Papst­be­such in Ungarn: wenig ausge­wo­gene Bericht­erstat­tung in Österreich

Papst Franziskus in Budapest · Bildquelle: Ungarnreal
Die öster­rei­chi­schen Medien und sogar die katho­li­sche Kirche Öster­reichs hat zu den Ereig­nissen des Eucha­ris­ti­schen Welt­kon­gresses (IEC) in Buda­pest geschwiegen. Diese Tatsache wirft auch viele Fragen über die öster­rei­chi­sche Vertei­di­gung der christ­li­chen Werte auf. Wir müssen auch sehen, dass Ungarn und seine Regie­rung sowohl dem Ober­haupt der katho­li­schen Kirche als auch dem Staat Vati­kan­stadt vollen Respekt und christ­li­ches Enga­ge­ment entge­gen­bringen und dass es heute wie damals eine Bastion des euro­päi­schen Chris­ten­tums ist.

16. September, 2021, Quelle: Erdély ma

Der 52. Inter­na­tio­nale Eucha­ris­ti­sche Welt­kon­gress in Buda­pest ist zu Ende gegangen. Die auslän­di­schen Gäste und Pilger sind nach Hause gegangen.  Aber was haben die öster­rei­chi­schen Medien, die Kirche vor Ort, die Ungarn in Öster­reich getan, um mehr Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass in Ungarn ein Welt­treffen der katho­li­schen Kirche statt­findet, bei dem der Papst die Abschluss­messe zele­briert? Fast nichts.

Die öster­rei­chi­sche Bevöl­ke­rung hat von den vielen inter­es­santen und erbau­li­chen Ereig­nissen der vergan­genen Woche nichts mitbe­kommen. Aber das taten die Deut­schen und wahr­schein­lich ganz West­eu­ropa auch nicht.

Werfen wir einen Blick auf die öster­rei­chi­schen Nach­richten vom 12. September!

In der Kronen Zeitung steht kein Wort über den Besuch von Papst Fran­ziskus in Buda­pest! Ich blät­terte die Seiten zweimal um, weil ich nicht glauben konnte, dass die größte öster­rei­chi­sche Zeitung so nieder­trächtig ist! Hier im Land der Pres­se­frei­heit! In der Wochen­end­bei­lage findet sich wie jeden Sonntag ein Artikel von Kardinal Schön­born, aber nichts über den IEC !

Auch die Erzdiö­se­zei­tung Der Sonntag veröf­fent­licht in ihrer heutigen (!) Ausgabe (Nr. 36) einen Scherz. Auf der Titel­seite mit dem unga­ri­schen Parla­ments­ge­bäude heißt es: “Papst Fran­ziskus, herz­lich will­kommen”. Am letzten Tag des Kongresses! Zuvor gab es nicht einen einzigen Brief über die Veran­stal­tung! In der Zeitung steht auch kein Danke­schön. Auf Seite 3 ein kurzes Gespräch mit einem Pfarrer der in Buda­pest lebenden Deutschen.

Das Haupt­thema ist “die Meinungs­ver­schie­den­heiten zwischen der Kirche und der Regie­rung Orbán”.

Auf Seite 6 geht es um die Sendungen in der Slowakei, auf Seite 7 ein paar Sätze zu den Sendungen und dass die Papst­messe vom Helden­platz im ORF über­tragen wird. Aber die Messe wurde von keinem deut­schen Sender über­tragen! Nicht einmal das katho­li­sche Bayern.

Bevor ich Ihnen erzähle, wie der ORF die gesamte Messe für poli­ti­sche Agita­tion genutzt hat, ein Wort des Lobes für die Orga­ni­sa­tion der Messe, bei der alles an seinem Platz war, geschmack­voll und euro­pä­isch. Es ist bedau­er­lich, dass Europa dies nicht erkannt hat. Dafür gibt es gute Gründe!

In der Zeit in Bild zeigen sie um 9 Uhr den Papst, als er aus dem Flug­zeug ausstieg. Der ORF kann schnell sein, wenn er es will. Ich habe mir vor der Messe den Video­text ange­sehen. Ein nicht zu unter­schät­zendes Medium, das im Durch­schnitt zehn Prozent der Bevöl­ke­rung regel­mäßig sehen. ORF, ARD und Bayern berichten über das Treffen zwischen dem Papst und Orban.

Das deut­sche ZDF hebt Orbans Wider­stand gegen den Papst in der Flücht­lings­frage hervor. 

Und nach der Messe? Sie sind enttäuscht. ARD, Bayern spre­chen von ein paar Zehn­tau­send statt der Zwei­hun­dert­fünf­zig­tausend, die gekommen sind. RTL, das sich bisher nicht geäu­ßert hatte, hebt nun

die Verur­tei­lung des Anti­se­mi­tismus durch den Papst vor den Augen der örtli­chen Juden hervor.

Die Abschluss­messe am Sonntag begann um 11.30 Uhr, die Über­tra­gung des Vorspiels begann jedoch um 11.05 Uhr. Anschlie­ßend wurde der Theo­loge Paul M. Zulehner von Sandra Szabo vom ORF-Kirchen­sender interviewt.

Etwa ein Dutzend Mal erwähnte sie den angeb­li­chen “Konflikt” zwischen der unga­ri­schen Kirche und der Orbán-Regierung.

Eine ihrer empö­rendsten Äuße­rungen betraf die Aussage von Staats­prä­si­dent János Áder, was selbst den libe­ralen Gesprächs­partner von Szabo über­raschte. Er bean­stan­dete die Tatsache, dass das Staats­ober­haupt an der IEC teil­ge­nommen hatte und sich als gläu­biger Katholik bezeich­nete. Seinem tole­ran­teren Partner zufolge ist dies auch anderen Poli­ti­kern passiert, und als Privat­person hat er das Recht, dies zu tun.

Dies wurde noch getoppt durch ihre Frage, als sie den ORF-Korre­spon­denten Ernst Gelegs, der aus Buda­pest zuge­schaltet war,

fragte, ob er eine Pro-Papst- oder Anti-Orbán-Demons­tra­tion während der Heiligen Messe erwarte?

Gelegs beklagte, dass die Priester einge­schüch­tert oder gekauft wurden. (sic!) Und das alles vor einer päpst­li­chen Messe zum Abschluss eines katho­li­schen Welt­ereig­nisses! Nach der Predigt wurde bemän­gelt, dass

der Papst in seiner Rede nicht hart genug vorge­gangen sei, dass er die Orbán-Regie­rung mit Nach­druck hätte angreifen können.

Kein Wort war darüber, dass Gäste aus vierzig Ländern eine Woche lang an einem gut orga­ni­sierten Programm teil­nahmen, das zu den Höhe­punkten der katho­li­schen Kirche zählte.

Aber das ist noch immer nichts. Am Abend (19.30 Uhr) eröff­nete die ORF-Sendung “Zeit im Bild” mit dem Besuch des Papstes in Buda­pest. Der zweite Satz aus dem Mund der blonden Ansa­gerin lautete.

“Papst Fran­ziskus kriti­siert nicht nur die minder­hei­ten­feind­liche Politik Ungarns, sondern insbe­son­dere auch den von der Orbán-Partei ganz unver­hohlen prak­ti­zierten Antisemitismus.”

Nur die Medien der Nazi-Zeit waren in der Lage, derar­tige Lügen in einem solch abscheu­li­chen Ton zu verbreiten!

Der ORF tut all dies, während Oskar Deutsch, der Vorsit­zende der jüdi­schen Gemeinde Öster­reichs, auf www.vienna.at beklagt, dass sich die anti­jü­di­schen Gräu­el­taten in Öster­reich seit dem letzten Jahr verdop­pelt haben!

Was die Wirkung der Lügen des ORF betrifft: so wurde die Messe in Öster­reich von 48.000 Menschen gesehen, weniger als der “Teaser”-Talk davor (57.000). Die Abend­nach­richten wurden von 1 221 000 Zuschauern gesehen. (!)

Wachen Sie auf!

Welche Schluss­fol­ge­rungen können und sollten aus den obigen Ausfüh­rungen gezogen werden? Wir haben keine Freunde in diesem Teil der Welt, insbe­son­dere in Öster­reich. Es gibt nur Interessen.

Das Problem ist, dass

die derzei­tige unga­ri­sche Führung eine andere Meinung zur Einwan­de­rung hat, und sie auch in anderen Fragen ihren eigenen Willen durch­setzen möchte. Sie ist über­zeugt, dass dies “gut für die Ungarn” ist.

Die Deut­schen und Öster­rei­cher wollen, dass die Ungarn Kellner, Ernte­helfer und Alten­pfleger sind, allen­falls Auto­mon­teure, d.h. sie sehen uns als Dienst­leis­tungs­per­sonal. Leider ist auch jetzt, nach der Epidemie, die Zahl der in Öster­reich arbei­tenden Ungarn gestiegen: auf 110 000. Das Haupt­ziel der unga­ri­schen Politik sollte darin bestehen, diese Menschen in Ungarn zu halten, was natür­lich nicht von heute auf morgen zu errei­chen ist. Wenn diese Ungarn auf magi­sche Weise aus Öster­reich verschwinden würden, würden einige Leute sofort von ihrem hohen Ross herun­ter­steigen und einen mensch­li­chen Ton anschlagen.

Zum Ausgleich von 1867 führte auch Kampf. Ungarn muss stärker werden! Man muss den jungen Ungarn klar­ma­chen, dass sie entweder gebil­dete Menschen werden können, die Spra­chen spre­chen, oder sie können nach Wien kommen, um die Post auszu­tragen (in unserer Straße trägt ein junger Mann seit zehn Jahren die Post aus, er fährt jeden Tag von Győr nach Wien und zurück). Die derzei­tige unga­ri­sche Diplo­matie, deren Aufgabe es ist, dies zu tun, ist unzureichend.

Der 52. Eucha­ris­ti­sche Kongress hat, wie ich hoffe, vielen unserer Lands­leute Freude und Bestä­ti­gung gebracht. Nicht viele Menschen sind glück­lich über unsere Erfolge. Deshalb müssen wir in Ungarn alles tun, um ein lebens­wertes Leben zu führen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Deutsch bei UNGARNREAL, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


9 Kommentare

  1. Such­tipp: Sedis­va­kan­tismus. Die Sekte von „Vati­kanum 2“ mit ihrem „Novus Ordo“ (New World Order) bekämpft den katho­li­schen Glauben und zele­briert Gottes­läs­te­rung. Nebel­kerzen wie Carlo Maria Viganò dienen nur zur Täuschung der Ignoranten.

  2. Im Kommen­tar­be­reich keine gute Meinung über unsere ach so heilige „christ­liche“ Kirche. Wenigs­tens der Kommen­tar­be­reich bewahrt Haltung, danke. Wenn man das unglaub­lich pein­liche Gedöns um den Heiligen Fisch­kopf (Anm: die Mitra symbo­li­siert den Fisch­gott Dagon *) mal weg lässt, ist es doch klar, warum die Haltungs­presse nichts über die Sata­nisten-Show in Buda­pest berichtet hat: Weil Buda­pest in Ungarn liegt!

    *) Dagon ist eine in Meso­po­ta­mien und Syrien verehrter Fisch­gott, dessen Kult vor allem im 3. und 2. Jahr­tau­send v. Chr. verbreitet war. Dagon wird von Wahn­sin­nigen verehrt. Er ist die Verkör­pe­rung von Stärke und Raserei. Wenn er an Land kommt, so heißt es, wird er zur Inkar­na­tion der Zerstörung.

  3. „Wir haben keine Freunde in diesem Teil der Welt, insbe­son­dere in Österreich.“
    Das mag wohl für für unseren Tiefen Staat und auch für die linke Kirche zutreffen, nicht aber für den Rest der Öster­rei­cher, die lieber Orbán als den Bundes­basti als Regie­rungs­chef hätten.
    Und gut, dass es Unser-Mitteleuropa.com gibt! Bravo!

  4. Der Artikel steigt gleich falsch ein. Der Fran­ziskus genannte Papst steht der katho­li­schen Kirche vor, nicht dem Chris­tentum. Weder mit der christ­li­chen Lehre noch mit christ­li­chen Werten hat diese Kirche viel am Hut. Die direkte Zusam­men­ar­beit dieses Papstes mit radi­kalen Ausrich­tungen des Islam sollte doch schön langsam jedem beweisen, dass katho­lisch und christ­lich keines­wegs das gleiche ist. Erzdiö­zese Wien? Deren pädago­gi­sche Hoch­schule bildet radikal-isla­mi­sche Lehrer aus. Noch nicht bekannt? ORF? Die wich­tigste Mitar­bei­terin der Redak­tion Reli­gion ist Clara Akin­yo­soye, eine kommu­nis­ti­sche Agita­torin aus Afrika. Warum wird im Artikel nicht erwähnt, dass sich die katho­li­sche Kirche nicht zu den Massen­morden an Christen äußert? Ist das eucharistisch?

    • Die katho­li­sche Kirche hat durch die Jahr­hun­derte ihre Präfe­renzen zur Genüge bewiesen – und Bergo­glio ist Jesuit, d.h. Geschäfts­mann & Poli­tiker. Die christ­liche Lehre ist dem
      sowas von egal.….…

    • Der Artikel steigt nicht nur gleich falsch ein, sondern er verbreitet vor allem histo­ri­sche Unwahr­heiten! – Man lese und staune!

  5. „Die öster­rei­chi­schen Medien und sogar die katho­li­sche Kirche Öster­reichs hat zu den Ereig­nissen des Eucha­ris­ti­schen Welt­kon­gresses (IEC) in Buda­pest geschwiegen. Diese Tatsache wirft auch viele Fragen über die öster­rei­chi­sche Vertei­di­gung der christ­li­chen Werte auf“

    Wieder jemand, der Kirche und Gott in einen Topf wirft. Das ist aber nun mal nicht dasselbe, eher das genaue Gegen­teil. Bei diesem Papst sowieso. Aber auch die anderen haben i.p. Respekt vor Gott und dem Volk nicht gerade eine Kür abge­legt. Sie lieben das Volk, ja, und am aller­liebsten die Knaben. Waisen­kinder sind Favo­riten, denn die quat­schen zuhause nicht, wenn die Flöte wieder mal nach Fisch gestunken hat. Ich weiß niucht, warum man solchen Syndi­katen Respekt zollen soll, und um welche „Werte“ es bei der Kirche geht. 

    „Wir müssen auch sehen, dass Ungarn und seine Regie­rung sowohl dem Ober­haupt der katho­li­schen Kirche als auch dem Staat Vati­kan­stadt vollen Respekt und christ­li­ches Enga­ge­ment entge­gen­bringen und dass es heute wie damals eine Bastion des euro­päi­schen Chris­ten­tums ist.“

    Ich habe ja auch lange gebraucht, um hinter die Fassade der Kirche blicken zu können. Aber in der heutigen Zeit – voller Infor­ma­tionen, davon auch viele korrekte – darf sowas nicht mehr passieren, dass man öffent­lich schreibt (oder zitiert, ist in dem Fall dasselbe), dass man Kinder­schän­dern Respekt zollen soll. Ehrlich, ich fühle mich gerade wie in einer Geis­ter­bahn, wo ich diese Zeilen lese. Ich werde leider nicht fest­stellen, ob das Satire oder gar Sarkasmus war, denn ich werde nicht weiterlesen.

    • Irrtum!

      Es gab schon immer Menschen, die blieben in ihrer Beschei­den­heit, weil ihre Mitmen­schen ihnen wich­tiger waren als der Mammon! Früher nannte man das Heimat! Gibt es einen größeren Verdienst als die Zufrie­den­heit. Wo ist der Unter­schied zwischen dem Rentner, der im Müll Pfand-Flaschen sammelt und dem Rentner, der im Wald Pilze sammelt?

      Wir leben in der Welt der mani­pu­lierten Maßlo­sig­keit und nennen es Frei­heit und Demokratie!

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