Italie­ni­sche Häfen: Streik gegen Green Pass verschärft sich, die Regie­rung lenkt ein, aber nicht genug

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Die Verpflich­tung, ab dem 15. Oktober den Green Pass (den italie­ni­schen Gesund­heits­pass) für alle italie­ni­schen Arbeit­nehmer einzu­führen, bringt Italien an den Rand des Chaos: Engpässe, leere Regale in den Super­märkten und eine Lähmung der Wirt­schaft sind zu erwarten, wenn der von den Hafen­ar­bei­tern begon­nene Streik weiter anhält. Die Hafen­ar­beiter kündigten gestern an, dass sie den Betrieb ab Freitag, dem 15. Mai, voll­ständig blockieren werden, da dann die Pflicht zur Ausstel­lung eines Green Pass beginnt. Es gibt keinen Verhand­lungs­spiel­raum. Das Rund­schreiben des Innen­mi­nis­te­riums, in dem die Unter­nehmen des Sektors aufge­for­dert wurden, die Möglich­keit kosten­loser Tests für die Beschäf­tigten zu prüfen, wurde von der Koor­di­nie­rung der Beschäf­tigten des Hafens von Triest (CLPT) abge­lehnt. Die CLPT ist die führende gewerk­schaft­liche Kraft bei der Demons­tra­tion gegen den Gesund­heits­pass am vergan­genen Montag, an der 15.000 Bürger teil­ge­nommen haben.
 

Der italie­ni­sche Arbeit­neh­mer­aus­schuss weist erneut darauf hin, dass der Hafen von Triest ab dem 15. Oktober gesperrt wird, wenn die Verpflich­tung zur Ausstel­lung eines Gesund­heits­passes nicht aufge­hoben wird. Aber nicht nur dieser Hafen ist in Gefahr: „Heute wird es Über­ra­schungen geben, denn nicht nur der Hafen von Triest wird still­stehen. Auch der Hafen von Genua? Ich würde nicht in Genua anhalten, denn fast alle Häfen werden streiken. Heute Abend wird sich das bestä­tigen“, so Stefano Puzzer, Spre­cher der Hafen­ar­beiter von Triest, der die Blockade im Vorfeld der für Freitag geplanten Ausstel­lung des Green Pass für den Zugang zur Arbeit ange­kün­digt hat, gegen­über der Huffington Post. „Die einzige Möglich­keit, die sie uns bieten können, ist die Rück­nahme des Green Pass“, fügte er hinzu. „Der wirt­schaft­liche Schaden einer Blockade des Hafens von Triest? Dieser wird allein durch die Hart­nä­ckig­keit der italie­ni­schen Regie­rung bei der Aufrecht­erhal­tung dieser Maßnahme verur­sacht. Wir hoffen, dass alle Euro­päer der italie­ni­schen Regie­rung die Ohren lang ziehen, damit sie dieses Dekret zurück­zieht. Nein zur Diskri­mi­nie­rung, wir sind bereit, alle Häfen zu blockieren. Der nächste Freitag wird ein schwarzer Freitag sein.“ Einigen Daten des Hafens von Triest zufolge liegt der Prozent­satz der nicht geimpften Arbeit­nehmer bei fast 40 %.

„Ich hoffe, dass wir mit gesundem Menschen­ver­stand ein Gleich­ge­wicht errei­chen können“, andern­falls „riskieren wir, enormen Schaden anzu­richten“, kommen­tierte der Präsi­dent der Konfe­renz der Regionen, Massi­mi­liano Fedriga.

Auch in Gioia Tauro, einem anderen großen italie­ni­schen Hafen, ist die Lage nicht eindeutig. Aus Gewerk­schafts­kreisen ist zu hören, dass es derzeit keine Anzei­chen für Proteste gibt, aber da die Verpflich­tung in einigen Tagen beginnt, ist nicht auszu­schließen, dass die Anwen­dung der Rechts­vor­schriften in den nächsten Stunden Reak­tionen der Arbeit­nehmer hervor­rufen wird. Der Prozent­satz der Arbeit­nehmer ohne Green Pass ist hoch.

Aber nach den Häfen könnten auch die Trans­port- und Logis­tik­un­ter­nehmen streiken: „Es besteht die Gefahr einer Blockade, einer Lähmung des natio­nalen Logis­tik­sys­tems“, warnte Ivano Russo, Gene­ral­di­rektor von Confetra, einem Verband von Trans­port- und Logis­tik­ver­bänden. „Unser Verband vereint 400.000 Auto­fahrer, und wir schätzen, dass 30 % von ihnen keinen Green Pass haben und in einigen Tagen aufhören müssen. Sowie verschie­dene Unter­nehmen wie Elec­trolux Italia in Suse­gana, die am 15. mit einem Gene­ral­streik beginnen werden, der heute von den Gewerk­schafts­ver­tre­tern beschlossen und ange­kün­digt wurde.

Um die Unzu­frie­den­heit zu besänf­tigen, hat das Innen­mi­nis­te­rium gestern einen Rück­zieher gemacht und die Hafen­ge­sell­schaften aufge­for­dert, abwei­chend von der natio­nalen Gesetz­ge­bung kosten­lose PCR- oder Anti-Gentests zur Verfü­gung zu stellen, um die Blockade der Häfen zu vermeiden. Der Ausschuss der Hafen­ar­beiter hält diese Maßnahme für unzu­rei­chend und fordert die voll­stän­dige Abschaf­fung des Passes.

Die Bestim­mung würde „doppelte Stan­dards zwischen verschie­denen Wirt­schafts­sek­toren“ schaffen, und „es wäre ein schwerer Fehler“, sagte der Präsi­dent des Regio­nal­rats von Friaul-Julisch Vene­tien, Piero Mauro Zanin. „Kosten­lose Schnell­ab­striche für Arbeit­nehmer (im Hafen von Triest) ohne Green Pass, um Probleme zu vermeiden? Und für die anderen Millionen von Arbeit­neh­mern gilt das nicht? Anstelle der Unter­nehmen sollte der Staat einen Beitrag leisten. Die gegen­wär­tige Situa­tion ist unzu­rei­chend“, rief Lega-Chef Matteo Salvini, der sich für kosten­lose Tests für alle einsetzt.

In nur wenigen Tagen wurde der italie­ni­sche Regie­rungs­chef Draghi Opfer einer „nega­tiven Stim­mung von über 50 %“.

Quelle: MPI


4 Kommentare

  1. Eswäre wünschens­wert, würden sich in ganz Europa die Menschen dagegen auflehnen und einfach mal einen verab­re­deten Tag nicht zur Arbeit erscheinen. Verhun­gern würde deshalb niemand und einpaar Einschrän­kungen könnte man hinnehmen. Unsere Vorfahren haben noch ihr Leben für die Frei­heit geop­fert. Die Weich­eier heute warten auf einen Erlöser. Nun, da dieser nicht am Hori­zont einfach so auftau­chen wird, sehen wir harten und bitteren Zeiten entgegen!

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  2. Vergessen Sie nicht, dass Mario Draghi ( Super Mario) in der EU 2014, einen Nega­tiv­zins einge­führt hat. Ein Zeichen der System­zer­stö­rung, nicht der Rettung? Im selben Jahr lud er Black­Rock-Chef Larry Fink nach Europa ein, um sie zu retten??? Ein zu gefähr­li­cher Wolf im Schafs­pelz. 2019 bezeich­nete Paul Krugman (New York Times contri­butor and ??? ) Mario Draghi als „den größten Zentral­banker der Neuzeit.
    Vor dem Krieg wurde Geld benö­tigt, um Waffen zu kaufen. Jetzt sind Finanzen Waffen im Kriegs­zu­stand. Vor allem seit der Abschaf­fung des Gold­stan­dards. Die Haupt­ak­teure (der Hasar­deure) sitzen meist in der zweiten Reihe. Oder das dritte…

    “ Während des Nomi­nie­rungs­pro­zesses (2011) wurden einige Bedenken über Draghis frühere Beschäf­ti­gung bei Goldman Sachs geäußert.[33][47] Als Mitglied der von der Rocke­feller Foun­da­tion gegrün­deten Group of Thirty wurde ihm im Spiegel, Tagesschau.de und Die Welt ein Inter­es­sen­kon­flikt als Präsi­dent der EZB vorgeworfen.“
    Auch mehr von Quan­ti­ta­tive Easing:
    “ In einem drama­ti­schen Kurswneu trans­at­lan­tisch n Jackson Hole Consensus kündigte Mario Draghi, Präsi­dent der Euro­päi­schen Zentral­bank, am 22. Januar 2015 ein „erwei­tertes Programm zum Ankauf von Vermö­gens­werten“ an, wo monat­lich 60 Milli­arden Euro an Anleihen des Euro-Währungs­ge­biets von Zentral­staaten, Agen­turen und euro­päi­schen Insti­tu­tionen gekauft würden.“
    Bekommt er zu viele Ideen von tran­sa­ta­ni­ti­schen Bossen? Drucken Baby, drucken. Fiat-Geld. Dann werden dieselben, die die Probleme verur­sacht haben, Europa retten mit NWO?

  3. Das kann noch recht lustig werden: Die Italiener sind erfah­rene Streiker – da wird Draghi eine
    fette Krot schlu­cken müssen – Mahlzeit !

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    • Tja – der feuer­spu­ckende Drache brönnt nun selbst – zumin­dest sein Conterfei auf dem Plakat. – Soll er dorthin zurück­fahren, wo er einst herkam – m. E..

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