Herr Kommissar Timmer­mans, Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden!

Frans Timmermans · Foto: Twitter

Von Janez Remškar

„Demo­kratie ist nicht nur Wahlen und Mehr­heiten.“ Ein Artikel mit dieser Über­schrift, über einem Bild von Kommissar Frans Timmer­mans, Exekutiv-Vize­prä­si­dent der Euro­päi­schen Kommis­sion, einem gestan­denen Poli­tiker der nieder­län­di­schen Sozi­al­de­mo­kraten, wie er von dem „unab­hän­gigen“ Jour­na­listen Peter Žerjavič, von der noch „unab­hän­gi­geren“ Zeitung Delo, geschrieben wurde, erschien auf der Titel­seite von Delo am 10. Juli 2021. Timmer­mans‘ Meinung zu einem Foto von Mitglie­dern der slowe­ni­schen Sozi­al­de­mo­kraten neben einem Richter zusammen mit dem Symbol des Kommu­nismus, dem roten Stern. Ich zitiere: „Persön­liche Angriffe und Diffa­mie­rung von Rich­tern und Mitglie­dern des EU-Parla­ments, indem man Fotos zeigt und andeutet, dass sie etwas Unan­ge­mes­senes tun oder dass es bedeutet, dass man dem Justiz­system nicht trauen kann oder dass es korrupt ist, stellt meiner Meinung nach eine Miss­ach­tung der Rechts­staat­lich­keit und der Gewal­ten­tei­lung dar“ (Ende des Zitats). Später fügte er noch dezi­diert hinzu, dass dieser „Versuch der Diskre­di­tie­rung ein Angriff auf die Rechts­staat­lich­keit ist“.
 

Entschul­digen Sie, Herr Timmer­mans. Was soll das heißen? Unge­achtet der Tatsache, dass Sie von einem slowe­ni­schen Jour­na­listen als erfah­rener Poli­tiker bezeichnet werden, kann ich Ihnen sagen, dass Sie offen­sicht­lich keine Ahnung haben, was unter dem Symbol des roten Sterns alles für die Demo­kratie inak­zep­tabel, um nicht zu sagen grausam, gelaufen ist.

Die Richter Slavko Gazvoda und Matjaž Štok aus Maribor (Marburg) beim Pick­nick der Sozi­al­de­mo­kraten · Foto: Twitter

Hiesige Poli­tiker und Richter haben unter diesem Symbol und mit diesem Symbol gehan­delt. Sie wissen es viel­leicht sogar, aber es ist Ihnen egal. Das möchte ich Ihnen auch gerne persön­lich sagen. Ich bin ein Mann, der im früheren System Slowe­niens in der Oppo­si­tion war. Ich als Arzt (aber nicht nur ich) war scho­ckiert von der Botschaft der Jugo­sla­wi­schen Volks­armee (JVA) unter dem Symbol des roten Sterns in ihrer Unter­of­fi­ziers­schule in Belgrad 1974, als es hieß, dass Allende in Chile 1973 einen Fehler gemacht hatte, indem er nicht alle poli­ti­schen Gegner tötete.

Ja, das ist genau das, was uns unter und im Namen des roten Sterns von den Hütern des Kommu­nismus über „Demo­kratie“ erzählt und damit gelehrt wurde. Ich hatte die Gele­gen­heit, die Erfah­rungen eines Gefan­genen auf der „Nackten Insel“ zu hören (eines „Zwei­mo­to­rigen“ – das ist der Code für dieje­nigen, die zweimal auf dieser Gefäng­nis­insel waren), nämlich meines Lehrers in der Patho­phy­sio­logie der Atmung; dort wurde Umer­zie­hung unter dem roten Stern prak­ti­ziert. Als Abge­ord­neter, Mitglied von Demos (Demo­kra­ti­sche Oppo­si­tion Slowe­nien) in der Staats­ver­samm­lung der Repu­blik Slowe­nien 1990–1992, und mobi­li­siert im Krieg gegen die JVA-Soldaten, die den roten Stern trugen, wurde ich von eben diesen Soldaten mit dem Tod bedroht. Ich sage Ihnen, dass Sie keine Ahnung haben, wovon Sie reden, und Sie sollten sich schämen. Sie mögen gebildet sein, aber leider haben Sie in einem Land gelebt, das keine Erfah­rungen mit dem Kommu­nismus gemacht hat. Es ist wahr, dass Ihre Vorfahren durch den Kolo­nia­lismus viel Elend verur­sacht haben. Das ist ein anderes Thema, und auch Sie können diese Befle­ckung nicht vermeiden.

Genauso wenig wie die slowe­ni­schen Kommu­nisten mit dem roten Stern einer histo­ri­schen Verur­tei­lung für ihre Taten entgehen können. Und deshalb ist der rote Stern kein Symbol einer demo­kra­ti­schen Partei und kann es auch nicht sein. Ansonsten hat die slowe­ni­sche Nation in der Geschichte nie über ihre eigenen Grenzen hinaus gegriffen, wir haben nie nach fremden Gütern gegriffen. Leider haben wir einen Bruder­krieg unter uns erlebt, ange­führt von den Kommu­nisten, den Revo­lu­tio­nären mit dem roten Stern, die nach dem Vorbild der kommu­nis­ti­schen Revo­lu­tion in der Sowjet­union ein dikta­to­ri­sches Regime mit massen­haften Liqui­die­rungen poli­ti­scher Gegner während und nach dem Zweiten Welt­krieg errichtet haben. Herr Timmer­mans, wissen Sie davon? Es ist mehr als offen­sicht­lich, dass Sie sich entweder Ihres Fehlers nicht bewusst sind oder, wie viele Sozi­al­de­mo­kraten in diesem Land, die immer noch den Kommu­nismus verherr­li­chen, nur dem Namen nach ein Sozi­al­de­mo­krat sind. Selbst Ihre Wünsche, auf eine gute Rats­prä­si­dent­schaft für Slowe­nien zu hoffen, und Ihre danach folgenden Aussagen über­wiegen nicht Ihre Über­le­gungen und Ihre Aussagen, die einen völligen Mangel an Verständnis für die poli­ti­sche Situa­tion in diesem Land zeigen. Natür­lich ist es jedem, auch mir, klar, dass Richter Mitglieder von poli­ti­schen Parteien sein können. Es ist auch klar, dass sie unter­schied­liche Welt­an­schau­ungen haben können. Es muss ihnen und Ihnen aber klar sein, dass das Auftreten von Rich­tern und Partei­mit­glie­dern unter oder mit den Symbolen eines tota­li­tären Regimes inak­zep­tabel ist. Ich frage mich aller­dings, wie Sie die Anhänger des Natio­nal­so­zia­lismus und Faschismus in Europa sehen, wenn sie mit bekannten Symbolen wie dem Haken­kreuz auf der Straße auftreten. Mich würde inter­es­sieren, was Sie im Lichte all dessen von der Reso­lu­tion des EU-Parla­ments halten, in der tota­li­täre Systeme verur­teilt werden. Unser Parla­ment hat unter Mitwir­kung unserer Kommu­nisten, jetzt Sozi­al­de­mo­kraten, die den roten Stern nicht ablehnen, diese Reso­lu­tion abge­lehnt. Verzeihen Sie, Herr Timmer­mans, aber Sie haben völligen Unsinn erzählt, der nichts mit Rechts­staat­lich­keit zu tun hat. Noch weniger ist es eine Verleum­dung der Richter, denn sie haben getan, was sie getan haben, und damit deut­lich gezeigt, wie sehr ihnen die Demo­kratie am Herzen liegt. Sie wollen und arbeiten dafür, dass der rote Stern in Slowe­nien wieder zur Macht kommt, und damit alles, was daran unglück­lich und inak­zep­tabel ist.

Richtig, Kommissar Timmer­mans: „Demo­kratie ist nicht nur Wahlen und Mehr­heiten.“ Demo­kratie sollte eine ehrliche, am Menschen orien­tierte Politik sein, eine Politik, die weiß, wie man redet, eine Politik, die heilige Werte hat, die von der euro­päi­schen Geschichte hervor­ge­bracht wurden, und nicht bloß eine profit­ori­en­tierte Politik, wie sie von ziem­lich vielen Sozi­al­de­mo­kraten und ihren Anhän­gern betrieben wird, die gleich­zeitig behaupten, „mit ganzem Herzen“ für die Rechte der Arbeit­nehmer zu kämpfen. Das haben wir schon im Kommu­nismus gesehen. Aber das wissen Sie eben nicht. Immer mehr Menschen in Slowe­nien sehen, trotz der über­wie­gend links domi­nierten Medien, dass in Slowe­nien die Worte der Sozia­listen eine Sache sind, aber die Taten eine andere.Und das sollten Sie, wenn Sie ehrlich wären, als „erfah­rener sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Poli­tiker“ eben­falls wissen und kritisch hinter­fragen bzw. sich darüber infor­mieren. Aber Sie glauben blind den Worten „unab­hän­giger“ links­li­be­raler Jour­na­listen, Jour­na­listen, die schreiben, was immer ihnen in den Kopf kommt, auch wenn es Unwahr­heiten sind. Solche Jour­na­listen gibt es in Slowe­nien und in ganz Europa. Diese Leute vergessen aber in der Regel nicht zu sagen, dass sie sich unter­drückt, unfrei und sogar bedroht fühlen.

Wem wollen Sie etwas vorma­chen, Herr Timmer­mans? Wir haben viele Poli­tiker Ihres­glei­chen unter den hiesigen Nach­fol­gern der Kommu­nisten, die nur ihren Namen geän­dert haben, obwohl sie nach wie vor den Roten Stern verherrlichen.

Janez Remškar ist Arzt und Kolumnist.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei DEMOKRACIJA, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.

11 Kommentare

  1. Herr Kommissar Timmer­mans will aus Europa ein totales Flach­land im grossen sozia­lis­tisch-marxis­tisch-kommu­nis­ti­schen Stil bauen worüber er wie ein sort EU-Cheney über dass alles als sein eingenes König­reich regieren soll.

    Nicht slecht für ein ex-auslän­di­schen lDiplomat.

  2. „Herr Kommissar Timmer­mans, Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden!“

    Na, dafür ist er ja auch Sozi­al­de­mo­krat! Solche Spacken laufen ja auch in „Schland“ reich­lich rum! Hier nimmt man inzwi­schen jeden…

    Man denke da z.B. nur an die opti­sche und kogni­tive Beläs­ti­gung „Lauter­bach“!

  3. Dieser Timmer­mans ist einer der gefähr­lichsten Strip­pen­zieher in der Brüs­seler EUDSSR. Er hat doch vor einigen Jahren in GB eine Rede gehalten , in dem er die Soross­chen Thesen von Diver­sity voll­ständig vertrat und mit den Worten “ Die Natio­nal­staaten müssen vernichtet werden“ , endete. 26 dieser Richter des EUGH sind doch von ihm abhängig, weil sie entweder für seine Open Society Stif­tung oder diese Helsinki-Kommis­sion arbei­teten, ebenso wie diese knapp 300 EU-Abge­ord­neten, die er sich gekauft hat. Als jüngste Erwer­bung dieser Alba­ni­sche Jurist, den er als EU-Richter einge­setzt hat. Von den gekauften Deut­schen sind dies Barley, Graf Lambs­dorff und die gesamte Grünen­truppe unter der Führung dieser „Ska“ Keller.

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    • Biografie Skä Köller – genau lesen:

      „Ska Keller wurde 1981 in Wilhelm-Pieck-Stadt Guben (heute Guben) in der bran­den­bur­gi­schen Nieder­lau­sitz geboren. Ihr Vater war Arzt. Sie wuchs in der Grenz­re­gion auf und als Jugend­liche enga­gierte sie sich gegen Rechts­ex­tre­misten in der Stadt in einer Antifa-Gruppe.[1][2]

      Keller studierte Islam­wis­sen­schaft, Turko­logie und Juda­istik an der Freien Univer­sität Berlin und der privaten Sabancı-Univer­sität in Istanbul.…“

      de.wikipedia.org/wiki/Ska_Keller

      Ob die jemals in ihrem Leben echte wert­schöp­fende Arbeit geleistet hat sie dahingestellt.

        • Bitte Biografie lesen – sie hat lt. dieser ihr Studium 2010 mit Magistra abge­schlossen. – Wie solche Studi­en­ab­schlüsse an diesen Univer­si­täten in Börlin und Östanbül quali­tativ zu bewerten sind, kann ich nicht sagen – aber für mich ist die Wahl ihrer Studi­en­fä­cher aussa­ge­kräftig bzgl. ihrer pöli­ti­schen Gesin­nung insbe­son­dere eben auch hinsicht­lich der Mügrütiönspölitik.

        • Keine Ahnung – ich gehe mal davon aus, weil solche Fächer studiert man insbe­son­dere als Doit­sche meines Erach­tens mit einer entspre­chenden Einstel­lung als Moti­va­tion, weswegen ich mir schon denke, dass sie sich da viel­leicht sogar fana­tisch ‚rein­ge­kniet haben könnte.

  4. Danke Herr Janez Remskar, Ihre Kolumne deckt die ufer­lose Dumm­heit und Deka­denz mancher west­li­chen EU Spit­zen­po­li­tiker auf. Doch, sie wissen auch alles über die Grau­sam­keiten des roten Sterns. Aber die Macht(mißbrauch) und Skru­pel­lo­sig­keit gegen­über Anders­den­kenden Menschen, verur­sacht in sich leider totaler Blind­heit, um die wahren Zusam­men­hänge zu erkennen. „Rechts­staat­lich­keit und Demo­kratie“ von diesem Herrn Poli­tiker leere Wort­hülsen sind und keine Argumente.

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    • Dass die meisten deka­dent sind, sieht man an ihren Reden. Aber dumm sind die nicht, sie sind hörig der Neuen Welt­ord­nung – ob aus eigener Ideo­logie, weil sie gekauft sind und sich wichtig vorkommen oder weil sie schlicht von Satan gelenkt werden. Jesus hat Dämonen ausge­trieben, warum also sollte es sie in heutiger Zeit nicht mehr geben, in der doch alles in mons­trösem Maaß böser ist.
      .….. das alles will ich dir geben, wenn du mich anbetest.….….
      Und die Welt betet an, beson­ders macht­geile reiche Menschen oder Poli­tiker. und sie werden immer reicher, denn der Volks­mund weiß längst, „der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“. Die wollen sogar den Menschen neu konstru­ieren. ein sehr gutes Video, um die aktu­elle Entwick­lung zu verstehen, dazu unter:
      www,kathtube.com/player.php?id=51765
      Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falko­witz „Kann sich der Mensch selbst neu erfinden?“
      Und übri­gens Satan ist nicht der mit den Hörnern und dem Schwanz, nein, er ist ein großer Geist, der nur Hass und Zerstö­rung will.

  5. Der ganze EU-Moloch ist nur noch gemacht für Jugend­liche, die mit Geldern vom „Staat Nimmer­satt“ unun­ter­bro­chen kosten­lose EDV-Nach­hilfe erhalten. Und so sitzen sich ein Bursche und ein Mädel eng gegen­über und glotzen unent­wegt auf ihren Talis­mann, genannt I‑Phone. Das ist die neue EU-Erotik!

    Werter Frans Timmer­mans, nimm bitte zur Kenntnis, daß 2/3 Deiner EU-Meute mit Deinem System gar nicht klar kommt! 1/3 ist mental, von Natur aus nicht befä­higt das Regel­werk zu durch­schauen. Und das andere Drittel ist einfach alters­be­dingt nicht befä­higt das Regel­werk zu beherrschen.

    Auf den Behörden arbeiten Leute, die nicht einmal die Post­leit­zahl ihrer Einrich­tung kennen, und die oft auch nicht die Sprache der Kommune verstehen.

    Um auf den Behörden vorspre­chen zu können, muß die sehbe­hin­derte Oma sich per EDV mit unge­lenken Fingern anmelden.

    Bei der Post von der Behörde wurde eine derart kleine Schrift gewählt, daß selbst eine Lupe nicht weiter hilft.

    Persön­liche Ansprech­partner wurden von der EU-Nomen­kla­tura als uner­wünscht gestri­chen. Niemand ist für die Oma zuständig, außer einer tele­fo­ni­schen Endlos­war­te­schleife. Wo ist sie geblieben die Mär vom einer „EU mit mensch­li­chem Antlitz“? Ich sehe nur die unmensch­liche Fratze einer Tastatur, die viel zu klein für Rent­ner­finger ist.

    In der Provinz kommt morgens ein Bus, sofern der Musel­fahrer geneigt ist die Halte­stelle anzu­steuern. Und wenn die gehbe­hin­derte Oma es mit dem „Einsteigen“ nicht ganz alleine schafft, dann fährt der Bus ganz entspannt ohne die Oma weiter. Morgen kommt ja auch noch ein Bus, sofern es kein Feiertag ist

    Werter Frans Timmer­mans, weißt Du nicht, daß Dein EU-Wärme­däm­mungs­zirkus, das Wohnen unbe­zahlbar macht. Rent­nern fehlt das Geld für Bus, Bahn und Taxi schon lange. Geburts­tags­ge­schenke für Enkel sind inzwi­schen eben­falls nicht mehr möglich.

    Lieber Franz, zieh doch bitte mal für ein halbes Jahr bei einer Oma im länd­li­chen Nord­hessen ein, und genieße zusammen mit ihr Deine tollen EU-Errungenschaften!

    Ich jeden­falls bete täglich zu den Göttern und bitte darum, daß sie das EU-System genau so restlos vernichten, wie es im Alten Testa­ment beschrieben wird.

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