Schweiz: Abstim­mung über das Burka­verbot am 7.3.2021

Aus Anlass der soeben ange­kün­digten eidge­nös­si­schen Abstim­mung über das Burka­verbot am 7.3.2021 veröf­fent­licht UNSER MITTELEUROPA den folgenden Aufsatz eines der bekann­testen Prot­ago­nisten für diese Abstimmung.

Die Schweiz sollte eine Reform des Islam fördern

Von Giorgio Ghiringhelli *

Nach der isla­mi­schen Lehre wurde der Koran Wort für Wort von Allah diktiert, daher ist er ein Text, der nicht verän­dert werden kann und zu jeder Zeit und an jedem Ort gültig ist. Dies schränkt die Möglich­keiten der Inter­pre­ta­tion und Kontex­tua­li­sie­rung ein, die in Bezug auf die Bibel möglich sind. Im Koran wird Gewalt nicht „beschrieben“ wie im Alten Testa­ment, sondern in Form von Verord­nungen und Geboten „vorge­schrieben“, die auch für alle „Ungläu­bigen“ gelten sollen. Das bedeutet natür­lich nicht, dass alle Muslime gewalt­tätig sind, aber es erklärt, warum viele gewalt­tätig sind und glauben, dass der Märty­rertod das Para­dies gewinnt, das Allah all jenen verspricht, die in seinem Namen töten und getötet werden (Koran, 9:111).

Dieje­nigen, die sagen, dass nichts gegen den Islam unter­nommen werden kann, weil die Reli­gi­ons­frei­heit ein unan­tast­bares Recht ist, erin­nere ich daran, dass Artikel 17 der Euro­päi­schen Menschen­rechts­kon­ven­tion besagt, dass die vom Islam geschützten Menschen­rechte nicht von denen bean­sprucht werden können, die versu­chen, sie zu zerstören, wie es Isla­misten tun, die versu­chen, die Demo­kratie durch die Scharia zu ersetzen. Es würde genügen, diesen Artikel anzu­wenden, um alle Ansprüche des poli­ti­schen Islam zurück­zu­weisen. Es sollte nicht vergessen werden, dass der Euro­päi­sche Gerichtshof für Menschen­rechte in seinem Urteil vom 31. Juli 2001, das am 13. Februar 2003 von der Großen Kammer desselben Gerichts bestä­tigt wurde, bereits entschieden hatte, dass die Scharia nicht mit den Menschen­rechten vereinbar ist.

Die Zeit ist reif für eine fried­liche Reform des Islam. Eine Mission, die erfüllt werden kann? Viel­leicht, aber warum nicht versu­chen? Bereits am 28. Dezember 2014 forderte der ägyp­ti­sche Präsi­dent Al-Sissi in einer histo­ri­schen Rede an der Al-Azhar-Univer­sität eine radi­kale und zeit­ge­mäße Reform der Religion:

Schon am Ende des letzten Jahr­hun­derts hatten musli­mi­sche Theo­logen Reformen vorge­schlagen, wie der Suda­nese Mahmoud Mohammed Taha (1985 wegen Ketzerei gehängt) oder der Ägypter Abu Zaid (1995 durch Todes­dro­hungen zur Emigra­tion nach Europa gezwungen). Aber andere mutige Muslime führen dieses Projekt an, wie der ägyp­ti­sche Intel­lek­tu­elle Sayyid al-Qimni, eine der kritischsten zeit­ge­nös­si­schen Stimmen gegen Isla­mismus und reli­giöse Insti­tu­tionen und ein glühender Verfechter des Säku­la­rismus. Auf der Grund­lage dieser Kolumnen schlage ich also vor, dass die Schweiz einen inter­na­tio­nalen Kongress fördert, der der Reform und Refor­ma­tion des Islam gewidmet ist!

2006 erklärte der ägyp­ti­sche Islam­wis­sen­schaftler Samir Khalil Samir während eines Kurses über den Islam an der Theo­lo­gi­schen Fakultät in Lugano, an dem ich teil­nahm, dass in den isla­mi­schen Ländern eine Reform des Islams „niemals statt­finden wird“, fügte aber hinzu, dass seine Hoff­nung auf diese Reform in den Muslimen Europas liege, die die euro­päi­sche Kultur assi­mi­liert hätten, und warnte, dass sich „solange der Westen weiterhin im Sinne der Tole­ranz gegen­über den Forde­rungen der Isla­misten argu­men­tiert, nichts ändern wird“.

Im April 2018 veröf­fent­lichte die fran­zö­si­sche Zeitung „Le Pari­sien“ ein Mani­fest, das von 250 Persön­lich­keiten unter­zeichnet wurde (darunter der ehema­lige Präsi­dent Nicolas Sarkozy, der ehema­lige Premier­mi­nister Manuel Valls, der Imam von Drancy Hassen Chal­goumi und andere Muslime wie der alge­ri­sche Schrift­steller Boualem Sansal), die forderten, dass „die Verse des Korans, die die Ermor­dung und Bestra­fung von Juden, Christen und Ungläu­bigen preisen, von den theo­lo­gi­schen Auto­ri­täten für obsolet erklärt werden (…). …), so dass kein Gläu­biger durch einen heiligen Text zu einem Verbre­chen inspi­riert werden kann. Das Ergebnis? Das isla­mi­sche reli­giöse Estab­lish­ment erhob sich unisono und beschul­digte die Unter­zeichner der Igno­ranz, der Unver­schämt­heit, des Rassismus und der Aufsta­che­lung zur Isla­mo­phobie und bekräf­tigte, dass der Koran den Frieden und nicht Krieg oder Gewalt fördert.

Es ist höchste Zeit zu klären, ob der poli­ti­sche Islam aus recht­li­cher Sicht als Reli­gion, als Sekte oder als eine als Reli­gion getarnte Partei zu betrachten ist, welche die Frei­heiten und Rechte ausnutzen möchte, die anderen „normalen“ Reli­gionen gewährt werden. Und es stellt sich die Frage, ob die Aner­ken­nung dieser Rechte aufer­legt wird und impli­ziert, jene Zwangs­verse als obsolet zu betrachten, die zum Hass aufsta­cheln und eine Quelle der Inspi­ra­tion und Aufsta­che­lung für isla­mi­sche Terro­risten sind, wie der rassis­ti­sche krimi­nelle Vers, der den Kampf gegen Juden und Christen fordert, die sich weigern zu konver­tieren oder eine ernied­ri­gende Kapi­tu­la­ti­ons­steuer zu zahlen (Koran 9:29) .

Losone, 14. Dezember 2020

Quelle: Les Obser­va­teurs


*) Giorgio Ghiring­helli war einer der Haupt­ak­teure beim Sieg der Volks­in­itia­tive des Kantons Tessin zum Verbot der Burka am 22. September 2013, die von 65,4% der Wähler ange­nommen wurde.

 
 
 

5 Kommentare

  1. Ro.Berta
    Ja es macht uns wohl bald alle- zuneh­mend trüb­sin­niger, oder verstört bis wütend zugleich-je häufiger man sich von solchen „Pinguin­ähn­li­chen“ Gestalten umringt fühlt-beim Einkauf ‑in den schönsten Fußgän­ger­zonen insbesondere…Wer soll denn unsere so gerne getra­gene, farben­frohe Mode künftig noch kaufen, bzw. nicht sich selber dabei noch wie ein „exoti­scher Papagei“ unter all diesem depri­mie­renden Schwarz fühlen.….?

  2. Ich sehe in Basel gerade in Rich­tung Allschwil immer mehr schwarze Kegel. Da hat es Wohn­ge­genden, wo es keinen einzigen Schweizer mehr gibt. Ich denke nicht mehr darüber nach, es macht mich trübsinnig.

  3. Bei der Abstim­mung gehts nicht nur um die Verschleie­rung von Moslem-Frauen. Es geht ums gene­relle Verhül­lungs­verbot. Also auch vom verhüllen bei Demos, Krawallen etc.
    Die Linken sind aller­dings nicht in der Lage diese zu erkennen bzw. wollen gar nicht. Die labern dann immer von der Mär der sog. Reli­gi­ons­frei­heit, was wiederum genauso eine Lüge ist. Was damit nämlich nichts zu tun hat. Aber auch das inter­es­siert die Linken nicht.

  4. Wie ist denn die Abstim­mung zum Burka-Verbot nun ausge­gangen oder steht die Abstim­mung noch aus – irgendwie hab‘ ich das nicht mitbekommen.

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