Inter­view mit Maurizio Blondet:
Die Geheim­ge­sell­schaft „Skull and Bones“, die Neue Welt­ord­nung und wirt­schaft­liche Komplotte

Das folgende Inter­view führte der Schrift­steller und Forscher Giuseppe Cosco (Direktor des italie­ni­schen Zentrums für Geheim­dienste und Sonder­un­ter­su­chungen, CIIS) mit Maurizio Blondet. Maurizio Blondet ist ein dissi­denter, tradi­tio­na­lis­ti­scher katho­li­scher Ermittler, der seine Arbeit auf die verbor­genen Kräfte konzen­triert hat. Er hat verschie­dene Macht­pläne in Bezug auf Organ­handel, Pädo­philie und bestimmte poli­ti­sche Verschwö­rungen aufge­deckt. Diese Arbeiten haben ihm den syste­ma­ti­schen Angriff der Anti-Defa­ma­tion League einge­bracht. Wir repro­du­zieren dieses alte Inter­view, das auf einige Verän­de­rungen hinweist, die seiner­zeit bereits Konturen annahmen und heute Realität geworden sind: so die Erläu­te­rungen zur Skull and Bones-Gesell­schaft, durch die künf­tige Führer der finanz­po­li­ti­schen Elite der USA aufge­stiegen sind, die Komplotte, durch die einige von ihnen zur Macht gelangten, oder ihre Infil­tra­tion der Kirche.

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Giuseppe Cosco: Doktor Blondet, Sie haben die Geschichte von „Skull and Bones“ unter­sucht. Was können Sie uns über diese myste­riöse Geheim­ge­sell­schaft erzählen?

Maurizio Blondet: Dies ist ein Geheim­bund, der ursprüng­lich Studenten vorbe­halten war und 1832 gegründet wurde, als einige Studenten der Yale Univer­sity, einer der führenden ameri­ka­ni­schen Univer­si­täten, vom ameri­ka­ni­schen Patri­ziat ausge­wählt wurden. Pro Jahr wurden zwölf ausge­wählt. Es ist bekannt, dass Georges Bush Senior, der frühere Präsi­dent der Verei­nigten Staaten, einer von ihnen war und vor ihm sein Vater und nach ihm natür­lich sein Sohn, soferne dieser Sohn über­haupt Vorle­sungen an der Yale Univer­sity bekegen konnte, was wir bezwei­feln. Der repu­bli­ka­ni­sche Präsi­dent­schafts­kan­didat hat meiner Meinung nach nicht die Quali­fi­zie­rung dafür [Anmer­kung: Das Inter­view datiert vor der Wahl von Bush Junior]. Man kann jedoch mit einiger Sicher­heit sagen, dass er Teil dieser Sekte ist. Viel­leicht nur nomi­nell, aber er kommt sicher­lich aus dieser Umge­bung. Die Familie Bush steht der Bankier­fa­milie Harriman sehr nahe, einer der mäch­tigsten Gruppen im ameri­ka­ni­schen Estab­lish­ment.

Giuseppe Cosco: Kann man sagen, dass Skull and Bones auch in die CIA inves­tiert hat, weil G.W. Bush ja bekannt­lich der Direktor dieser Insti­tu­tion war?

Maurizio Blondet: Offen­sicht­lich gibt es keine direkte Bezie­hung zwischen Skull and Bones und der CIA. Die Dinge sind nicht so einfach. Es ist jedoch wahr, dass mehrere CIA-Direk­toren Mitglieder von Skull and Bones waren. Im Allge­meinen besteht das Ziel einer solchen Gesell­schaft darin, gleich­alt­rige Gruppen von Männern zu bilden, aber auch Gruppen zwischen den Genera­tionen, die sich je nach den Umständen gegen­seitig helfen. Wir wissen auch ganz sicher, dass die Ideo­logie der Bruder­schaft über die Linke und die Rechte hinaus­geht. Für sie sind „rechts“ und „links“ Elemente einer Dialektik, die sie ausnutzen. Skull and Bones reprä­sen­tiert eine Gruppe von Gnos­ti­kern, die ganz spezi­fisch an allen poli­ti­schen Manö­vern teil­nehmen wollen, so dass sie manchmal eine Ideo­logie verwenden, die einmal der „Rechten“ und ein andermal der „Linken“ zuge­schrieben wird. Diese Leute stellen sich sowieso über diese Unter­schei­dungen. Es ist zum Beispiel kein Zufall, dass Harriman der Bankier war, der zum Botschafter der Verei­nigten Staaten in der Sowjet­union ernannt wurde. Auf diese Weise konnten sie Stalin und seinem Regime sehr wich­tige Hilfe anbieten, während sie sich öffent­lich immer als Anti­kom­mu­nisten prokla­mierten. Er war Teil dieser Gruppe von Bankiers, an die wir uns heute nicht mehr erin­nern und die das sowje­ti­sche System auch unter Gorbat­schow immer unter­stützten.

Auf dem sechsten Platz links George W. Bush

Giuseppe Cosco: Um in die Skull and Bones-Gesell­schaft aufge­nommen zu werden, muss man US-Bürger sein oder werden auch Mitglieder aus anderen Nationen zuge­lassen?

Maurizio Blondet: Ich weiß es nicht. Es scheint mir unwahr­schein­lich, dass Nicht-Ameri­kaner Mitglieder werden möchten, obwohl wir unter den Mitglie­dern einige Briten fest­stellen können. Was wir jedoch bestä­tigen können, ist, dass es sicher­lich keine Mexi­kaner oder Italiener unter den Mitglie­dern gibt.

Giuseppe Cosco: Hat die Geschichte der Sekte der „briti­schen Israe­liten“ etwas mit der Skull and Bones-Gesell­schaft zu tun?

Maurizio Blondet: Soweit ich weiß, sind die briti­schen Israe­liten nicht direkt mit Skull and Bones verbunden.

Giuseppe CoscoSkull and Bones werden seit dem späten 19. Jahr­hun­dert verdäch­tigt, Sata­nismus zu prak­ti­zieren. Halten Sie das für wahr­schein­lich?

Maurizio Blondet: Wir können es nur vermuten. Wir wissen einfach, dass es ein Ritual mit Knochen des india­ni­schen Häupt­lings Geronimo gibt, welche die Gruppe in ihrem Besitz hat. Diese Knochen werden in einem Raum in Yale aufbe­wahrt, der für normale Menschen unzu­gäng­lich ist, wo jedes Jahr das Initia­ti­ons­ri­tual statt­findet. Der Ritus ist zwei­fellos frei­mau­re­ri­schen Ursprungs, wie auch sein Stil zeigt, bei dem sich der Antrag­steller in einem Sarg befindet, um ein symbo­li­sches Ritual des Todes und der Wieder­ge­burt durch­zu­führen. Dann muss der Antrag­steller Dinge offen­legen, für die er sich schämt, und normal darüber spre­chen. Es geht dabei im Wesent­li­chen um Dinge, die damit zusam­men­hängen, wie man seine Sexua­lität auslebt. Das Ritual soll zu einer Art Reini­gung führen, die dieses Ritual auch zu einer Parodie des katho­li­schen Bekennt­nisses macht.

Giuseppe Cosco: Wird also ein esote­ri­scher Ritus gefeiert?

Maurizio Blondet: Ohne Zweifel. Es ist jedoch schwer zu sagen, dass Sata­nismus im engeren Sinne prak­ti­ziert wird. Wir vermuten auch, dass irgend­wann im Ritual eine Pries­terin eingreift, während die Gruppe ausschließ­lich aus Männern besteht. Daher spielt diese Frau eine Rolle in dieser Liturgie, aber sie kann nicht mit Sicher­heit defi­niert werden.

Giuseppe Cosco: Kann man sagen, dass der ehema­lige Präsi­dent Clinton Teil dieser Gesell­schaft war oder ist?

Maurizio Blondet: Nein. Clin­tons Geschichte ist anders. Er erhielt eine typisch angel­säch­si­sche Ausbil­dung. Er hat in England studiert und es scheint, dass er dort einen tiefen Ekel für das briti­sche Universum ausge­bildet hat. Al Gore [Anmer­kung: Vize­prä­si­dent während der Clinton-Regie­rung, der später in ein Umwelts­kom­plott invo­liert war und erst mit seiner Greta-Thun­berg-Insze­nie­rung wieder ins Rampen­licht trat] ist dagegen ein Mann aus einer ganz anderen Umge­bung. Al Gores Familie war im ameri­ka­ni­schen Estab­lish­ment immer mächtig, ebenso wie die Bushs, aber sie sind eher ein Teil des Estab­lish­ments, der als „rot“ gilt. Al Gores Vater stand dem berühmten Hammer, einem Juden, der Lenin als erster finan­ziell aushalf, immer kommer­ziell sehr nahe. Hammer starb vor einigen Jahren im Alter von 90 Jahren und hinter­ließ ein kolos­sales Vermögen. Während seines ganzen Lebens war er ein sowje­ti­scher Agent. Hammer war sehr berühmt: Er war es, der das „schmut­zige Geschäft“ mit der Sowjet­union machte und diese poli­ti­sche Mons­tro­sität unter­stützte, aber auch ohne die Hilfe des Westens wäre sie bald zusam­men­ge­bro­chen. Daher ist es kein Zufall, dass Al Gore kürz­lich einen „Fehler“ machte. Vor einigen Jahren hat der IWF den Verei­nigten Staaten unter äußerst schlechten Bedin­gungen 7 Milli­arden Dollar geliehen. Diese 7 Milli­arden wurden sofort ins Ausland inves­tiert, aber kein Cent davon floß offi­ziell nach Russ­land. Das Geld landete viel­mehr auf dem Konto der „Olig­ar­chen“ oder ehema­liger KGB-Agenten oder anderer Leute, die im neuen Russ­land zu „Geschäfts­leuten“ mutierten.

Al Gore und Greta Thun­berg

Giuseppe CoscoSkull and Bones wurde schon mal als ameri­ka­ni­sche Wieder­be­le­bung des Illu­mi­na­ten­or­dens oder der baye­ri­schen Illu­mi­naten von Weiss­haupt defi­niert. Was halten Sie davon?

Maurizio Blondet: Es ist möglich, aber ich glaube nicht, dass wir dies­be­züg­lich unwi­der­leg­bare Beweise vorlegen können. Es ist wahr­schein­li­cher, dass wir uns etwas allge­meiner und breiter gefasstes vorstellen, denn das Profil von Skull and Bones ist streng genommen nicht „revo­lu­tionär“. Es ist wahr, dass die Gesell­schaft inter­na­tio­na­lis­tisch und globa­lis­tisch in Bush-Manier ist, aber keines­falls revo­lu­tionär.

 

Giuseppe Cosco: Kann man sagen, dass diese Sekte für eine globale Rich­tung eintritt, die soge­nannte Neue Welt­ord­nung?

Maurizio Blondet: Das ist die Bedeu­tung, die Bush ihr gegeben hat. Präsi­dent Bush (Senior) sprach während des Krieges gegen den Irak als erster offen über die „Neue Welt­ord­nung“, die als Ergebnis dieses Krieges entstehen würde. Aber von da an entfal­teten sich die Wech­sel­fälle, die das plane­ta­ri­sche Schach­brett belebten, nicht genau so, wie er es sich vorge­stellt hatte. Tatsäch­lich haben wir es mit einer „Neuen Welt­ord­nung“ in Aktion zu tun, aber wir können nicht genau sagen, welche lang­fris­tigen Konse­quenzen dies haben wird. Die Welt­macht ist nicht mehr hinter der UN-Maske verborgen, sondern rückt direkt unter dem Ster­nen­banner vor. Die Verei­nigten Staaten bleiben die einzige Super­macht. Sie müssen sich nicht länger mit einem Kunst­kniff hinter den Vereinten Nationen verste­cken.

Giuseppe Cosco: Was ist das wahre Gesicht der soge­nannten „Neuen Welt­ord­nung“, die viele Menschen als „das höchste Gut“ betrachten?

Maurizio Blondet: Grund­sätz­lich ist die „Neue Welt­ord­nung“ der freie Kapi­tal­ver­kehr, und zwar noch vor dem freien Markt­ver­kehr, der an zweiter Stelle stehen würde. Dann kommt die Frei­zü­gig­keit von Personen, die an dritter Stelle stehen würden. Tatsäch­lich wird an der mexi­ka­ni­schen Grenze Kapital gerne ange­nommen, aber keine Menschen. Mit dieser „Neuen Welt­ord­nung“ werden verschie­dene aktu­elle Phäno­mene erklärt; nicht ein jedes sollte a priori verur­teilt werden. Wir müssen einige unserer übli­chen ideo­lo­gi­schen Posi­tionen über­prüfen, insbe­son­dere wenn sie negativ sind. Der selbst globa­li­sierte Kapi­ta­lismus funk­tio­niert und ist nicht immer schlecht. Die Länder, die vom globalen Kapi­ta­lismus profi­tieren, sind nicht immer Länder der „Ersten Welt“, sondern auch Länder, die eine Wieder­be­le­bung der Vita­lität erleben und ihre tiefen kultu­rellen Beson­der­heiten wieder­be­leben. Diese kultu­relle Wieder­be­le­bung war wahr­schein­lich nicht zu erwarten. Beispiel: Indien hat sich zu einem bedeu­tenden Soft­ware­ex­por­teur entwi­ckelt, da alle indi­schen Soft­ware-Giganten der Brah­manen-Kaste ange­hören, die aus Fami­lien besteht, in denen Sans­krit verwendet wird, d.h. eine klas­si­sche Sprache, über die auch noch eine abstrakte tradi­tio­nelle Mathe­matik Verbrei­tung findet. Vertreter dieser Gruppe spre­chen Englisch und produ­zieren Soft­ware auf Englisch, die auf dem Welt­markt weniger kostet. Ein weiteres von der Globa­li­sie­rung betrof­fenes Land wäre Spanien. Dieser Vorteil beruht auf einer bestimmten kultu­rellen Tatsache. Spanien ist seit fünf­hun­dert Jahren ein König­reich. Heute spre­chen welt­weit 400 Millionen Menschen Spanisch. Das spani­sche Estab­lish­ment wird zur domi­nie­renden Wirt­schafts­macht auf den südame­ri­ka­ni­schen Märkten. Spani­sche Banken sind dabei, Banken in Argen­ti­nien, Vene­zuela usw. zu erwerben. Ich war kürz­lich in Spanien und habe fest­ge­stellt, dass es dort keine antiglo­ba­lis­ti­schen kultu­rellen Auswir­kungen gibt, wie sie in Frank­reich, Italien und auch in Deutsch­land bestehen. Es ist kein Zufall, dass der Antiglo­ba­lismus das Gesicht der Linken einnimmt, also jener Kräfte, die inef­fek­tive Welt­re­gie­rungen hervor­ge­bracht haben.

Giuseppe Cosco: Was sind Ihrer Meinung nach die nega­tiven Aspekte der „Neuen Welt­ord­nung“?

Maurizio Blondet: Die nega­tiven Aspekte konzen­trieren sich offen­sicht­lich auf das Übermaß an Frei­zü­gig­keit von rein speku­la­tivem Kapital. Bei der geringsten Panik­be­we­gung verschwindet dieses Kapital in wenigen Minuten, denn jetzt bewegt sich elek­tro­ni­sches Geld mit der Geschwin­dig­keit der Tele­kom­mu­ni­ka­tion und lässt plötz­lich ganze Länder austrocknen und in schwere Wirt­schafts­krisen stürzen. Daher sind die nega­tiven Elemente der „Neuen Welt­ord­nung“ auf Phäno­mene zurück­zu­führen, die mit speku­la­tiven Finan­zie­rungen verbunden sind, und lassen riesige Blasen unbe­zahlter Schulden erkennen. In einigen latein­ame­ri­ka­ni­schen Ländern sind solche Auswir­kungen beson­ders drama­tisch. Ich denke zum Beispiel an Kolum­bien. Diese Länder sollten sich auf Bereiche spezia­li­sieren, in denen sie wett­be­werbs­fähig sind. Kolum­bien produ­ziert Koka. Ein Drittel seines Terri­to­riums wird bereits von ille­galen Unter­nehmen kontrol­liert, die es schon lange gibt. Offen­sicht­lich haben diese ein „linkes“ Etikett. Sie bestehen nämlich aus Drogen­händ­lern, die als Linke bezeichnet werden. Richard Grasso, der Direktor der New Yorker Börse [Anmer­kung: in den Jahren 1995 bis 2003], besuchte diese De-facto-Terro­risten, die die Bevöl­ke­rung terro­ri­sierten, Kinder töteten und an Angriffen teil­nahmen, die eines Pol Pot aus Kambo­dscha würdig waren, aber diese Ereig­nisse waren für Grasso offenbar nicht so wichtig. Grasso bot an, das Geld dieser Mafias an der New Yorker Börse zu „inves­tieren“. Wenn die ameri­ka­ni­sche Finanz­welt am Geld der kolum­bia­ni­schen Drogen­händler inter­es­siert ist, kann dies bedeuten, dass sie bald soge­nannte harte Drogen lega­li­sieren werden.

Der Direktor der New Yorker Börse, Richard Grasso, umarmt den Haupt­un­ter­händler der FARC-Guerillas, Komman­dant Raúl Reyes. Foto aufge­nommen Ende Juni 1999 im Bauern­haus „La Machaca“ in Kolum­bien.

Giuseppe Cosco: Einige Katho­liken haben Angst, dass die Umset­zung der totalen Globa­li­sie­rung zum Verschwinden der katho­li­schen Reli­gion führen wird. Denken Sie, dass diese Angst berech­tigt ist?

Maurizio Blondet: Dieje­nigen Kräfte, die das Aufkommen der „Neuen Welt­ord­nung“ wünschen, sind dem Katho­li­zismus feind­lich gesinnt. Ich denke dabei haupt­säch­lich an Bush. Und auch an Al Gore. Der Kampf gegen den Katho­li­zismus ist komplex, er beruht auf verschie­denen auto­nomen Phäno­menen, aber ich denke, es ist schwierig, direkt auf den Vatikan einzu­wirken. Das eigent­liche Problem liegt meiner Meinung nach in einer Art Endre­ak­tion des kleri­kalen Katho­li­zismus. Der hohe Klerus des Vati­kans selbst scheint eine Art lächelnden Nihi­lismus anzu­nehmen, der ihn dazu veran­lasst, den starken Inhalt der Ortho­doxie zu mini­mieren und wich­tige Medi­en­er­eig­nisse zu provo­zieren, die letzt­end­lich nur reine Erschei­nungen ohne Substanz sind. Die Dinge sind so weit gegangen, dass Massimo d’Alema, der Chef der linken Regie­rung in Italien, zu Weih­nachten seine Frau und seine Kinder zur Mitter­nachts­messe nach Beth­lehem mitnahm [Anmer­kung: In seiner Jugend war d’Alema Gene­ral­se­kretär des Italie­ners Jugend der Kommu­nis­ti­schen Partei und späterer Partei­vor­sit­zender. Er war der erste Regie­rungs­chef (1998–2000) der Euro­päi­schen Union, der aus dem Kommu­nismus stammte. 2006 wurde er zum italie­ni­schen Außen­mi­nister ernannt.] Es klingt trivial, aber es ist wirk­lich über­ra­schend: Wir haben es mit einem Poli­tiker zu tun, der an nichts glaubt und der seine Familie mitnimmt, um im Grunde genommen an einer Show von sehr sugges­tiver spiri­tu­eller Natur teil­zu­nehmen. Meiner Meinung nach wollen sie diese Umge­bungen beein­flussen, die jetzt im Nieder­gang begriffen sind.

Giuseppe Cosco: Ist die Kirche Ihrer Meinung nach nichts weiter als ein riesiges sugges­tives Spek­takel, das dazu bestimmt ist, die Massen zu beein­dru­cken?

Maurizio Blondet: De facto handelt es sich nur um eine Kirche des Spek­ta­kels, die von dieser Art von athe­is­ti­schem insti­tu­tio­nellem Kleri­ka­lismus gespon­sert wird, weil es heute einen trüge­ri­schen Klerus gibt, der links und athe­is­tisch ist. Bestimmte Verhal­tens­weisen der Kirche, wie die fort­wäh­rende Bitte um „Verge­bung“, lassen echte Katho­liken ratlos zurück und erobern im Gegen­teil die aufmerk­samen Ohren des insti­tu­tio­nellen Konsenses der Linken oder bestimmter Schichten der Bevöl­ke­rung, die vorher nicht mit der Kirche verbunden waren und nicht reli­giös sind.

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