Jože Biščak und Vinko Vasle in einem offenen Brief an Emma­nuel Macron: Seien Sie vorsichtig mit Ihrer Wortwahl!

Von links nach rechts: Jože Biščak, Emmanuel Macron und Vinko Vasle · Bildquelle: Archiv Demokracija, STAThierry_Monasse; bearbeitet von Matic Štojs Lomovšek

Von Jože Biščak und Vinko Vasle
 

Sehr geehrter Herr Emma­nuel Macron, Präsi­dent der Fran­zö­si­schen Republik,

Wir schreiben Ihnen wegen Ihrer Erklä­rung nach dem Gipfel­treffen der EU-Staats­chefs und weil die Nach­rich­ten­agen­turen Sie in ihren Berichten an die Spitze der Nach­richten gesetzt haben.

Sie sagen, dass die EU einen „kultu­rellen“ und „zivi­li­sa­to­ri­schen“ Kampf führt, um illi­be­rale Ideen zu stoppen, die angeb­lich die euro­päi­schen Grund­werte bedrohen. Sie haben Polen und Ungarn heraus­ge­griffen, und die Agen­turen erwähnen auch Slowe­nien und den slowe­ni­schen Premier­mi­nister Janez Janša.

Wenn Sie die Dinge so sehen, ist das in Ordnung. Das ist Ihre Meinung, die wir als Slowenen und Euro­päer nicht teilen.

Sie spre­chen von „illi­be­ralen Demo­kra­tien“. Lassen Sie uns das klar­stellen. Haben Sie schon einmal in „illi­be­ralen Demo­kra­tien“ gelebt und diese erlebt? Haben Sie in Ihrem Leben schon einmal Unde­mo­kratie und Tota­li­ta­rismus erlebt? Ich glaube nicht. Sie haben in Frank­reich gelebt und sind dort aufge­wachsen, das für dieje­nigen von uns, die unter dem tota­li­tären kommu­nis­ti­schen Regime im ehema­ligen Jugo­sla­wien geboren und aufge­wachsen sind, eines der Länder des „verspro­chenen“ West­eu­ropas war, das für seine Frei­heit und Demo­kratie und vor allem für seine Akzep­tanz anderer Meinungen und Stand­punkte berühmt war. Was illi­beral (tota­litär) ist, konnten Sie also nur aus Büchern und Berichten Dritter erfahren. Wählen Sie also Ihre Worte sorg­fältig, wenn Sie jemanden beschul­digen, illi­beral oder tota­litär zu sein.

Sie sagen, dass einige Länder nun die Werte unter­graben, die seit Jahr­hun­derten den Kern der west­li­chen Zivi­li­sa­tion bilden. Wenn ich Sie richtig verstehe, sagen Sie damit, dass zum Beispiel die LGBT-Agenda Jahr­hun­derte alt ist und die west­liche Zivi­li­sa­tion aufge­baut hat. Wie wir wissen, wurde die west­liche Zivi­li­sa­tion auf dem Wett­be­werb zwischen den Nationen, auf der Liebe zum eigenen Land, auf Reli­gion und Familie und auf dem Respekt vor bestimmten Frei­heiten aufge­baut: Rede­frei­heit, Privat­ei­gentum und die Unan­tast­bar­keit des mensch­li­chen Lebens. Und es sind genau diese Werte, die Ungarn, Polen und Slowe­nien heute zu schützen versuchen.

Zum Beispiel Ungarn. Haben Sie das „umstrit­tene“ Gesetz zum Kinder­schutz gelesen? Oder wissen Sie es, weil Sie es in den Main­stream-Medien gelesen haben oder weil Ihre Berater es Ihnen gesagt haben? Dieses Gesetz hat nur einen Zweck: Kinder vor dem Staat, NGOs und den Medien zu schützen, und es schränkt die Rechte von LGBT-Menschen in keiner Weise ein. Die Grund­prä­misse ist, dass die Sexu­al­erzie­hung der Kinder eine Ange­le­gen­heit der Eltern und nicht der Erzie­hung ist. Dies gilt sowohl für Hete­ro­se­xua­lität als auch für Homo­se­xua­lität. Wenn Sie in Frank­reich zulassen, dass Kindern in den Schulen beigebracht wird, wie man ein Kondom über­zieht, wie man eroti­sche Geräte benutzt und mastur­biert, oder dass es 100 und 1 Geschlechter gibt, dass es völlig normal ist, dass die ganz Kleinen ihr Geschlecht wech­seln und Schlim­meres, dann ist dies ist eine interne Ange­le­gen­heit Frank­reichs. Aber, um Gottes Willen, respek­tieren Sie die Länder, die solche psychi­sche und physi­sche Gewalt von LGBT-Akti­visten gegen Kinder nicht erlauben.

Sehr geehrter Herr Präsi­dent von Frank­reich. Heute feiert Slowe­nien das 30-jährige Jubi­läum seiner Unab­hän­gig­keit. Damals haben wir uns für Frei­heit und Demo­kratie entschieden. Und so soll es auch bleiben.

 

Jože Biščak ist Chef­re­dak­teur und Heraus­geber der konser­vativ geprägten Zeit­schrift Demo­kra­cija, Präsi­dent des slowe­ni­schen Verbandes patrio­ti­scher Jour­na­listen und Autor von „Tales from the Hayek Café, Notes of a Conser­va­tive Liberal“ und 2Travelling with Orwell“.

Vinko Vasle ist ein lang­jäh­riger Jour­na­list und Redak­teur, ehema­liger Direktor des natio­nalen Radio Slowe­niens und Autor mehrerer Romane, darunter „Purgarji“, „Daro­valec“, „Archivar“, „Prva hiša na Marsu“ und „Briefe der Unter­stüt­zung und des Widerstands“.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei DEMOKRACIJA, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


2 Kommentare

  1. Als Bayer und christ­li­cher Abend­länder danke in den Herren für ihre Klarstellung.
    Ideo­logen und dazu zähle ich mitt­ler­weile alle Zeit­geis­tigen, sind unbe­lehrbar, nur bekehrbar.

  2. Wunderbar geschrieben – nur leider wird Herr Macron den offenen Brief genau­so­wenig zu lesen bekommen wie hier in Deutsch­land even­tu­elle Briefe an die Verant­wort­li­chen für die Blut­bäder, die hier von den herein„geflüchteten“ begangen werden (letztes furcht­bares Beispiel Würz­burg, Wahl­er­gebnis 2018 Land­tags­wahl dort fast 29% „Grüne“). Würz­burg ist „bunt“ und die wählen im September wieder so, wetten dass…

    13

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