Jahr­hun­dert­pro­jekt – „Die neue Seidenstraße“

CC / HK

Die Rück­kehr des Konti­nents und
Repo­si­tio­nie­rung raum­ferner Mächte

von Fried­rich P. Ost

Zwei Jahr­hun­dert­mo­delle im Vergleich

Die Gnade der rechten Geburt gestattet gleich zwei Jahr­hun­dert­pro­jekte zu beleuchten: Zum einen ‚100 Jahre Neue Welt­ord­nung, die unter Woodrow Wilson durch die Kriegs­er­klä­rungen der USA an das Deut­sche Reich am 6. April 1917 und an die Öster­rei­chisch-Unga­ri­sche Monar­chie am 7. Dezember 1917 ihren Ursprung fand. Zum anderen die ‚Belt & Road Initia­tive (BRI) – ein globales Projekt zur Erschlie­ßung der Konti­nente – welches die chine­si­schen Staats­füh­rung im Jahr 2013 der Welt­öf­fent­lich­keit vorge­stellt hatte.

Das Para­dies auf Erden, wie einst vom ameri­ka­ni­schen Präsi­denten verheißen, ward nie gesehen. Ganz im Gegen­teil: 100 Jahre später gleicht die EU einer Wagen­burg, die in ihrer (fran­zö­si­schen) Mitte schon in Flammen steht – während die Länder der Peri­pherie, wie Ukraine, Syrien, Irak, Yemen oder Libyen in Schutt und Asche liegen. Frank­reich erklärte im November 2015 den Ausnahme- und Kriegs­zu­stand und schaffte es dank Artikel 42.7 der Beistands­ver­pflich­tung des EU Vertrages von Lissabon selbst Deutsch­land in den Krieg zu ziehen. So hat sich der Traum vom soge­nannten ‚Frie­dens­pro­jekt EU‘ sehr schnell in Rauch und Flammen aufgelöst:

Debut des Frie­dens­pro­jekts EU am 28.11.2020 in Paris:

Ein Branch der Natio­nal­bank Frank­reichs in Flammen
Quelle: www.youtube.com/watch?v=wQ9seE–OLg

Doch das euro­päi­sche Modell der libe­ralen Markt­wirt­schaft scheint gleich­falls vor dem Aus zu stehen: Die mit dem atlan­ti­schen Casi­no­ka­pi­ta­lismus verzahnten euro­päi­schen Volks­wirt­schaften werden von Zentral­banken beherrscht, die auf die Geld­presse setzen und bis zum Zusam­men­bruch sich nur von einer Finanz­krise zur nächsten quälen. Selbst ein Smart Virus mit geballter Medi­en­hys­terie vermochte nur kurz­fristig abzu­lenken, doch hat unter dem Strich besagte Finanz­mi­sere noch weiter verschärft.

Die Kultur­na­tion China und zweit­größte Volks­wirt­schaft der Welt hat die besagten Kala­mi­täten erkannt und die inter­na­tio­nale Staa­ten­ge­mein­schaft zur Teil­nahme an der globalen Indus­tria­li­sie­rungs­in­itia­tive im neuen Jahr­tau­send einge­laden: Diese bezweckt mit den Mitteln der Real­wirt­schaft fehlende Infra­struktur aufzu­bauen, bisher vernach­läs­sigte Regionen zu erschließen, das heißt durch Indus­tria­li­sie­rung der Welt­wirt­schaft insge­samt neue Impulse zu verleihen. Es gilt die Grund­idee der antiken Seiden­straße mit modernen Mitteln neu zu gestalten, bisher vernach­läs­sigte Regionen durch Wirt­schafts­kor­ri­dore zu verbinden und Indus­tria­li­sie­rung nach­haltig voran­zu­treiben. Der erste Schritt sieht vor Eura­sien durch sechs Land­kor­ri­dore zu verbinden und über die soge­nannte ‚Mari­time Seiden­straße des 21. Jahr­hun­derts‘ auch Afrika und die raum­fernen ameri­ka­ni­schen Konti­nente stärker noch einzu­binden. Bisher haben sich schon mehr als 150 Staaten samt inter­na­tio­nalen Orga­ni­sa­tionen der chine­si­schen Initia­tive angeschlossen.

Der Desta­bi­li­sie­rungs­bogen als Eiserner Vorhang 2.0 soll die Land­ver­bin­dungen nach Europa kappen!

Geschicht­li­cher Rückblick

Es war vor 500 Jahren als aufstre­bende Seemächte im Kampf um globale Vorherr­schaft gegen die bisher alles beherr­schende Land­mächte antraten: Im Jahr 1492 entdeckte Chris­toph Kolumbus Amerika. Fünf Jahre später umrun­dete Vasco Da Gama Afrika auf seiner Suche eines Seeweges nach Asien, nachdem die Osmanen 1452 Konstan­ti­nopel erobert, das Oströ­mi­sche Reich nieder­ge­worfen und Europa von der Seiden­straße abge­schnitten hatten. Die neue Seeroute nach Asien führte um das Kap der Guten Hoff­nung nach Indien/Goa, durch die Straße von Malakka nach China/Macao und weiter bis Japan/Nagasaki. Jene Entde­ckungen leiteten einen Para­dig­men­wechsel größter histo­ri­scher Trag­weite ein: Die bis dahin für unmög­lich gehal­tene Macht­ver­schie­bung von bisher über­mächtig erschei­nenden Land­mächten zu anfäng­lich schwach wirkenden See- & Rand­mächten sollte nach nur 400 Jahren ganz voll­zogen sein.

Davor waren es die Land­mächte, welche die Geschichte schrieben: Rom, das im 1. Jahr­hun­dert die Küsten­ge­biete rund um das Mittel­meer kontrol­lierte stand mit dem China der Han Dynastie über ein Netz von Land­ver­bin­dungen in regem wirt­schaft­li­chen Verkehr. Das römi­sche Handels­de­fizit mit China veran­lasste Kaiser Tibe­rius (42 AC – 37 AD) per Dekret den Import von Seide aus China zu dros­seln, um dem zu hohen Abfluss römi­scher Gold­re­serven entge­gen­zu­wirken: Man schätzt heute, dass China im 1. Jahr­hun­dert AD aus dem Seiden­ex­port rund fünf Millionen Unzen römi­schen Goldes – nach heutigem Wert ca. 5 Milli­arden Euro – an Einnahmen erzielte. Der Name ‚Seiden­straße wurde im Jahr 1877 vom deut­schen Geologen Ferdi­nand von Richt­hofen, einem Onkel des Roten Barons – dem Jagd­flie­gerass aus dem 1. Welt­krieg – erst­mals geprägt.

Der Aufstieg von Byzanz

Der Einfall der Hunnen in Europa löste die Völker­wan­de­rung aus und führte im Jahr 476 AD zum Fall von Rom. Der Unter­gang des West­rö­mi­schen Reiches machte Ostrom mit seiner Haupt­stadt Byzanz zum neuen Zentrum römi­scher Macht und abend­län­di­scher Kultur. Begüns­tigt durch seine Lage am west­li­chen Knoten­punkt der Seiden­straße stieg Konstan­ti­nopel zwischen dem 9. und 11. Jahr­hun­dert zur reichsten Stadt Europas auf, während China unter der Tang Dynastie (618 – 907) sein ‚Goldenes Zeit­alter erlebte. Nicht zufällig war die römi­sche Metro­pole auf einer geogra­phi­schen Grenze genau zwischen Asien und Europa gelegen.

China war zu jener Zeit in seiner zivi­li­sa­to­ri­schen Entwick­lung Europa um hunderte Jahre voraus. Es beherrschte exklusiv Tech­no­lo­gien und Fertig­keiten, wie sie im Schiffsbau oder für die Herstel­lung von Papier, Druck- oder Textil­ma­schinen, Schieß­pulver oder dem Kompass erfor­der­lich waren. Während im Jahr 1200 in Europa nur 8 Millionen Deut­sche lebten, zählte China zu jenem Zeit­punkt schon 115 Millionen Einwohner. Auch hatte China schon 1000 Jahre zuvor gemäß dem konfu­zia­ni­schen System begonnen, seine Verwal­tungs­be­amten nach einem leis­tungs­ori­en­tierten Prüfungs­system auszu­wählen, während im heutigen dege­ne­rierten Europa ein Quoten­system nach geschlecht­li­cher Abstam­mung mit umge­kehrten Leis­tungs­kri­te­rien auf breiter Front Einzug hält.

Die Mongolen, welche im Jahr 1219 Peking, 1237 Kiew und 1258 Bagdad eroberten, errich­teten ein Groß­reich, welches von Ostasien bis nach Europa reichte. Die ‚Pax Mongolia mit ihren gesi­cherten Handels­routen zwischen Ost und West vermochte wirt­schaft­li­chen und kultu­rellen Austausch auf neuen Höchst­stand zu bringen. Marco Polo (1271 – 1295) konnte über die Seiden­straße an den mongo­li­schen Hof gelangen und es war der mongo­li­scher Diplomat und Gesandte Rabban Bar Sauma, der in Gegen­rich­tung Europa erreichte, um ein Bündnis zwischen Franken und Mongolen gegen die Mame­luken zu initi­ieren. Obwohl der Mission kein Erfolg beschieden war, konnte Rabban Bar Sauma im Jahr 1287 in Byzanz Kaiser Andro­nikus II Palaio­logos, in Paris König Philipp den Schönen von Frank­reich, in Bordeaux König Eward I von England und im Jahr darauf selbst Papst Niko­laus IV im Vatikan treffen: Der neue Papst zeigte sich erfreut von der Verbrei­tung des Chris­ten­tums in Asien zu erfahren, berei­chert um die Mittei­lung, dass sich gleich mehrere Chris­tinnen unter den Frauen des mongo­li­schen Khans fanden. So sahen die Völker­ver­bin­dungen vor 735 Jahren im Gegen­satz zu heute aus.

Der Rückzug der Mongolen und Einfall der Osmanen, die im Jahr 1452 zum Fall Konstan­ti­no­pels und Unter­gang des Oströ­mi­schen Reiches führten, sollte zugleich das Ende der Seiden­straße bedeuten. Die Osmanen setzten ihren Vormarsch in Rich­tung Mittel­eu­ropa fort: Der Sturm auf den ‚Goldenen Apfel – wie Wien von den Osmanen sehn­suchts­voll genannt wurde – konnte im Jahr 1529 und noch­mals 1683 nur unter großen Anstren­gungen abge­wehrt werden. Dazwi­schen lag der 30-jährige Krieg (1618 – 1648), welcher die Bevöl­ke­rungen Europas stark dezi­mierte und weite Land­striche nur komplett verwüstet zurück ließ.

Im Jahr 1500 war China mit rund 125 Millionen Bewoh­nern die führende Macht und erwirt­schaf­tete 25% des Welt­brut­to­so­zi­al­pro­dukts, wobei der Schwer­punkt der Welt­wirt­schaft, wie schon in den 1500 Jahren davor, stets noch in Zentral­asien lag.

Schwer­punkt­ver­la­ge­rung der Welt­wir­schaft vom Jahr 0 bis 2030

Der globale Welt­wirt­schafts-Schwer­punkt lag in jener geogra­phi­schen Zone, welche der briti­sche Geograph und Geopo­li­tiker Sir Halford John Mack­inder (1861 – 1947) als Herz­land (Pivot Area) bezeichnet hatte – siehe nach­ste­hende Abbildung:

Die Fran­zosen zählten zu jener Zeit rund 18 Millionen Einwohner, das Habs­burger Reich 12 Millionen Deut­sche und die Zahlen der künf­tigen Seemächte lagen noch deut­lich darunter: Spanien konnte 8 Millionen Einwohner, Portugal eine Million und England und Wales zusammen gerade einmal zwei Millionen Bürger auf die Beine stellen.

Jene schwache Ausgangs­lage poten­ti­eller Seemächte an der inneren und äußeren Peri­pherie – von Mack­inder als ‚Outer-‘ und ‚Inner Crescent bezeichnet – wurde von Geostra­tegen besagter raum­fernen Mächte, sprich der mitt­ler­weile empor­ge­kom­menen Seemächte - im 19. und 20. Jahr­hun­dert geopo­li­tisch thema­ti­siert: Mack­inder forderte mögli­chen Alli­anzen unter den eura­si­schen Konti­nen­tal­mächten präventiv entge­gen­zu­wirken, weil das typi­sche Kampf­in­stru­ment der Seemächte, wie vor allem See- & Versor­gungs­blo­ckaden, gegen eine konti­nen­tale Mäch­te­al­lianz wirkungslos bleiben mussten: Die benö­tigten Waren und Güter würden in einem solchen Fall von den Konti­nen­tal­mächten einfach auf dem Land­wege hin – oder her verschoben und so in die Lage versetzt allfäl­lige Blockaden zur See erfolg­reich zu unter­laufen. Ein Desta­bi­li­sie­rungs­bogen, der sich heute von der Ukraine über Syrien bis nach Libyen zieht, soll genau einer solchen Mäch­te­kon­zen­tra­tion, z.B. zwischen Russ­land und Deutsch­land, vorbeu­gend entge­gen­wirken. Siehe zweite Abbil­dung mit dem dort einge­zeich­neten Desta­bi­li­sie­rungs­bogen.

Nach konser­va­tiven Schät­zungen waren Nord‑, Mittel- und Südame­rika im Jahr 1500 mit rund 54 Millionen Menschen bevöl­kert, die zwar den Erobe­rern aus dem ‚Inner Crescent‘(inneren Rand­staaten), sprich Spanien und Portugal weitest­ge­hend zum Opfer fielen, doch durch Arbeits­sklaven aus Afrika samt weißen Vertrags­knechten –  das sind inden­tured servants & defacto Zeit­sklaven – aus Europa ersetzt werden konnten.

Der Zeit­alter der klas­si­schen Seemächte (1500 – 1920)

Die Blockade der Seiden­straße durch die Osmanen beschleu­nigte die Isola­tion der euro­asia­ti­schen Konti­nental- & Land­mächte, zum Vorteil der aufstei­genden Seemächte, die wie Portugal, Spanien und die Nieder­lande zu den führenden Kolo­ni­al­mächten aufstiegen, doch nach ihrer Über­deh­nung von Groß­bri­tan­nien abge­löst wurden. Wie der briti­sche Autor Stuart Laycock in seinem Buch ‚All the Coun­tries Weve ever Invaded(‚Alle Länder, die wir je über­fielen‘) ausführt, blieben von den derzeit 196 Staaten dieser Welt bisher nur die Land­striche von 22 heutigen Ländern im Laufe ihrer Geschichte vor einem Angriff aus Groß­bri­tan­nien verschont. Das sind dann glück­liche Gebilde, wie Andorra oder die Marshall Inseln.

Groß­bri­tan­nien verstand es glän­zend das Globa­li­sie­rungs­mo­dell des mari­timen Welt­han­dels über die Konti­nente, wie es Spanien mit seinem Drei­ecks-Handel  eindrucks­voll begründet hatte, mit Hilfe der Indus­tria­li­sie­rung zur Spitze zu treiben und im 19. Jahr­hun­dert zur führenden Welt­macht aufzu­steigen (Anmer­kung: Der engli­sche Fach­be­griff Colum­bian Exchange wurde – wohl aus Gründen des poli­tisch korrekten Bildungs­auf­trages – bisher noch nicht ins Deut­sche über­setzt, wobei der exotisch klin­gende Hilfs­be­griff „Kolum­bia­ni­scher Effekt“ einer deutsch­spra­chigen Leser­schaft nur wenig geläufig sein dürfte). Im Zuge der Opium­kriege (1839 – 1842 bzw. 1856 – 1860) gelang es Groß­bri­tan­nien China mit mili­tä­ri­schen Mitteln benga­li­sches Opium als Zahlungs­mittel aufzu­zwingen. Im 2. Opium­krieg wurde zusammen mit Fran­zosen der Sommer­pa­last in Peking geplün­dert und nieder­ge­brannt und China zu einem Protek­torat degra­diert. Heute wird in China unter dem Synonym ‚Jahr­hun­dert der Ernied­rigung (1839 – 1949) an die kolo­nialen Vorgehen und Verbre­chen jener Epoche erin­nert, was die eifrigen Schul­meister soge­nannter „west­li­cher Werte“ nur gerne verdrängen. Die Verla­ge­rung des globalen Welt­wirt­schafts-Schwer­punktes ab dem Jahr 1820 in Rich­tung Westen/Atlantik ist jener Nieder­wer­fung Chinas geschuldet – siehe Grafik mit Zeit­ta­feln und der Zone ‚Aufstieg des Okzidents‘.

 Griff nach allei­niger Welt­macht – das atlan­ti­sche Modell

Der Spani­sche-Ameri­ka­ni­sche Krieg (1898) und der Phil­ip­pi­nisch-Ameri­ka­ni­sche Krieg (1899 ‑1902) sind erst im Kontext der erst­mals erfolgten infor­mellen Abspra­chen zwischen Briten und US-Ameri­ka­nern in Bezug auf die geplante Welt­macht­rolle im künf­tigen ‚Ameri­ka­ni­schen Jahr­hun­dert‘ (1900 – 2000) voll und ganz zu verstehen. Jener inof­fi­zi­elle Pakt führte zum ersten Genozid des 20. Jahr­hun­derts, wobei das phil­ip­pi­ni­sche Volk eine Million ermor­deter Zivi­listen durch US Truppen bei einer dama­ligen Gesamt­be­völ­ke­rung von insge­samt sieben Millionen zu beklagen hatte. Ein Detail der Geschichte, welches atlan­ti­sche Staats­his­to­riker sehr gerne nur übersehen.

Die Entschei­dung der Konti­nen­tal­macht USA sich in der Nach­folge Groß­bri­tan­niens als die kommenden Welt­herr­scher zu sehen, wurde gegen heftige Wider­stände über die Köpfe der US Bevöl­ke­rung sowie von Prot­ago­nisten, wie z.B. Mark Twain als Vize­prä­si­dent der im Jahr 1898 in Boston gegrün­deten Anti-Impe­ria­listen Liga rigoros durch­ge­setzt. Die Kolo­nia­li­sie­rung der Phil­ip­pinen sollte den Auftakt bilden: Wenige Jahre später im Jahre 1917 waren dann die Achsen­mächte auf der anderen Seite der ‚Welt­insel‘, wie Mack­inder den afro-eura­si­schen Konti­nent zu nennen pflegte, an der Reihe und den mili­tä­ri­schen Schlägen der USA auf ihrem Kreuzzug zur Welt­macht ausgesetzt.

Der 1. Welt­krieg – von briti­schen Histo­ri­kern zum dreißig-jährigen Krieg gedeutet – sollte auch nicht 1945 enden. Schon ab dem Jahr 1950 ging es wirt­schaft­lich mit dem Westen bergab. Siehe die erste Abbil­dung oben: Brauchte Groß­bri­tan­nien ab dem Jahr 1820 130 Jahre, um mit Hilfe der Welt­wäh­rung ‚Opium samt USA den Schwer­punkt der Welt­wirt­schaft von Zentral­asien in den Atlantik zu verschieben, so benö­tigte China bzw. Japan und Korea nur 77 Jahre um „den kurzen Marsch“ des Schwer­punkts zurück ins ‚Herz­land‘ zu reali­sieren. Die vermeint­liche Pax Ameri­cana hat im prak­ti­schen Ablauf dazu geführt, dass die USA die Kriege orga­ni­sierten, während den Euro­päern die Aufräum­ar­beiten rund um das darüber verur­sachte Flücht­lings­elend über­lassen blieb: Trotzdem hat der Irak­krieg den Verei­nigten Staaten über 15 Jahre noch rund 816 Milli­arden US Dollar und der Krieg in Afgha­ni­stan weitere rund 685 Milli­arden gekostet.

Alter­na­tiven zum atlan­ti­schen Weltherrschaftsmodell

Vor jenem Hinter­grund, kann die inter­na­tio­nale Staa­ten­ge­mein­schaft China nur danken im Jahr 2013 ein alter­na­tives Zukunfts­mo­dell vorge­schlagen zu haben: China lädt alle inter­es­sierten Staaten ein, sich an der neuen ‚Belt & Road Initia­tive (BRI) nach dem Motto „zum Nutzen von allen – durch alle – für alle“  zu beteiligen.

Sir Halford John Mack­inder scheint es geahnt zu haben, als er am 25. Januar 1904 vor der Royal Geogra­phical Society (König­lich Geogra­phi­schen Gesell­schaft) in London einen Vortrag hielt und ausführte: „…Aber trans­kon­ti­nen­tale Eisen­bahnen verwan­deln gerade die Lage der Land­macht, und nirgends mit solchem Effekt wie im geschlos­senen Herz­land von Eura­sien… In Bezug auf den Handel darf nicht vergessen werden, dass der Seetrans­port, wie billig auch immer, norma­ler­weise den vier­fa­chen Umschlag bedeutet – vom Ursprung des Herstel­lers zum Export­hafen und vom Import­hafen zum Inlands­lager; hingegen die konti­nen­tale Eisen­bahn direkt vom Hersteller zum Lager des Impor­teurs fährt….“.

Doch geht die Initia­tive weit über die Errich­tung von Einzel­pro­jekten hinaus – BRI will mehr: Die Einbin­dung bisher vernach­läs­sigter Regionen und Menschen, wobei 80% aller Erdbe­wohner von der Globa­li­sie­rung bisher noch ausge­schlossen sind. Nach Daten der Welt­bank wird 80% der Welt­wirt­schafts­leis­tung entlang eines nur 100 km breiten Küsten­strei­fens global erbracht. Deshalb verfielen die Binnen­re­gionen Eura­siens schnell, nachdem die ‚Mauer der Osmanen‘, wie jene Sperre der antiken Seiden­straße ab dem 15. Jahr­hun­dert auch genannt wurde, die Verla­ge­rung des Handels auf die See und das Zeit­alter der Seemächte auslöste.

Ein Blick bei Nacht aus dem Weltall zeigt: Viel Licht im Ostteil der USA, in Europa sowie in Ost- und Südasien, dazu noch an manchen Küsten, doch rest­liche Land­striche versinken im Dunkel. Siehe die folgende Abbil­dung aus dem All:

Attri­bute: Marc Imhoff/NASA GSFC, Chris­to­pher Elvidge/NOAA NGDC; Image: Craig Mayhew and Robert Simmon/NASA GSFC, Public domain, via Wiki­media Commons

Doch die Verwer­fungen reichen viel tiefer: Zwischen Asien und Südame­rika exis­tiert kein einziges Fieber­glas Unter­was­ser­kabel, sodass Verbin­dungen nach Asien noch über die USA zu laufen haben. Oder: Nur vier Länder verfügen über eigene Inter­net­such­ma­schinen: USA, Russ­land, China und Korea – kein euro­päi­sches Land befindet sich darunter.

Neue Lösungen und Methoden sind gefragt, um in Zukunft die Indus­tria­li­sie­rung bisher vernach­läs­sigter Binnen­re­gionen nach­zu­holen. Die BRI Initia­tive bietet Lösungen an und steht für konstruk­tive Zusam­men­ar­beit und Wohl­stand für alle. Für Eura­sien ist die Errich­tung von sechs Wirt­schafts­kor­ri­doren mit Auto­bahnen, Hoch­ge­schwin­dig­keits­zügen, Tele­kom­mu­ni­ka­tion, Pipe­lines sowie Ansie­de­lungen von Indus­trie­zonen geplant, die über Seehäfen auch mit der ‚Mari­timen Seiden­strasse des 21. Jahr­hun­derts zu verbinden sind.

Die antike Seiden­straße mit ihrem Netz an Land­routen und dem Schwer­punkt auf dem eura­si­schen Konti­nent prägte von 200 AC bis 1500 AD die Globa­li­sie­rung 1.0. Die Globa­li­sie­rung 2.0 von 1500 AD – 2000 AD erwei­tert um die ameri­ka­ni­schen Konti­nente, war auf den Handel zur See bzw. die Staats­dok­trin der west­li­chen Seemächte zentriert. Das Jahr­hun­dert­pro­jekt BRI dagegen steht für die Globa­li­sie­rung 3.0, welches die Einbin­dung aller Länder von den Küsten bis ins Binnen­land zu Lande, zur See und in der Luft bis inklu­sive den Welt­raum verspricht.

Die Einla­dung an raum­ferne Mächte

Neben wirt­schaft­li­cher Entwick­lung und Inte­gra­tion zielt die die Belt & Road Initia­tive darauf ab, die wirt­schaft­li­chen und sozialen Verwer­fungen der vergan­genen 500 Jahre durch inter­na­tio­nale Koope­ra­tion auf fried­li­chem Weg zum Nutzen aller Betei­ligten zu beheben. Momentan läuft 90% des Welt­han­dels noch über die Meere. 80% aller Rohöl­im­porte nach China müssen durch die Südchi­ne­si­sche See entlang vieler Inseln, kurz ‚choke points‘(maritime Engstellen) genannt, was jedoch den Ziel­staat im Fall von mögli­chen Unter­bre­chungen dem Risiko von Versor­gungs­eng­pässen aussetzt.

Der nieder­län­disch-ameri­ka­ni­sche Geostra­tege Nicholas Spykman (1893 – 1943) entwi­ckelte in der Zwischen­kriegs­zeit eine Geostra­tegie für die USA, die sich teil­weise von den Theo­rien Mack­in­ders unter­scheidet bzw. den inzwi­schen verän­derten Verhält­nissen Rech­nung trägt. Neben dem Herz­land (‚heart­land‘), welches, wie bei Mack­inder, in Zentral­asien liegt, ist für Spykman die Kontrolle des Küsten­lands (‚rimland‘) von größerer Bedeu­tung, weil dort rund 80% der Welt­wirt­schafts­leis­tung liegen. Gleich Mack­inder sieht er die Welt nach dem Ende der Entde­ckungen als ein geschlos­senes System, das jedoch aufgrund der zwischen­zeit­li­chen tech­ni­schen Entwick­lung neben der Luft­fahrt noch um den Welt­raum zu erwei­tern ist. Die von Mack­inder bezeich­nete innere und äussere Peri­pherie (‚inner and outer crescent‘), nennt Spykman ‚raum­ferne Inseln und Konti­nente‘ (‚off-shore islands and conti­nents). Und Spykman postu­liert, dass wer immer die Küsten­länder (rimlands) kontrol­liert, Eura­sien kontrol­liert und wer Eura­sien beherrscht, die Welt dominiert.

Der kürz­lich verstor­bene ameri­ka­ni­sche Poli­to­loge Zbigi­niew Brze­zinski baute auf den Theo­rien von Spykman auf: In seinem Buch ‚The Great Chessboard/Das grosse Schach­brett (1997) fordert er ein ‚Trans-Eura­sian Secu­rity System‘(TESS – Tran­s­asia­ti­sches Sicher­heits­system) zur „Erwei­te­rung der NATO“ in Rich­tung Herz­land. Kleines Detail am Rande: Deut­sche Bahn und Hamburger Hoch­bahn zwangen im Januar 2016 den KOPP Verlag aus Ulm 592 Werbe­pla­kate für jenes Buch Brze­zinskis in deut­scher Über­set­zung mit dem Titel ‚Die einzige Welt­macht‘ (ISBN-13: 9783864452499), ohne Angabe von Gründen, wieder abhängen zu lassen.

1999 ging der ‚Silk Road Stra­tegy Act‘(Seiden­strasse Stra­tegie Gesetz) durch den US Kongress, der versehen mit Ergän­zungen aus den Jahren 2003 und 2006 die Inter­essen der USA im Südkau­kasus und Zentral­asien abste­cken soll. Die im September 2002 verab­schie­dete US ‚National Secu­rity Stra­tegy‘ (Natio­nale Sicher­heits­stra­tegie), besser unter dem Namen ‚Bush Doktrin‘ bekannt, droht globale Kontra­henten auch präventiv angreifen bzw. ausschalten zu wollen, sollten diese versu­chen, der USA auf Augen­höhe gegenüberzutreten.

Für ihren Abzug aus Afgha­ni­stan schlugen die USA 2011 eine ‚New Silk Road Initia­tive‘ (Neue Seiden­strasse Initia­tive) vor, was China schluss­end­lich dazu bewog, ihr Vorhaben im Jahr 2013 mit einem Namen ohne Gefahr auf Verwechs­lung, nämlich die Belt & Road (Land­gürtel & Seeroute) Initia­tive benennen zu lassen.

Das umfas­sende neue Konzept der BRI, welches für die beson­dere Einbin­dung aller und eine Globa­li­sie­rung 3.0 steht, lässt erwarten, die Schwä­chen der alten Welt(un)ordnung, die eine unaus­ge­wo­gene indus­tri­elle Vertei­lung zwischen Küsten­re­gionen und Binnen­län­dern stra­te­gisch fest­schrieb und auf dem Gegen­satz zwischen land­ba­sierten und seeba­sierten Kulturen beruhte, endgültig und gemeinsam zu über­winden. Es sollte gelten besagte Dispa­ri­täten aufzu­heben und das Binnen­land, die Küsten­re­gionen und zu guter Letzt die Ozeane mit ihren über­le­bens­wich­tigen Ressourcen und künftig auch den Welt­raum unter Einbin­dung aller verfüg­baren Kräfte gemeinsam zu bewirt­schaften. Das will die Belt & Road Initia­tive bewirken!

Fried­rich P. Ost ist diplo­mierter Wirt­schafts­ex­perte und beschäf­tigt sich mit Fragen der Politik und Zeit­ge­schichte. Er ist Autor zahl­rei­cher Publi­ka­tionen und Analysen über globale Entwick­lungen, Hinter­gründe sowie poli­ti­sche Trends.

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Ein Inter­view zur BRI mit Mr. Belt & RoadProf. Wang Yiwei

Frage: Mitt­ler­weile unter­stützen über 100 Staaten und bedeu­tende inter­na­tio­nale Orga­ni­sa­tionen die Belt & Road Initia­tive. Welche Erfolge konnten bisher erzielt werden?

Prof. Wang: Eine ganze Menge. Im besten ließe sich das Projekt mit einer Börse verglei­chen, die Spit­zen­pa­piere emit­tiert und die Mehr­heit anspricht: Die Initia­tive bedeutet nicht nur eine Neuauf­lage der alten Seiden­straße sondern geht weit darüber hinaus. Es sind nicht nur Vertreter aus den Anrai­ner­staaten invol­viert, sondern auch aus Südame­rika, Europa und Afrika. Die Initia­tive wurde zum globalen Projekt. Sie wird dazu beitragen die Ziele für nach­hal­tige Entwick­lung der UN für 2030 zu errei­chen. Sie steht für Globa­li­sie­rung, Inklu­si­vität, Balance und univer­selle Vorteile. Sie bietet eine Platt­form zur Koope­ra­tion und Über­win­dung von Frag­men­tie­rung. Sie spricht die Probleme unter­schied­li­cher Länder an, was ihren großen Zuspruch erklärt. Sie ermög­licht China sich mit anderen Entwick­lungs­län­dern auszu­tau­schen und über Themen wie Wohl­stand­stei­ge­rung oder Armuts­be­kämp­fung zu spre­chen. Dem Ausbau der Infra­struktur wird eine beson­dere Schlüs­sel­funk­tion zukommen.

Frage: Wie erklären Sie sich das ‚milde Inter­esse der deut­schen Regie­rung bzw. der EU an der Initiative?

 Prof. Wang: Natür­lich verfolgen Deutsch­land und das durch Deutsch­land vertre­tene Europa in Bezug auf die Initia­tive verschie­dene Krite­rien. In Bezug auf Globa­li­sie­rung ist Deutsch­land regel­ori­en­tiert, China aber entwick­lungs­ori­en­tiert, was Wider­sprüche und Konflikte erzeugt. Die Initia­tive wird nicht nur der deut­schen Indus­trie Möglich­keiten eröffnen, sondern auch andere Länder anspre­chen, die sich nach dem Osten hin orien­tieren und mit China koope­rieren wollen.

Frage: Noch vor Donald Trump arbei­tete die EU an Gesetzen gegen vermeint­li­ches Preis­dum­ping und unfaire Handels­prak­tiken zum Nach­teil anderer, die sich ganz gegen China rich­teten. Wie steht China zu diesen Vorwürfen aus dem Westen und sieht China mitt­ler­weile eine geän­derte Haltung seitens der EU seit Zerwürf­nisse unter den atlan­ti­schen Prot­ago­nisten sichtbar wurden?

Prof. Wang: Es exis­tieren Wider­sprüche zwischen den Konzepten und Inter­essen der US Admi­nis­tra­tion und Europa. Ich möchte Europa daran erin­nern, dass neben dem Atlantik Eura­sien Entwick­lungs­mög­lich­keiten bietet, welche euro­päi­schen Ländern gut nützen sollten. Zuvor schon wandte sich die USA Asien zu und jetzt auch der Initia­tive. Die USA erachtet das Projekt nütz­lich zur Errich­tung von Infra­struktur und Erschlie­ßungen, die nur gut für wirt­schaft­liche Entwick­lungen sein sollten. Die Verei­nigten Staaten hoffen durch Ihre Teil­nahme am BR-Projekt Einfluss auf die Regu­la­to­rien der B&R Initia­tive nehmen zu können. Auch Japan und Europa denken in diese Richtung.

Frage: Wie könnte die Seiden­straße-Initia­tive die globale Wirt­schaft beleben und zu einer multi­po­laren und ausge­gli­chenen Welt­ord­nung beitragen?

 Prof. Wang: Gemäß Planung der Initia­tive sollte diese über die nächsten 10 Jahre den Handel um 2,5 Tril­lionen US Dollar erhöhen. Dies ist ein wich­tiger Beitrag zur Globa­li­sie­rung. Vor der globalen Finanz­krise waren die Wachs­tums­raten des Handels doppelt so hoch wie die der Welt­wirt­schaft, danach lagen sie darunter. Die Initia­tive kann den Handel nur fördern. Sie wird Frei­han­dels­ab­kommen nach sich ziehen und für große Inves­ti­tionen in Infra­struktur und andere Projekte sorgen. Einbin­dung erzeugt Zuwachs an Handel. Einbin­dung bedeutet ein neues Muster für die Globa­li­sie­rung. Es könnte die Welt­wirt­schaft zwei- bis dreimal höher stimu­lieren als bloße Tarifnachlässe.

Frage: Als ‚Projekt des Jahr­hun­derts erscheint die BR-Initia­tive groß und mehr zuge­schnitten auf Groß­kon­zerne und Staats­be­triebe. Aller­dings bilden rund 20.000 kleine und mitt­lere Unter­nehmen (KMU) das wirt­schaft­liche Rück­grat der mittel­eu­ro­päi­schen Länder, welche unab­hängig sind vom Pessi­mismus ihrer Regie­rungen und den Medi­en­kon­glo­me­raten. Aller­dings dürften die KMUs aufgrund ihrer Größe Probleme haben daran erfolg­reich anzu­schließen. Was schlagen Sie vor, um die KMUs zu fördern und jenes Problem zu lösen?

Prof. Wang: Wie verlautet werden PPP (öffent­lich & private Part­ner­schaften), Staats- & Groß­un­ter­nehmen führende Rollen spielen. Der CHINARAIL Express nach Europa unter­stützt z.B. die Teil­nahme von KMUs an der BR-Initia­tive. Der Ablauf könnte folgend aussehen: Groß- & Staats­un­ter­nehmen entwi­ckeln vorab die Infra­struktur, danach folgen die Wirt­schafts­kor­ri­dore mit den Indus­trie­zonen. Dort sollte es dann mehr Möglich­keiten für KMUs geben.

Frage: Wie sehen Sie die Gefahr des Terro­rismus in Bezug auf die BR-Initiative?

Prof. Wang: In China verfolgt man aufmerksam, inwie­weit Einbin­dungen auch Terro­risten den Weg nach China erleich­tern könnten. Viel­leicht besteht kurz­fristig die Gefahr, aber ggfs. auch die Möglich­keit ein Einsi­ckern uner­wünschter Elemente über die Korri­dore durch Iden­ti­täts­kon­trollen zu erschweren. Zu guter Letzt sollte eine Erschlie­ßung mit moderner Infra­struktur und verbes­serter Kommu­ni­ka­tion zur allge­meinen Sicher­heit und Anti-Terro­ris­mus­be­kämp­fung wesent­lich beitragen.

Zur Person Wang Yiwei:
In China als ausge­wie­sener Experte der Belt & Road Initia­tive auch als „Mr Belt & Road“ bekannt, ist Professor an der Schule für Inter­na­tio­nale Studien, Direktor des Insti­tuts für Inter­na­tio­nale Bezie­hungen, Direktor des Zentrums für Euro­päi­sche Studien, Senior Fellow des Chon­yang Insti­tuts für Finanz­stu­dien (RDCY) an der Renmin Univer­sität China.

Er war zuvor Diplomat an der Chine­si­schen Mission bei der EU (2008 – 2011), Professor am Zentrum für Ameri­ka­ni­sche Studien an der Fudan Univer­sität (2001 – 2008).Seine Haupt­stu­di­en­felder sind: Belt & Road Studien, Euro­päi­sche Inte­gra­tion, Öffent­liche Diplo­matie, Chine­si­sche Außen­po­litik und EU-China Beziehungen.

Publi­ka­tionen: China verbindet die Welt: Was liegt hinter der Belt & Road Initia­tive, New World Press, April 2017; Die Belt & Road Initia­tive: Was China der Welt anbietet im Zuge des Aufstiegs (Englisch & Chine­sisch, 2015 & 2016); Haishan: Enthül­lungen zur euro­päi­schen Kultur (Chine­sisch & Englisch) und China & NATO Studien

Das Inter­view wurde vom Conti­nental Council geführt und UM zur Verfü­gung gestellt

2 Kommentare

  1. Die hier ange­führten Wohl­taten Chine­si­sche Expan­si­ons­po­litik kann ich nur wider­spre­chen. China ist kein Wohl­täter der Mensch­heit sondern eine Schlange am Hals vom Rest der Welt. Heute schon versucht die Kommu­nis­ti­sche Partei Chinas ihren Einfluss welt­weit mit kalku­lierten Wohl­taten auszu­bauen, will heißen, Kredit Vergabe Falle an unter­ent­wi­ckelte Staaten. Die Höhe und Kondi­tionen sind nach gewisser Zeit, von China kalku­liert, für diese Länder nicht mehr zu stemmen und das Ende ist eine 99 Jahre Vertrag­liche andau­ernde Abhän­gig­keit dh Ausbeu­tung. Der Chinese hat nichts zu verschenken wer dies meint ist ein Voll­trottel. China expor­tiert nicht nur Güter oder Waren sondern auch gleich seine Bevöl­ke­rung mit. Überall wo Chinesen Handel treiben ist auch gleich­zeitig eine Chine­si­sche Völker­wan­de­rung zu beob­achten. Russ­land und Staaten Afrikas haben das bereits zu spüren bekommen. Ganze Grenz­re­gionen Russ­lands sind von Millionen Chinesen bereits auf russi­schem Terri­to­rium assi­mi­liert worden. Aus dem Beikalsee wird bereits von Chinesen mit 5 Rohr­lei­tungen Wasser entnommen. Zuge­geben Russ­land hat diesen Raubbau geneh­migt aber das Ökosystem Baikal wird schweren Schaden nehmen. Wohl­taten kommen aus China keine.

    • Ihre These, dass Indus­trie­po­litik kari­ka­tive Ziele – sie spre­chen von „Wohl­taten“ – zu verfolgen hat, unter­liegt Ihrem Irrtum: Viel­mehr kommt es darauf an, dass alle Parteien glei­chen Nutzen daraus ziehen und sich eigen­ver­ant­wort­lich einbringen ohne „hoch­her­zige Betreuung“ aus Übersee, wie es viel­leicht in Europa zur schlechten Gewohn­heit geworden ist. Ihre weitere Vorstel­lung Kredit­ver­gaben exklusiv und weiterhin nur dem west­li­chen Finanz­kar­tell zu über­lassen hat ausge­dient. Das mag vor einiger Zeit noch das Monopol des atlan­ti­schen Finanz­kom­plexes gewesen sein, doch diese Zeiten sind vorbei. Da helfen auch alle Kroko­dils­tränen bzw. grün-braunen Schleim­spuren der „deut­schen“ Quali­täts­presse nichts.
      Weiters stimmt es nicht, dass China ihre Bürger „expor­tiert“, wie Sie sich auszu­drü­cken pflegen. Viel­mehr ist es so, dass hoch­qua­li­fi­zierte Chinesen auch im Ausland tätig und benö­tigt werden, falls Sie dies gestatten wollten. Den Export der Ware Mensch verwech­seln Sie mit dem Geschäfts­mo­dell des soge­nannten Asyl­un­we­sens, wie es für Mittel­eu­ropa charak­te­ris­tisch, verlogen typisch und zum Allein­stel­lungs­merkmal geworden ist. Ein solcher zynisch krimi­neller Menschen­handel wäre in China nicht möglich, funk­tio­niert jedoch heute nur in euro­päi­schen Protek­to­raten bzw. Ländern, die sich von dazu passenden fern­ge­steu­erten bzw. wohl­tä­tigen Polit­clowns der Marke ‚Abschaum‚am Nasen­ring durch die Manege ziehen lassen.
      Darüber brau­chen Sie sich über Russ­land keinerlei Sorgen zu machen – diese helfen sich schon selber und benö­tigen keinen Zuspruch von ihren Verlie­rern aus deutsch­spra­chigen Land­stri­chen, die unter Reali­täts­ver­lust leiden und noch gar nicht bemerkt haben, dass Ihre Zeit schon sehr bald ganz abge­laufen ist.

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