Polni­sche Bischöfe antworten dem Euro­päi­schen Parla­ment: Es gibt ein Recht auf Leben, nicht auf Abtreibung.

Erzbischof Stanislaw Gadecki bei einer Messe in Tschenstochau im Jahr 2015 · Foto: KNA

Nach der am 26. November im Euro­päi­schen Parla­ment verab­schie­deten Reso­lu­tion „über das De-facto-Verbot des Rechts auf Abtrei­bung in Polen“ antwor­tete Erzbi­schof Stanisław Gądecki, Erzbi­schof von Posen und Präsi­dent der polni­schen Bischofs­kon­fe­renz, in einer Erklä­rung, dass schon der Titel der Reso­lu­tion irre­füh­rend sei. Tatsäch­lich argu­men­tierte der Bischof, dass es aus ethi­scher Sicht, aber auch im Hinblick auf das Völker­recht, kein „Recht auf Abtrei­bung“ gebe. Und aus gutem Grund, schrieb er, „kann es in keiner demo­kra­ti­schen Rechts­ord­nung das Recht geben, einen unschul­digen Menschen zu töten.“

Unter Beru­fung auf die Charta der Grund­rechte der Euro­päi­schen Union, in der es in Artikel 2 Absatz 1 heißt: „Jede Person hat das Recht auf Leben“, erin­nert Bischof Gądecki die 455 Abge­ord­neten, die für die Entschlie­ßung vom 26. November gegen Polen gestimmt haben, daran, dass „das Recht auf Leben ein grund­le­gendes Menschen­recht ist“ und „dieses Recht immer Vorrang vor dem Recht zu wählen hat, weil kein Mensch verfügen kann, dass es zulässig ist, einen anderen Menschen zu töten“. Aus diesem Grund fuhr der Vorsit­zende der Polni­schen Bischofs­kon­fe­renz fort: „Von einem recht­li­chen Kompro­miss beim Schutz des Lebens zu spre­chen, ist eine Verzer­rung der Realität, denn es bedeutet, eine dritte Partei auszu­lassen, die in diesem Konflikt die wich­tigste ist: Kinder in der Schwan­ger­schaft mit einem beschreib­baren Recht auf Leben.“

Der Erzbi­schof von Posen nutzte die Gele­gen­heit, den Vertei­di­gern des Rechts auf Leben für ihre Bemü­hungen um den Schutz des Lebens unge­bo­rener Kinder zu danken. „Diese Umge­bungen sind die Stimme von Tausenden von Kindern, deren Leben im Mutter­leib bedroht ist. Sie sind die Stimme der natür­li­chen Vernunft, die im Gegen­satz zu Oppor­tu­nismus und ideo­lo­gi­schem Konfor­mismus auf der Seite des Schutzes des mensch­li­chen Lebens in jeder Phase seiner Entwick­lung steht“, heißt es in der im Namen der polni­schen Bischofs­kon­fe­renz abge­ge­benen Erklärung.

Dieser Artikel erschien zuerst in fran­zö­si­scher Sprache bei Présent.

4 Kommentare

  1. Es gibt auch ein Recht der bereits gebo­renen Kinder auf körper­liche Unver­sehrt­heit ! Und das Recht selbiger nicht von Kutten­trä­gern miss­braucht zu werden !
    Wie weit ist denn der Bischof mit der Unter­su­chung in den eigenen Reihen ?

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    • Das wird immer wieder vertuscht. Die scheren sich einen Dreck um das Wohl von Kindern.
      Das sind keine Christen, die beten das goldene Kalb an und Jesus würde sie samt der ange­häuften Reich­tümer verjagen.

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  2. Es gibt auch ein Recht auf FRIEDEN und FREIHEIT, aber da versagen die Kirchen­fürsten, die sogar Kanonen segnen.
    Die Heuchler in ihren Kutten sind nicht besser als die Para­siten, die vorgeben Poli­tiker zu sein.

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