Protest der unga­ri­schen Profes­soren gegen „Moder­nität“ und „Progres­si­vität“

Bildquelle: Ungarnreal

Die Batthyány-Gesell­schaft der Profes­soren ist zutiefst besorgt darüber, dass in der euro­päi­schen Politik solche Doktrinen und Erwar­tungen durch­ge­setzt werden, die den tradi­tio­nellen konser­vativ-bürger­li­chen Werten grund­le­gend entgegenstehen.

Wir sind beson­ders besorgt darüber, dass die neoli­be­ralen und neomar­xis­ti­schen Prin­zi­pien in unga­ri­schen links­li­be­ralen poli­ti­schen Kreisen und in den sich unab­hängig nennenden Medien sowie in den NGOs, die diese Kreise unter­stützen,  immer deut­li­cher und kräf­tiger werden.

Wir sind nicht der Meinung, dass die Nation ein veral­tetes histo­ri­sches Konstrukt ist, die durch eine supra­na­tio­nale Staa­ten­ge­mein­schaft ersetzt werden kann und muss. Die meist wirt­schaft­lich und poli­tisch moti­vierten Vorstel­lungen vergessen, dass sich die Menschen mit supra­na­tio­nalen poli­ti­schen Orga­ni­sa­tionen nicht iden­ti­fi­zieren können, weil sie einfach zu ihren Nationen gehören.

Wir bringen auch unsere Bestür­zung über Bewe­gungen zum Ausdruck, die dafür stehen, die Rolle des sozialen Geschlechts, des Genders aufzu­werten, das Geburts­ge­schlecht abzu­werten oder beides gegen­über­zu­stellen. Es ist selbst­ver­ständ­lich, tole­rant gegen­über Menschen zu sein, die alter­na­tive sexu­elle Rollen­muster befolgen, aber wir halten es für inak­zep­tabel, die Praxis von poli­ti­schen und vor allem LGBTQ-Gruppen, die „Moder­nität“ und „Progres­si­vität“ von Homo­se­xua­lität, Trans­gender-Iden­tität oder anderen sexu­ellen Orien­tie­rungen bei Kindern zu fördern und zu bewerben.

Immer wieder sind wir entsetzt über die anti­kle­ri­kalen und sogar anti­re­li­giösen Haltungen von links­li­be­ralen, neomar­xis­ti­schen, „grünen“ und anderen poli­ti­schen Orga­ni­sa­tionen. Wir verstehen nicht, warum sie denken, dass die Reli­gion der Vergan­gen­heit angehöre.

Wir halten es für überaus heuch­le­risch,  den im Ausland lebenden unga­ri­schen Mitbür­gern unter Beru­fung auf wirt­schaft­liche und poli­ti­sche Erwä­gungen die Staats­bür­ger­schaft verwei­gern zu wollen und die Unter­stüt­zung zu kriti­sieren, die unser Land ihnen gewährt.

Die Batthyány-Gesell­schaft der Profes­soren protes­tiert gegen jeden, der die tradi­tio­nellen Werte der Nation, des Chris­ten­tums und der Familie in Frage stellt oder untergräbt.

Wir glauben, dass diese Werte das Pfand für unsere Zukunft sind, unab­hängig von der aktu­ellen poli­ti­schen Macht. Deshalb ist es unser Recht und unsere Pflicht, unsere indi­vi­du­elle Frei­heit, unsere gemein­schaft­liche Iden­tität, unsere christ­liche Kultur und unsere natio­nale Einheit mit allen verfüg­baren Mitteln zu verteidigen.

Die Batthyány-Gesell­schaft der Profes­soren wurde 1995 mit dem Ziel gegründet, um der unga­ri­schen Nation intel­lek­tu­elle Anre­gung zu geben und dadurch zur geis­tigen und wirt­schaft­li­chen Entwick­lung des Landes beizu­tragen. Die Gesell­schaft verpflichtet sich, die tradi­tio­nellen euro­päi­schen Werte zu vertreten

Graf Lajos Batthyány (1807–1849) war der Minis­ter­prä­si­dent der ersten unab­hän­gigen Regie­rung des König­reichs Ungarn. Nach dem Nieder­schlag des Frei­heits­kriegs gegen die Habs­burger (1848–1849) wurde er hingerichtet.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei UNGARNREAL, unserem Partner bei der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


2 Kommentare

  1. Ich meine: Der tradi­tio­na­lis­ti­sche Klerus versucht die Kindes­miss­brauchs­fälle in Ungarn und Polen zu vertu­schen und die Opfer zum Schweigen zu bringen. Was ist das für eine kleri­kale Verantwortung?

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  2. Gut, dass es akade­mi­sche Eliten, wie diese Profes­soren gibt, die sich ein gewisses Quantum an Norma­lität und Boden­stän­dig­keit erhalten haben.

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