Öster­reich: Thea­ter­di­rektor will nicht „Block­wart der Bundes­re­gie­rung“ sein

Das Theater in der Josefstadt.

Theater in der Josef­stadt will Publikum nicht nach nega­tivem Corona-Test fragen

Herbert Föttinger, Direktor des Wiener Thea­ters in der Josef­stadt, hält nichts von den von der schwarz-grünen Bundes­re­gie­rung geplanten Schi­kanen für all jene, die sich im Jänner nicht auf das Coro­na­virus testen lassen wollen. Unter anderem sollen den Regie­rungs­plänen zufolge ab 18. Jänner Kultur­be­suche nur mit Nach­weis eines nega­tiven Tests erlaubt sein.

Dem „Kurier“ sagte Föttinger, er sei als Direktor ange­treten um zu sagen:

„Kommt alle rein, nicht um eine Auswahl zu treffen, wer dieses Thea­ters würdig ist und wer nicht. Wir werden ganz sicher niemanden nach einem Test­beleg fragen, geschweige denn nach einem Impfpass.“

Auch hat der Direktor des renom­mierten Thea­ters die Hinter­ge­danken des von der Bundes­re­gie­rung propa­gierten „Frei­tes­tens“ klar durch­schaut. In dem Inter­view sagte Föttinger:

Herbert Föttinger / Foto: Wikipedia/Franz Johann Morgen­besser / fCC BY-SA 2.0

 „Durch die Öffnung der Kultur will man eine Test­pflicht der Bevöl­ke­rung erzwingen und benutzt die Theater als unfrei­wil­lige Komplizen. Es ist einer­seits sehr durch­schaubar, dass es sich um einen Probe­lauf für eine indi­rekte Impf­pflicht handelt. Ande­rer­seits ist es eine Form der Nöti­gung, deren Umset­zung aus Angst um den Image­ver­lust an die Thea­ter­di­rek­toren weiter­ge­geben wird.“

Föttinger verwies auf das „hervor­ra­gende Präven­ti­ons­kon­zept“ in seinem Haus und dass es bisher keine Clus­ter­bil­dung im Theater gegeben habe. Außerdem teste man beinahe täglich, während die Bundes­re­gie­rung beim Schutz der Schwächsten versagt habe:

„Wenn in den Alten- und Pfle­ge­heimen ähnlich strenge Sicher­heits­kon­zepte verlangt und auch durch­ge­führt worden wären, müsste man nicht so viele Tote beklagen. Die Bundes­re­gie­rung hat beim Schutz der Schwächsten versagt. Dort muss etwas gemacht werden, aber es gibt keinen Grund, im Theater ein Test­ergebnis zu verlangen.“

Dieser Beitrag erschien erst­malig auf zurzeit.at

6 Kommentare

  1. „Wenn in den Alten- und Pfle­ge­heimen ähnlich strenge Sicher­heits­kon­zepte verlangt und auch durch­ge­führt worden wären, müsste man nicht so viele Tote beklagen.“

    Hat es denn in Alten- und Pfle­ge­heimen eine Übersterb­lich­keit gegeben?

    • Nein, hat es nicht, aber das kapieren die Leute einfach nicht. In Alten­heimen kiegt das Sterben nach wie vor in einem normalen Rahmen, wie beim Rest der Bevöl­ke­rung auch. Gerade bei den Alten, ist die Isola­tion reiner Psychoterror.

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