Kardinal Puljić erin­nert in Sara­jevo an die Opfer der Tito-Parti­sanen

Vinko Kardinal Puljić / Katolička tiskovna agencija Biskupske konferencije Bosne i Hercegovine - http://www.ktabkbih.net, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24717634

In der bosni­schen Haupt­stadt Sara­jevo fand jetzt unter erheb­li­chem Poli­zei­schutz eine Gedenk­messe für die Opfer der jugo­sla­wi­schen Tito-Parti­sanen statt. Ursprüng­lich wollte Vinko Kardinal Puljić die Messe in Blei­burg abhalten, wo tradi­tio­nell jedes Jahr der Ereig­nisse vom Mai 1945 gedacht wird.

Aber die zustän­dige Diözese Gurk hatte der kroa­ti­schen und bosni­schen Bischofs­kon­fe­renz im Vorjahr die Abhal­tung der Messe nicht gestattet, weil poli­tisch Korrekte die Unter­wan­de­rung durch „Rechts­ra­di­kale“ und „Geschichts­re­vi­sio­nisten“ befürch­teten.

Dieses Jahr hatten die kroa­ti­sche und die bosni­sche Bischofs­kon­fe­renz bei der öster­rei­chi­schen katho­li­schen Kirche gar nicht erst ange­klopft.

Puljić betonte in seiner Predigt in der Kathe­drale in Sara­jevo, daß man „jedem unschul­digen Opfer den glei­chen Respekt“ schulde. „Es kann keinen Unter­schied geben.“

Das sehen die Partei­gänger der kommu­nis­ti­schen Tito-Parti­sanen anders – neben zahl­losen Unschul­digen waren unter den etwa 60.000 Menschen, die im Mai, Juni und Juli 1945 auf heutigem slowe­ni­schen Gebiet von Parti­sanen und dem Jugo­sla­wi­schen Geheim­dienst zum Teil unter bestia­li­schen Umständen ermordet wurden, auch viele kroa­ti­sche Usta­scha-Kämpfer und Ange­hö­rige der Wehr­macht.

Unum­stritten ist aber, daß die Massen­tö­tungen durch die Parti­sanen keine Kriegs­hand­lungen, sondern Verbre­chen waren, weil sie gegen die Genfer Konven­tionen verstießen, denen zufolge Kriegs­ge­fan­gene „jeder­zeit mit Mensch­lich­keit behan­delt und insbe­son­dere gegen Gewalt­tä­tig­keiten, Belei­di­gungen und öffent­liche Neugier geschützt werden“ müssen. Vergel­tungs­maß­nahmen an ihnen zu verüben sei verboten.

In Sara­jevo trafen Gegner und Anhänger der Tito-Parti­sanen am Samstag unver­söhn­lich aufein­ander. Während die einen in der Kirche der Opfer der Parti­sanen gedachten, skan­dierten die anderen draußen: „Tod dem Faschismus!“

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