Pariser Gericht verwei­gert Visum für afgha­ni­sche Hilfs­kraft der fran­zö­si­schen Armee

Bewaffnete Taliban feiern das mit Washington im Jahr 2020 unterzeichnete Abkommen unweit der afghanisch-pakistanischen Grenze · Foto von Wali Sabawoon/NurPhoto

Während der Gene­ral­of­fen­sive der Taliban in Afgha­ni­stan verwei­gerte das Pariser Verwal­tungs­ge­richt am Mitt­woch, den 28. Juli, einer ehema­ligen afgha­ni­schen Hilfs­kraft der fran­zö­si­schen Armee die Ertei­lung eines Notvi­sums, da sie laut der Entschei­dung nicht „die Realität ihrer Ängste“ um ihr Leben beschei­nigt habe.
 

Fatima A., eine Afghanin, die zwischen 2012 und 2013 ein Jahr lang als Hilfs­kraft auf einem fran­zö­si­schen Stütz­punkt beschäf­tigt war, bean­tragte 2019 Schutz in Frank­reich beim Minis­te­rium der Streit­kräfte, das ihn Mitte 2020 ablehnte. Die 28-jährige Frau reichte vor kurzem einen Eilan­trag gegen diese Ableh­nung ein und bean­tragte ein Visum, da sie der Ansicht ist, dass ihre frühere Beschäf­ti­gung und ihre derzei­tige Situa­tion sie „einer ernst­haften Gefahr aussetzen“. Das Pariser Verwal­tungs­ge­richt entschied jedoch am Mitt­woch, dass die von Fatima A. vorge­legten Unter­lagen „nicht ausrei­chen, um die Realität der Befürch­tungen zu belegen, auf die sie sich beruft, um die Dring­lich­keit der Anfech­tung der fran­zö­si­schen Ableh­nung zu begründen“.

„Nicht beson­ders im Visier“ der Taliban

Bei einer Anhö­rung am Dienstag lehnte das Vertei­di­gungs­mi­nis­te­rium den Antrag von Fatima A. erneut mit der Begrün­dung ab, sie habe „keinerlei Anhalts­punkte für die Erheb­lich­keit einer realen, aktu­ellen und persön­li­chen Bedro­hung“ gelie­fert, ein Krite­rium der fran­zö­si­schen Justiz. In ihrem Memo­randum vertreten die Dienst­stellen von Vertei­di­gungs­mi­nis­terin Florence Parly die Auffas­sung, dass die Taliban bei ihren Anschlägen „haupt­säch­lich auf die amtie­rende Regie­rung abzielen“, aber „immer versu­chen, die Bevöl­ke­rung zu beru­higen und sie bei ihren Terror­ak­tionen so weit wie möglich zu verschonen“.

Laut einem Vermerk der fran­zö­si­schen Botschaft in Afgha­ni­stan vom 3. Juni werden afgha­ni­sche Zivi­listen, die Frank­reich gedient haben, von den Taliban „nicht beson­ders ange­griffen“ oder gar „offi­ziell bedroht“.

Nach dieser Notiz wurde Abdul Basir, 33, ein ehema­liger Mitar­beiter der fran­zö­si­schen Streit­kräfte, dem zweimal das Visum verwei­gert worden war, am 19. Juni in der an Kabul angren­zenden Provinz Wardak, in der die Taliban aktiv sind, erschossen aufgefunden.

Quelle: Le Figaro


3 Kommentare

  1. ähm … was da unter dem Foto steht :
    „Bewaff­nete Taliban feiern das mit Washington im Jahr 2020 unter­zeich­nete Abkommen unweit der afgha­nisch-paki­sta­ni­schen Grenze“

    Ist das etwa das Abkommen, wonach die US-Streit­kräfte das Land im Jahr 2021 verlassen wollen?

    Also gibt es doch ein Abkommen und die in der kompletten Medi­en­welt inc. Alter­na­tive verbrei­teten Nach­richten über den „Fall von Afgha­ni­stan“ sind wissent­lich Lügen­mär­chen? Das wäre ein echter Hammer!

    • Ein echter Knaller, was da so zufällig hoch­ge­poppt ist.

      Tages­schau 29.01.2021
      Die neue US-Regie­rung stellt das im Februar 2020 geschlos­sene Abkommen mit den mili­tant-isla­mis­ti­schen Taliban in Afgha­ni­stan auf den Prüf­stand. Dies teilte der neue Außen­mi­nister Antony Blinken dem afgha­ni­schen Präsi­denten Aschraf Ghani nach Angaben seines Minis­te­riums in einem Tele­fonat mit. Die neue US-Regie­rung stellt den Frie­dens­ver­trag mit den Taliban in Afgha­ni­stan auf den Prüf­stand. Weil diese ihren zuge­sagten Verpflich­tungen nicht nach­kämen, über­denkt Washington nun auch den geplanten Truppenabzug.

      Quelle
      www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-taliban-friedensvertrag-101.html

      Soviel nur zum Thema „Die Ameri­kaner sind aus Afgha­ni­stan geflüchtet“. Danke für den Bericht, auch wen das so wahr­schein­lich nicht geplant war 🙂

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