Meck-Pom: Rote Landes­re­gie­rung plant bei Corona Entnahme von Kindern aus ihren Familien

Symbolbild

Vorrang der Eltern in Fragen der Kindererziehung

Wenn Kinder vom Jugendamt in Obhut genommen werden, kann das die letzte Rettung für sie sein, und es mag im Einzel­fall gute Gründe dafür geben. Ein massiver Eingriff in ihr Leben und eine Grat­wan­de­rung für alle Betei­ligten bleibt es dennoch. Wenn ein Kind vom Jugendamt aus seiner Familie genommen wird – die „Inob­hut­nahme“ –, hat das schwer­wie­gende Konse­quenzen für alle Betei­ligten. Oft werden die Kinder durch die Tren­nung von der Familie trau­ma­ti­siert. (Von recht­li­cher Seite sichert der Para­graph 42 des Sozi­al­ge­setz­bu­ches die Inobhutnahme.)

Die soge­nannte Inob­hut­nahme gilt als das schärfste Mittel, das Behörden haben, wenn Kinder gefährdet sind. Ein Kind oder Jugend­li­cher kann zeit­weise oder in schweren Fällen auch dauer­haft aus der Familie genommen werden. Dafür muß es aber konkrete Hinweise auf eine Gefähr­dung geben. Grund für eine Inob­hut­nahme sind oft akute Notlagen, zum Beispiel wenn Kinder nicht richtig versorgt werden, weil die Eltern drogen- oder alko­hol­krank sind.

Und damit sind wir beim eigent­li­chen Thema dieses Artikel. Es geht nämlich nicht um wie auch immer „gefähr­dete“ Kinder in „schwie­rigen Fami­li­en­ver­hält­nissen“, sondern um eine Erkran­kung im Fami­li­en­kreis. Seit Jahr­tau­senden kümmert sich in (intakten) Fami­lien jeder um jeden. Das ist das gemein­same Band einer Familie.

Wegen Corona Kinder von ihren Eltern getrennt

Unter diesen Gesichts­punkten erscheint die neueste Absicht der Landes­re­gie­rung Meck­len­burg-Vorpom­mern in einem grellen Licht. Dort will man nicht etwa die Fami­li­en­bande stärken, sondern ausein­an­der­reißen. Dankens­wer­ter­weise hat sich der sozi­al­po­li­ti­sche Spre­cher der AfD-Land­tags­frak­tion, Thomas de Jesus Fernandes, unmiß­ver­ständ­lich dazu geäußert:

„Die Landes­re­gie­rung hat nicht ausge­schlossen, daß als Corona-Maßnahme in Meck­len­burg-Vorpom­mern Kinder von ihren Eltern getrennt werden. Die orga­ni­sa­to­ri­schen Maßnahmen dazu laufen jeden­falls derzeit, und es wird ein Merk­blatt für die Krite­rien einer Entnahme der Kinder aus ihren Fami­lien erar­beitet. Damit würde die Landes­re­gie­rung eine rote Linie über­schreiten. Das würden sich die Bürger niemals gefallen lassen.

Das Grund­ge­setz schützt das Recht der Eltern auf Erzie­hung ihrer Kinder. Es ist ein abso­lutes Unding, wenn die Landes­re­gie­rung plant, Eltern ihre Kinder zu nehmen, nur weil sie diese nicht inner­halb der Familie sozial isolieren wollen.“

Dazu ergänzt der Parla­men­ta­ri­sche Geschäfts­führer, Prof. Dr. Ralph Weber:

„Ein solches Vorgehen verletzt den Vorrang der Eltern in Fragen der Kinder­er­zie­hung. Kinder aus ihrer Familie zu entfernen, ist sicher kein geeig­neter Weg zur Durch­set­zung von frag­wür­digen Corona-Schutz­maß­nahmen. Sollte es gar nicht anders gehen, müsste sich in solchen Fällen eben die ganze Familie an die häus­li­chen Quaran­tä­ne­maß­nahmen halten. Kinder den Eltern wegzu­nehmen und ggf. gegen den Willen der betrof­fenen Eltern und Geschwister zu isolieren sind Will­kür­maß­nahmen, die allen­falls in Dikta­turen erwogen werden. Hier bei uns sind sie undis­ku­tabel ausgeschlossen.“

In NRW „kein Kindesentzug“

Daß es auch anders gehen kann, bestä­tigt nach Angaben der dpa das Gesund­heits­mi­nis­te­rium in NRW, das besorgte Eltern beruhigt:

Das Gesund­heits­mi­nis­te­rium in Nord­rhein-West­falen hat auf die Nach­richt reagiert und Eltern beru­higt, daß im Falle von Corona-Verdachts­fällen ihrer Kinder kein Kindes­entzug drohe.

„In NRW drohen Gesund­heits­ämter nicht mit der Inob­hut­nahme von Kindern und ordnen auch nicht die Isola­tion von Kindern getrennt von der Familie in häus­li­cher Quaran­täne an“, sagte ein Minis­te­ri­ums­spre­cher der „Neuen West­fä­li­schen“. „Mir ist kein Fall bekannt.“

Er ergänzte: „Wenn in NRW aufgrund eines Corona-Verdachts­falls ein Kind in Quaran­täne muß, suchen die Gesund­heits­ämter immer nach lebens­nahen Lösungen, die den Gesund­heits­schutz gewähr­leisten. Wie zum Beispiel, daß ein Eltern­teil eben­falls mit in Quaran­täne geht.“ (dpa/jb 7.8.20)

Dieser Artikel erschien erst­mals conservo, dem Blog des Autors Peter Helmes

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