Sudan: Acht christ­liche Leiter freigesprochen

Ein suda­ne­si­sches Gericht hat acht christ­liche Leiter frei­ge­spro­chen, die der ille­galen Beset­zung ihrer Kirchen­ge­bäude beschul­digt waren.

Die acht Leiter der Suda­ne­si­schen Kirche Christi (ESC), darunter ihr Präsi­dent Ayub Telyan, wurden im August 2017 verhaftet, nachdem sie sich gewei­gert hatten, Kirchen­ei­gentum und ‑verwal­tung an illegal einge­setzte Regie­rungs­be­amte abzutreten.

Im August 2018 wurden die Gemein­de­leiter vorerst frei­ge­spro­chen. Doch ihr Fall spitzte sich im Oktober 2019 zu, als der suda­ne­si­sche Oberste Gerichtshof gegen sie ein Straf­ver­fahren wegen «unbe­fugten Betre­tens und des ille­galen Besitzes von ESC-Grund­ei­gentum» einleitete.

Hoff­nung für verfolgte Christen im Sudan

Diese gericht­li­chen Einschüch­te­rungs­ver­suche zogen die Beschlag­nah­mung dieser Kirchen­ge­bäude nach sich und folgten der Logik einer Kampagne, welche die Regie­rung des ehema­ligen Präsi­denten Omar al-Bashir gegen die Christen geführt hatte. Im Rahmen dieser Kampagne wurden Kirchen zerstört und ihre Leiter verhaftet und straf­recht­lich verfolgt. Präsi­dent Omar al-Bashir wurde jedoch im April 2019 unter dem Druck eines Volks­auf­standes abge­setzt und eine Über­gangs­re­gie­rung wurde ernannt.

Am 23. Oktober wurden die acht Gemein­de­leiter nach einem Gerichts­ver­fahren, das drei lange Jahre gedauert hatte, vor dem Straf­ge­richt in Omdurman, nahe der Haupt­stadt Khartum, für nicht schuldig erklärt. Ein weiteres Zeichen für die poli­ti­sche Öffnung des Sudan und die Absicht der neuen Regie­rung, die Reli­gi­ons­frei­heit wiederherzustellen.

Die neue Regie­rung scheint zu zeigen, dass sie den vom vorhe­rigen Regime began­genen Verlet­zungen der Reli­gi­ons­frei­heit besei­tigen will:

  • Im September kündigte die Regie­rung ihre Absicht an, den Islam als Staats­re­li­gion aufzuheben.
  • Im August wurden die mutmass­li­chen Täter einer Brand­stif­tung in einer Kirche der ESC in Khartum straf­recht­lich verfolgt. Sie werden sich vor Gericht verant­worten müssen. Es ist das erste Mal, dass im Sudan jemand vor Gericht ange­klagt wird, ein Kirchen­ge­bäude in Brand gesteckt oder beschä­digt zu haben.

Die verfolgten Christen im Sudan sehen, dass eine Ände­rung im Gange zu sein scheint und freuen sich über diese posi­tive Wendung. Sie bitten uns aber, weiterhin für ihre Glau­bens­ge­schwister musli­mi­scher Herkunft zu beten, welche starken Wider­stand seitens ihrer Fami­lien erleben. Die Denk­weisen ändern sich weniger schnell als die Reformen.


Über­nommen von Open Doors – Im Dienst der verfolgten Christen welt­weit. 

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