Russ­lands Afrika-Ambi­tionen: Frank­reich hinausdrängen

VON Phil­ippe Joutier 

Durch die Priva­ti­sie­rung des Krieges wurde dieser zu einer außer­ge­wöhn­li­chen Geschäfts­mög­lich­keit. Waffen verkaufen, um ihn zu verhin­dern, das gegne­ri­sche Terri­to­rium zerstören, um ihn zu gewinnen, die Unter­nehmen des Siegers fördern, um ihn wieder aufzubauen.

Im Jahr 2019 betrug das US-Mili­tär­budget 732 Milli­arden US-Dollar; das Russ­lands 65 Milli­arden US-Dollar (Quelle: SIPRI, Stock­holm). US-Unter­nehmen tätigten 2020 54 Prozent aller welt­weiten Waffen­ver­käufe. Ihr kommer­zi­eller Hebel bleibt die NATO, deren regel­mä­ßige Verlet­zung der ursprüng­li­chen Gotbat­schow­/­Kohl-Verein­ba­rungen, die ihre Auswei­tung begrenzten, ihnen fantas­ti­sche Absatz­mög­lich­keiten bietet.

Wagner, Dyncorp Execu­tive Outcomes, Meteoric, Black­water Kroll, Global Risk Stra­te­gies… Für diese Unter­nehmen muss der Frieden die Ausnahme bleiben. Der normale Zustand der Welt ist der Krieg. Je mehr Menschen sich gegen­seitig umbringen, desto mehr Geld verdienen sie. Halli­burton hat für seine Einsätze in Afgha­ni­stan und im Irak mehr als 4 Milli­arden Dollar erhalten. Im Kämpfen geübte Aben­teurer, die nicht mehr nach der Fahne, sondern nach dem Kopf­geld gehen und einen Vertrag in voller Kenntnis der Sach­lage unter­schrieben haben. Es ist nicht mehr nötig, Witwen zu trösten, Orden zu verleihen und das Volk von den Vorzügen eines Helden­todes zu über­zeugen. Auch für die Versi­che­rungs­ge­sell­schaften waren die Folgen lukrativ. Die Priva­ti­sie­rung des Krieges ließ den Markt für Risi­ko­ver­si­che­rungen in die Höhe schnellen. Die Lloyd’s Group vervier­fachte ihre Gewinne inner­halb von zehn Jahren auf über sechs Milli­arden Dollar.

In Europa ist der Kriegs­markt ameri­ka­ni­sches Hoheits­ge­biet, aber Afrika ist zu haben. Und Frank­reich ist „idea­lis­tisch“.

Afrika ist begehrt, weil das expo­nen­ti­elle Wachstum der neuen Tech­no­lo­gien einen enormen Bedarf an vertrau­li­chen Metallen erzeugt. Goul­a­mina in Mali gehört zu den größten Lithi­um­vor­kommen der Welt.

Aber wie mani­pu­liert man die Afri­kaner und saugt ihre Ressourcen ab?

Zunächst durch den Verkauf von Waffen im Namen der Terro­ris­mus­be­kämp­fung: Auf dem Russ­land-Afrika-Gipfel in Sotschi am 24. Oktober 2019 antwor­teten fast vierzig afri­ka­ni­sche Staats- und Regie­rungs­chefs. Die Unter­nehmen Kalasch­nikow, Pribor oder Almaz-Antey priesen dort ihre Produk­tionen an. Äthio­pien unter Frie­dens­no­bel­preis­träger Abiy Ahmed kaufte ein Pantsir-S1-Rake­ten­ab­wehr­system. Der zentral­afri­ka­ni­sche Präsi­dent Toua­déra forderte, die Mili­tär­hilfe für sein Land zu verstärken und „tödliche Mittel und gepan­zerte Trup­pen­trans­porter zu schicken.“

Zwei­tens durch Umgehen der rich­tigen Entschei­dungs­träger: So hatte Rameaux Claude Bireau, Neffe des Präsi­denten und seit August 2021 Vertei­di­gungs­mi­nister Zentral­afrikas, die entschei­dende Unter­stüt­zung Moskaus gegen die Rebellen der Koali­tion erhalten, die versuchten, Bangui zu erobern.

Eben­falls auf Kosten des Tieres: Die Russen hatten sich die Verwal­tung der Zoll­ein­nahmen Zentral­afrikas gesi­chert, die fast ein Drittel des Staats­haus­halts ausma­chen. Das skan­da­li­sierte Frank­reich erreichte mit Unter­stüt­zung des IWF und der Welt­bank die Ausset­zung des Abkom­mens, jedoch sehr zum Miss­fallen Banguis, das darin nur Vorteile sah (Théo­dore Inamo, Gene­ral­di­rektor des Zoll­amts, ist ein Neffe des Präsi­denten Faustin-Archange Touadéra).

Der Ordnungsruf verletzte die Empfind­lich­keit der Afri­kaner und belas­tete die Abreise der Fran­zosen, die entschieden zu beleh­rend waren.

Schließ­lich die Sicher­heit: Und Platz für Wagners Söldner. Die Idee ist, das syri­sche Modell in Afrika zu wieder­holen. Erklä­rung: Die Wagner-Gruppe hat ein anderes Unter­nehmen, Evro Polis, inte­griert, das eben­falls von Jewgeni Prigo­schin geleitet wird. 2016 wurde ein Vertrag mit der Regie­rung von Baschar al-Assad unter­zeichnet, der Evro Polis 25 % der Einnahmen aus den Öl- und Gasfel­dern im Osten des Landes zusprach, mit der Auflage, dass Wagner den Isla­mi­schen Staat, der seit 2014 unge­stört seine Einnahmen daraus bezog, von dort vertrieb, da das Inter­esse der USA damals darin bestand, den Krieg in die Länge zu ziehen. Da Wagner ohne Gewis­sens­bisse und wahr­schein­lich ohne große Rück­sicht auf Menschen­leben in die Schlacht zieht, wird er in Afrika zwei­fellos die glei­chen Ergeb­nisse gegen die isla­mis­ti­schen Rezzous erzielen, die entschei­dender sind als die von Barkane oder Takuba. Mit einem Anteil an den Einnahmen aus dem Bergbau als Gegen­leis­tung für ihre Elimi­nie­rung. In der Zentral­afri­ka­ni­schen Repu­blik betei­ligt sich Wagner seit 2018 an der Ausbil­dung der zentral­afri­ka­ni­schen Armee.

Für Frank­reich kostet der Krieg Geld, für die Russen bringt er Geld ein. Natür­lich müssen sie Afrika mit China teilen. Aber wenn wir weg sind, ist das immer eine Sorge weniger!

Dieser Beitrag erschien zuerst bei EUROLIBERTÉS, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.

4 Kommentare

  1. Der Westen hätte von Anfang an die Pfoten von den dortigen Natur­völ­kern lassen sollen. Dann hätten sie sich auch nicht welt­weit ausbreiten können. Ich kann die mitt­ler­weile in der weißen Welt nicht mehr sehen.

  2. Erdogan steckt eben­falls schon seine Fühler nach Afrika aus.
    Und während sich China, Rußland und Türkei den Kuchen vor Ort teilen bekommt West­eu­ropa die Gold­stücke sogar frei Haus geliefert.

  3. wurde hier absich­lich russ­land mit
    china verwechselt??

    frank­reich kann sich sowieso beru­higt aus afrika
    zurueck ziehen…paris ist schon afri­ka­ni­schrs getho

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