Harald Sitta: Ist Afrika klüger im Umgang mit Omikron?

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Von unserem Südafri­ka­kor­re­spon­denten Dr. Harald Sitta 
Während einige Staaten Europas und Bunde­staaten der USA sowie dessen Präsi­dent bzw. deren poli­tisch-medialer und mit der Phar­ma­in­dus­trie redlich verbun­dener Komplex beschlossen hat, sich zu Tode zu hyste­ri­sieren, sieht man die Dinge in den schwarz­afri­ka­ni­schen Staaten gelassener.
Am Beispiel Tansa­nias könnte man sagen: „Tansania igno­riert das Virus, das Virus igno­riert Tansania”. In Südafrika hat die Regie­rung letztes Jahr einen sehr strenge “Lock­down” ange­ordnet der große wirt­schaft­li­chen und gesund­heit­li­chen Schäden anrich­tete. Dieses Jahr war man schon zurück­hal­tender und setzte nur über den Winter etwas stren­gere Maßnahmen. Mit der Omikron-Muta­tion setze, wie schon berichtet, ein grund­sätz­li­ches Umdenken ein. Die panik­artig und ohne sach­liche Basis verhängten Flug- und Einrei­se­ver­bote haben die südafri­ka­ni­sche Regie­rung und die Bürger zu Recht schwer verär­gert. Südafrika forscht exakt, berichtet korrekt und bekommt Prügel.

Das, und die Erkennt­nisse zur Omikron Muta­tion haben zum grund­le­genden Umdenken bei Experten und Politik geführt. Auch die Massen­me­dien ändern die Tonart wie aus einem Artikel des “Daily Mave­rick” vom 16. Dezember hervor­geht. Es sei an der Zeit, die Covid-19 Maßnahmen zu über­holen und zu repa­rieren. Späte Erkenntnis, aber immerhin Erkenntnis! Man ist jetzt bereit, gelassen mit dem Virus zu leben was wir auch in der Vergan­gen­heit mit anderen Grippe- und ähnli­chen Viren getan haben.

Es sei an der Zeit persön­liche Vorsorge und Risi­ko­be­wer­tung zu betonen und eine gespal­tene Gesell­schaft – auch hier gibt es Hyste­riker und Realisten – mit der Wirk­lich­keit zu konfrontieren.

Die Maßnahmen des letzten Jahres seien jetzt nur noch nutzlos. Regu­lie­rungen sollen zurück­treten und der Einzelne maßge­schnei­derte Verant­wor­tung über­nehmen; auf Basis einer wirk­lich­keits­nahen Risi­ko­be­wer­tung, die gerade bei der Omikron Vari­ante äußerst gering ist. Anstatt  das Virus blind­wütig zu bekämpfen, dem Virus den Krieg zu erklären und derglei­chen martia­li­sche Fein­des­er­klä­rungen sollte man flexibel und mit sicherem, nüch­ternen Urteil an die durch Virus­in­fek­tionen ausge­löste Probleme herangehen.

Professor Alex van den Heeven von der Univer­sität des Witwaters­rand /Abteilung für Verwal­tung und Manage­ment der Systeme sozialer Sicher­heit sieht eine Reihe von Maßnahmen wie Daten­er­fas­sung, Kontakt­ver­fol­gung, Tempe­ra­tur­messen, Desin­fi­zieren von Händen und Ober­flä­chen als sinnlos an. Es komme nur darauf an, zu erkennen wer wirk­lich krank bzw. schwer krank sei.

Auch das weit­ver­brei­tete Testen betrachte er als wenig sinn­voll und könne die Verbrei­tung der Infek­tionen nicht verhin­dern. Nach seiner Meinung wird durch massen­weises testen symptom­loser Personen gera­dezu eine Epidemie oder eine “Welle” herbeigetestet.

Nur eine Kontrolle der Zusam­men­set­zung von Gruppen sei sinn­voll; also dass Erkrankte in häus­li­cher Pflege bleiben bzw. falls notwendig im Kran­ken­haus aufge­nommen werden. Aber dass man, wenn man krank ist und sich unwohl fühlt, zu Hause bleibt, ist ja nichts Neues. Jeder vernünf­tige Mensch tut das, das sagt einem der gesunde Hausverstand.

Stand der Erkennt­niss sei nun, dass die Maßnahmen keinen oder nur sehr wenig Einfluss auf die Verbrei­tung des Virus hatte. Es verbrei­tete sich nach eigenen Regeln. Van den Heeven geht nunmehr davon aus, dass die Immu­ni­tate gegen das Virus nunmehr sehr weit verbreitet sei. Nunmehr könnten Infek­tionen einfach eine weitere Stär­kung der Immu­ni­sie­rung seien, da das Risiko, schwer zu erkranken, deut­lich gesunken sei. Man könne bei aller grund­sätz­lich gebo­tener Sorg­falt (hat denn irgendwer eine sorg­lose Vorgangs­weise verlangt?) das Virus einfach igno­rieren und das Virus igno­riert den Menschen;  insbe­son­dere in der beson­ders schwa­chen Omikron Muta­tion auch.

Schluss­end­lich betont van den Heever die persön­liche Verant­wor­tung, man solle aber nicht nach­lässig werden. Hat irgendwer nach­läs­siges Verhalten propa­giert? Aber umsich­tiges Verhalten ist nicht Angst und panik­ge­steu­ertes Verhalten.

Shabir Madhi, Professor und Dekan der medi­zi­ni­schen Fakultät, will “Verstär­kungs­imp­fungen” nur bei Personen über 60 Jahren und bei Immun­in­kom­pe­tenten einsetzen. Auch er setzt auf Impfung, Beatmungs­tech­niken und eine vernünf­tige Begren­zung der Anzahl von Treffen in geschlos­senen Räumen; alles andere sei, auf gut Wiene­risch “für die Fisch” Derzeit gäbe es ca. 190.000 aktive Fälle; also die Summe aller positiv Getes­teter. Das sind etwas mehr als 3 Promille (!) der Bevöl­ke­rung Südafrikas. Er betont beson­ders, dass es gar nicht um die Verhin­de­rung von Infek­tionen gehe; es gehe darum schwer Erkrankte zu behan­deln und Todes­fälle zu minimieren.

Durch Omikron verur­sachte Infek­tionen führen nicht zu Einlie­fe­rungen ins Kran­ken­haus. Es verbreitet sich schnell mit keinen oder nur milden Symptomen und könne daher eine weit­ver­breitet Immu­ni­sie­rung herbei­führen. Auch der Gesund­heits­mi­nister betonte heute, dass Omikron eine milde Vari­ante sei, Hospi­ta­li­sie­rungen und Todes­fälle weit unter den Zahlen früherer “Wellen” liege und das Ende der Epidemie absehbar wäre.

Es wird die persön­liche Verant­wor­tung betont. Dazu gehört nach des Verfas­sers Meinung, sein eigenes natür­li­ches Immun­system zu stärken, Vitamin D und Zink Tabletten zu nehmen, Bewe­gung, Sport, an der frischen Luft sein, sich gesund ernähren, Über­ge­wich­tig­keit vermeiden, offenbar sind (schwe­rere und schwer) Über­ge­wich­tige einem höheren Erkran­kungs­ri­siko ausge­setzt. Aber wenn man sich nur “Junk-Food’ hinein­stopft und Sport meidet kommt eben nichts Gutes dabei heraus.

Crain Soudien, emeri­tierter Professor der Univer­sität Kapstadt betont, dass es sach­liche Debatten geben sollte, nicht Justa­ment­stand­punkte die Fami­lien zerreißen und Freund­schaften zerstören sowie zu Denun­zia­tionen und wech­sel­sei­tiger Über­wa­chung führen. Vorbil­dich hier das Verhalten im renom­mierten Rand Club Johan­nes­burg. Obwohl es zu C‑19 bei den Mitglie­dern  sehr unter­schied­liche Meinung gibt, wird sach­lich disku­tiert, jeder respek­tiert in echtem Tole­ranz­prinzip die Meinung des Anderen, keine drohenden Unter­töne und alle haben gemeinsam beim Weih­nachts­diner am Samstag, den 11. Dezember ausge­lassen und fröh­lich gefeiert.

Dr Ange­lique Coetsee, Chefin der SAMA , des Südafri­ka­ni­schen Medi­zi­ner­bundes ist über die panik­ar­tige Reak­tion in Groß­bri­tan­nien verwun­dert und versteht deren Daten­aus­le­gung nicht. Dort hat man, so www.msn.com von heute, offenbar einfach den Panik­knopf gedrückt. Sie betonte, dass Omikron bei der Über­win­dung der Epidemie behilf­lich sein könnte, da der sehr milde Verlauf und die rasche Verbrei­tung für die Immu­ni­sie­rung der Bevöl­ke­rung sehr hilf­reich sei.

Südafrika am 16. Dezember, dem “Tag des natio­nalen Erbes” ; entspannte Stim­mung, fröh­liche Menschen in gut besuchten Restau­rants, viel weniger Angst, keine Panik , Opti­mismus kommt auf … ex africa lux? 

Man geniert sich fast für manche Euro­päer. Nach psycho­lo­gi­scher Analyse müsse man bei manchen Poli­ti­kern, Jour­na­listen, Möch­te­gern­ex­perten (eigent­lich Quack­sal­bern), Ärzte­funk­tio­nären und Phar­ma­kon­zernen nicht nur von Macht­gier und syste­ma­ti­scher Korrup­tion und Profit­gier, sondern gera­dezu von para­no­idem Verhalten ausgehen, dass zu auto­sug­ges­tivem Wahn und Massen­wahn führe, indem sach­li­ches Denken ausge­schaltet sei und dann das von Vera Birken­bihl so genannte “Repti­li­en­hirn’ die Steue­rung über­nehme und nur mehr Flucht und Aggres­sion zulasse, von schweren Angst­stö­rungen und Panik moti­viert. Peinlich !


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6 Kommentare

  1. Wenn man die neuesten Erkennt­nisse ‚über­mit­telt von Prof. Bhakdi (auf rubble) ‚hört könnte man annehmen das sich in Ländern wie Indien , Südame­rika das Entvöl­ke­rungs­pro­gramm irgend­wann von allein erle­digt. Durch die Zerstö­rung des Immun­sys­tems werden Tuber­ku­lose ‚Ebstein Bahr Virus ect. mutieren und Menschen aus o.g. Ländern die den Erreger in sich tragen töten.

  2. In Afrika geht man offen­sicht­lich nicht nur entspannter mit der Krank­heit um, die man „Corona“ nennt – man lügt auch nicht so massiv und hetzt nicht aus allen Medien rund um die Uhr gegen Unge­impfte, zur Spal­tung der Gesell­schaft. Als Ab- und Umlen­kung von poli­ti­schen Fehlern, Unver­mögen und Größen­wahn von krimi­nellen medial-poli­ti­schen Verei­ni­gungen auf und mit Schaf­fung von Sündenböcken.
    Überall in den „Demo­kra­tien des freien Westens“ die gleiche Methode. Offen­sicht­lich überall das gleiche System:

    „BAG bestä­tigt: Das Covid-Ster­be­ri­siko ist für Geimpfte genauso hoch – Trotzdem wirbt das Gesund­heitsamt nach wie vor für die Booster-«Impfungen». Veröf­fent­licht am 17. Dezember 2021. «Auf den Inten­siv­sta­tionen liegen fast nur Unge­impfte», sagte die Chefin des Bundes­amtes für Gesund­heit (BAG) Anne Lévy am vergan­genen Wochen­ende im Inter­view mit dem Sonn­tags­blick… Das Problem dabei ist nur: Das BAG verfügt längst nicht über alle Daten. Denn ein Blick auf die Zahlen der wöchent­li­chen Situa­ti­ons­be­richte des BAG verdeut­licht: Die Schweizer Gesund­heits­be­hörde kennt nur etwa von rund zwei Drittel aller Pati­enten den Impf­status…“ Quelle: corona-transition.org/bag-bestatigt-das-covid-sterberisiko-ist-fur-geimpfte-genauso-hoch

    „17.12.2021 …Die grob falsche Zahl der Unge­impften in Hamburg – „Über Monate behaup­tete der Hamburger Bürger­meister Peter Tschent­scher (SPD), 90 Prozent der Corona-Infi­zierten seien Unge­impfte. Nun musste die Behörde Zahlen vorlegen – die ein ganz anderes Bild zeichnen.… Am 16. November trat Peter Tschent­scher, Erster Bürger­meister von Hamburg, vor die Presse der Hanse­stadt und sprach über die aktu­ellen Corona-Entwick­lungen. Mit Blick auf das Infek­ti­ons­ge­schehen sagte der SPD-Poli­tiker, in der Woche zuvor seien 90 Prozent der Neuin­fek­tionen auf Unge­impfte zurück­zu­führen: „Deswegen ist das ein sehr klares Bild.“ Eine Grafik wurde auf die Lein­wand geworfen: Sieben-Tage-Inzi­denz der Geimpften 22, Inzi­denz der Unge­impften 605.…“ Quelle: www.welt.de/politik/deutschland/plus235717074/Corona-in-Hamburg-Peter-Tschentscher-die-grob-falsche-Zahl-der-Ungeimpften.html

    „LGL-Zahlen lücken­haft – Inzi­denz der Unge­impften: Söder nutzte falsche Zahlen … 5.12.2021… ERLANGEN – Die Inzi­denz der Unge­impften liege in Bayern bei 1600, die der Geimpften bei 100 – unter anderem mit diesen Zahlen begrün­dete die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung ihre letzte Corona-Verord­nung am vergan­genen Freitag. Nun stellt sich heraus: Die Zahlen stimmen nicht. Dass die Aufschlüs­se­lung in „geimpft“ und „unge­impft“, die das Baye­ri­sche Landesamt für Gesund­heit und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (LGL) einmal wöchent­lich heraus­gibt, Schwä­chen aufweist, ist seit längerem bekannt. Wie Recher­chen unseres Medi­en­hauses ergaben, werden Personen mit unbe­kanntem Impf­status darin zunächst zur Gruppe der Unge­impften gezählt, was zu einer über­höhten Darstel­lung der Inzi­denz bei Unge­impften und einer zu nied­ri­geren bei Geimpften führt.…“ Quelle: www.nordbayern.de/region/inzidenz-der-ungeimpften-soder-nutzte-falsche-zahlen‑1.11601322 sowie WELT, FOCUS usw…

    Die Politik und ihre Medien berufen sich auf „ihre Wissen­schaftler“. Ohne genaue Erfas­sung von Mess­werten und Zahlen ist keine wissen­schaft­liche Auswer­tung möglich. Obduk­tionen sollen nicht ausge­führt werden. Aus dem Bekann­ten­kreis hat man Ärzte, Schwes­tern und Pfleger zu einer Schwei­ge­ver­ein­ba­rung per Unter­schrift gezwungen. Mit Drohung der frist­losen Kündi­gung und ähnlich wirkenden „Maßnahmen zur Diszi­pli­nie­rung“ zur persön­li­chen und finan­zi­ellen Zerstörung.

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