Gilles Lebreton (RN): Wir haben ein umfas­sen­deres Programm, das attrak­tiver ist als Recon­quête, vor allem für linke Wähler [Inter­view]

Gilles Lebreton, Euro­pa­ab­ge­ord­neter des Rassem­blement National (RN), kam, um eine öffent­liche Versamm­lung in Loire-Atlan­tique zu leiten, in Campbon, einer Gemeinde ganz im Norden des 8. Wahl­kreises (Saint-Nazaire – Savenay), in dem Gaut­hier Bouchet, Depar­te­ments­se­kretär des RN in Loire-Atlan­tique, kandi­diert. Wir haben ihn interviewt.
 

Breizh Info: Was ist der Grund für Ihren Besuch?

Gilles Lebreton: Ich fahre in alle Depar­te­ments der Region, um unsere Kandi­daten zu unter­stützen und ihnen die Unter­stüt­zung von Marine le Pen zu zeigen. Ich selbst habe vor zehn Jahren bei den Parla­ments­wahlen kandi­diert, auch bei den Euro­pa­wahlen – ich bin übri­gens Euro­pa­ab­ge­ord­neter, ich sitze im Land­wirt­schafts­aus­schuss des Euro­päi­schen Parlaments.

Breizh Info: Haben Sie Hoff­nungen für die Parlamentswahlen?

Gilles Lebreton: In der Region mindes­tens einen Sitz in der Sarthe – dort gibt es einen Wahl­kreis, in dem Marine le Pen im zweiten Wahl­gang die Mehr­heit hat. Auf natio­naler Ebene streben wir 60 Abge­ord­nete an.

Breizh Info: Im Gegen­satz zu anderen Kampa­gnen ist leicht zu erkennen, dass sich fast alle Akti­visten vor Ort und ein Teil der Führungs­kräfte Zemmour ange­schlossen haben, was sich jedoch nicht in den Abstim­mungen nieder­ge­schlagen hat. Was denken Sie darüber und leiden Sie unter dem Z‑Effekt bei den Parlamentswahlen?

Gilles Lebreton: Es ist nie ange­nehm, wenn Akti­visten und Führungs­kräfte den RN verlassen, aber das wird uns nicht die Abge­ord­neten nehmen. Der RN ist eine Wähler­partei, viele Menschen hängen an Marine le Pen und Jordan Bardella, die sehr beliebt sind.

Breizh Info: Eine weitere Neuig­keit ist, dass die RN-Kandi­daten offenbar nicht mehr ange­griffen werden – im Gegen­satz zu den Kandi­daten von Zemmour, wie Cécile Scheffen von Antifas 100m vor der Präfektur von Nantes?

Gilles Lebreton: In der Tat. Wir haben in Talensac geschleppt, und das Schlimmste, was wir erlebt haben, waren zwei Leute, die uns als Faschos beschimpft haben, wobei sie danach noch mit uns disku­tiert haben.

Breizh Info: Worin bestehen die Unter­schiede zwischen Ihnen und den Kandi­daten von Recon­quête, die in allen Wahl­kreisen des Depar­te­ments vertreten sind?

Gilles Lebreton: Wir kämpfen gegen die Unsi­cher­heit im weitesten Sinne, aber daneben vertei­digen wir die soziale Soli­da­rität, die Kauf­kraft – wir haben ein umfas­sen­deres Programm, das vor allem für linke Wähler attrak­tiver ist.

Breizh Info: Was halten Sie von der Initia­tive einiger Abge­ord­neter, in Corde­mais einen Atom­re­aktor zu errichten, trotz der Anti-Atom­kraft-Vergan­gen­heit des Departements?

Gilles Lebreton: Die RN ist gene­rell für die Kern­energie, aber ich bin mir nicht sicher, ob das ange­sichts der Nähe zum Ballungs­raum Nantes klug ist. Es ist besser, Reak­toren dort zu errichten, wo es bereits welche gibt, an bereits gesi­cherten Standorten.

Breizh Info: Welche Vorschläge haben Sie konkret zum Anstieg der Lebenshaltungskosten?

Gilles Lebreton: Die Mehr­wert­steuer auf Energie von 20 auf 5,5 % senken, einen Waren­korb mit 100 Grund­nah­rungs­mit­teln zum Null­tarif einführen, zumin­dest für die Zeit der Krise, die durch den Krieg in der Ukraine entstanden ist, und im Gegenzug die Vermö­gens­steuer wieder einführen und Sozi­al­be­trug bekämpfen, um die notwen­digen Haus­halts­mittel freizusetzen.

Breizh Info: Ein weiteres Element, das zur Verteue­rung von Gütern und Waren beiträgt, ist das regel­rechte ökolo­gisch-norma­tive Gerüst, mit dem Unter­nehmen und Privat­per­sonen konfron­tiert sind. Was schlagen Sie vor?

Gilles Lebreton: Wir fordern, dass die Über­erfül­lung euro­päi­scher Normen in Frank­reich gestoppt wird. Auf euro­päi­scher Ebene konnten wir im Land­wirt­schafts­aus­schuss eine grund­sätz­liche Eini­gung darüber erzielen, dass die nicht verteilten Über­schüsse der GAP über zwei Jahre hinweg – das sind maximal 15.000 Euro pro Betrieb – land­wirt­schaft­li­chen Betrieben in Schwie­rig­keiten zuge­wiesen werden. Es wird genügen, nach­zu­weisen, dass die Belas­tungen gestiegen sind, z. B. durch die Vorlage von Rech­nungen aus diesem und dem voran­ge­gan­genen Jahr. Diese Summe muss so schnell wie möglich zur Verfü­gung gestellt werden, was ange­sichts der lang­samen Fort­schritte in Europa immerhin einige Monate dauern wird.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei BREIZH-INFO, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


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