Linke schnappen über: „Falsch“ wählen könnte Krieg und Zerstö­rung bedeuten

So wird verdeckt gegen die AfD gehetzt.

Eine beson­ders perfide und schä­bige Art der Mani­pu­la­tion erleben wir gerade in Berlin. Hier wird die Nieder­lage Nazi­deutsch­lands und die damit einher­ge­hende Zerstö­rung unzäh­liger Städte dahin­ge­hend miss­braucht, um das vernich­tende Ende des Dritten Reiches gegen die AfD zu instru­men­ta­li­sieren. Ohne die Partei nament­lich zu erwähnen, soll im Betrachter der Plakate der Kultur­pro­jekte Berlin der Eindruck erweckt werden, dass aufgrund einer falschen Wahl­ent­schei­dung „am Anfang“ die Zerstö­rung Deutsch­lands erfolgen musste und dass sich so etwas sofort wieder­holen könne, wenn man wieder „falsch“ wählt. Bewusst wurde auch dazu die Farbe (blau) der AfD bei den Schrift­zügen gewählt und die Texte fragend und warnend formu­liert. Und das alles in Verbin­dung mit dem 75-Jahrestag der Kapi­tu­la­tion der Wehr­macht.

„Befreiung“ als Seiten­hieb gegen AfD

Es ist nicht unsere Absicht, hier einen Aufsatz zu schreiben, der die Aspekte der Folgen der Nieder­lage des NS-Regimes zum Inhalt hat – hierzu gibt es genug einschlä­gige Lite­ratur, wo die „Befreiung“ aus den unter­schied­lichsten Gesichts­punkten betrachtet wird. So wird diese vom über­le­bendem KZ-Häft­ling sicher anders bewertet werden, als von der von Russen verge­wal­tigten Oma und der von den Nazis enteig­nete Haus­be­sitzer, der sein Eigentum wieder zurück­bekam, wird das völlig anders sehen, als die Millionen vertrie­benen Volks­deut­schen, die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. Auch die Eltern der über einer Million jungen Männer, die man auf den Rhein­wiesen nach der Kapi­tu­la­tion verre­cken ließ, werden das auch gänz­lich anders betrachten, als die Verwandten derer, die von den Nazis ermordet wurden.

Und da wären wir schon am Punkt: Hier wird eine gut/böse Unter­tei­lung vorge­nommen, wo die „Guten“ immer die Linken und neuer­dings alle, die nach nicht nach deren Pfeife tanzen wollen, jetzt „Nazis“ bzw. deren Wieder­gänger sind. Allen voran die AfD, die jetzt in die Rolle eines Universal-Sünden­bo­ckes gedrängt werden soll, an dem alles Übel fest­zu­ma­chen ist. Gab es das nicht schon einmal? Sogar samt Betre­tungs­ver­bote und Ausgrenzug, wie auf dokumentationsarchiv.com aktuell aufge­listet.

Zum Inhalt der Aussagen der Plakate: Hier wird bewusst histo­ri­sche Unwissen des Betrach­ters voraus­ge­setzt, damit die Botschaft ankommt. Denn „am Anfang“ der Zerstö­rung Deutsch­lands stand keines­wegs die Wahl der Nazis. Betrachten wir die Kausa­li­täts­kette:

Am „Anfang“ stand der Erste Welt­krieg und die Nieder­lage der Achsen­mächte. Diese wurde erst durch die Kriegs­er­klä­rung der USA an Deutsch­land und Öster­reich-Ungern im Jahre 1917 möglich (also Kriegs­er­klä­rung auch ohne Nazis in Deutsch­land und Aggres­sion gegen Amerika – heute spricht man vom „Eintritt“ der USA in den Krieg). Dann der Vertrag von Versailles, von dem man damals schon wusste, dass deshalb der nächste Krieg kommen werde. Histo­riker wissen das. Theodor Heuss, erster Bundes­prä­si­dent der BRD, sagte sinn­gemäß: „Die Wurzeln des Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Staates und der Aufstieg Hitlers liegen in Versailles.“

Danach kam auch Hitlers Aufstieg, dessen Ursache die wirt­schaft­liche Not und die Voraus­set­zung die Finan­zie­rung der Nazis durch Teile seiner späteren Feinde jenseits des Atlan­tiks waren. Anschlie­ßend erfolgte die „Macht­er­grei­fung“ und Ausschal­tung demo­kra­ti­scher Entschei­dungs­pro­zesse. Gerade das ist vor dem Hinter­grund der aktu­ellen Ereig­nisse, z.B. in Thüringen, wohl heute eher wo anders als bei der AfD zu verorten.

Danach Kriegs­vor­be­rei­tung auf allen Seiten und der Angriff auf Polen durch Hitler und Stalin, wobei die Engländer und Fran­zosen nur Deutsch­land den Krieg erklärten, Russ­land hingegen nicht, ohne es eben­falls gleich­artig „befreien“ zu wollen. Wie undankbar müssen ihnen, zumin­dest aus unserer Sicht, heute noch die Russen deshalb sein!

Die anschlie­ßende komplette Zerstö­rung Deutsch­lands während des Krieges wurde seitens der Sieger gewollt, geplant und durch­ge­führt. Diese wäre auch ohne das Hitler­re­gime voll­zogen worden, zumin­dest wenn man den Worten Chur­chills in einer Rund­funk­an­sprache vom 3. September 1939 Glauben schenken darf: „Dies ist ein engli­scher Krieg, und sein Ziel ist die Vernich­tung Deutsch­lands“ (Quelle: zeit.de aller­dings vom 16. Juli 1998, also noch vor Wieder­ein­füh­rung grund­ge­setz­wid­riger Zensur­maß­nahmen). Es wurden deshalb keinerlei Anstren­gungen unter­nommen, den Krieg vorzeitig zu beenden. Im Gegen­teil, Wider­stands­kämpfer und Teile der Verschwörer vom 20. Juli 1944 wurden, soweit bekannt, von den Englän­dern an die Nazis verraten. Der Krieg sollte ja weiter­gehen.

Dazu auch Eugen Gers­ten­maier, deut­scher Bundes­tags­prä­si­dent von 1954 bis 1969 und während des Krieges Mitglied der „Beken­nenden Kirche“ im „Wider­stand“. Er schrieb am 21. März 1975 in der „Frank­furter Allge­meinen“: „Was wir im deut­schen Wider­stand während des Krieges nicht wirk­lich begreifen wollten, haben wir nach­träg­lich voll­ends gelernt: Dass der Krieg schließ­lich nicht gegen Hitler, sondern gegen Deutsch­land  geführt wurde“.

Soviel zu den „Wahlen“ am „Anfang“ und zu den miltä­risch unnot­wen­digen Zerstö­rungen unzäh­liger Städte am Ende. Wir sind weit entfernt hier Geschichts­re­vi­sio­nismus vorzu­nehmen, wir erwähnen und zitieren ledig­lich nur Histo­ri­kern ohnehin bekannte Fakten. Die müssen jedoch hier ange­führt werden, um die üblen Methoden aufzu­zeigen, die heute von Personen immer öfter ange­wendet werden, die alles andere als Demo­kraten sind.

Hier die AfD ins Spiel zu bringen, ist nicht nur unse­riös, sondern auch eine Form von Propa­ganda, die, um den Ball zurück­zu­spielen, durchaus aus der Nazi­zeit stammen könnte. Hier paart sich Lüge, Dumm­heit und Charak­ter­lo­sig­keit. Denn mit der glei­chen Logik könnte man die Ex-Kommu­nisten, die heute sogar in deut­schen Parla­menten sitzen, für Verbre­chen Stalins verant­wort­lich machen oder besser noch, die ihrer ehema­ligen Partei­ge­nossen der DDR.

1 Kommentar

  1. In einem Artikel gleich­zeitíg von über 1 Million junger Männer, welche auf den Rhein­wiesen „verreckt“ sind, und vom Zitieren „bekannter Fakten“ zu schreiben, kann jetzt nicht wirk­lich ernst gemeint sein, oder???

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