Nigeria: Sieg im Ange­sicht des Todes

Seit 1955 hilft „Open Doors“ verfolgten Christen welt­weit – heute in 71 Ländern – mit geist­li­cher und mate­ri­eller Unter­stüt­zung. So berichtet die Orga­ni­sa­tion beispiels­weise über die Situa­tion der Christen in Nigeria wie folgt:
Die Gemeinde von Pastor Andrew erlebte brutale Angriffe, aber Gott hat sie gestärkt.

Pastor Andrew zeigt uns als leben­diges Beispiel, wie Jesus, dem Fürst des Lebens, der Sieg über die tödli­chen Verwüs­tungen in Nigeria gehört. Andrew lebte in Monguno (im Nord­osten Nige­rias), wo er seiner Gemeinde diente, als diese von Boko Haram ange­griffen wurde. Er floh mit seiner Familie in die Stadt Guyaku, die von der Terror­gruppe noch größ­ten­teils verschont geblieben war. Das war im Jahr 2014. Es erfor­derte großen Glauben, um zu dieser Zeit auf eine Erwe­ckung zu hoffen.

Alles verlieren, um zu gewinnen 

In Guyaku warnte Andrew die Christen, dass Boko Haram bald angreifen würde. Er wollte sie auf die drohende Verfol­gung vorbe­reiten. Aber sie glaubten ihm nicht, dass es soweit kommen würde. Bis dahin herr­sche fried­li­ches Zusam­men­leben, meinten sie. Doch im Februar 2015 griff Boko Haram Guyaku an. Sie brannten die meisten Häuser nieder, auch die Kirche und das Pfarr­haus. Pastor Andrew verlor wieder sein Hab und Gut und musste mit seiner Familie erneut fliehen.

Als in Guyaku endlich Frieden eintrat, kehrte Pastor Andrew zurück. Er kontak­tierte jedes einzelne Kirchen­mit­glied und forderte alle auf, zurück­zu­kommen und die Kirche wieder aufzu­bauen. Er erklärte, dass Spal­tung und Angst genau das war, was der Teufel wollte: Es war sein Plan, um sie von ihrem christ­li­chen Glauben abzu­bringen. Der Pastor ermu­tigte sie, vereint und mit Kraft gegen das Böse zu kämpfen.

Die Früchte der Erweckung

Die Gläu­bigen kamen zurück und beschlossen, sich finan­ziell am Wieder­aufbau der Kirche zu betei­ligen. Vor dem Angriff zählte Pastor Andrews Gemeinde rund 300 Mitglieder, nachher waren es 465 Personen.

Pastor Andrew ist davon über­zeugt, dass Gott dieses Wachstum bewirkt hat. Eine weitere Verän­de­rung ist einge­treten: Vorher waren viele geist­lich lauwarm, aber seit den Anschlägen haben sie sich Gott wieder mehr genä­hert und nehmen ihren Glauben und das Bibel­stu­dium seither ernster. Sie wissen aus eigener Erfah­rung, dass sie ohne Gottes Gnade nicht mehr am Leben wären. Pastor Andrew bezeugt, dass Gott seine Kinder nach den erlit­tenen Angriffen auf wunder­bare Weise wieder zu sich gezogen hat. Er ist ermu­tigt, dass so viele Menschen, die vorher eher gleich­gültig waren, in ihrem Glauben fest geworden sind.

Seitdem hat Pastor Andrew an Schu­lungen teil­ge­nommen, die Trauma­be­wäl­ti­gung, Advo­cacy und Umgang mit Verfol­gung thema­ti­sierten. Er hält nun selbst Kurse, um seine Gemein­de­mit­glieder zu lehren, sich auf Verfol­gung vorzubereiten.

Umstrit­tene Entschei­dung der USA

Gewalt gegen Christen ist in Nigeria nach wie vor sehr präsent. In diesem Land werden sogar welt­weit die meisten Christen aufgrund ihres Glau­bens getötet. Allein im Jahr 2020 wurden dort 3530 Christen ermordet. Vor diesem Hinter­grund hat die Entschei­dung der USA vom 15. November, Nigeria von der Liste der »beson­ders besorg­nis­er­re­genden Länder« in Bezug auf Reli­gi­ons­frei­heit (Coun­tries of Parti­cular Concern, CPC) zu strei­chen, bei inter­na­tio­nalen Beob­ach­tern heftige Reak­tionen ausge­löst (vgl. unseren Bericht).

Der nige­ria­ni­sche Pastor und Frie­dens­ak­ti­vist Gideon Para-Mallam äußerte seine Befürch­tung, dass durch diesen Schritt »das Ausmaß der Straf­lo­sig­keit und Anar­chie, dem das nige­ria­ni­sche Volk in der gegen­wär­tigen Situa­tion ausge­setzt ist«, noch zunehmen könnte. Quelle: Open Doors



Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein