Indien: Schutz von Christen für Bundes­ge­richt ohne Dringlichkeit

Gewalt gegen Christen erreicht höchsten Stand seit fünf Jahren

Führende indi­sche Kirchen­ver­treter haben beim Obersten Gericht ihres Landes um Schutz für Christen gebeten. Wegen der häufigen Über­griffe auf Kirchen und einzelne Christen bean­tragten sie am 4. März einen zeit­nahen Termin für ihre Anhö­rung. Dieses Anliegen hat das Gericht nun mit dem Hinweis abge­wiesen, in der Sache bestehe keine erhöhte Dringlichkeit.

»Der Himmel wird schon nicht einstürzen«

Antrag­steller sind der Erzbi­schof von Banga­lore, Dr. Peter Machado, gemeinsam mit dem National Soli­da­rity Forum und der Evan­ge­lical Fellow­ship of India. Indiens Gerichte kämpfen mit einem Rück­stau an Fällen, so dass ohne eine Prio­ri­sie­rung des Antrags unge­wiss ist, wann das Gericht sich mit dem Anliegen befassen wird. Eine prio­ri­sierte Anhö­rung lehnte der Oberste Bundes­richter jetzt jedoch mit den Worten ab: »Es wird keinen [fest­ge­legten] Termin geben, es besteht keine Dring­lich­keit. Aber wir haben den Antrag zur Kenntnis genommen. Es wird nichts geschehen, der Himmel wird schon nicht einstürzen.«

In der Eingabe bitten die Antrag­steller den Obersten Gerichtshof unter anderem um die Einrich­tung einer Sonder­kom­mis­sion zur Regis­trie­rung von Straf­ver­fahren und zur straf­recht­li­chen Verfol­gung von Gruppen, die für Angriffe auf Christen verant­wort­lich sind; außerdem um Poli­zei­schutz für Christen, die von gewalt­samen Über­griffen bedroht werden sowie um die Iden­ti­fi­zie­rung und straf­recht­liche Verfol­gung von poli­ti­schen und sozialen Gruppen, die Gewalt gegen Christen den Boden bereiten.

Alar­mie­rende Zunahme von Angriffen auf Christen

2021 war laut des über­kon­fes­sio­nellen United Chris­tian Forum for Human Rights in Indien das »gewalt­tä­tigste Jahr für Christen«.Auch die Forschungs­gruppe World Watch Rese­arch von Open Doors kommt in ihren jähr­li­chen Unter­su­chungen zum Welt­ver­fol­gungs­index zu dem Ergebnis, dass die Gewalt gegen Christen im aktu­ellen Berichts­jahr (1.Oktober 2020 bis 30. September 2021) das höchste Niveau der vergan­genen fünf Jahre erreicht hat. Bereits nach dem Amts­an­tritt von Premier­mi­nister Modi im Jahr 2014 hatte sich die Lage der Christen deut­lich verschlech­tert. Die Verfol­gung und Diskri­mi­nie­rung von Christen bewegt sich seit fünf Jahren insge­samt auf extrem hohem Niveau.

Vor diesem Hinter­grund sieht Rinzen Baleng, Spre­cherin von Open Doors, die Haltung des Gerichts kritisch: »Die alar­mie­rende Zunahme von Angriffen auf Christen und ihr Eigentum in ganz Indien erfor­dert drin­gende Schutz­maß­nahmen. Wenn die Gerichte abwarten, bis die Angriffe weiter eska­lieren, bevor wirk­same Maßnahmen ergriffen werden, könnte es bereits zu spät sein.«

Auf dem Welt­ver­fol­gungs­index 2022 belegt Indien den 10. Platz unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glau­bens verfolgt werden.

Quelle: Open Doors – Im Dienst der verfolgten Christen weltweit.

4 Kommentare

  1. @We Will Replace All People Who Claim There Is A Great Repla­ce­ment Underway

    Da stimme ich zu. Aller­dings Früh­christen, die nicht das gewalt­tä­tige Chris­tentum der katho­li­schen Kirche ausübten.

  2. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hindus gegen Christen vorgehen – kommt vermut­lich aus der dafür hinläng­lich bekannten Is Laaahm-Ecke, der sich vermut­lich auch in India durch die Massen­ge­bä­rerei von denen immer weiter ausbreitet und bereits in den Insti­tu­tionen sitzt – meiner Vermu­tung nach.

  3. „Indien: Schutz von Christen für Bundes­ge­richt ohne Dringlichkeit.“
    Das wundert den Kenner nicht. Indien hat 500 Jahre unter den christ­li­chen Erobe­rern schwers­tens gelitten, von Vasco da Gama bis hin zu dem briti­schen Größen­wahn, die Welt zu seinem Eigentum zu machen.

    Konse­quen­ter­weise hätte es heißen müssen: Indien: Schutz vor Christen ist für Bundes­ge­richt beson­dere Dringlichkeit.

    Vergelts Gott!

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    • Christen waren in Goa, zur Über­ra­schung von Vasco da Gama und seinen Leuten, schon seit der Antike konti­nu­ier­lich ansässig.
      Im Gegen­satz zum Is-der-so-Lahm.

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