Giorgia Meloni: Ich werde Ihnen sagen, was Kommu­nismus ist

Giorgia Meloni : Foto: La Voce del Patriota

Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Verlags veröf­fent­li­chen wir den von Giorgia Meloni verfassten Beitrag zu dem Buch „I Commu­nisti lo fanno meglio – oppure no?“ („Die Kommu­nisten machen es besser – oder nicht?)“. Der Beitrag der Chefin der Fratelli d’Italia ist ein 360°-Rundumschlag, gut begründet, doku­men­tiert und „gelebt“; sie beschreibt darin, wie sie als junge rechte Mili­tante an die anti­kom­mu­nis­ti­sche Front gelangte. Der Umgang mit Kommu­nisten im Italien der frühen 1990er Jahre unter­schied sich nicht wesent­lich vom Umgang mit den „schlimmen Halb­wüch­sigen“, die Italien in den späten 1960er und frühen 1980er Jahren in Brand gesetzt hatten: Into­le­ranz gegen­über den Meinungen anderer, verbale und physi­sche Gewalt, poli­ti­scher Funda­men­ta­lismus und alter­na­tiver Mora­lismus. Schnee von gestern? Genau das Gegen­teil. Obwohl kari­kiert, haben die „Enkel“ der Gründer von Hammer und Sichel alle gene­ti­schen Codes der kommu­nis­ti­schen Ideo­logie ihrer Vorfahren beibe­halten: ange­fangen von jenem rück­halt­losen Kampf gegen tiefe Iden­ti­täten, Nation, Familie und Glauben, der heute die Verbin­dung zwischen Post­kom­mu­nismus und Neoli­be­ra­lismus darstellt. Giorgia Meloni sagt „Nein“ zu all dem. Und sie hat daraus ein Funda­ment für ihr Leben geschaffen.

Ich habe den Kommu­nismus schon als Kind negativ gesehen, noch bevor ich genau wusste, was er ist. Bevor ich dank meines Studiums im Detail wusste, was die marxis­ti­schen Wirt­schafts­thesen und was die Ideo­logie und Methoden der sozia­lis­ti­schen Regime waren, hatte ich bereits eine starke Abnei­gung gegen rote Fahnen und geballte Fäuste. Das lag nicht an Vorur­teilen, denn ich hatte nie welche gegen irgend­je­manden, sondern eher daran, wie ich dieje­nigen kennen­ge­lernt hatte, die sich Kommu­nisten nannten. Nun, wenn deren Darbie­tungen eine solche des Kommu­nismus waren, dann stand ich meilen­weit davon entfernt. Dieser mein erster Eindruck, das muss gesagt werden, war der richtige.

Meine Schul­erfah­rung war genug. In der Ober­stufe war ich gerade der Sektion der Jugend­front von Garba­tella, dem Stadt­teil Roms, in dem ich lebte, beigetreten, getrieben von dem Sturm der Gefühle, den die Ermor­dung von Paolo Borsel­lino und seiner Eskorte durch die Mafia in mir ausge­löst hatte, als ich auf eine poli­ti­sche Dimen­sion stieß, die weit entfernt von dem war, was ich mir vorge­stellt hatte. In der öffent­li­chen Schule, in dem, was das „Gymna­sium“ sein sollte, das die bewussten Bürger von morgen ausbildet, wurde mir klar, dass ich in die Vergan­gen­heit kata­pul­tiert wurde: in ein Schema, das dem der 1970er Jahre ähnelt. Schulen, auch meine, waren fast ausschließ­liche Terri­to­rien linker, oft heftig kommu­nis­ti­scher Orga­ni­sa­tionen. Die Bilder, die sowohl in der Mode als auch in Flug­blät­tern, auf Mauern und bei Aufmär­schen zu sehen waren, waren unver­kennbar: rote Sterne überall, Bild­nisse mit erho­benen Fäusten, Parolen, die von sozia­lis­ti­schen Revo­lu­tionen inspi­riert waren. Selbst die italie­ni­sche Triko­lore wurde als Symbol der Rechten identifiziert.

Und dann war da noch die „demo­kra­ti­sche Methode“: Die Linke setzte Gewalt und Einschüch­te­rung ein, um jeden davon abzu­halten, in der Schule und natür­lich an der Univer­sität Politik zu machen. All das, wohl­ge­merkt, nicht als system­feind­liche und revo­lu­tio­näre Kraft, sondern im Namen eines „geord­neten“ und syste­mi­schen Anti­fa­schismus: geschützt und gehät­schelt von Profes­soren, Poli­ti­kern, Medien, sogar von der Justiz. Es ist kein Zufall, dass wir sie „Wächter“ des Systems nannten, wir, die wir uns auf der Rechten wirk­lich revo­lu­tionär fühlten und davon spra­chen, den Status quo zu verän­dern. Und, unglaub­lich nur für dieje­nigen, die diese Linken nicht kennen, es ist das gleiche „Laster“, das sie heute noch haben. Wir befanden uns im Früh­jahr 1992 und 1994: Jahre der großen Bewe­gung gegen die Schul­re­form von Iervo­lino. Konfron­tiert mit einer studen­ti­schen Rechten, die immer mehr Unter­stüt­zung gewann (unsere Orga­ni­sa­tion war Fare Fronte und der studen­ti­sche Koor­di­nator hieß Gli Ante­nati), wieder­holten sich in den Studen­ten­ver­samm­lungen die glei­chen Gegen­maß­nahmen der Linken wie in den dunklen Jahren der poli­ti­schen Gewalt: im Namen einer völlig kari­kierten Demo­kratie sollte das „anti­fa­schis­ti­sche Vorur­teil“ die Rechten am Spre­chen. hindern. Dies alles bis hin zu körper­li­cher Aggres­sion, Drohungen, Dämo­ni­sie­rung oder Beleidigungen.

In meinem Fall haben sie eine dritte, dezen­tere Methode verwendet. Das Schema ist wie folgt: Um in einer Schü­ler­ver­samm­lung aufzu­treten, wurde man gebeten, sich auf die Liste zu setzen. Das habe ich auch getan, aber sie haben ihr Bestes getan, um alle anderen zuerst zu Wort kommen zu lassen. Am Ende, als ich an der Reihe war, gab es niemanden mehr, der mir zuhörte. Meine Reak­tion? Ich ließ mich nicht entmu­tigen, ich ließ mich nicht einschüch­tern, und bei der nächsten Versamm­lung ergriff ich sofort das Mikrofon und nahm mir einfach das Recht, zu spre­chen. Das Recht auf poli­ti­sches Handeln. Ich habe das in jeder Schule, in die ich rein­ge­lassen wurde, wieder­holt, und offen­sicht­lich hatte ich inter­es­san­tere Dinge zu sagen als die anderen, denn viele Schüler schlossen sich unserem Koor­di­nator an.

Jeden­falls hatte ich fünf­und­zwanzig Jahre nach der Schlacht von Valle Giulia die Gele­gen­heit, mich selbst davon zu über­zeugen, wie recht Pier Paolo Paso­lini hatte, als er zwischen den gegen die Polizei peit­schenden Papasöhn­chen und dem jungen unter­be­zahlten Poli­zisten Partei für letz­teren ergriff. Tatsäch­lich waren diese selbst­er­nannten Kommu­nisten fast ausschließ­lich Deszen­denten der so genannten „herr­schenden Klassen“: der Frei­be­rufler aus dem Sozi­al­zen­trum, der Schau­fenster einwirft, mit seinem Richter-Vater, der ihn aus den Schwie­rig­keiten heraus­holt; der Punk, der sich nach seiner Zeit an der Univer­sität seinem parla­men­ta­ri­schen Vater an der Costa Smeralda anschließt; der junge Kommu­nisten-Anführer mit einer Haus­häl­terin, die einen bittet, nicht am frühen Abend anzu­rufen, „weil der Herr ruht“. Es handelt sich nicht um fiktive Charak­tere: Jeder von ihnen hat einen Vor- und einen Nach­namen. Wenn „Revo­lu­tio­näre“ wie diese mit Gewalt versuchten, andere am Reden in Schulen und Univer­si­täten zu hindern, stießen sie nicht auf Verur­tei­lung auf Seiten des Lehr­per­so­nals, sondern auf dessen Beifall. Väter und Söhne waren aus dem glei­chen Stoff gemacht. Man nannte sie Kommu­nisten. Und ich wurde Anti-Kommunist.

Dogma­tismus und Tabus

Es wird oft geglaubt, dass der Kommu­nismus in erster Linie ein wirt­schaft­li­ches Modell zur Verwal­tung der Gesell­schaft ist. Aber in Wirk­lich­keit ist es viel mehr als das: Es ist eine tota­li­sie­rende Ideo­logie, die in vielerlei Hinsicht einem reli­giösen Funda­men­ta­lismus nahe­kommt. In beiden Fällen haben wir es mit Doktrinen zu tun, die auf Texten und Dogmen beruhen, in deren Namen wir bereit sind, jede Form von Miss­brauch und Gewalt zu recht­fer­tigen. Denn es gibt ein schwer fass­bares „edles und erha­benes Ziel“ zu verfolgen: für das Wohl der Mensch­heit und „die Sonne der Zukunft“, würden die Kommu­nisten sagen; für den Willen Allahs, würden die Isla­misten sagen. Der rote Faden ist der einer blinden Ideo­logie, die die Person und die Vernunft beherrscht. Genau wie die anderen tota­li­tären Ideo­lo­gien des 20. Jahr­hun­derts, die nur Jahr­zehnte vor dem Fall der Sowjet­union bekämpft und über­wunden wurden.

Ich bin über­zeugt, dass keine Ideo­logie und kein Glaube Gräu­el­taten an wehr­losen Bevöl­ke­rungen oder den versuchten Völker­mord an ganzen Völkern recht­fer­tigen kann. Wer auch immer die Henker sind und wer auch immer die Opfer sind. Es ist keine Frage der poli­ti­schen Zuge­hö­rig­keit, es ist eine Frage der Vernunft und der Mensch­lich­keit. Deshalb kann ich nicht verstehen, wie die Linke auch heute, im dritten Jahr­tau­send, zu den Gräu­el­taten der kommu­nis­ti­schen Regime auf der ganzen Welt schweigen oder, schlimmer noch, sie recht­fer­tigen kann. Ich denke an den Holo­domor, die Vernich­tung durch Verhun­gern von Millionen von Ukrai­nern, als Stalin beschloss, Klein­bauern zu dem neuen sowje­ti­schen Modell zu erziehen; ich denke an die Massen­de­por­ta­tionen von Russen, die sich dem neuen Regime nicht beugten; ich denke natür­lich an die Barbarei der Foibe und die Tausende von Italie­nern, die von Marschall Titos kommu­nis­ti­schen Parti­sanen massa­kriert wurden. Tabu­themen für die italie­ni­sche Linke.

In unseren Schul­bü­chern wurden die Foibe bis vor einigen Jahren als „Orte der Massen­selbst­morde“ bezeichnet, und ich bin stolz darauf, dass diese Zerstö­rung der Geschichte und des Geden­kens an unsere ermor­deten Lands­leute dank der Kämpfe der rechten Jugend aus den Schul­bü­chern entfernt worden ist. Die Linke, insbe­son­dere die italie­ni­sche Linke, ist die einzige poli­ti­sche Kraft, die ihre Vergan­gen­heit noch nicht voll­ständig aufge­ar­beitet hat, und es ist seltsam, wie dieser Vorwurf auf die Rechte zurück­fällt, die schon lange keinen steifen Hals mehr hat.

Die Abnei­gung gegen den Kommu­nismus berück­sich­tigt meines Erach­tens sein ökono­mi­sches Rezept, die marxis­ti­sche Wirt­schafts­theorie, gerade deswegen zu wenig, weil dieses ideo­lo­gisch, allum­fas­send und tota­litär ist. Aber auch in wirt­schaft­li­cher Hinsicht hat sich der Kommu­nismus als Fehl­schlag erwiesen, der nicht geleugnet oder ange­fochten werden kann: Das Modell der Plan­wirt­schaft und damit des Staates, der die Wirt­schaft kontrol­liert und freie Initia­tive und Privat­ei­gentum verhin­dert, ist überall gescheitert.

Durch eine selt­same Fügung des Schick­sals fand auf der Welt seit Jahr­zehnten ein großes wissen­schaft­li­ches Expe­ri­ment statt, um das kommu­nis­ti­sche Wirt­schafts­mo­dell objektiv zu testen. Europa wurde in zwei Hälften geteilt: die freie Gesell­schaft auf der einen Seite, die kommu­nis­ti­sche Gesell­schaft auf der anderen. Inner­halb Europas selbst wurde die am weitesten fort­ge­schrit­tene Volks­wirt­schaft, Deutsch­land, in zwei Blöcke geteilt. Das Gleiche geschah in Asien: einige Staaten in der freien Welt, andere im kommu­nis­ti­schen Block. Korea, wie Deutsch­land, in zwei Hälften geteilt. Ein halbes Jahr­hun­dert nach Beginn des Expe­ri­ments haben wir uns das Ergebnis ange­sehen. Was ist passiert? Dass sich in jedem histo­ri­schen und sozialen Kontext, in jedem Spiel­raum, der der freien Welt zuge­hö­rige Teil zu allge­meinem und indi­vi­du­ellem Wohl­stand entwi­ckelt und das Niveau von Frei­heit und Demo­kratie erhöht hat, während der Kommu­nismus nur Armut, Elend, soziale Verwahr­lo­sung, den Aufstieg einer korrupten Nomen­kla­tura und die Unter­drü­ckung von Grund­frei­heiten gebracht hat. Die Geschichte hat hinrei­chend bewiesen, dass das kommu­nis­ti­sche System auch aus sozialer und wirt­schaft­li­cher Sicht ein Fehl­schlag ist. Dies ist ein empi­ri­scher Beweis, der sich nie mit der Wirt­schafts­theorie und den Hand­bü­chern voller Annahmen und Vermu­tungen befasst hat.

Daher meine Über­zeu­gung, dass die Aufgabe des Staates darin besteht, Bürger und Unter­nehmen in die Lage zu versetzen, so frei wie möglich zu agieren und zum Wohl der Nation beizu­tragen. Und dass es das Vorrecht des Staates ist, jede Korrup­tion und jede Form des Miss­brauchs der wirt­schaft­li­chen und finan­zi­ellen Macht gegen das allge­meine Inter­esse, die Bürger und Arbeiter zu verhin­dern. Eine Gesell­schaft freier Männer, die loyal mitein­ander wett­ei­fern, in welcher der Staat die Rolle des Schieds­rich­ters und nicht des Spie­lers spielt und sich um dieje­nigen kümmert, die auf dem Boden landen oder aus Mangel an Atem anhalten.

Der einzige domi­nante Gedanke

Aber das eigent­liche Problem, ich wieder­hole, ist nicht die marxis­ti­sche Wirt­schafts­theorie. Es ist, dass der Kommu­nismus in der Tat eine Ideo­logie ist, die histo­risch auf die Nega­tion jeder Form von Iden­tität ausge­richtet ist, die, gemäß der „Doktrin“, zerschlagen und durch das einzige kommu­nis­ti­sche Dogma ersetzt werden muss: die Klas­sen­zu­ge­hö­rig­keit und eine neue Gesell­schafts­form. Aus diesem Bruch leitet sich die Abnei­gung des Kommu­nismus gegen tiefe Iden­ti­täten ab: natio­nale und geis­tige. Was erstere betrifft, so kannten wir inner­halb der Sowjet­union alle Methoden der geplanten und wissen­schaft­li­chen Besei­ti­gung natio­naler Iden­ti­täten, begin­nend mit Massen­de­por­ta­tionen, um die ethni­schen Gruppen inner­halb der UdSSR zu „vermi­schen“. Das gleiche Prinzip wurde auf den reli­giösen Kontext ange­wandt, begin­nend mit dem christ­lichsten Russ­land und der Verbrei­tung des staat­li­chen Athe­ismus. Ein Athe­ismus, der in Wirk­lich­keit alle Merk­male einer neuen aufge­zwun­genen Reli­gion hatte: aufge­zwungen mit der für gott­lose Neophyten typi­schen Gewalt.

Wurde also mit der ruinösen Implo­sion der UdSSR und dem Fall der Berliner Mauer alles begraben? Ganz und gar nicht. Derselbe Ansatz, der die Rolle und den Wert von Iden­ti­täten leugnet, wird nun voll­ständig in das libe­rale Denken und die globa­lis­ti­sche Doktrin über­tragen. Es ist der „domi­nante Einzel­ge­danke“, der alle Formen von Iden­tität dämo­ni­siert. Mit einer Pop-Hymne, die seit Jahr­zehnten eine im Wesent­li­chen homo­lo­gierte Welt verherr­licht, einge­lullt in eine form­lose, dysto­pi­sche Melasse. Es geht um John Lennons „Imagine“: jener wunder­baren Melodie, die, wie ich auf Nach­frage einiger Jour­na­listen erklären musste, eine Feier der Vernich­tung von Iden­ti­täten ist. Eine perfekte „visio­näre“ Hymne für diese neue Wüste, auf der die supra­na­tio­nalen Mächte, unfassbar und anti­de­mo­kra­tisch, die neue Gesell­schaft errichten wollen: ohne Nationen und Grenzen, ohne Geschlechter und Reli­gionen. Genau das Gleiche, was der Kommu­nismus theo­re­ti­sierte und mit Gewalt durch­setzte, solange er es konnte.

Diese von der Geschichte besiegte und anthro­po­lo­gisch und wirt­schaft­lich kläg­lich geschei­terte Vision ist leider dieje­nige, die im Main­stream immer noch vorherrscht: sowohl im Ausdruck der kultu­rellen Welt als auch in der poli­ti­schen Welt. Natür­lich: Die Zwangs­mittel sind anders, plas­ti­scher, weniger gewalt­tätig, aber das Ziel bleibt im Grunde das gleiche. Die Massen­de­por­ta­tionen der Sowje­tära sind durch eine Einwan­de­rungs­po­litik ersetzt worden; die gewalt­same Unter­drü­ckung der Reli­gionen ist der sozialen und kultu­rellen Dämo­ni­sie­rung jegli­cher Vorstel­lung von der Heilig­keit des Lebens gewi­chen; der Kampf gegen die „bürger­liche Gesell­schaft“ ist zu einem Kampf gegen den „Überbau“ geworden, der durch die natür­liche Familie reprä­sen­tiert wird.

Es ist erstaun­lich, wie die kommu­nis­ti­sche Vision in der Welt stärker geworden ist, seit der Kommu­nismus am Boden besiegt wurde. Wir dachten, dass der Krieg zur Vertei­di­gung der Frei­heit und Iden­tität der euro­päi­schen Völker 1991 mit der Auflö­sung der Sowjet­union endete. Wir lagen falsch: Die Schlacht hatte gerade erst begonnen.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 5. März 2021 bei LA VOCE DEL PATRIOTA und danach bei EL CORREO DE ESPAÑA, unserem Partner in der INTERNATIONALEN MEDIENAGENTUR.


3 Kommentare

  1. Meloni oder Salvini wählen, liebe Italie­ne­rInnen – bei Salvini bin ich etwas verun­si­chert durch sein JA zum Drachen – aber eine Koali­tion beider in jeweils glei­cher Stärke wäre m . E. ein gutes Wahl­er­gebnis. – Viel­leicht dann doch etwas stärker bei Meloni – wäre viel­leicht besser.

  2. Die „Schlacht“ ist nicht zu gewinnen, Frau Meloni. Es ist ja keine Schlacht gegen eine einzige, gegen eine bestimmte Ideo­logie. Wenn eine Ideo­logie hinweg­ge­fegt ist (durch Argu­mente oder durch das Chaos, das sie ange­richtet hat), taucht das, was diese Ideo­logie den Menschen ange­boten hat, in neuem Gewand wieder auf. Das Angebot aller Ideo­lo­gien an die Menschen ist: Du brauchst nur ein paar Phrasen und Parolen nach­zu­plap­pern; als Beloh­nung werde ich (der „Offen­barer“ dieser Ideo­logie) dich ehren als jemanden, der die rich­tige „Erkenntnis“ hat, und ich werde dafür sorgen, dass du dich selbst­be­wusst aufplus­tern und diese „Erkenntnis“ allen „Ungläu­bigen“ aufok­troy­ieren kannst. (Und wenn wir dann irgend­wann alle einer Meinung und die „Dissi­denten“ verschwunden sind, leben wir wohl und zufrieden wie im Paradies.)

    Da die Mehr­heit der Mensch­heit stets aus eher dummen und/oder unge­bil­deten Menschen besteht, ist dieses Angebot aller Ideo­lo­gien zu verlo­ckend. Die Meisten erliegen ihr. Und selbst­ver­ständ­lich haben wir dann eine Zeit der Stagna­tion, der Deka­denz und des Niedergangs.

    Die Mensch­heit hat immer dann einen (natur- oder geistes-) wissen­schaft­li­chen Fort­schritt gemacht (der sich in Frieden, Sicher­heit und Wohl­stand äußerte), wenn diese Meisten zumin­dest ihr Maul gehalten und einer Elite die Möglich­keit der Gestal­tung gegeben haben. Dieser Zustand ist in einer Demo­kratie eigent­lich leicht zu errei­chen. Alles, was man braucht ist: die offene und öffent­liche Debatte. Dann kann im Prinzip jeder die Illu­sion der Kenntnis von der Kenntnis trennen, dann hat jeder die Grund­lage zur Entschei­dung, ob er inhalt­lich mitreden kann oder besser den Mund hält, ob er zumin­dest entscheiden kann, wen oder was er in die poli­ti­sche Führung wählt oder sich enthält.

    Langer Rede kurzer Sinn: Wenn wir kompro­misslos für die offene öffent­liche Debatte eintreten, haben wir alle Ideo­lo­gien maximal bekämpft.

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