Ordo Iuris vertei­digt Pfarrer Prof. Dariusz Oko, der in Deutsch­land wegen der Veröf­fent­li­chung eines wissen­schaft­li­chen Arti­kels verur­teilt wurde

Bildquelle: https://bronmyksiedzaoko.pl/
  • Pfarrer Prof. Dariusz Oko wurde wegen „Volks­ver­het­zung“ im Rahmen eines in der Fach­zeit­schrift „Theo­lo­gi­sches“ veröf­fent­lichten Arti­kels zu einer Geld­strafe von 4.800 Euro verurteilt.
  • Der zweite Verur­teilte ist der Chef­re­dak­teur des „Theo­lo­gi­schen“.
  • Der Artikel erör­terte das Phänomen einer inner­kirch­lich orga­ni­sierten krimi­nellen Gruppe, die durch homo­se­xu­elle Prak­tiken verbunden ist, zum Schaden von Minder­jäh­rigen handelt und abhän­gige Geist­liche ausbeutet.
  • Der Artikel zeigte unter anderem die Mecha­nismen auf, die den nun entmach­teten Kardinal Theo­dore McCar­rick in die höchsten Ämter der Kirche erhoben, und hob die Konver­genz der Einschät­zungen von Papst Fran­ziskus, Bene­dikt XVI. und den Hier­ar­chen der Kirche in dieser Hinsicht hervor.
  • Die Rechts­grund­lage für die Verur­tei­lung – § 130 StGB – ist zweifelhaft.
  • Ein deut­scher Biologe Prof. Kutschera von der Univer­sität Kassel, der straf­recht­lich verfolgt wurde, weil er das Risiko des sexu­ellen Miss­brauchs von Kindern in gleich­ge­schlecht­li­chen Bezie­hungen thema­ti­siert hatte, wurde bereits in einem ähnli­chen Fall freigesprochen.
  • Das Ordo Iuris Institut hat die Vertei­di­gung des verur­teilten Pries­ters Professor Dariusz Oko über­nommen und eine Peti­tion über die Webseite BronmyKsiedzaOko.pl gestartet.

Prof. Dariusz Oko wurde von einem Kölner Gericht wegen „Volks­ver­het­zung“ mittels Straf­be­fehls (Abbil­dung oben) zu einer Geld­strafe von 4.800 Euro verur­teilt, weil er in einem in der Fach­zeit­schrift „Theo­lo­gi­sches“ veröf­fent­lichten Artikel das Phänomen einer inner­kirch­li­chen orga­ni­sierten krimi­nellen Gruppe beschrieben hatte, die zum Schaden von Minder­jäh­rigen operierte und von ihr abhän­gige Geist­liche ausbeu­tete. Die Gruppe war durch homo­se­xu­elle Prak­tiken und gegen­sei­tige Unter­stüt­zung der Mitglieder verbunden. Der zweite Verur­teilte ist der 90-jährige deut­sche Theo­loge Pfr. Prof. Johannes Stöhr, Chef­re­dak­teur des „Theo­lo­gi­schen“.

Der Text, begleitet von einer ausführ­li­chen Biblio­gra­phie, ist die Meinung des Autors zu einem wich­tigen Faktor der wach­senden Krise der heutigen Kirche. Prof. Dariusz Oko und der Chef­re­dak­teur der seit über 50 Jahren erschei­nenden Zeit­schrift „Theo­lo­gi­sches“ haben sich entschlossen, eine wissen­schaft­liche Diskus­sion über das bisher im deut­schen „synodalen Weg“ vernach­läs­sigte Thema anzu­stoßen. Der Text analy­siert unter anderem die Mecha­nismen, die den inzwi­schen entmach­teten Kardinal Theo­dore McCar­rick, dessen pädo­phile Taten und sexu­eller Miss­brauch von Kleri­kern durch einen aktu­ellen Vati­kan­be­richt bestä­tigt wurden, in die höchsten Ämter erhoben haben.

Die ersten Absätze des Arti­kels erin­nern an die Worte von Papst Fran­ziskus, der 2018 in einem Inter­view sagte: „Ich hatte einen Bischof hier, der mir zu meinem Entsetzen erzählte, dass er irgend­wann fest­stellte, dass es in seiner – übri­gens sehr großen – Diözese viele homo­se­xu­elle Priester gibt.“ Die Autoren stellten diesen Worten das Bekenntnis von Kardinal Mara­diaga gegen­über, der auf die Frage „Gibt es eine Schwu­len­ver­ei­ni­gung im Vatikan?“ mit Nach­druck antwor­tete: „Nicht nur das, sondern der Heilige Vater selbst hat gesagt, dass es eine solche ‚Lobby‘ in diesem Sinne gibt. Der Heilige Vater versucht langsam, diese Situa­tion zu berei­nigen“. Schließ­lich deckt sich die von P. Prof. Oko im „Theo­lo­gi­schen“ gestellte Diagnose auch in der sprach­li­chen Schärfe völlig mit den Worten von Bene­dikt XVI., der in einem 2019 veröf­fent­lichten Artikel „Die Kirche und der Skandal des sexu­ellen Miss­brauchs“ die Meinung teilte, dass sich nach dem Zweiten Vati­ka­ni­schen Konzil „in verschie­denen Semi­naren homo­se­xu­elle Cliquen gebildet haben, die mehr oder weniger offen agierten und das Klima in den Semi­naren erheb­lich veränderten“.

Die Begrün­dung, Prof. Oko und Prof. Stöhr den Tatbe­stand der „Volks­ver­het­zung“ zuzu­schreiben, stützt sich auf aus dem Zusam­men­hang geris­sene Auszüge aus dem Artikel, die eine orga­ni­sierte krimi­nelle Gruppe, die ihre Opfer schä­digt und der gesamten Kirche schadet, mit einem Para­siten verglei­chen, der seinen Wirt schä­digt. In der Benach­rich­ti­gung an die Straf­ver­fol­gungs­be­hörden hieß es direkt, dass die Veröf­fent­li­chung ein Akt der Hass­rede gegen Menschen sei, die Homo­se­xua­lität prak­ti­zieren. Pfr. Prof. Dariusz Oko antwortet auf eine solche Anschul­di­gung mit den Fragen: „Ist Kritik an den krimi­nellen Akti­vi­täten der sizi­lia­ni­schen Mafia eine Aufsta­che­lung zum Hass gegen Sizi­lianer im Allge­meinen? Und inwie­fern kann eine akade­mi­sche Refle­xion über die Heraus­for­de­rung eines homo­se­xuell verbun­denen krimi­nellen Netz­werks in der Kirche eine Aufsta­che­lung zum Hass gegen Homo­se­xu­elle im Allge­meinen sein?“

Die Sache mit der Verur­tei­lung von Pater Oko wirft jedoch recht­liche Fragen auf. „Wir haben ernst­hafte Vorbe­halte gegen die Rechts­grund­lage für die Straf­ver­fol­gung von beken­nenden Pries­tern. Artikel 130 des deut­schen Straf­ge­setz­bu­ches verbietet Hass­rede gegen eine Reihe von Gruppen, von denen keine im Artikel von Pfarrer Prof. Oko erwähnt wird. Es über­rascht nicht, dass in dem Satz über­haupt nicht erwähnt wird, gegen wen Prof. Oko „zum Hass aufsta­cheln“ würde. Außerdem handelt es sich um einen wissen­schaft­li­chen Artikel, und damit bewegen wir uns im Raum der Wissen­schafts­frei­heit, der Gewis­sens­frei­heit, der Meinungs- und Kritik­frei­heit, deren Schutz nach dem deut­schen Grund­ge­setz und dem inter­na­tio­nalen System der Menschen­rechte einer Verur­tei­lung des Autors und Chef­re­dak­teurs einer wissen­schaft­li­chen Zeit­schrift entge­gen­steht“, kommen­tiert Rechts­an­walt Jerzy Kwaś­niewski, Vorsit­zender von Ordo Iuris.

Im vergan­genen Herbst wurde Olaf Latzel, ein evan­ge­li­scher Pastor aus Bremen, wegen „Volks­ver­het­zung“ zu einer Geld­strafe von 8.100 Euro verur­teilt, nachdem er die „Equa­lity Parade“ bei der Vorehe­li­chen Beleh­rung in seiner Gemeinde scharf kriti­siert hatte. Der Geist­liche hat Beru­fung einge­legt und wartet auf eine endgül­tige gericht­liche Entschei­dung. Vor wenigen Wochen hat das Land­ge­richt Kassel den Biologen Prof. Kutschera von der hiesigen Univer­sität frei­ge­spro­chen, der nach einem Inter­view im Jahr 2017 auf die Ankla­ge­bank gesetzt wurde. Darin äußerte sich der Wissen­schaftler kritisch zur Homo­se­xua­lität und wies auf die Gefahr des sexu­ellen Miss­brauchs von Kindern in gleich­ge­schlecht­li­chen Bezie­hungen hin. Der Staats­an­walt forderte für Prof. Kutschera eine Frei­heits­strafe von vier Monaten auf Bewäh­rung und eine Geld­strafe von 9.000 Euro. Das Gericht sprach den Wissen­schaftler frei und wies darauf hin, dass seine Ansichten zwar kontro­vers sein mögen, aber Ausdruck seiner Welt­an­schauung sind und von der Meinungs­frei­heit gedeckt sind. Das Urteil in diesem Fall ist zwar noch nicht rechts­kräftig, aber es zeigt, dass die Anwen­dung des § 130 StGB in Ange­le­gen­heiten ange­fochten wird, die expli­ziter sind als die Veröf­fent­li­chung eines wissen­schaft­li­chen Artikels.

In den sozialen Medien kündigte Pater Wolf­gang Rothe, ein Befür­worter der Segnung homo­se­xu­eller Paare in der Kirche und ein Förderer einer Annä­he­rung zwischen den Forde­rungen von LGBT-Akti­visten und der Posi­tion der deut­schen Kirchen­hier­ar­chie im Rahmen des deut­schen „synodalen Weges“, die Einrei­chung einer Anzeige bezüg­lich der Veröf­fent­li­chung von Pater Oko an. Vor einigen Jahren war derselbe Priester als Rektor des Pries­ter­se­mi­nars in St. Pölten einer der Prot­ago­nisten in einem Skandal, in den Semi­na­risten und die Leitung der Einrich­tung verwi­ckelt waren. Da die ihm zur Last gelegten Taten erwach­sene Semi­na­risten betrafen und nicht die Merk­male einer Straftat erfüllten, wech­selte er nach seinem Ausscheiden aus dem Amt in eine Pfarrei in München.

Hilfe bekamen die beiden ange­klagten Ordi­na­rien nur durch das Ordo Iuris Institut, das sie mit seinem Anwalts­team in Zusam­men­ar­beit mit den deut­schen Straf­ver­tei­di­gern unter­stützte. Gemeinsam mit der Straf­ver­tei­di­gung hat Ordo Iuris eine Peti­tion an das Gericht in Köln und an Bundes­kanz­lerin Angela Merkel zum Schutz der Wissenschafts‑, Meinungs- und Gewis­sens­frei­heit gestartet. Die Peti­tion kann auf der Webseite BronmyKsiedzaOko.pl unter­zeichnet werden.

Quelle: Ordo Iuris


7 Kommentare

  1. Der Teufel hatt die Kirche uber­nommen seit Nicea. Luther hatt die Katho­li­sche Kirche ange­sehen vor was dass Vatikan wirk­lich ist: Baby­lo­nisch und erste Tier as dem Meer.

  2. Deut­sche, polni­sche und alle euro­päi­schen Patrioten vertei­digen heute Prof. Oko für die Bewah­rung der Katho­li­schen Kirche, des Chris­ten­tums und der kultu­rellen abend­län­di­schen Werte.
    Deutsch­land steht kurz vor einer grünen Diktatur und einer Umwäl­zung aller Werte. Wir müssen gegen die Grünen tota­li­ta­tären Bewe­gungen ankämpfen, gegen die Abschaf­fung der Vater­länder in der EU. Polen und Ungarn sind ein Boll­werk gegen die deka­denten Macht­haber in Berlin und un Brüssel (EU).
    Deutsch­land, Polen und Ungarn sollten gemeinsam aus der EU austreten – wie es mit dem histo­ri­schen BREXIT schon gelungen ist.

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  3. Der § 130 gehört abge­schafft, sowas gibt es in anderen Ländern nicht – im Gegen­teil, in der Türkei gibt es sogar Strafen wegen „Belei­di­gung des Türken­tums“ oder ähnlich. Das alles gehört unter den Begriff der freien Meinungsäußerung.

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  4. Das deka­dente Rom sitzt in der Justiz, Sex beherrscht die Welt und der ist keine Liebe.
    Die Leute wissen gar nicht mehr, was Liebe ist, es gibt zu viele Egoisten, Hedo­nisten, Narrzisten.

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  5. Meiner Meinung nach hat der Richter „in einer Weise, die geeignet ist, den öffent­li­chen Frieden zu stören“ zum Hass gegen Leute aufge­sta­chelt, die aufgrund von objek­tiven Ermitt­lungs­er­kennt­nissen die Fakten benennen.

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    • Oko hätte auch über hete­ro­se­xu­elle Miss­brauch­stäter und heim­liche hete­ro­se­xu­elle Bezie­hungen schreiben können, warum tut er das nicht? Oder das Elend der Pries­ter­kinder? Beispiel:
      Fragt der Lehrer das Kind: „Wo ist dein Vater?“ Das Kind: “ Er ist in Amerika und kann fast nie kommen. „Wie traurig!

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