Jähr­lich werden eine Million Container zwischen Europa und China verkehren

Der Containerzug vom Bahnhof Shijiazhuang (südwestlich von Peking) nach Hamburg trat Mitte April seine Reise mit 100 Containern an · Foto: Zhang Xiaofeng / Xinhua

Von Gyula Jámbor

Der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr zwischen Europa und China wächst rasant, im vergan­genen Jahr um 64 Prozent. Die verkehrs­reichsten Routen der „Neuen Seiden­straße“ verlaufen durch Russ­land, Kasach­stan und Weiß­russ­land, und der einzige Betreiber der Region, UTLC ERA, erwartet, dass der Verkehr inner­halb weniger Jahre eine Million Container pro Jahr errei­chen wird.

Bis 2025 könnte der Güter­um­schlag auf der eura­si­schen Breit­spur­strecke auf rund eine Million Stan­dard­con­tainer (TEU) anwachsen, sagte Alexey Grom, Gene­ral­di­rektor des russisch-kasa­chisch-weiß­rus­si­schen Logis­tik­dienst­leis­ters United Trans­port and Logistics Company – Eura­sian Rail Alli­ance (UTLC ERA), gegen­über der Süddeut­schen Zeitung. Die Epidemie hat dazu geführt, dass der Schie­nen­ver­kehr im Jahr 2020 stark zunimmt. Dieser Trend zeigt, dass es heute nicht so sehr darum geht, die Geschwin­dig­keit der Züge zu erhöhen, sondern viel­mehr darum, den Fahr­plan einzu­halten und die Grenz­über­gänge zu beschleu­nigen“, erklärt Grom.

Die UTLC ERA, die für 91 Prozent aller Bahn­trans­porte auf der „Neuen Seiden­straße“ verant­wort­lich ist, trans­por­tierte im vergan­genen Jahr 546.900 TEU von Europa nach China und zurück. Dies entspricht einer Stei­ge­rung von 64 Prozent im Vergleich zu 2019.

Insbe­son­dere medi­zi­ni­scher Bedarf und Geräte, Auto­mobil- und Elek­tronik­kom­po­nenten sowie Kälte­mittel wurden mit der Breit­spur­bahn trans­por­tiert. Positiv wirkte sich auch aus, dass Russ­land seit Früh­jahr 2020 den Trans­port von soge­nannten Sank­ti­ons­gü­tern, insbe­son­dere von Obst, Gemüse und hoch­wer­tigen Lebens­mit­teln, erlaubt.

Der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr zwischen Europa und China, der trotz allen Wachs­tums nur etwa drei Prozent des gesamten Trans­port­mixes ausmacht, ergänzt zuneh­mend die Seefracht.

Obwohl der Trans­port von Gütern auf dem Seeweg billiger ist als auf der Schiene, dauert er viele Wochen, manchmal sogar Monate. Aller­dings werden die Fahrt­zeiten auf der Schiene immer kürzer und liegen derzeit bei durch­schnitt­lich zwölf Tagen.

Die Anzahl der tägli­chen Züge nimmt zu. Es muss auch berück­sich­tigt werden, dass der Schie­nen­ver­kehr 95 % weniger CO2-Emis­sionen verur­sacht als der Luftverkehr.

„Es ist wichtig, dass die im eura­si­schen Eisen­bahn­kor­ridor tätigen Unter­nehmen aus dem Westen und dem Osten nicht mitein­ander konkur­rieren, sondern ihre Kräfte bündeln“, sagte Fabio Amato, Vize­prä­si­dent der italie­ni­schen Eisen­bahn­ge­sell­schaft Merci­talia Rail.

Laut den UTLC ERA-Daten sind 21 Länder und 92 Städte mit dem eura­si­schen Contai­ner­ver­kehr verbunden. Die Vorteile der Bahn sind in Deutsch­land beson­ders spürbar.

Fast die Hälfte der Güter­züge zwischen China und Europa sind für Deutsch­land bestimmt und machen das Land zu einer Dreh­scheibe zwischen Europa und China.

DB Cargo Eurasia, ein Toch­ter­un­ter­nehmen der Deut­schen Bahn, hat im vergan­genen Jahr 12.000 Züge und 200.000 Container trans­por­tiert – 3.000 Züge mehr als im Jahr 2019. Die Züge verkehren zwischen Duis­burg und Hamburg und den Wirt­schafts­zen­tren Chinas auf einer Strecke von rund 11.000 Kilometern.

Quelle: Magyar Nemzet


2 Kommentare

  1. Die Bahn spart 95% gegen­über dem Luft­ver­kehr an Emissionen.
    Vermut­lich spart sie auch mehrere tausend % gegen­über dem Schiffs­ver­kehr, der den Sonder­müll Schweröl als Treib­stoff unge­fil­tert abbläst. Angeb­lich erzeugen die 15 größten Contai­ner­frachter die Emis­sionen entspre­chend des gesamten welt­weiten PKW-Verkehrs.

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