Nur 1 von 5 Ungarn glaubt, dass die Oppo­si­tion regie­rungs­fähig ist

Węgierski Parlament w Budapeszcie o wschodzie słońca - Foto: rmx.news

Ungarns „Cock­tail-Oppo­si­tion“ schneidet in allen vier Berei­chen, die befragt wurden, schlecht ab

Mehr als die Hälfte der Ungarn hält die derzeit regie­rende konser­va­tive Partei­en­ko­ali­tion Fidesz-KDNP für regie­rungs­fähig, aber nur ein Fünftel von ihnen denkt dasselbe über das Bündnis der Oppo­si­ti­ons­par­teien, wie eine Umfrage des Néző­pont-Insti­tuts im Auftrag der Tages­zei­tung Magyar Nemzet ergabt.

Das Image jeder Partei ist für die Mobi­li­sie­rung ihrer Wähler sehr wichtig. Etwa ein Jahr vor den unga­ri­schen Parla­ments­wahlen 2022 ist daher die entschei­dende Frage, welches der beiden konkur­rie­renden Partei­en­bünd­nisse von den Wählern als geeig­neter ange­sehen wird, das Land zu führen. Die Umfrage konzen­trierte sich auf vier spezi­fi­sche Bereiche: die Eignung jeder Seite zum Regieren, zur Schaf­fung von Arbeits­plätzen, ihr jewei­liges Enga­ge­ment für die Demo­kratie und ihre Fähig­keit, die Bedin­gungen der Roma-Minder­heit zu verbessern.

Laut der Umfrage liegt der Prozent­satz derer, die die jetzt regie­renden Parteien für regie­rungs­fähig halten, bei 54 Prozent, während nur 21 Prozent die Sechs-Parteien-„Cocktail-Opposition“ für die Rolle geeignet halten. Auch bei der Schaf­fung von Arbeits­plätzen haben die Regie­rungs­par­teien einen über­wäl­ti­genden Vorsprung: Während 49 Prozent der Befragten ihnen zutrauen, Arbeits­plätze zu schaffen, glauben nur 20 Prozent, dass die Oppo­si­tion das auch kann.

Beson­ders rele­vant ist, dass auch Wähler, die sich als regie­rungs­feind­lich bezeichnen, der Oppo­si­tion kritisch gegen­über­stehen: Nur 39 Prozent dieser Gruppe trauen der Linken zu, regie­rungs­fähig zu sein, und weniger als ein Drittel (32 Prozent), dass sie für die Schaf­fung von Arbeits­plätzen geeignet ist. Da in einem Jahr Parla­ments­wahlen anstehen, wird die Fähig­keit der Führung des Landes ein Schlüs­sel­thema für den Wahl­kampf sein.

Wenn die eigenen Sympa­thi­santen der Oppo­si­tion an der Fähig­keit ihrer gewählten Parteien zwei­feln, mit der Epidemie oder einer Wirt­schafts­krise umzu­gehen, werden die sechs Oppo­si­ti­ons­par­teien, die trotz ideo­lo­gi­scher Unter­schiede auf eine gemein­same Platt­form zuzu­steuern scheinen, mit einem Wett­be­werbs­nach­teil in den Wahl­kampf gehen.

Ange­sichts der Tatsache, dass die Linke und ihre inter­na­tio­nalen Verbün­deten den Regie­rungs­par­teien oft vorwerfen, die Demo­kratie nicht genug zu respek­tieren, brachte die Umfrage auch in dieser Hinsicht ein über­ra­schendes Ergebnis. Ein höherer Anteil der Ungarn hält Fidesz-KDNP für „der Demo­kratie verpflichtet“ (38 Prozent) als im Falle des Links­bünd­nisses (33 Prozent).

Die aktu­elle konser­va­tive Koali­tion unter der Führung von Viktor Orbáns Fidesz ist seit Sommer 2010 an der Macht und Orbán selbst geht in sein 16. Jahr als Minis­ter­prä­si­dent (er war auch zwischen 1998 und 2002 Ministerpräsident).

Die Umfrage des Néző­pont-Insti­tuts wurde zwischen dem 16. und 17. März 2021 durch­ge­führt, indem eintau­send Personen tele­fo­nisch befragt wurden. Die Stich­probe ist reprä­sen­tativ für die Bevöl­ke­rung über 18 Jahre nach Geschlecht, Alter, Region, Sied­lungsart und Bildung. Bei einer Stich­pro­ben­größe von 1.000 und einem Konfi­denz­ni­veau von 95 Prozent beträgt der Stich­pro­ben­fehler 3,16 Prozent.

Quelle: Magyar Nemzet


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