Macron wiedergewählt…was auch immer es kostet, leider!

„Die Verei­ni­gung zwischen Recon­quête und dem Rassem­ble­ment National?
Ihre Wähler hoffen darauf, aber sie sind die einzigen!
Es genügt, die Verant­wort­li­chen zu sehen und zu hören
dieser beiden Bewegungen:
Verach­tung auf der einen Seite, Hass auf der anderen …“.

Inter­view mit Phil­ippe Randa, Direktor der euro­päi­schen Rein­for­ma­ti­ons­seite EuroLibertés.

Bei dieser Präsi­dent­schafts­wahl scheint schließ­lich alles so gekommen zu sein, wie es die Umfragen seit Monaten vorher­ge­sagt hatten: eine zweite Runde Macron-Le Pen und eine nicht über­ra­schende Wieder­wahl des amtie­renden Präsidenten…

So sehr, dass man viel­leicht in Erwä­gung ziehen könnte, bei Wahlen nicht mehr wählen zu gehen: Es kostet Geld, man verliert Zeit und immer mehr Menschen verlieren das Inter­esse daran… Da die Umfragen das Ergebnis schon Monate im Voraus bekannt geben, wäre es viel­leicht eine Über­le­gung wert, Zeit und Geld zu sparen, oder?

Ist das Ihr Ernst?

Fast… Oder könnte man sich mit einem ernst­haften Problem der Wahl­ethik befassen: Bis zu welchem Grad beein­flussen Umfragen nicht die Meinung, insbe­son­dere mit dem lange vor und während der Wahl­kam­pa­gnen gepre­digten Leit­motiv der „nütz­li­chen Stimme“, das offen­sicht­lich einen Teil der Öffent­lich­keit forma­tiert und einen anderen davon abhält, sich zu bewegen; ist das wirk­lich tole­rierbar? Sind die Kosten für eine Wahl­kam­pagne anständig? All diese Millionen Euro, die für meist fade Propa­ganda, leere Phrasen und demago­gi­sche Verspre­chungen verschwendet werden – ein Maximum von 16 Millionen Euro pro Kandidat, das im ersten Wahl­gang nicht über­schritten werden darf, und 22 Millionen Euro für die Quali­fi­zierten im zweiten Wahl­gang, die größ­ten­teils vom fran­zö­si­schen Steu­er­zahler erstattet werden -, während unter anderem unsere Kran­ken­haus­dienste am Boden liegen? Das ist doch „proble­ma­tisch“, oder? Nein? Ach so!

Würden Sie die Wahlen abschaffen wollen?

Wenn jeder dritte Wähler sich der Stimme enthält und der gewählte – oder in diesem Fall wieder­ge­wählte – Präsi­dent mit nur 28 % von 2/3 der Wähler gewählt wird, ist es dann wirk­lich so abwegig, dies zu erwähnen? Aber gut, so weit sind wir noch nicht, oder? Na ja, noch nicht so weit, aber …

Ernst­haft, wir sind jetzt …

Mein Vorschlag ist nicht ernst gemeint? Ach so!

… wir befinden uns jetzt, sagte ich, im Wahl­kampf für die Parla­ments­wahlen. Die Aufrufe zur „Verei­ni­gung“ auf der Linken wie auf der Rechten scheinen im Moment ins Leere zu hallen?

Und das aus gutem Grund! Wie kann man auf der linken Seite die Domi­nanz von La France inso­u­mise (fast 22 % der Stimmen) nicht erleiden, wenn man weniger als 2 % (PS) und weniger als 5 % (EELV) auf die Waage bringt? Die PS spielt um ihre Exis­tenz und die Umwelt­schützer um ihr Über­leben… Auf der rechten Seite spielen die Repu­bli­kaner – von denen sich eine Mehr­heit der Abge­ord­neten und sogar der Wähler bereits der Macronie ange­schlossen hat – eben­falls um ihr Über­leben, wenn nicht sogar schon um ihre Exis­tenz… Die Neufor­mie­rung der poli­ti­schen Land­schaft ist auf dem Weg, aber sie wird erst nach den Parla­ments­wahlen wirk­lich sichtbar werden, wenn eine genaue Zählung der Toten, der Krüppel… und der tatsäch­li­chen Gewinner möglich sein wird.

Und die Verei­ni­gung zwischen Recon­quête und dem Rassem­ble­ment National?

Ihre Wähler hoffen darauf, aber sie sind die einzigen! Man muss nur die Verant­wort­li­chen dieser beiden Bewe­gungen sehen und hören: Verach­tung auf der einen Seite, Hass auf der anderen… Die Führungs­kräfte von Recon­quête erklären halb­herzig, dass Marine Le Pen genauso inkom­pe­tent ist wie ihre Leut­nants… und die des Rassem­ble­ment National werden nicht müde, die Führungs­kräfte von Recon­quête als „Extre­misten“ oder sogar noch schlimmer zu bezeichnen! Éric Zemmour entspricht der Logik seiner Rede, die Verei­ni­gung der Rechten zu propa­gieren, aber wenn der RN dies akzep­tieren würde, würden die repu­bli­ka­ni­schen Abge­ord­neten, die versucht sind, Recon­quête zu unter­stützen, sofort einen Rück­zieher machen unter dem Vorwand, dass sie sich niemals mit Vertre­tern oder ehema­ligen Vertre­tern der von Jean-Marie Le Pen gegrün­deten Bewe­gung verbünden würden, auch wenn diese bis auf die Knochen abge­schliffen und poli­tisch korrekt poliert sind, so lange es geht…

Und vor allem wenden sich beide nicht an dieselben Wähler… Bereits 2017, zwischen den beiden Wahl­gängen, wandte sich Marine Le Pen ausschließ­lich an linke Wähler, vor allem an die von Jean-Luc Mélen­chon, ohne ein Wort, eine Aufmerk­sam­keit oder eine Geste gegen­über den Wählern von Fran­çois Fillon… Für die beiden Fina­listen sind die Wähler aller anderen Kandi­daten – immerhin fast 20 % der Wähler – jedoch eine zu vernach­läs­si­gende Größe.

Marine Le Pen hat im Vergleich zu 2017 immerhin um 7 Prozent­punkte zugelegt…

Es sei denn, Emma­nuel Macron ist um 7 Punkte zurück­ge­gangen… Welchen Unter­schied macht das am Ende?

Wie schätzen Sie die Zukunft ein?

Ich mache nie Prognosen… Es ist sinnlos, Ruten zu liefern, um geschlagen zu werden: Jeder, der es wagt, macht sich in der Regel lächer­lich. Es ist jedoch möglich, einige Bemer­kungen zu machen. Jahr­hun­dert mit der wahn­wit­zigen Verwal­tung des Covid (und nicht mit den Anschlägen vom 11. September 2001, das sei noch einmal wieder­holt), so gestaltet diese Präsi­dent­schafts­wahl eine neue poli­ti­sche Arena in Frank­reich. Wie es übri­gens auch 2007 und 2012 der Fall war, da wir die von 2017 im Großen und Ganzen im Jahr 2022 erneut spielen…

Die poli­ti­sche Arena ist ein Trüm­mer­feld mit ihren Toten: Pécresse, Hidalgo, Jadot; es ist schwer zu glauben, dass sie sich persön­lich von einem solchen Wahl­fi­asko erholen werden, in das sie ihre jewei­lige Partei hinein­ge­zogen haben – es sei denn, das Gegen­teil ist der Fall… Dasselbe gilt für Dupont-Aignan oder Roussel: Der erste hat sein vorhe­riges kleines Ergebnis mehr als halbiert, der andere glaubte, er würde „Buzz“ machen, um schließ­lich 2,2 % zu erhalten! Was Lass­alle, Poutou und Artaud betrifft, so werden sie zwei­fellos weiterhin die Galerie unter­halten (was er zuge­ge­be­ner­maßen sehr gut kann), während die beiden anderen ihren jewei­ligen Großen Abend im luft­leeren Raum predigen, denn daran sind sie gewöhnt…

Was ist mit denje­nigen, die die 5 %-Marke über­schritten haben?

Marine Le Pen und Jean-Luc Mélen­chon haben verspro­chen, nicht noch ein viertes Mal anzu­treten… es sei denn, die Ereig­nisse zwingen sie dazu, uns erneut ihre Kandi­datur zu schenken, kichern bereits einige Kummer­geister. Emma­nuel Macron hat bereits Farbe bekannt, indem er – wie Marine Le Pen übri­gens auch – vorschlägt, zu einer sieben­jäh­rigen Amts­zeit zurück­zu­kehren… Wenn dies der Fall ist, wird seine Amts­zeit im Élysée-Palast umso länger dauern. Wird Eric Zemmour seine Truppen, seine Führungs­kräfte und die 120.000 Mitglieder von Recon­quête bei der Stange halten und seine zwei Millionen Wähler behalten und gewinn­brin­gend einsetzen können? Wie dem auch sei, neben den Kompe­tenzen, Stärken oder Handi­caps der einzelnen Poli­tiker gibt es auch den Zustand Frank­reichs, das so zerrüttet und verschuldet ist wie wahr­schein­lich noch nie zuvor… was mehr als 18 Millionen unserer Lands­leute (18 768 639, um genau zu sein) nicht davon abge­halten hat, Präsi­dent Macron wiederzuwählen!

Was immer es auch kostet, leider…

Phil­ippe Randa hat gerade Une société de suspi­cion géné­ra­lisée (Eine Gesell­schaft des Gene­ral­ver­dachts) im Verlag Dualpha mit einem Vorwort von Jean-Claude Rolinat veröffentlicht.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei EUROLIBERTÉS, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.

3 Kommentare

  1. Ich frage mich schon seit 50 Jahren, warum wir die Kreuze in der Wahl­ka­bine mit Blei­stift machen müssen?
    Ich erin­nere mich da immer an meine Schul­zeit. Blei­stift kann man ausra­dieren und etwas anderes dafür schreiben!
    Die Wahlen in Deutsch­land sind seit 1945 nur eine Farce.
    Da war ja selbst Hitler ein lupen­reiner Demokrat!

  2. das ist eben wahre demokratie…

    le pen mit allen mitteln verhin­dern und
    orban als einzig demo­kra­tisch, mit 2/3
    mehr­heit gewählter eu staatsfüherer,
    als diktator und anti­eu­ro­päer hinstellen…
    wenn dir die medien gehören, no prob

    der deepstate(die geld­dru­cker) ist die konsistenz
    dieser luft­cash plutokratie.…ähhh *demo­kratie*

    er gibt uns minus­zins oder zins
    fake­news oder good news
    covid oder grippe
    kalt oder warm
    böse oder gut.…vor, er denkt und sorgt sich gar
    um uns.…nur um uns))

    was wollt ihr dumm­zeugs denn da bitte noch mehr??

    ps: und…würden wahlen das ändern würden sie
    schlichtweg durchs kriegs­recht ersetzt…

    geld redu­ziert diese schöne welt aufs wesentliche

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    • Wahlen sind schon seit Jahren obsolet und sinnlos geworden – genauer gesagt: Seit der Möglich­keit, seine Stimme mittels Brief schrift­lich abzu­geben. Damit wurde der Mani­pu­la­tion Tür und Tor weit geöffnet – und als ange­nehmer Neben­ef­fekt gleich die anonyme Wahl abgeschafft.

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