Heute ist der Gedenktag an die Opfer der kommu­nis­ti­schen Diktaturen

Zsolna Ugron (Fotoquelle: YouTube)

MAN HAT IHRE WELT AUSGELÖSCHT
Von Zsolna UGRON *)

„Mein Groß­vater väter­li­cher­seits wurde vom Klau­sen­burger Haupt­platz weg nach Sibi­rien depor­tiert. Er ging mit Über­zieher und Hut hinaus. Aber er hatte Glück. Er kam später wenigs­tens wieder nach Hause. Man nahm ihm dann natür­lich sein Geld ab. Ande­rer­seits wurde jeder Hoch­schul­ab­sol­vent abge­schoben und profund ausge­bil­dete Menschen wurden in die Eisen­fa­brik oder in die Gießerei geschickt. Selbst die hatten Glück. Viele Verwandte und Freunde landeten hingegen im Donau­delta, in einem Arbeitslager.

Man hat ihre Welt ausge­löscht. Man hat das Leben der Menschen ausge­löscht, ihnen Jahre und Hoff­nung auf Frei­heit geraubt. Man hat ihnen ihre Vergan­gen­heit und ihre Zukunft genommen. Gedenken wir ihrer.

Acht­hun­dert­tau­send Ungarn wurden in den Gulag verbracht, obwohl ich heute im Radio gehört habe, dass auf Basis der jüngsten russi­schen Archiv­listen diese Zahl viel­leicht sogar eine Million sein kann. Mindes­tens drei­hun­dert­tau­send sind nie wieder nach Hause gekommen. Gedenken wir ihrer.

Quelle: http://tortenelem.mandiner.hu/cikk/20160225_ugron_zsolna_kiradiroztak_a_vilagukat

*) Schrift­stel­lerin und Jour­na­listin, geb. 1978 in Klau­sen­burg (ung. Kolozsvár, rumän. Cluj), vgl. https://hu.wikipedia.org/wiki/Ugron_Zsolna

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