Lech Walesa im Inter­view: Ich fühle mich ein wenig schuldig, weil ich mehr Probleme mit Russ­land hätte lösen können

Lech Wałęsa · Foto: Fratria / screen baltnews.lt

„Wir müssen alles ändern, auch die Demo­kratie. Demo­kratie sollte schließ­lich weise, ehrliche Menschen an die Macht bringen, die von der Gesell­schaft kontrol­liert werden. Ist es so? Natür­lich nicht. Was ist unsere Demo­kratie? Mafias, Banden… Es hat alles auf der Skala des Natio­nal­staates funk­tio­niert, aber es funk­tio­niert nicht mehr“, erklärte der frühere Präsi­dent Lech Wałęsa in einem Inter­view mit Mateusz Piskorski, dem Gründer der pro-russi­schen Partei „Zmiana“ („Verän­de­rung“). Das Gespräch wurde auf der russisch­spra­chigen Website Balt­news veröffentlicht.

Verein­ba­rung mit den Russen

Lech Wałęsa teilt in einem Inter­view unter anderem, mit ihren Gedanken darüber, wie die Polen mit den Russen kommu­ni­zieren könnten. Wałęsa wörtlich:

Ich sage immer zu den Russen: Wir müssen uns in zwei Gruppen an den Verhand­lungs­tisch setzen. Lassen Sie die erste Gruppe die Konflikte der Vergan­gen­heit disku­tieren, während sich die zweite ausschließ­lich auf die Zukunft konzen­triert. Wir sollten diese Dinge nicht zusam­men­fügen, sonst werden wir unsere gegen­sei­tigen Beschwerden nie los.

Wałęsa macht sich hingegen auch Vorwürfe, dass er selber mehr hätte tun können:

Ich fühle mich ein wenig schuldig, weil ich mehr Probleme mit Präsi­dent Boris Jelzin hätte lösen können. Mein Fehler ist, dass ich dachte, ich hätte eine zweite Amts­zeit. Ich dachte damals, dass es noch Zeit für ein Abkommen mit Russ­land in allen anderen Fragen geben würde.

Quelle: wPolityce.pl / baltnews.lt

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