Grie­chen­land will mit „Schall­ka­nonen“ Migranten an der Grenze zur Türkei abschrecken

Bildquelle: Fdesouche

Die grie­chi­sche Polizei hat die Instal­la­tion von zwei „Schall­ka­nonen“ an ihrer Land­grenze zur Türkei ange­kün­digt. Diese mäch­tigen Laut­spre­cher sollen Versuche von ille­galen Migranten abwehren, den Fluss Evros zu über­queren, der die beiden Länder trennt. Eine bisher in Europa beispiel­lose Maßnahme.

„Zwei Schall­ka­nonen wurden südlich und nörd­lich des Flusses Evros in Stel­lung gebracht“, erklärte ein grie­chi­scher Poli­zei­be­amter in der Grenz­re­gion gegen­über der AFP. Der Fluss, der die Grenze zwischen Grie­chen­land und der Türkei markiert, ist einer der Haupt­an­zie­hungs­punkte für Migranten nach Europa. Die grie­chi­sche Polizei kaufte die hoch­mo­derne Ausrüs­tung mit „natio­nalen Mitteln“ nach dem Zustrom von Migranten im Februar 2020.

Diese Schall­ka­nonen können einen Schall von bis zu 162 Dezibel aussenden. Zum Vergleich: Ein normales Gespräch hat durch­schnitt­lich 60 Dezibel und ein Flug­zeug strahlt etwa 120 Dezibel aus. Im Februar und März 2020 „hätten solche Sound­sys­teme abschre­ckende Ergeb­nisse erzielt. Wir wären nicht unter solch einem ersti­ckenden Druck gestanden“, ertklärte der Grenz­schutz­be­auf­tragte Panagiotis Harelas gegen­über dem grie­chi­schen Fernsehen.

Die Euro­päi­sche Kommis­sion „hat mit Besorgnis die Berichte in den Medien über dieses akus­ti­sche Kano­nen­gerät zur Kenntnis genommen“, das „einge­setzt werden soll, um von Grenz­über­tritten abzu­schre­cken“, sagte ein Spre­cher der Kommis­sion, Adal­bert Jahnz, am Donnerstag. Er fügte bei einer Pres­se­kon­fe­renz hinzu, dass er „in Kontakt mit den grie­chi­schen Behörden“ sei, um „mehr Infor­ma­tionen“ über das Gerät zu erhalten.

Sammy Mahdi, belgi­scher Staats­se­kretär für Asyl und Migra­tion, sagte, er sei „sehr für den Schutz der euro­päi­schen Grenzen, aber noch mehr für den Schutz der euro­päi­schen Werte. Das Ziel ist nicht, alle Migranten abzu­schre­cken, sondern die Migra­tion besser zu kontrol­lieren. Dies kann und muss auf humane Art und Weise geschehen“, fügte er in einer Erklä­rung hinzu.

Quelle: Le Cour­rier de l’Atlas


Die Euro­päi­sche Union wird bis Ende des Jahres eine Stahl­mauer zwischen Grie­chen­land und der Türkei errichten. Ein gepan­zerter LKW, der mit einer Schall­ka­none ausge­stattet ist, die ohren­be­täu­benden Lärm abfeuert, vergleichbar mit der Laut­stärke eines Düsen­trieb­werks, wird eben­falls an der grie­chisch-türki­schen Grenze einge­setzt, um Migranten daran zu hindern, euro­päi­sches Terri­to­rium zu erreichen.

Europa wird ein wenig vorsich­tiger. Nachdem die Euro­päi­sche Union (EU) die liby­sche Küsten­wache ausge­rüstet und ausge­bildet hat, um so viele Migran­ten­boote wie möglich abzu­fangen, und dann ein neues Abkommen mit Tune­sien unter­zeichnet hat, um den Strom der Flücht­linge, die das Mittel­meer über­queren, im Austausch für finan­zi­elle Hilfe einzu­dämmen, erwirbt sie nun ein neues Schutzarsenal.

Diesmal inves­tiert die Union an der grie­chisch-türki­schen Grenze und nimmt eine Schall­ka­none in Betrieb, die von einem gepan­zerten LKW aus ohren­be­täu­benden Lärm abfeuert, der die Laut­stärke eines Düsen­trieb­werks errei­chen kann. Eine Stahl­mauer wird auch die Über­gänge blockieren, die von Exilanten genutzt werden, um über die Evros-Grenze nach Grie­chen­land zu gelangen.

Quelle: Info­Mi­grants


High­tech-Über­wa­chung von Migranten an der grie­chisch-türki­schen Grenze

Ein grie­chi­sches Panzer­fahr­zeug, ausge­stattet mit einer ultrastarken Schallkanone.

Entlang der 200 km, die Grie­chen­land und die Türkei trennen, wurden neue Über­wa­chungs- und Abschre­ckungs­sys­teme getestet, darunter eine extrem leis­tungs­starke Schallkanone.

Dimosthenis Kamar­gios, Grenz­schutz­be­amter: „Wir sind bereit. Mit unseren neuen Systemen haben wir ein sehr klares Bild von dem gesamten Gebiet, und wir sind bereit, unsere Kräfte entspre­chend auf die Gebiete zu lenken, in denen ein Massen­ein­tritt von Migranten versucht werden könnte. Mit neuen Systemen wie der Schall­ka­none und gepan­zerten Fahr­zeugen können wir diesen Einbruch verhindern.“

Die EU hat nach der Flücht­lings­krise vor fünf Jahren, als mehr als eine Million Menschen – viele von ihnen flohen vor Kriegen in Syrien, Irak und Afgha­ni­stan – in Grie­chen­land und anderen EU-Ländern ankamen, 3 Milli­arden Euro in Sicher­heits­tech­no­logie investiert.

Es gibt jedoch einige Abge­ord­nete, etwa der deut­sche Patrick Breyer von der Pira­ten­partei, die ethi­sche Fragen zu dem System haben: „Was wir an den Grenzen sehen, und in der Behand­lung von Auslän­dern im Allge­meinen, ist, dass es oft ein Test­ge­lände für Tech­no­lo­gien ist, die dann auch auf Euro­päer ange­wendet werden.“

Entlang des Evros-Flusses wurden eine Stahl­wand und zahl­reiche Beob­ach­tungs­türme instal­liert, die mit Fern- und Infra­rot­sicht ausge­stattet sind. Die Grie­chen, die der Türkei gegen­über­standen, wollten auf alles vorbe­reitet sein.

Atha­na­sios Pemousis, aus der Gemeinde Poros: „Wir haben einen immer aggres­si­veren Nach­barn. Auf ihrer Seite gibt es nie eine Kompro­miss­po­si­tion. Nur eine aggres­sive Posi­tion. Wir sind immer in der Defen­sive, wir müssen etwas tun, um uns zu verteidigen.“

Trotz einer oft ange­spannten Situa­tion und Zusam­men­stößen, wie in Evros im März 2020, ist die Zahl der nach Grie­chen­land einrei­senden Migranten inner­halb eines Jahres um fast 80 % gesunken.

Quelle: Euro­news


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