Polen verlegt Truppen an die weiß­rus­si­sche Grenze

Foto: Wojsko polskie / Facebook

Die Span­nungen zwischen Polen und Weiß­russ­land nehmen von Woche zu Woche weiter zu. Nach der Auswei­sung des polni­schen Konsuls in Brest und der Verhaf­tung mehrerer Führer der polni­schen Minder­heit in Weiß­russ­land wurden gestern in Grodno (im Nord­westen des Landes) zwei weiß­rus­si­sche Jour­na­listen, die der polni­schen Minder­heit ange­hören und Mitglieder der Union der Polen in Weiß­russ­land (ZPB) sind, Andrzej Pisalnik und seine Frau Iness Todryk-Pisalnik, unter dem Vorwurf der „Anstif­tung zu ethni­schem Unfrieden“ verhaftet, ein Vorwurf, der doch recht vage ist. Andrzej Pisalnik ist Direktor des Nach­rich­ten­por­tals ZPB, Znadniemna.pl.

Mehrere Verhaf­tungen in Weißrussland

Die beiden Verhaf­tungen in Grodno fallen mit der Verhaf­tung von zwei Oppo­si­ti­ons­po­li­ti­kern – dem Vorsit­zenden der oppo­si­tio­nellen Bela­rus­si­schen Volks­front (BNF), Ryhor Kastu­syou, und dem poli­ti­schen Analysten Alex­ander Fyaduta – unter nicht näher bezeich­neten Anschul­di­gungen zusammen.

Verle­gung eines Panzer­ba­tail­lons nach Biała Podlaska

In diesem Kontext der Repres­sion gegen die Oppo­si­tion und gegen die polni­sche Minder­heit in Weiß­russ­land erfahren wir von der Verle­gung polni­scher Truppen der 18. Divi­sion der 1. Panzer­bri­gade der polni­schen Armee, die von Warschau an die weiß­rus­si­sche Grenze verlegt wurden.

„Die Bildung eines mecha­ni­sierten Batail­lons, das in Biała Podlaska einge­setzt werden soll, steht kurz vor dem Abschluss“,

berich­tete bsblog.info. „Auf dem Gelände des ehema­ligen Mili­tär­flug­platzes ist bereits ein Contai­ner­lager im Bau, das an das Bataillon über­geben wird“. Während die polni­schen Behörden behaupten, dass diese Trup­pen­be­we­gungen nichts mit den aktu­ellen Strei­tig­keiten mit Minsk zu tun haben, sieht die weiß­rus­si­sche Regie­rung die Dinge anders.

„Feind­liche Akti­vi­täten“ der NATO

In der Tat pran­gerte der weiß­rus­si­sche Gene­ral­stabs­chef, Gene­ral­major Viktor Gule­witsch, an diesem Mitt­woch, dem 14. April – auf einer Sitzung der Orga­ni­sa­tion des Vertrags über kollek­tive Sicher­heit (OVKS) in Moskau „die fort­ge­setzte Akti­vität des NATO-Blocks in der Nähe der Grenzen von Russ­land und Weiß­russ­land an: die Errich­tung von Aufklä­rungs- und Trans­port­zen­tren und die Verbes­se­rung der mili­tä­ri­schen Infra­struktur, insbe­son­dere zur Aufnahme von Truppen und anderen Prozessen.“

Hohe Span­nung auch im Donbass

Dieser starke Anstieg der Span­nungen zwischen Polen und Weiß­russ­land ist mögli­cher­weise auch nicht unab­hängig von der Situa­tion im Donbass – den prorus­si­schen Volks­re­pu­bliken Donezk und Lugansk, die seit 2014 de facto von der Ukraine „unab­hängig“ sind –, wo es seit einigen Wochen eben­falls regel­mäßig zu Waffen­still­stands­ver­let­zungen kommt, während Russ­land Berichten zufolge fast 40.000 Truppen an der ukrai­ni­schen Grenze massiert habe, bereit, „in die Ukraine einzu­mar­schieren“ oder „den Donbass zu vertei­digen“ – je nach dem Narrativ des einen oder anderen, während die Biden-Admi­nis­tra­tion seit Wochen Öl ins Feuer gießt.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei der VISEGRÁD POST, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


8 Kommentare

  1. Da es mit der Ukraine nicht so recht klappt ein Welten­brand auszu­lösen kommen auf einmal die Polen daher und bedrängen Weissrussland !
    Die Polen einfach gar nichts aus der Geschichte wie es aussieht.
    Vor dem 2.Wk hatten die Gross­machts-Ambi­tionen und wollten Deutsch­land angreifen mit der Unter­stüt­zung Englands.
    Leider sind die ins Fett­näpf­chen getreten und wurden von den Englän­dern in Stich gelassen !
    Nun verlassen die sich auf die USA-NATO und werden bestimmt wieder verheizt.
    Dumm­heit ist wohl eine Tugend bei der polni­schen ReGierung.

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    • Dumm:
      Die Polen einfach gar nichts aus der Geschichte wie es aussieht.

      Korri­giert:
      Die Polen haben einfach gar nichts aus der Geschichte gelernt wie es aussieht.

      Naja, wenn man von seinem Haus­tier­chen bedrängt wird, kommen solche Fehler vor.
      ;-D

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  2. Es wird überall aufge­rüstet und die Schuld den Rössen in die Schuhe geschoben. 

    Auch Krämpf-Körren­bäuer fällt in den Chor ein:

    de.rt.com/inland/116157-verteidigungsministerin-kramp-karrenbauer-russland-bedroht-uns/

    Auch dieses dazu:

    outoftheboxmedia.tv/2021/04/16/neues-aus-russland-04-amerikanischer-diplomat-beschuldigte-russland-und-lobte-die-ukraine-das-litauische-aussenministerium-ueberreichte-dem-russischen-botschafter-einen-hinweis-auf-missbilligung/

    und dieses:

    www.contra-magazin.com/2021/04/ein-mann-steht-dem-vormarsch-der-nato-nach-moskau-im-weg/

    Vor Taiwan muss auch was los sein – es zündelt an mehreren Stellen und m. E. sind es die Ömis, die es nun offenbar nach dem finalen Härma­göddon in Form des atomören 3. WKs dürstet, was sie aber Röss­land unter­ju­beln wollen als vermeint­li­chen Aggressor, der die Ömis aber m. E. selbst sind – sie taktieren auf hinter­pfür­zige Weise wie sie es schon immer taten m. E..

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  3. Seit langem schon arbeitet Putin an der Wieder­ge­win­nung möglichst großer Teile des „verlo­renen“ Sowjet­reichs. Völlig zu Recht fürchten die Balti­schen Staaten, Polen und die Ukraine seine Agres­si­vität. Wer hilft Ihnen denn, wenn nicht die USA? Europa? Deutsch­land? Man sieht ja schon an den Kommen­taren hier, dass viele Deut­sche lieber den Hitler-Stalin Pakt wieder aufleben lassen wollen.

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    • Die USA als Helfer. Gibts ein Land was die USA noch nicht über­fallen und anschließend
      demo­kra­ti­siert haben. Die Umer­zie­hung Deutsch­lands in Sachen Geschichte hat bestens
      funktioniert.

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