Nichts Persön­li­ches, nur Geschäftliches

Ivan Šokić · Bilquelle: Demokracija

Ein Kommentar von Ivan Šokić
 

In Russ­land holen die Kommu­nisten mit Unter­stüt­zung des Westens bei den Wahlen zu den regie­renden Konser­va­tiven auf. In China führt die Kommu­nis­ti­sche Partei einen neuen Kultur­krieg im Namen des Guten, Schönen und Wahren. Die euro­päi­schen (Groß-)Mächte stellen heute fest, dass die alten Bünd­nisse nicht mehr das sind, was sie einmal waren. In den USA wird unter­dessen mit Hoch­druck daran gear­beitet, dass die Über­prü­fung der Präsi­dent­schafts­wahlen 2020 in den USA nicht ergibt, dass Donald Trump der eigent­liche Wahl­sieger ist.

Die Welt hielt Trump für einen Radi­kalen, weil er unnach­giebig forderte, dass die Verbün­deten der USA ihren Teil der Verpflich­tungen aus den gegen­sei­tigen Verein­ba­rungen erfüllen. Sowohl die libe­rale Elite als auch zu viele west­liche Konser­va­tive fielen darüber in Ohnmacht. So etwas zu tun, la la la zu sagen und tatsäch­lich zu versu­chen, den Status quo zu erhalten, war für die Öffent­lich­keit inak­zep­tabel. Es gibt bestimmte Dinge, über die man einfach nicht spricht. Die Fran­zosen haben Mitte September 2021 aus erster Hand erfahren, dass Trump für die inter­na­tio­nalen Bezie­hungen der USA viel besser ist als der verrückte Joe Biden. Nachdem die Ameri­kaner ihnen ein 56 Milli­arden Euro schweres Atom-U-Boot-Geschäft mit Austra­lien unter­ge­ju­belt hatten, riefen sie aus Protest den US-Botschafter zurück nach Paris. Berichten zufolge nimmt der fran­zö­si­sche Präsi­dent Emma­nuel Macron zwei Wochen später immer noch keine Anrufe des austra­li­schen Premier­mi­nis­ters entgegen.

Der fran­zö­si­sche Außen­mi­nister Jean-Yves Le Drian hat sogar öffent­lich geäu­ßert, dass ein solches Verhalten, wie es die Regie­rung Biden an den Tag gelegt hat, von Trump zu erwarten gewesen wäre. In diesem Punkt irrt Le Drian. Trump war sowohl gegen­über seinen Verbün­deten als auch gegen­über seinen Gegnern offen, man könnte sogar sagen, ein wenig naiv.

Der ameri­ka­ni­sche Schritt mag die Fran­zosen verär­gert haben, aber als der neue Mili­tär­pakt zwischen den USA, dem Verei­nigten König­reich und Austra­lien, genannt AUKUS, geschlossen wurde, waren nicht einmal die Chinesen kalt­schnäuzig. Denn es ist allen klar, dass die USA keine Atom-U-Boote an Austra­lien liefern werden, um die Austra­lier gegen eine Inva­sion der antark­ti­schen Pinguine zu vertei­digen. Inter­es­sant ist aber vor allem, dass so etwas schon viel länger geplant war und nicht von heute auf morgen beschlossen wurde. Es ist anzu­nehmen, dass die ameri­ka­ni­schen Plün­derer während ihrer kata­stro­phalen Flucht aus Afgha­ni­stan vor den Taliban bereits den Boden für die Eröff­nung einer neuen Front gegen China bereitet haben. Wenn ein anderes Land dafür bezahlt, ist das umso besser.

Es ist ein neues Wett­rüsten. Das Vorgehen der USA zeigt jedoch, dass sie immer noch im Kalten Krieg gefangen sind. Die Idee ist, China zu zwingen, immer mehr in mili­tä­ri­sche Ausrüs­tung zu inves­tieren. Die US-Falken sind über­zeugt, dass sie China auf diese Weise in den finan­zi­ellen Abgrund stürzen können. Sie über­sehen, dass China seit Jahr­zehnten einen sehr erfolg­rei­chen Wirt­schafts­krieg führt, dessen Ziel es ist, die USA zu verarmen. Bereits 1999 schrieben die chine­si­schen Volks­armee-Komman­deure und Mili­tär­stra­tegen Qiao Liang und Wang Xiangsui ein Buch über die so genannte Kriegs­füh­rung der fünften Genera­tion mit dem Titel „Unrestricted Warfare: China’s Master Plan to Destroy America“ („Unein­ge­schränkte Kriegs­füh­rung: Chinas Master­plan zur Zerstö­rung Amerikas“).

Abge­sehen von der Groß­spu­rig­keit des Buch­ti­tels legen die Autoren einen klaren Plan vor, wie ein schwä­cheres Land eine Super­macht wie die USA besiegen kann. Sie lehnen die Idee einer direkten mili­tä­ri­schen Konfron­ta­tion voll­ständig ab. Dies ist eine über­holte Menta­lität. Statt­dessen befür­worten sie die Mani­pu­la­tion des Banken­sys­tems, die Kontrolle der Medien und die Ausnut­zung des Mono­pols auf natür­liche Ressourcen. China hat all dies getan und nutzt es seit seinem Beitritt zur Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­tion im Jahr 2001 mit Nach­druck aus.

Nichts Persön­li­ches, nur Geschäftliches

Es ist kein Zufall, dass die Chinesen begannen, diplo­ma­ti­sche Bezie­hungen zu den Taliban in Afgha­ni­stan zu pflegen, bevor die Ameri­kaner es geschafft hatten, die Pfeile und Speere aufzu­sam­meln, und es ist auch kein Zufall, dass die USA Coro­na­virus-Expe­ri­mente in chine­si­schen Labors finan­ziert haben. Noch schlimmer für den ohnehin schon ange­schla­genen Ruf Amerikas in der Welt ist jedoch, dass es bereit war, seine ältesten Verbün­deten für ein Geschäft im Wert von 56 Milli­arden Euro auszu­he­beln. Das schwer beschä­digte Vertrauen der ameri­ka­ni­schen Verbün­deten hat einen weiteren Schlag erlitten. Inner­halb von zwei Monaten haben die USA gezeigt, dass sie nicht nur nicht bereit sind, ihre Verbün­deten zu schützen, wie sie es verspro­chen haben, sondern dass sie auch bereit sind, dieselben Verbün­deten jeder­zeit für einen Judaslohn zu verraten. Nichts Persön­li­ches, nur Geschäftliches.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei DEMOKRACIJA, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION


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