslän­di­sche Söld­ner­ein­heit, die haupt­säch­lich aus US- und fran­zö­si­schen Vete­ranen besteht. Die Einheit bestä­tigte am Mitt­woch 15. Juni, dass Drueke und Huynh, die unter den Spitz­namen „Bama“ und „Hate“ bekannt sind, gefangen genommen worden waren.

„Wenn ich die Propa­ganda aus dem Westen sehe, heißt es, die ganze Ukraine sei glor­reich, und als ich hierher kam, sah ich, dass das nicht stimmt“, erklärte Huynh. „Die Ukrainer sagen, sie seien die Besten, aber was ich gesehen habe, ist dort eine Menge Korruption.“

Drueke been­dete sein Inter­view mit einer drin­genden, höchst­wahr­schein­lich situa­ti­ons­be­dingten Warnung, „Vete­ranen wie ich, die mit dem Gedanken spielen, hierher zu kommen, sollten das nicht tun.“

„Denkt wirk­lich lange und gründ­lich darüber nach, warum ihr das tut und was passieren kann, und ob das wirk­lich euer Kampf ist“, erklärte er. „Wenn ich aus dieser Situa­tion heraus­komme, habe ich eine Menge Dinge, über die ich nach­denken kann, so Huynh.

Ob dieser quasi „Aufruf“ Früchte tragen wird bleibt aller­dings zu bezweifeln.



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13 Kommentare

  1. Wievielen Menschen werden Söldner Drueke und sein Kumpan wohl schon die „Todes­strafe“ in fremden Landen verpasst haben ?
    Eine wirk­lich „faire Behand­lung“ wäre da wohl genau­ge­nommen voll­kommen anders…

  2. Die Bewaff­nung mise­rabel – die Vorge­setzten korrupt, das passt doch zu dem Bild was schon seit Jahren von der Ukraine gezeigt wird.
    Aber wer sich in die Gefahr begibt, kommt darin um.

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  3. Der 1940er Feldzug gegen Frank­reich ging vom 10. Mai bis 25. Juni.
    Gab es bei den Fran­zosen noch mehr Miss­stände – oder ist die russi­sche Armee auch nicht so richtig orga­ni­siert? Bei den Fran­zosen kämpften damals übri­gens weit mehr Söldner! (:

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  4. „US-Söldner Drueke“ wirkt auf mich wie so ein Stief­bruder von Terror-Gretl aus Schweden…damit kannst Du keine Kriege gewinnen

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  5. Was mit Söld­nern passiert ist in der Haager Land­kriegs­ord­nung relativ deut­lich formuliert…sie sind sozu­sagen vogel­frei und haben keinerlei Anrecht auf Schutz wie etwa gegne­ri­sche Soldaten oder Zivilisten

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