Jetzt in wenigen Minuten Initia­tive für natio­nale Regionen online unter­schreiben!

Bild: Maik Maid / flickr.com (CC BY-SA 2.0) https://www.flickr.com/photos/frnetz/14673019398

Vor einem Jahr wurde die Initia­tive „Euro­päi­sche Bürger­initia­tive für natio­nale Regionen“ ins Leben gerufen. Die Unter­schrif­ten­hürde ist hoch und die Zeit ist kurz vorm Ablaufen. Doch mit vereinten Kräften könnte man die Hürde problemlos schaffen.

Natio­nale Minder­heiten sollen geschützt werden

Als im Mai 2019 Attila Dabis aus dem Szekler­land die Initia­tive ins Leben gerufen hat, dachte er nicht, dass die Sache schei­tern könnte. Er ist Mitglied des Szekler Natio­nal­rates und dessen Beauf­tragter für auswär­tige Ange­le­gen­heiten. Das Szekler­land ist eine Region im Osten Sieben­bür­gens, in welcher der Legende nach sich die Ungarn vor über 1.100 Jahren im Karpa­ten­be­cken nieder­ge­lassen haben sollen. Noch heute sind über 70 Prozent der rund 800.000 Einwohner Ungarn. Damit sind fast die Hälfte der 1,2 Millionen Ungarn in Rumä­nien Szekler. Die Initia­tive soll den Zweck haben, Regionen von Minder­heiten ohne Struk­turen und Verwal­tungs­zu­stän­dig­keiten durch die EU beson­ders fördern und damit schützen zu lassen. So soll deren kultu­relle Einzig­ar­tig­keit erhalten bleiben. Dies trifft jedoch in Europa nicht nur auf das Szekler­land zu, sondern auch auf eine Viel­zahl anderer Regionen. Auch zahl­reiche deut­sche Minder­heiten betrifft die Initia­tive, so zum Beispiel die 800.000 deutsch­spra­chigen Elsässer (Mundart „Elsäs­sisch“), 300.000 Südti­roler, die 200.000 Donau­schwaben oder die 150.000 Ober­schle­sier.

Online-Unter­schrift dauert nur wenige Minuten

Die Hürden für die Unter­schriften sind auf den ersten Blick hoch. Eine Millionen EU-Staats­bürger müssen unter­schreiben. Gleich­zeitig müssen in sieben Mitglied­staaten Mindest­quoren erreicht werden. Doch auf den zweiten Blick ist diese Aufgabe mehr als machbar. Die Unter­schrift kann online in wenigen Minuten geleistet werden. Die Mindest­quoren sind niedrig gehalten (zum Beispiel in Öster­reich 13.500). Mit Hinblick auf die zig Millionen Ange­hö­rige von Minder­heiten, aber auch auf die Staats­bürger der „Mutter­staaten“ der jewei­ligen Völker, die genau so unter­schreiben dürfen, ist die Hürde mehr als schaffbar. Trotzdem ist das Unter­fangen kurz vorm Schei­tern.

Nur Ungarn leis­tete vorbild­liche Arbeit

Trotz allem haben erst 300.000 Teil­nehmer unter­schrieben und es verbleiben nur noch andert­halb Wochen bis zum Schluss. Es ist eine große Nieder­lage, dass nur so wenige Menschen unter­schrieben haben. Zwin­gend muss man sich fragen, was im letzten Jahr schief­ge­laufen ist. Wenn man sich die genauen Zahlen anschaut, sieht man, dass ein einziger Staat in Europa konse­quent und erfolg­reich für die Sache geworben hat: Ungarn. Unfass­bare 250.000 Unter­schriften der 300.000 kommen aus Ungarn. Hier wurde durch alle Kanäle für die Sache geworben. Mehr­mals wurden Vertreter der Szekler ins Staats­fern­sehen einge­laden, um ihre Sache vorzu­stellen. Das Millio­nen­pu­blikum wurde so indi­rekt aufge­for­dert, teil­zu­nehmen. Auch das eigent­lich nied­rige Mindest­quorum wurde bis jetzt erst in drei Ländern erreicht: Neben Ungarn, in Rumä­nien und der Slowakei. Bezeich­nend ist jedoch auch, wie wenige Auslandsun­garn unter­schrieben haben, nur rund 40.000 aus Rumä­nien und 10.000 aus der Slowakei.

Jetzt noch letzte Chance nutzen!

Die Initia­tive hätte in den anderen Ländern Mittel­eu­ropas ernster genommen werden müssen. So hat die patrio­ti­sche Süd-Tiroler Frei­heit zwar in einem Videobei­trag für die Sache geworben, doch gerade einmal 200 Unter­schriften sammelte man aus ganz Italien. Eine Schmach, wenn man bedenkt, dass allein die Süd-Tiroler Frei­heit über 4.000 Mitglieder besitzt. Man hätte an die inzwi­schen bären­starken patrio­ti­schen Parteien heran­treten müssen. Wenn FPÖ, AfD oder Rassem­ble­ment National ein glei­ches Enga­ge­ment wie die unga­ri­sche Fidesz betrieben hätten, wäre das Quorum schon lange erreicht. Die Initia­toren hätten hier viel ener­gi­scher an die Vertreter der anderen Staaten heran­treten müssen. Aber selbst wenn man an einen HC Strache, mag man von ihm halten was man will, einen eindeu­tigen Freund der Südti­roler, heran­ge­treten wäre, hätte er schon alleine vermut­lich mit einem Face­book-Aufruf das öster­rei­chi­sche Mindest­quorum von 13.500 Unter­schriften errei­chen können. Hier fehlte den Initia­toren eindeutig die Krea­ti­vität! Doch solange die Frist noch nicht abge­laufen ist, ist noch nichts verloren! Die nötigen rest­li­chen 700.000 Unter­schriften in wenigen Tagen zu sammeln ist zwar eine Mammut­auf­gabe, doch ange­sichts des digi­talen Zeit­al­ters möglich. Wenn man bedenkt, dass verschie­dene Beiträge in Sozialen Medien von promi­nenten Persön­lich­keiten schnell unzäh­lige „Gefällt mir“-Angaben bekommen, würde sich auch mit den fast 450 Millionen Einwoh­nern der Euro­päi­schen Union schnell das Quorum knacken lassen. Die letzten Tage hat die Initia­tive einen riesigen Aufschwung erhalten, es unter­schreiben stünd­lich tausende mehr. Also nutzen Sie die Chance und unter­schreiben sie heute noch hier !

5 Kommentare

  1. Bitte Geburts­datum mit Schräg­stri­chen eingeben, also Format: tt/mm/jj (dd/mm/yy).

    Die Schräg­striche sind wichtig! Sonst funk­tio­niert nämlich der Rest (Pflicht­feld = Captcha) nicht…

  2. Bei mir werden die 4 Zahlen bzw. Buch­staben nicht ange­nommen bzw. ich werde aufge­for­dert neue 4 Zeichen einzu­geben. Ich kann also nicht unter­stützen!

  3. Bitte über­prüfen Sie, ob das Geburts­datum im rich­tigen Format tt/mm/jj (mit Schräg­stri­chen dazwi­schen) ange­geben wurde – das war in allen uns bekannt­ge­wor­denen Rekla­ma­ti­ons­fällen die Ursache für das „Versagen“ des Captcha-Codes (= die 4 Zahlen/Buchstaben).

  4. sorry, aber für mich ist eine „Euro­päi­sche Bürger­initia­tive für natio­nale Regionen“ ein Para­doxon.
    Schon allein von „natio­nalen Regionen“ zu spre­chen, ist ein Paradox für sich.
    Wo laufen denn da die Gedanken hin, ich kann ihnen über­haupt nicht folgen.
    Das geht mir komplett am Thema vorbei und offen­sicht­lich sehen das die meisten „EU-Bürger“ genauso.
    Das Thema heißt : EU-Austritt !
    Da wird nicht völlig Sinn­be­freit bei der EU um regio­nale „Auto­nomie“ gebet­telt, da wird ausge­treten und jede Nation hat sich dann um ihre eigenen Minder­heiten zu kümmern und deren ange­stammte kultu­relle Einzig­ar­tig­keit inner­halb der Staats­grenzen zu bewahren.
    So war es immer, so soll es sein.

    Ausge­rechnet die EU darum anzu­bet­teln, kommt dem Vorhaben gleich, den Metzger nach einer Scheibe vom eigenen Hinter­schinken zu fragen.

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