PM Babiš lobt PM Orbán für „groß­ar­tigen Rat“ zur Bewäl­ti­gung der COVID-19-Krise

Der tschechische Premier Andrej Babiš mit dem ungarischen Premier Viktor Orbán · Foto: Facebook / Andrej Babiš

Am Freitag traf sich der tsche­chi­sche Premier­mi­nister Andrej Babiš mit seinem Amts­kol­legen Viktor Orbán in Ungarn. Dabei würdigte er unter anderem die Ratschläge, die Orbán ihm im Kampf gegen das Coro­na­virus gab. Beide Minis­ter­prä­si­denten waren sich auch über die Notwen­dig­keit der Zusam­men­ar­beit der Visegrád-Vier (V4)-Länder in der Frage der COVID-19-Pandemie einig. Babiš deutete auch an, dass er darüber nach­denkt, dem unga­ri­schen Weg zu folgen, d.h. er würde den Kauf von Impf­stoffen für Tsche­chien ohne die Euro­päi­sche Union in Betracht ziehen.

„Die Pandemie ist in der nächsten Phase. Wir reden nicht mehr nur darüber, wie man eine Infek­tion verhin­dern kann, sondern auch darüber, wie man mit Impf­stoffen Leben retten kann. Wir können nicht auf Brüssel warten, deshalb haben wir Verhand­lungen über Impf­stoff­lie­fe­rungen mit Russ­land und China aufge­nommen. Wir haben all diese wert­vollen Infor­ma­tionen an die tsche­chi­sche Seite weiter­ge­geben“, kommen­tierte PM Orbán das Treffen.

Babiš schätzte die Bereit­schaft Ungarns, Infor­ma­tionen zu teilen, und sagte, er bedauere, nicht früher um Hilfe gebeten zu haben.

„Ich hätte schon im November hier sein sollen. Der beste Impf­stoff ist der sichere, aber gleich­zeitig sind die, die wir haben, sofort verfügbar. Beim Impf­stoff geht es nicht um Politik, sondern um die Sicher­heit der Bürger. Unsere Aufgabe ist es, unsere Bürger zu schützen. Das Timing ist entschei­dend“, sagte Babiš.

„Wir haben viele Infor­ma­tionen darüber, wie ‚Antikörper‘-Medikamente funk­tio­nieren und wie Epidemie-Teams in Ungarn arbeiten. Wir wurden mit hervor­ra­genden Infor­ma­tionen versorgt, auf deren Grund­lage wir den Kampf gegen die Pandemie verbes­sern können“, fügte er hinzu.

Babiš erwähnte auch, dass Ungarn im vergan­genen Jahr 150 Lungen­be­atmungs­ge­räte an die Tsche­chi­sche Repu­blik gelie­fert hat. Darüber hinaus waren sich beide Premier­mi­nister einig, dass die Frage der Impf­stoffe nicht poli­ti­siert werden sollte. Wichtig sei die Schnel­lig­keit der Liefe­rung sowie eine ausrei­chende Menge an Impfstoffen.

„Ich habe mit Bundes­kanz­lerin Angela Merkel über die russi­schen und chine­si­schen Impf­stoffe gespro­chen, und jetzt hängt es davon ab, ob beide Länder die Zulas­sung bei der Euro­päi­schen Arznei­mit­tel­agentur bean­tragen“, erklärte der tsche­chi­sche Premierminister.

Beide Premier­mi­nister hoben auch die Zusam­men­ar­beit der V4-Länder hervor und betonten, dass diese Länder trotz des wirt­schaft­li­chen Abschwungs eine nied­rige Arbeits­lo­sig­keit aufrecht­erhalten. Orbán hat bereits erwähnt, dass Ungarn ab März damit beginnen könnte, die Coro­na­virus-Maßnahmen aufzu­heben. Dies werde jedoch von den Meinungen der Experten abhängen.

Neben den Impfungen spra­chen die Staats­männer auch über die unga­ri­schen Erfah­rungen mit dem russi­schen Impf­stoff Sputnik V und dem Medi­ka­ment Bamla­ni­vimab, das auch die Tsche­chi­sche Repu­blik kaufen wird.

„Ich habe mir einen Über­blick über die Medi­ka­mente verschafft, die Ungarn einsetzt. Bamla­ni­vimab ist eines davon, wir erwarten die Liefe­rung von 500 Stück, und wir planen, weitere zu bestellen“, sagte Babiš.

Der tsche­chi­sche Premier­mi­nister und das Coro­na­virus-Exper­ten­team flogen am Frei­tag­morgen nach Budapest.

„Die Situa­tion ist nicht gut, da die Zahl der Menschen auf der Inten­siv­sta­tion nicht abnimmt und die Bemü­hungen, die Zahl der Infi­zierten zu redu­zieren, schei­tern“, sagte Babiš vor seinem Flug über die Situa­tion in Tschechien.

Quelle: iDnes.cz (Fran­tišek Strnad)


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