MUFls sollen ihren Fami­lien zu Hause zusätz­li­ches Einkommen verschaffen

Was tun wir jetzt? - Eine Aufnahmefamilie finden! - Arbeiten ist zu mühsam! - Eher die hiesige Sprache lernen, damit wir als integriert gelten! · Grafik: Fdesouche

„Manchmal werden minder­jäh­rige unbe­glei­tete Fücht­linge (MUFls) von ihren Fami­lien geschickt und sind dafür verant­wort­lich, ihnen ein zusätz­li­ches Einkommen zu verschaffen“.

Während ihrer zwei Rund­fahrten im Jahr 2021, vom 11. bis 25. Januar und vom 2. bis 7. Februar, sammelte die Ocean Viking 254 unbe­glei­tete Minder­jäh­rige ein; das war fast ein Drittel der Geret­teten. Die einen fliehen vor der Diktatur ihres Landes, vor Armut oder Zwangs­heirat, die anderen suchen Mobi­lität. Und sie setzten sich alle in die Schlauch­boote in der Hoff­nung auf ein besseres Leben.

Mit einem lila­far­benen Hand­tuch um den Kopf gewi­ckelt, einem mari­neblauen Sweat­shirt über den Schul­tern und einer Decke auf den Ober­schen­keln sieht Mohamed schwei­gend zu, wie die Menschen auf dem Deck der Ocean Viking kommen und gehen. Am Tag zuvor hatten ihn die Matrosen des Hilfs­schiffes aus einem über­la­denen Beiboot geborgen, das ihn von der liby­schen Küste bis vor die Tore Europas brachte.

„Ich hatte große Angst, ich habe mein Leben in diesem Boot riskiert. Wir verließen Zouara am Morgen, die Libyer pferchten uns in das Boot, wir müssen hundert gewesen sein. Zuerst war die See ruhig, aber dann wurde sie rau“, sagt er mit weit aufge­ris­senen Augen und hoch­ge­zo­genen Augen­brauen, als würde er das beein­dru­ckende Epos noch einmal kurz durch­ma­chen müssen.

Mohamed ist 17 Jahre alt. Er verließ Guinea andert­halb Jahre zuvor, zunächst via Mali, dann über Blida in Alge­rien, wo er mehrere Monate auf Baustellen arbei­tete, die von chine­si­schen Arbei­tern betrieben wurden, ebenso wie viele andere junge Leute, die er an Bord des huma­ni­tären Rettungs­schiffes traf. In Libyen versuchte er dreimal, das Mittel­meer zu über­queren, schei­terte aber immer am Ende. „Die meiste Zeit hat uns die Polizei am Ufer ange­halten. Ich bin jedes Mal im Gefängnis gelandet. »

Seit er die „liby­sche Hölle“ verlassen hat, hofft Mohamed darauf, Frank­reich, sein „Traum­land“, zu errei­chen. Er ist das jüngste von vier Geschwis­tern und muss die Verant­wor­tung für den Unter­halt seiner Familie in der Heimat übernehmen.

„Manchmal werden die Minder­jäh­rigen von ihren Fami­lien geschickt, um ihnen ein zusätz­li­ches Einkommen zu verschaffen“, sagt Fran­çois Gemenne, ein Forscher und Migrationsspezialist.

Für andere stellt die Migra­tion eine „Art Über­gangs­ritus“ dar: „Sie ziehen auf eigene Faust los, auf ihr eigenes Aben­teuer, weil sie Freunde oder Cousins gehen gesehen haben, und dann gibt es dieje­nigen, die sich in verzwei­felten persön­li­chen Situa­tionen befinden und versu­chen zu gehen, weil es die einzige Alter­na­tive ist. Für sie ist es eine Frage des Überlebens.“

„Mein Vater starb 2015 und wir befanden uns in einer schwie­rigen Situa­tion. Mein älterer Bruder ist bei meiner Mutter geblieben, um ihr zu helfen, also bin ich derje­nige, der gegangen ist“, sagt Mohamed in einem Ton, der Offen­heit und Prag­ma­tismus vereint. Er faltet das gelbe Armband um sein Hand­ge­lenk, entblößt seine Minder­jäh­rig­heit vor den Augen aller und fügt dann hinzu: „In Frank­reich möchte ich studieren und arbeiten, um meiner Familie zu helfen.“

Oft sorgt die Familie für den Start der Reise, und der junge Auswan­derer muss dann arbeiten, um jede neue Etappe zu finan­zieren, was im Fall der Subsa­hara-Afri­kaner zu „zeit­lich und räum­lich ausge­dehnten Migra­tionen“ führt, erklärt Fran­çois Gemenne. „Es ist eine echte Inves­ti­tion. Wenn die Familie einen ihrer Söhne in die Stadt oder ins Ausland schickt, tragen die Verwandten mehrere Monate lang dazu bei, und das ist für den Teen­ager eine Verpflich­tung, die Migra­tion erfolg­reich zu bewäl­tigen, denn er weiß, dass er nicht schei­tern darf. Das ist eine ziem­lich große Verantwortung.“

.… In der Nähe ihres Dorfes in Guinea trifft ein Teen­ager-Mädchen einen Mann, dem sie ihre Geschichte erzählt. Er bringt sie nach Mali und dann nach Alge­rien, wo er sie ihrem Schicksal über­lässt. „Ich hatte mein Land noch nie verlassen. Ich traf andere Subsa­hara-Afri­kaner, die nach Libyen wollten, und sie boten mir an, ihnen zu folgen“, sagt Aminatou.

Als sie im Mai 2020, während des Fasten­mo­nats Ramadan, in Tripolis ankam, wurde sie in ein Zimmer gesperrt und auf den Zustand einer Sexsklavin redu­ziert. Nackt, ohne Matratze oder Decke, wurde sie drei Monate lang jeden Tag von Männern verge­wal­tigt. „Dann brachten sie mich an einen anderen Ort, wo mehr Leute waren. Dort verkauften uns die Araber an andere und wir landeten im Gefängnis.“

Ihr rundes, jugend­li­ches Gesicht kontras­tiert mit dem Schre­cken, der von ihrer Geschichte ausgeht. „Eines Tages kam ein Mann, um mich abzu­holen, und sagte, er wolle mich arbeiten lassen. Er nahm mich mit zu seinem Haus und ich blieb dort. Ich weiß nicht einmal, wie viele Männer mich dort verge­wal­tigt haben. Selbst wenn ich meine Periode bekam, kümmerte es sie nicht. „Es war schließ­lich dieser Mann, der mich eines Nachts aufweckte, mich in den Koffer­raum seines Autos sperrte und mich am Ufer in Tripoli zurückließ.“

Quelle: Média­part


7 Kommentare

  1. „„Manchmal werden die Minder­jäh­rigen von ihren Fami­lien geschickt, um ihnen ein zusätz­li­ches Einkommen zu verschaffen“

    MANCHMAL ???

    Dass die ihre Söhne losschi­cken ist die schlimm genug – dass die aber ihre Töchter losschi­cken und dieser Gefahr aussetzen, ist völlig unver­ant­wort­lich – aber bei denen gelten die Mädchen ja nix oder sie haben keine Söhne.

    Aber an dem was das Mädchen erzählt sehen wir doch, was welt­weit Massen von Mädchen und Frauen und wohl auch Knaben von vor allem Männern angetan wird. – Sind die nur sch.nzgesteuert oder was ist mit diesen B.stien los, die null Mitge­fühl zu haben scheinen?

    Aber das ist auf der ganzen Welt ein riesiges Problem, das leider immer noch nicht in dieser patri­ar­chalen Welt thema­ti­siert und ange­pran­gert wird, weil immer noch auch die meisten Männer, die solches nie tun würden, sich dennoch gleich als Stell­ver­treter ihres männ­li­chen Geschlechts ange­griffen fühlen, statt sich öffent­lich und wirksam dagegen einzusetzen.

    Kann nicht endlich von Männern welt­weit Selbst­be­herr­schung verlangt und einge­for­dert werden?
    Sollen sie sich eine Gummi­puppe zulegen oder ihr Hände im stillen Kämmer­lein benutzen wenn es sie drängt – aber sie haben gefäl­ligst keine Verge­wal­ti­gungen zu begehen – das gilt selbst­ver­ständ­lich auch für die Minder­heit von Frauen, die solches z. B. mit Knaben tun.

    Mehr Tierb.stie als Mensch muss man sich da fragen.

    42
    • Die „erleich­tern“ sich nicht im stillen Kämmer­lein, Ishtar, die machen das unter Publikum, das geilt die dann noch so richtig auf und es ist wider­lich. Am hanno­ver­schen Bahnhof kann kann man das immer wieder erleben und man sollte sich dort von allen Gegen­ständen fern halten und nichts anfassen.…

  2. Und genau diesen üblen (oben geschil­derten) sozi­al­dar­wi­nis­ti­schen Hinder­nis­lauf befeueren die „Gutmen­schen“ unent­wegt. Ohne die „Rettungs­schiffe“ (die den Shuttle-Verkehr der Schlepper ergänzen und deren Gewinn erhöhen), ohne die üppigen Sozi­al­leis­tungen (mit denen gelockt wird (und die der einhei­mi­schen Bevöl­ke­rung, die diese finan­zieren, entzogen werden)), ohne den Schutz vor Abschie­bung in den Aufnah­me­län­dern würde sich niemand von denen auf diese Reise / Tortur begeben.

    PS: „Gutmen­schen“ = Menschen, die das von ihnen als „gut“ Ange­se­hene über unsere Gesetze stellen; Menschen, die sich der demo­kra­ti­schen Mühe, die Gesetze entspre­chend zu ändern (und sich dafür Mehr­heiten zu suchen), entziehen, und unsere Gesetze brechen und beugen – für das „Gute“.

    43
    • Schein-Gute, die ihr in Wahr­heit böses Wesen vermut­lich unter dem Deck­mantel des „Gutmen­schen“ verstecken.

  3. Grenzen schützen geht doch – nur offenbar nicht bei dieser Klientel:

    www.youtube.com/watch?v=ZwnFCxsGesg

    Und das l.nke P.litgesocks schreit schon wieder H.ss, wo nackte Fakten genannt werden.

    Wenn D.mmheit weh täte.…

    Ich kann nur sagen: die einzige vernünf­tige Portei w.hlen im W.hllokal.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here