Linker Kultur­kampf im Vatikan: Papst Fran­ziskus verwei­gert Treffen mit unga­ri­scher Staatsspitze

Früher noch möglich? Besuch Viktor Orbáns beim Papst · Bildquelle: Radio Vaticana

Von Elmar Forster

Etwas ungläubig macht folgende irdi­sche Entschei­dung des Stell­ver­tre­ters Gottes auf Erden: „Medi­en­be­richten zufolge will sich der Papst bei seinem Ungarn-Besuch im September 2021 weder mit Regie­rungs­chef Viktor Orbán noch mit Staats­prä­si­dent János Áder treffen.“ (oön)

Kommt doch diese Verwei­ge­rung einem diplo­ma­ti­schen und unde­mo­kra­ti­schen Affront gleich. „Diese Ableh­nung könnte zu ernst­haften diplo­ma­ti­schen Span­nungen führen.“ (apa, oön) Wolle doch damit „der Vatikan jegliche Treffen mit poli­ti­schem Charakter vermeiden, die poli­ti­sche Span­nungen gene­rierten.“ (ebda) – Indem er solche nämlich gera­dezu provoziert.

Geschichts-Unkenntnis

„Die unga­ri­sche Seite sei beson­ders deshalb empört, weil der Papst nach seinem Kurz­be­such in Buda­pest in die Slowakei weiter­reisen und dort mehrere Tage verbringen wolle.“ (ebda) Weiß Fran­ziskus nichts vom Trianon-„Friedens“-Diktat, und dass die Slowakei der unga­ri­schen Minder­heit ihre Rechte verwehrt(e)? Denn dieses „Diktat war ein Todes­ur­teil. Es gibt keine Nation, die einen solchen Blut­zoll über­lebt hat.“ (Minis­ter­prä­si­dent Orbán) Selbst linke Leit­me­dien stimmen dieser Aussage zu: „Die Sieger­mächte zerstü­ckelten das unga­ri­sche König­reich regel­recht, kein anderes Land wurde terri­to­rial und demo­gra­fisch derart hart bestraft: …Fast jede unga­ri­sche Familie wurde damals zerrissen.“ (Spiegel) (Siehe auch unseren Artikel: „101 Jahre Trianon – Das zerbro­chene Schweigen“). – Ein wenig Nach­hilfe in Geschichts­kunde ist also ange­bracht: „Nach­hilfe für Juncker – Frei­heit aus dem Osten

Un-demo­kra­ti­sche Ignoranz

Ein kurzer Blick in Wiki­pedia offen­bart nämlich: Dass Orbán mit seiner Fidesz knapp 50 % der Stimmen, also mehr als 2,8 Millionen Wähler (gegen­über einer völlig zerschla­genen Oppo­si­tion) vertritt.

Linke Instru­men­ta­li­sie­rung durch Pro-Refjugee-Bewegung

Dass der Papst die christ­liche Orbán-Regie­rung ablehnt, ist zwar bekannt…: „Es sei eindeutig, dass er sich aus poli­ti­schen Gründen nicht mit Orbán und Ader treffen wolle, da es zwischen ihnen Meinungs­un­ter­schiede hinsicht­lich der Anti-Einwan­de­rungs­po­litik der unga­ri­schen Regie­rung gebe.“ (oön)

Die Unter­schiede zwischen Orbán und Papst Fran­ziskus (als Befür­worter der Will­kom­mens­kultur) könnten größer zwar nicht sein: „Wir setzen auf Hilfe vor Ort, statt die Probleme hier­her­zu­bringen. Wir wollen nicht, dass Flücht­linge von Menschen­händ­lern in den Tod auf dem Mittel­meer getrieben werden.“ (Orbán im Zeit-Interview)

Double-Measures

Denn trotz seines Wissens von einer „arabi­schen Inva­sion“ ruft der Papst weiterhin zum Dialog mit dem Islam auf: „Europa hat es immer geschafft, sich durch den Austausch der Kulturen positiv zu entwi­ckeln.“ (focus) Fran­ziskus muss sich also dem Vorwurf von double-measures stellen: Hatte er doch keine mora­li­schen Probleme, isla­mi­sche Poli­tiker wie den türki­schen Minis­ter­prä­siden Erdogan oder die Staats­füh­rung von Geor­gien, Aser­bei­dschan, weiters den Armee­chef von Myanmar, sowie den Kron­prinzen der Verei­nigten Arabi­schen Emirate (Februar 2019) auf seinen Auslands­reisen zu treffen. Dessen Kron­prinz wird sogar verdäch­tigt, Auftrag­geber eines Jour­na­lis­ten­mordes (Oktober 2018) in der saudi-arabi­schen Botschaft in Istanbul gewesen zu sein. (tages­schauwiki­pedia)

Diskurs-Verwei­ge­rung

Genau diesen kriti­schen Diskurs könnte er aber mit Viktor Orbán führen…

„Bis 2050 wird sich die Zahl der in Afrika Lebenden verdop­peln (auf) 2,5 Milli­arden Menschen. Afrika wird zehnmal mehr Jugend­liche haben als Europa. … Wenn man dieser aus mehreren hundert Millionen bestehenden jungen Masse erlaubt, nach Norden zu kommen, dann werden … unsere Kultur, unsere Iden­tität und unsere Nationen … aufhören zu existieren.

Der Westen fällt, während Europa nicht einmal bemerkt, dass es besetzt wird. … Die Abnahme der Bevöl­ke­rung christ­li­cher Kultur, die Isla­mi­sie­rung der Groß­städte schreitet … voran. Wir (Ungarn) haben verhin­dert, dass die isla­mi­sche Welt uns über­strömte. In dieser Rich­tung sind wir das letzte Land des latei­ni­schen, das heißt des west­li­chen Christentums…

Die absurde Situa­tion ist die, dass die Gefahr uns heute vom Westen droht…. Jene Politik, die den Weg für den Nieder­gang der christ­li­chen Kultur und den Raum­ge­winn des Islam eröffnet hat… Wir werden niemals mit jenen euro­päi­schen führenden Poli­ti­kern soli­da­risch sein, die Europa in ein post­christ­li­ches und post­na­tio­nales Zeit­alter führen wollen.“ (Viktor Orbán: „Rede zur Lage der Nation“, 18.2.2018)

Hier auch noch mein Offener Brief an den Vorarl­berger Pro-Well­come-Bischof Benno Elbs: „Ist das west­liche Chris­tentum noch zu retten ?

Christ­liche Selbst-Verleugnung

Denn viel Sinn macht die trot­zige Verwei­ge­rungs­hal­tung des Papstes nicht – weder histo­risch noch aktuell: „Ungarn ist das Schild des Chris­ten­tums, der Vertei­diger der west­li­chen Zivi­li­sa­tion.“ (der Vorgänger-Papst Pius I zur Zeit der Türken­kriege 1456)

Außerdem wurde in Ungarn der Bezug zum Chris­tentum in Verfas­sungs­rang erhoben. Und unter­stützt die Orbán-Regie­rung mit seinem Hungary-Helps-Programm verfolgte Christen welt­weit (finan­ziell wie ideell: „Der Buda­pest-Report über Chris­ten­ver­fol­gung 2020“). Erst im März hat seine Heilig­keit Fran­ziskus dieses Programm mit einem Staats­be­such im Irak gewür­digt… Auf dem Rück­flug nach Rom hatte er dann seinen Ungarn-Besuch zum Eucha­ris­ti­schen Welt­kon­gress angekündigt…

Ob die offen­sicht­liche, indi­rekte Partei­nahme des Papstes für die links-rechts­ra­di­kale unga­ri­sche Block­op­po­si­tion knapp ein Jahr vor den unga­ri­schen Wahlen 2021 gelingen wird, ist aller­dings frag­lich…: Vertreten doch die Ungarn ein tradi­tio­nelles Chris­tentum , ihre Schutz­hei­lige ist die Heilige Maria… Ein Mitleids- und Protest­ef­fekt könnte die Folge sein…

Niemand versteht außerdem, dass der Papst somit indi­rekt den Chris­ten­hass der linken Oppo­si­tion tole­riert… Augen­fällig etwa in der Preis­ver­lei­hung für blas­phe­mi­sche Christus-Hass-Kari­katur eines bekannten linken unga­ri­schen Journalisten:

mandiner.hu/cikk/20201126_papai_gabor_vallasgyalazas_muller_cecilia

Die Angst vor der „Orbá­ni­sie­rung“

Stemmt sich der Papst nicht vergeb­lich gegen eine längst statt­finde Orbá­ni­sie­rung? (Forster: „Warum die Orbá­ni­sie­rung aus dem Osten kommt“, andreas.unterberger) – Augen­fällig etwa im Beschluss der linken däni­schen Regie­rung, Asyl­zen­tren nach Afrika auszu­la­gern: „Wer seinen Antrag auf Asyl bewil­ligt bekommt, kann trotzdem nicht darauf bauen, nach Däne­mark zu kommen. Geplant ist, dass die betref­fende Person in dem Land bleibt oder in ein Flücht­lings­lager der UNO verlegt wird.
Quelle: Fisch+Fleisch

Anm.: So begrüßt der Poli­tiker die in sein Welt­bild passen.

5 Kommentare

  1. Fran­ziskus gehört zu den Strip­pen­zie­hern der NWO, deswegen verwun­dert mich das nicht.
    Er ist auch Befür­worter der tödli­chen Impfungen, die mit Bestand­teilen von mensch­li­chen Föten herge­stellt werden, muss man noch mehr über ihn sagen…?

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    • …und nicht vergessen: er ist ein Jesuit, d.h. er ist kein Mann des Glau­bens, sondern ein Mann der Politik – und genau so verhält er sich !

  2. Man weiß bald nicht mehr, welcher Wöhn­sinn schlimmer ist vor lauter überall grasie­rendem Wöhn­sinn – einer so schlimm wie der andere und noch schlimmer.

  3. Wer dem Popen ein Denkmal setzt, sollte sich nicht wundern, wenn dieser Typ einem auf der Nase rumtanzt.
    Ihn zur Persona non grata zu erklären, wäre eine der freund­li­cheren mögli­chen Reaktionen.
    Innen­po­li­tisch riskant, wenn das Volk doch so gerne betet.
    Also wird Rom weiterhin regieren und die Misch­poke diktiert.
    Warum sollte sich ausge­rechnet ein Pope zu Trianon äußern? Er könnte doch nur genüß­lich grinsen.
    Seine Denk­mäler abreißen, seine Tempel „umwan­deln“ (ich sage nicht in was) und die ganze Bagage zu ihren „Auftrag­ge­bern“ in die Wüste schi­cken… könnte auch eine Lösung sein.
    …aber nur, wenn man nicht mehr gewählt werden will, denn das Volk liebt diese Form der Unterwerfung.

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