Jetzt fix: HC Strache mit eigener Partei in der Politik zurück

Jetzt steht es endgültig fest: Der ehema­lige Partei­ob­mann der FPÖ Heinz Chris­tian Strache kehrt in die Politik zurück. Am Freitag gab Strache auf einer Pres­se­kon­fe­renz bekannt, dass er, gemeinsam mit ehema­ligen FPÖ-Leuten, als „Team HC Strache“ bei der kommenden Wien-Wahl kandi­dieren werde. Seine neue Bewe­gung geht aus der „Allianz für Öster­reich“ (DAÖ) hervor, die drei ehema­lige Wiener FPÖ-Gemein­de­räte und Bezirks­ob­leute gegründet haben.

Als Wahl­kampf­leiter in Wien, Landes­spre­cher in Nieder­ös­ter­reich und Team-Gene­ral­se­kretär stellt Strache den ehema­ligen frei­heit­li­chen Natio­nalrat Chris­tian Höbart vor, der zuletzt geschäfts­füh­render Obmann der nieder­ös­ter­rei­chi­schen Blauen war. Der 44-Jährige ist der bisher promi­nen­teste Neuzu­gang in das Team Strache und ein deut­li­ches Signal dafür, dass Strache nicht nur Wien poli­tisch aufmi­schen wird.

Wahl­aus­gang völlig unge­wiss

Es ist nur schwer vorher­zu­sagen, wie die Wahlen in Wien ausgehen werden, da diese erst im Oktober statt­finden und zu viele Unsi­cher­heits­fak­toren, wie etwa die Corona-Krise, das Ergebnis beein­flussen könnten. Im Duell Strache gegen seine ehema­lige Partei hat diese letz­tere zwar den Vorteil, dass sie „die“ FPÖ ist, jedoch den Nach­teil, dass ihr eher farblos wirkender Spit­zen­kan­didat Dominik Nepp sicher alles andere ist als ein Zugpferd, welches Wähler anzieht. Die erfolg­lose Regie­rungs­ar­beit in der jetzigen türkis/grünen Regie­rung spricht wiederum für Strache, denn nicht umsonst wünschen sich heute viele Öster­rei­cher HC Strache als Vize­kanzler und den bei der Bevöl­ke­rung eben­falls sehr beliebten Herbert Kickl als Innen­mi­nister zurück.

Somit bietet Strache seinen ehema­ligen Partei­freunden nur wenig Angriffs­flä­chen und aus diesem Grund wird vermut­lich die Ibiza-Falle, verbunden mit geschmack­losen Unter­griffen, ständig im Wahl­kampf aufge­wärmt werden. Und es geht schon in dieser Rich­tung auf unterstem Niveau los.

Wiener FPÖ reagiert kopf- und taktlos

Während von den poten­ti­ellen Mitbe­werben Stra­ches keine nennens­werten Reak­tionen zu vernehmen sind (vermut­lich ist man dort über die FPÖ-Spal­tung nicht uner­freut), ist die Reak­tion der Wiener FPÖ auf das Come­back ihres ehema­ligen Partei­chefs eher pein­lich bis taktlos. Sach­be­zo­genes vernimmt man da nicht, dafür eher schlechten Humor. So bezeich­nete der Wiener FPÖ Landes­par­tei­se­kretär Michael Stumpf die neue Partei von HC Strache als „THC-Partei“. (Anm.: THC kommt in Pflanzen der Gattung Hanf vor). Warum ausge­rechnet diese Form des Spottes einge­setzt wird, ist nicht nach­voll­ziehbar. Das wäre gerade so, als würde man am Namen des Wiener FPÖ-Chefs ebenso „lustig“ herum­bas­teln und Dominik Nepp schüt­tel­rei­mend etwa als „Nominik Depp“ bezeichnen – das wäre zumin­dest noch humor­voll. Stumpf spielt weiters den Wieder­einstig des ehema­ligen Partei­chefs mit einem Vergleich herunter, der vom Unver­mögen zeugt, eine Gefahr richtig einzu­schätzen: er scherzt, Stra­ches Partein­eu­grün­dung werde genauso unbe­deu­tend bleiben, als wenn in China ein Fahrrad umfiele. Dieser „witzige“ Vergleich wird ihm am Abend des Wahl­tages der kommenden Wiener Wahl sicher weniger Heiter­keit abnö­tigen.

Für objek­tive und partei­un­ab­hän­gige Beob­achter wie UNSER MITTELEUROPA wird dieser Wahl­kampf sicher noch genug Stoff für span­nende Repor­tagen hergeben.

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