Slowakei: Soros-Fonds über­nimmt ein Stück vom Medienkuchen

Bildquelle: Centro Machiavelli

Von Marcell Dengi

Der von George Soros gegrün­dete Media Deve­lo­p­ment Invest­ment Fund (MDIF) legt in der slowa­ki­schen Medi­en­branche zu. Seit seiner Grün­dung im Jahr 1996 hat der MDIF 250 Millionen Dollar in Medien inves­tiert. Um eine starke Posi­tion unter den slowa­ki­schen Medien zu erlangen, kaufte der Fonds einige Vermö­gens­werte der umstrit­tenen PENTA Invest­ment Group. Letz­tere ist durch Skan­dale und Vorwürfe ille­galer Geschäfts­ge­ba­rungen aufgefallen.

Die Über­nahme durch MDIF betrifft Anteile an Petit Press, dem zweit­größten slowa­ki­schen Unter­nehmen in diesem Sektor und Eigen­tümer der links­ge­rich­teten Zeitung SME, der meist­ge­le­senen Zeitung des Landes. Unga­ri­sche Korre­spon­denten glauben, dass die Über­nahme dazu dienen soll, der lokalen Mitte-Links-Koali­tion bei den anste­henden Wahlen zu helfen. Anzu­merken ist, dass die PENTA-Gruppe weiterhin Eigen­tü­merin der News and Media Holding ist, der die einzige unga­risch­spra­chige Tages­zei­tung in der Slowakei, „Új szó“, gehört.

Zur Erin­ne­rung: Ein Fonds, der histo­risch mit George Soros verbunden ist, besitzt nun mehr als ein Drittel des zweit­größten Medi­en­im­pe­riums der Slowakei, das für 35 verschie­dene Platt­formen verant­wort­lich ist. Gleich­zeitig kaufte Petit Press die rest­li­chen 5,5 % der Anteile von PENTA. Die anderen Anteile sind in den Händen der „Ersten Slowa­ki­schen Inves­ti­ti­ons­gruppe“, PSIS, die seit ihrer Grün­dung linke Medien unter­stützt. PENTA hat nicht erklärt, warum verkauft wird, sondern ledig­lich gesagt, dass man „ein vorteil­haftes Angebot erhalten“ hat. Mit dem Eigen­tü­mer­wechsel kommen neue Mitglieder in die Geschäfts­füh­rung von Petit Press: Jim Eagan, ehemals bei der BBC, und Marie Nemcova, von MDIF.

MDIF besitzt auch 18,9 % des Unter­neh­mens, das „magyarnarancs.hu“, eine unga­ri­sche linke Website, besitzt, und 28,23 % von „Magyar Jeti Zrt.“, die wiederum die größte unga­ri­sche linke Website, „444.hu“, besitzt. Die Neuan­schaf­fung ist daher aus mittel­eu­ro­päi­scher Sicht sehr wichtig, so sehr, dass sie die Aufmerk­sam­keit der regio­nalen Presse auf sich gezogen hat. Auch der ehema­lige slowa­ki­sche Minis­ter­prä­si­dent Robert Fico äußerte sich zu dem Thema. Zunächst einmal wies er darauf hin, dass der neue Direktor des slowa­ki­schen Migra­ti­ons­amtes aus Soros‘ Open Society Foun­da­tion kommt. Danach äußerte er die Vermu­tung, dass die Unruhen von 2019, die zu seinem Rück­tritt führten, teil­weise von Soros finan­ziert wurden. Der unga­risch-ameri­ka­ni­sche Finan­zier – so lautet Ficos Vorwurf – hat in der Vergan­gen­heit seine finan­zi­ellen Möglich­keiten genutzt und nutzt sie weiter in der Gegen­wart, um ihm genehme Poli­tiker zu unter­stützen und die uner­wünschten zu beseitigen.

Inter­es­sante Infor­ma­tionen stammen von der glei­chen Seite „SME“, die in einem Artikel über ein Darlehen spricht, das Petit Press in den 90er Jahren vom MDIF gewährt wurde. Der mit Soros verbun­dene New Yorker Fonds stand also schon vor Jahr­zehnten in Kontakt mit dem slowa­ki­schen Medi­en­riesen. Wir berichten über einige Worte von Harlan Mandel, CEO von MDIF, im Inter­view mit SME:

In Petit Press zu inves­tieren ist eine fantas­ti­sche und aufre­gende Gele­gen­heit. Sie drückt unser Vertrauen in die Stärke der Titel und insbe­son­dere in die Stabi­lität des Mittel­stands aus. Wir glauben, dass die domi­nante Posi­tion von Petit Press im Bereich der digi­talen Infor­ma­tion in der Slowakei weiter ausge­baut werden kann, da das Unter­nehmen sein Geschäft weiterhin auf den Werten des Quali­täts­jour­na­lismus aufbaut. Wir freuen uns auf die Zusam­men­ar­beit mit allen anderen Gesell­schaf­tern, einschließ­lich des Mehr­heits­ge­sell­schaf­ters PSIS, der die redak­tio­nelle Qualität von Petit Press von Anfang an uner­müd­lich unter­stützt hat.

Alexej Fulmek, CEO von Petit Press, bezeichnet den Eigen­tü­mer­wechsel als eine wich­tige Entwicklung:

Ich bin wirk­lich froh, dass der neue Anteils­eigner des Unter­neh­mens MDIF ist, denn ich verfolge seine Arbeit seit über zwanzig Jahren. Das erste Ziel von MDIF war immer die Vertei­di­gung der Unab­hän­gig­keit und Frei­heit der Medien.

Marcell Dengi
MCC Visi­ting Fellow am Centro Studi Machia­velli. Student der Inter­na­tio­nalen Wirt­schaft an der Buda­pester Univer­sität für Tech­no­logie und Wirt­schaft und der Mathias Corvinus Colle­gium School of Economics.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei CENTRO MACHIAVELLI, unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION.


3 Kommentare

  1. Ungarn hat den Teufel G.Soros aus dem Land geworfen (auch die „Univer­sität“
    des Teufels, die CEU). Hoffent­lich ist die Slowakei ebenso schlau und VERBIETET
    die Einmi­schung von Soros durch „seine“ Medien und wird wieder unabhängig!

  2. Diese Leute werden so alt,weil sie in China, genauer gesagt in Uigu­ri­schen Umer­zie­hungs­la­gern jeder­zeit frische Organe und Blut von jungen Menschen erwerben können.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here